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Rösselsprung.
(Auflösung in der nächsten Nummer.)
Auflösung des magischen Zahlenquadrats in voriger Nummepj
Rcbaftion; K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckeres, R. Lauge, Gieße»
Vermachter.
* Der glückliche Kellner. Mr. George A. Lamaze ist fortan nicht mehr allein der schönste Kellner von Boston, sondern bis aus weiteres — der glücklichste Kellner Amerikas, denn über Nacht ivard er zum Kapitalisten und zugleich zum glücklichen Ehemann. Eines der schönsten Mädchen von Baltimore, das außerdem noch die Tugend hat, eine reiche Erbin 51t fein, hat ihn zum Gemahl erkoren. Die resolute junge Dame ist Miß Nancy Redding: und ihren „schönen George" lernte sie vor wenigen Wochen kennen, als er ihr und ihren Gästen in einem Bostoner Hotel das Diner servierte. Es war, ivie die glückliche junge Frau behauptet, „Liebe aus den ersten Blick". Tie junge Dame, die in Baltimore die Notre-Dame-Akademie absolviert hat, hatte ihren Baler, einen reicheil Eifenbahnmagnaten, oft sagen hören, daß seine Tochter einen Mann der arbeitenden Klasse heiraten sollte nicht irgend einen verivöhuteu Nichtstuer. Aber als sie mm die demokratischen Prinzipien ihres Herrn Papa aus die Probe stellte und ihm nüt- teilte, daß ein Kellner aus Boston um ihre Hand angehalten habe, war der alte Herr doch reichlich verblüfft. Schließlich raffte er sich doch dazu aus, dem jungen Paare Glück zu wünschen, und überreichte ihm als Hochzeitsgabe einen Scheck über einen sünistelligen Betrag. Am Samstag toub die Hochzeit statt. Nach den Flitterwochen wird das Paar in Oil City Aufenthalt nehmen, ivo der „schöne George" in einem Vergnügungspark, der seinem Schwiegervater gehört, die Führung eines Restaurants übernehmen wird.
* Vom lustigen Onkel Sam. Die Rache in dchr K u n st. „Das hier," so sagte bet 'Futurist "und wies' stolz auf das Bild, das er soeben beendet hatte, „das ist mein Versuch, die Unendlichkeit darzustellen." „Aber was hat Ihnen beim die Unendlichkeit nur getan?" fragte der Betrachter mit unschuldiger Miene. — Es Mt einmal. Die kleine Alice kommt zur: Frühstückszeit nach yause mit ein Paar recht schmutzigen Händen, Tie Mutter sieht groß aus die Hände der Kleinen und sagt vorwurfsvoll: „Hast du je meine Hände so schmutzig gesehen tote deine?" „Nein, Mama," antwortet Alice, „aber Großmutter." — Warnm er so vertieft w ar. Ter 8jährige Donald konnte gewöhnlich in der Kirche nicht still sitzen und wurde von seiner Mutter oft ermahnt. Eines SonutlMs sah nun die Mutter zu ihrer freudigen Ueberraschung, wie Donald unbeweglich mit gefalteten Händen dasaß, den Kopf gebeugt, und während der ganzen langen Predigt brauchte er nicht einmal zur Ruhe verwiesen zu werden. Ms sie die Kirche verlassen hatten, lobte die Mutter ihren braven Sohn Donald, und über das Gesicht des Knaben huschte ein Strahl der Freude, wie wenn eine schöne Erinnerung in ihm aufleuchtete. „D a s war ’ne Fliege," kicherte er, „genau zweihundertsiebzigmal ist sie in meine Hand 'raus lind 'rein gekrochen . . ____________
hütet sich gleichsam, die Morgenstunde zu stören. Er schlürft in roten Filzen an den Häusern vorbei. r
An her dicken Schloßmauec mit den unregelmayigen Sandsteinquadern schlich ich mich entlang, bis ich an ein, angelehntev Pförtchen kam, das mannigfache Schlinggewächse dicht umrantt hatten Tas Türchen war sonderbarerweise offen: vielleicht tst diese Nacht Golt Amor selbst auf leichten Sohlen hmourchge- schlüpft. Doch ist dies kein zwingender Grund; denn man hat sagen hören, daß der lose Strick auch über die Mauern klettere.
Ich ging durch das enge Türlein hinein in den Park. Der Gärtner hatte durch seine Pflege ihm' nicht allzuviel Natur ge- uom'men. Er ging sparsam um mit der Heckenschere, lind auch manch Hälmchen durfte sich mitten auf dem Wege zeigen wurde nicht peinlich gejätet. Alle Erlen hingen ihre ttmten Zweige in das dunkle Wasser eines Teiches. Das Wasser hatte einen gar verborgenen Grund: denn ein feines grünes Gewebe überzog die stille Oberfläche. Auch mochte, der Boden sehr Warnung fein. Kurz, man konnte an keiner stelle des Ufers auch nur einen Meter tief hineinschauen. „ c ....
Mit Erlenzweigeu dicht verwachsen stand em verschwiegen Winklern am Wasser. Mt und morsch war es. Wetter und Schnee Mögen lange, lange Jahre darüber hingegangeu fern. ,
Ein balsamischer Duft von blühendem Jasmin legte W nur um die Schläfen; ich ward müde, mußte mich setzen. Es hielt mich dock iwch aus das verwitterte.Bänkchen.
Dieser Stimmung friedvoller Harmonie in der Natur gab ich mich ganz hin: und ich begann zu träumen . . . Ich fühlte, wie mir, unmerklich fast, ganz langsam die Sinne fchwanden; und doch begann es wieder hell zu werden im schlummernden Bewußtsein, und ich glaubte mit geschlossenen Augen zu schauen.
. . . Die bemoosten Treppenstusen stteg ein junges Mädchen mit schleppendem, wehendem Gewände in weiß herab. Es atmete in schnellen Zügen die köstliche Morgenluft ein, während es schnellen Schrittes auf den See zueilte.
Das Wasser schien sich geändert zu haben. Die Fläche wär gekräuselt und es plätscherte von fernher. Das Wasser war klar und lebendig. .
Das Jungsräulein schaute lange sinnend in die Wasier hinein, als wolle es etlvaS auf dem Grunde suchen. Vielleicht fiel ein Ringlein hinein? Oder wollte es nur lange und prüfend seine Gesichtszüge erschauen? Und ich' hörte es auf einmal reden, — wohl zu seinem Spiegelbilde? — Und das junge Antlitz ward ernst und traurig, als es kaum vernehmbar murmelte:
„Ihr Floren Wasser, ihr seht Meine Locken und meine Augen zum letztenmal. Meine Glieder werdet ihr nicht inehr kühlend und erquickend umkosen. Denn 'heute ist mein Hochzeitstag. Und einem! Gatten muß ich folgen, weit — weit hin. Ganz weit fort muß ich! Vielleichi sehe ich. dich mein lieber See, und auch Meine lieben Bäume nie mehr, nie mehr. . ."
Und aus den ernsten Kinderaugen tropften ein paar Tränlein in das Wasser.
„Bleibe bei uns," schienen die Fluten zu raunen. Und das Mädchen streckte verlangend seine weißen Arme den Fluten entgegen ... *
Wie Nebel uüd seiner Dunst lag es vor Meinen Augen. Ich sah noch ängstlich spähende Menschen kommen und gehen. Ich sah sie suchen mit Ruderstangen. Zurufen wollte ich. ihnen: „Hier, hier rnUtz es fliegen, hier verschwand es, es kann ja gar nicht tot fein . . ." Doch ich war gebannt an meinem Ort, und die Stimme versagte mir; nur stöhnen konnte ich noch! und mich winden in Meiner 'Angst. Mer sie zogen schon den Körper heraus, leblos hingen die ArMe herab. Häßlich klebte das nasse Haar iM Gesicht. Und sie trugen das tote Mädchen fort, sie stiegen die bemoosten Stufen hinan, und der ganze Zug verschwand im Schlößchen. Fest verschlossen schien die Tür wieder, wie ich sie zuerst gesehen.
Das Plätschern des Wassers War erstorben. Die frischen Zuläufe aus den nahen Quellen waren versiegt. Düsterer Ernst lastete über der Fläche. Und es Menen fleißige Hände pi.it schimmerndes Gewebe über den See zu ziehen. i$rft war es weitmaschig, gleich einem 'Fischernetz. Darm ward es' enger und dichter int Gewebe, bis es einem grünen Tuche glich . . . Das Waren wohl die emsigen Nixen, die ein grünes Laken über ein kühles Grab breiten wollten. Doch die neidischen Menschen hatten ihnen den toten Liebling entzogen . . .
Es zwitscherte ganz dicht an Meinem Ohr. Ich schlug die Augen auf: erschreckt flog ein kleines Vöglein fort, das auf der Lehne des Bänkchens sein Morgenlied singen wollte.
Da lag der dunkle, grüne See vor mir, ganz wie vorhin. Und die Erlen hingen ihre tiefsten Zweige ins Wasser. Was hatte ich da all zusammengeträumt! Geträumt? — Ach nein, die Wassernixe hat es mir selbst alles erzählt. Sieh dott ent- schwand sie in ihrem weißen Morgenschleier. Aber du glaubst, es sei der zerstteßende Nebel gewesen, der aus dem' See allmorgendlich ausstiege! Nein, ich weiß es besser.
Wer nämlich einmal ganz früh morgens anffteht, der hak mitunter ein besonderes Erlebnis, zumal wenn der Jasmin so stark, und schwer dnftet wie damäls . . .
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