Samstag, den A Februar

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Von Frühling ;u Frühling.

Roman von Erich Eben st ein,

(Nachdruck verboten.), (Fortsetzung.)

Wer Prinz stand ans und ging einige Male int Zim­mer auf nnd nieder. Wann setzt er sich neben Meta ans die Chaiselongue, ergriff ihre Hand und sagte weich:Nein, ich werde ihn nicht preisgeben. Aber ich werde nicht dulden, daß er Sie länger seine Gattin nennt. Er war Ihrer niemals würdig heute darf ich es ja ohne Scheu aus sprechen. Ich litt unsäglich bei deut Gedanken, Ihre Seele durch diese Neigung entwürdigt zu wissen."

Meta ließ das Haupt tief auf die Brust sinken und schwieg.

lind zu denken," fuhr er fort, ,/daß nur ein Zufall sie augefacht haben muß; denn sie kann nicht von Anbeginn an in Ihnen gelegen sein."

Nein!"

"Ich wußte es! Und nun, Meta, sind Sie zum zweiten Male frei denn ein Weib, dem man das antat, ist frei! Ich werde Montellis Schulden bezahlen und als Preis dafür von ihm Ihre Freiheit fordern. Uttd dann.. ",

Ec erschrak vor dem entsetzten Mick, mit dem sie plötz­lich von ihnr wegrückte, ihm ihre Hand mit einer heftigen Bewegung entreißend.

Hoheit," stammelte sie außer sich,sprechen Sie nicht weiter kein Wort mehr o, haben Sie dock) Erbarmen e-1 bin ich noch nicht elend genügt'

Reinsperg blickte sie schmerzlich erstaunt an.

Nein, »aber"

Wieder ergriff er ihre Hand.

Ich weiß, daß Sie mich «nicht lieben. Noch nicht! Daß Sie wund und müde sind vom Leben es hat Ihnen ja so wenig Sonnenschein gebracht. Aber ich werde werben um Sie und warten, bis Ihr Herz sich mir freiwillig zu­wendet. Der Gedanke, Sie durch treue, selbstlose Liebe vergessen zu machen, was Sie durch andere litten, wird das Glück meines Lebens sein. Ich bin kein fehlerloser Mensch und durchaus kein bedeutender... aber sehen Sre, Meta, ich habe mir doch einiges herausgerettet über alle Stürme des Lebens, das nicht ganz ohne Wert ist: die Wertschätzung reiner, hoher Ideale >md das, was man so gemeinhin anständige Gesinnung nennt. Ich meine, eine Frau selbst eine Frau Ihres Schlages würde Nicht unglücklich an meiner Seite werden. Vielleicht kann ich mich nicht so geschickt ausdrücken wie manch anderer Mairn, aber ich glaube doch, daß Sie den Wert eines Ihnen ganz und treu für alle Zeit ergebenen Herzens nicht verkennen werden und daß dann Ihr eigenes Herz wieder kern.en wird, zu sprechen." -

Meta schlug plötzlich die Hände vor das Gesicht uiiÜ brach in Tränen aus.

Sie weinen?" fragte der Prinz bestürzt.Warum weinen Sie, Meta?"

Weil weil ich nie wie treu und edel Ihre Liebs auch ist sie erwidern kann."

Reinsperg ivurde sehr blaß. '

Wann lieben Sie einen andern!"-.

Meta schwieg. ' ,

Wer ist es?"

Sie sah bittend zti ihm auf.

Nein ich will Sie nicht quälen," murmelte er Uttä stand auf. Wann trat er an oas Fenster und blickte lanW schweigend hinaus an den dunklen Sommerabend. Un­beweglich stand ün Westen eine schwarze Wand, in der es zuweilen bläulich aufflammte. Kein Stern am Himmel weit und breit. Nur eine dumpfe, bleierne Schwüle, die atemlos über der Ebene lag und alles Leben in sich ge­sogen §11 haben schien.

Und Reinsperg dachte und dachte. Jahre zurück au diesen und jenen, an alle, die je mit der geliebten Fran in Berührung gestanden hatten.

Und plötzlich lief ein Zittern durch seinen Leib. Dünkle Röte überflog sein Gesicht. Ein Fest fiel ihm ein, eilt schmähliches Fest, das er, von Niki Petermann gedrängt, veranstaltet hatte und zu dem er sie eingeladen hatte.

Sie war nicht gekommen. Und er sah einen ManU vor sich stehen, der eben den Abschied aus seinem Dienst erbeten hatte. Er hörte noch die Worte flammender Ent­rüstung aus dem Munde dieses Mannes:Und Hoheit haben wirklich geglaubt, daß eine Dame, welche ihre Selbst­achtung bewahren will, diese Einladung annehmen könnte?"

Damals hatte er selbst noch gedankenlos hingetriebeu int Strome der Welt. Damals war ihre laxe Moral noch die seine gewesen.

Seitdem war er ein anderer geworden. ...

Er wandte sich wieder um und trat zu Meta. Sie weinte noch still in sich hinein.

Wie rührend lieblich sie ihm erschien! Jetzt, wo Cti er sie verloren hatte für immer, mehr denn je!

Sanft beugte er sich hinab zu ihr.

Weinen Sie nicht. Meta! Ich weiß jetzt es ist Münster. Und er ist besser als ich . . . was ich wegen Moutellis Verpflichtungen sagte, soll trotzdem aufrecht er-. halten bleiben"

Meta stand hastig auf.

Nein bitte, Hoheit es gibt eine Großmut, welche demütigt, wenn . . . wenn man sie mit nichts vergelten kann. Ich selbst werde alles ordnen. Ich kann es. Mama Petermann wird meine Bitte nicht abschlagen. Ich will noch heute an sie schreiben."

Sie reichte ihm die Hand zum Abschied und er drückt« schweigend einen Kuß darauf.