364
«u stelle« Man i&t Salat $« allen Fleischfpeiseir, namentlich Xu aarnierten, gebratenen, 5. B. zu Koteletts', Schnitzeln, gebratenen Fischen, vorzüglich auch zu Backhuhn, von welch« Zn^ saunucnstelluug schon ein vor mehr als hundert Fahren er schienener Küchcnkalender zu sagen weiß:
„Streicht der Juniwind die Saat, Backhuhn ehrt mit Kopfsalat."
Das ist nun in Heutiger Zeit schwer, benii die Reihe der Delikatessen, und gar das Backhuhn, d«» man so ganz besonders gut in der österrerchrschcn und schle, sichen Wiche findet. 1 ,
Vier werden in mancherlei Gestalt mit Kopfialat gereicht, und es wird vielfach behauptet, daß, diese AnsaMmieMellung erne spezielle Art der Mark Brandenburg und der Berliner Küche ist. Man serviert weiche, Halbweiche, Harte SalzeiÄ oder auch Merklichen dazu. Da die GuEn gegen Ende deS Monats ost schon wohlfeil werden, erwachst dem Kopfsalat Hier und dort eine Konkurrenz durch den Gurkensalat, der mit treuen Kartoffeln fn beÄraSlutto nndSK- oder MefaUaj salls ein echtes Sonunergericht darstellt. Von Mrtte des Monats an imjchren sich Kirschen und Erdbeeren. Aüs den nordisches Ländern, von Schweden und Dänemark Her, kam dre «rtte nach Deutschlarrd (und zwar zunächst in die an ^r Wasierkante be- legenen Länder irnd Provinzen), Früchte mrt Milch znsammcw- Ärstellen. Erdbeeren, die gezückerr smd, werden mit gekühlter Milch oder mit Schlagsahne gemischt, und Wer flüssige Sahne und Milch zu Kirschen nicht liebt, findet vielleicht in mit Schlagsahne vermischten, gezuckerten Glaskirschen oder Salier strschen einen Vorzüglichen Nachtisch. Manchmal bereitet inan auch Krdbeer- Niilch, indenl man gewaschene, vollständig abgetropfte Erobeeren durch ein Sieb streicht und mit Zucker und langsam dazu gefüllter frischer, gut gekühlter Milch vermischt.
Tie Gärtnerkunst versorgt uns heute mit so vielen köstlichen Arten von Erdbeeren, daß mjan von den „besten" gar nicht mehr sprechen kann. Es gibt aber noch zahlreiche Menschen, denen das Aroma der kleinen echten Walderdbeere über alle andern geht. Nell in der Wiche dürste eine Erdbeercr'ewe mit saurer «ahne sein, die vielfach sehr gerühmt wird. Man wäscht »A Kilogramm schöne, reife Erdbeeren, läßt sie auf dem Sieb vollständig trocken werden, rührt sie durch ein Porzellaüsieb oder zerquetscht sie ttu Porzellannapf mit dem HMöffel zu Brei, mischt sie mtt 3 vis 31/2 Eßlöffel Zucker, einem knappen Liter dicker saurer Sahne und einem beliebigen Teil auserlesen schöner Erdbeeren, biege» waschen, Wgetro'pft und gezuckert werden, und stellt die cr-chnsicl für eine kleine Stunde in mit Salz gemischtes Eis. Tie Creme wird Mit gezuckerten Erdbeeren Md kleinen Makronen belegt. Zu toten MilchflamMecies ist auch Erdbeersauce sehr ivillwmmen, und zeitgemäß, um so niehr, als man int allgemeinen spater über weniger Erdbeersaft, mehr über Kirsch- und Himbeersaft verfugt jtnb diese z!u Saucen verwenden kann. Tie Erdbeeren werden nach dein Waschen und Abtropfen durch ein Sieb gestrichen, mit Zucker rind Rotwein etwas verkocht und mit ein wenig in Wem oder Wasser verquirltem Kartoffelmehl dicklich gekocht, dann schmeckt Man die (Stauee mit Zucker ab.
■ Eigentlich (um Johannis reifend) gehören die Johannisbeeren wirklich in die JUrnWchse, da sie aber die schöne Gewohn- Wt Haben, immerfort nachjzureifen, so werden sie meist erst nach der richtigen Erdbeerzeit, also ich Juli, recht gewertet, ebenso Wie die Stachelbseren, die erst Ende Juni reifen. Ein erfrischendes Junigericht ist Fliedermilchj, d. h. dazu wird nicht der Flieder, sondern der iveiße in Dolden blüHende Hollunder genoNlmen, also die Blüten des SiranckK, freit unsere Vorfahren für heilig und der Göttin Holda geweiht Hielten. Man läßt die voll den Stempeln gepflückten, ganz frischeir Blüten in siedender Milch ein paar Minuten kochen, gießt die Milch durch tin gut gespültes Seihtuch in die Terrine, Würzt «fit Zucker Und quirlt sie mit 2 bis 3 Eidottern ab. Auf die erkaltete Milch legt m'an von den Eiweißen mit Zucker geschlagenen Schaum als .Klößchen.
Vermischtes.
»Das Esse» mit P 0 ck e n i m p f n n g. Eine lniailgenehme Zugabe erhielten die Gäste, die der frühere amerikanische Botschafter in Berlin, Charlemagne Tower, zu einem.Diner in fein Haris in Philadelphia geladen'hatte. Als der frühere Gesandte mit Fran und Sohn rmd feinen 15 Gästen gemütlich bei der Tafel faß, ertönte plötzlich das Telephon und von dem öffentlichen Gesundheitsamt wurde ihm mitgeteilt, daß er sich mit feiner Familie, feinen Gästen und seinem ganzen Personal gegen. Pocken inrpfeir lassen müßte. Sein Hofmeister war närnlich plötzlich erkrankt, und es stellte sich heraus, daß er die Blattern hatte; Tower war entrüstet und hängte ab. Aber das nützte ihm nichts, denir bald erschien ein Arzt, um die Pockenimpfung vorzrinehmen. Dem früheren Gesandten war es unendlich peinlich, seinen Gästen ein solch unangenehmes Angebinde an sein Diner hinterlassen zu müssen, aber er mußte sich fügen. Und so fanden sich denn alle mit guter Miene
in das Unvermeidliche unb reichten lachend ihre Arme der Impf» nadet dar, Herrschaft, Gäste und Diener ohne Ausnahme.
* Vorn lustig en O nkel Sam. Sein Erfolg. „Nu, Jim, eifrig am Werk? Angeln?" „Nee, Würmer ertränken." — S elb sie r k e n n t n i s. Kellner: „Der Gast da möchte etwas Heißes Wasser, um seinen Kaffee zu verdünnen!" Wirt (für sich): „So'n Schmeichler." — Herzlich willk0mmen. Der kleine Junge staud am Torweg, als der Prediger ankant. „Sind Sie der Bruder Johannes?" fragte er den Gast. „Ja, kleiner Mann. Freust du dich, mich zu sehen?" „Aber freilich! Jetzt wird Mutter den Wichen anschneiden!" — Die Mermste. „Mr. und Mrs. WHiffer 'haben niemals miteinander Streit." „Wie ist das möglich?" „Ja Mr. Whiffer will nicht streiten." „Die arme Frau." — Entrüstung. „Es ist doch recht gewöhnlich, wenn eine Frau sich so kleidet, daß sie auf der Straße Aufmerksamkeit erregt." „Nicht wahr?" „Da sah ich Meß Kiwbby gestern in einem Weide über die Straße getot, daß jeder Herr, der ihr begegnete, sich umdrehte und ihr nachsah. „Schrecklich! Von welchem' Schneider mag sie so ein Meid Haben? , „Ich Habe sie auch Won danach gefragt, aber sie hat's nur mcht verraten." — Der bekannte Name. „Sie Haben sich da ja ein schönes neues Bild für ihren GmipfangÄsaal gekauft.
es von einem Maler mit bekanntem Namen? „Geiviß, es ist der Maler Smith." — Ursache und Wirkung. Lieschent „Ich habe heute gelesen, daß der Kaffee Gift fein soll, Und ich trinke doch stets so viel!" Gustav: „Na also, da haben pur ja gleich die Erklärung dafür, weshalb Du immer so giftig bist!" ________________
Vüchertisch.
b Erzählungen aus den Bergen. Für die Jugend aus seinen Werken ausgewählt von Ernst Zahn. In Pappband M. 1.—. (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt.) Diese Zahnfchen Erzählungen dürfen sich das bekannte Wort Theodor Storms zum Motto nehmen, daß die besten Jugendschriften die sind, die nicht für die Jugend geschrieben wurden. Sie wenden sich, ohne alle erzieherische und moralisierende Tendenz, an die besten Instinkte der heranreifenden jugendlichen Seelen: an die Freude am Tüch- tigen, Heldenhaften, wenn es sich auch nur im schlichten Heldentum des Alltags oder gar nur in einer richtigen, handfesten Bubenrauferei betätigt; sie leiten aber auch zu dem hin, wozu die naiu selbstsüchtige Jugend erst erzogen werden muß: ziim Mitgefühl für unverschuldetes Unglück, ziim Verständnis für stummes Leid und für gedankenlos mißhandelte Hilflosigkeit; zum Nachsmnen über das dunkle Walten des Schicksals, vor den, die menschlichen Maß- stäbe von Schuld und Unschuld, von Verdienst und Sühne versagen.
Abend.
(Große See bei Gedern).
Leise zog ein heimlich Kosen lieber Wald und Saum, Cb der stillen Wasserrosen Lag ein goldner Traum. Aus den weiten Wellen lauschte Sanft Selenes Blick.
Holder Frühlingszauber rauschte Ob dem Maienglück.
Und ein Lüftchen huschte leise lieber Halm und Mohn.
Raunte frohe Frühlingsweise Ob dem Tal davon.
Sachte in dem Blütenhauche
Glitt der Nachen hin
Und ich sah dein dunkles ühige Wonnetrunken gltth'n.
Stille lagen rings die Klippen Träumten tiefste Rnh
Und an nieinen trunknen Lippen
Schwelgend lägest bu.--. , .
Heinrich Jung.
Geographisches Verschiedrätsei.
Nanking — Kiao-Tschou - Heringsdorf — Nordsee — Spanie»- Ämerika — Havana — New York — Nymphenburg.
Vorstehende Nameil sollen derart untereinander geschoben iverden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten geicicn, jjen Namen eines beliebten Seebades ergibt.
Auflösung in nächster Nmnmer.
Auflösung des ArithmogripHs in voriger Nummer: Peru, Ente, Tarn, Eibfe, Wickel, Paul, Aufter, Enter, Eeua, Kalte, Llpsula, Mutter, Erle, Katar, SttHa;
Peter Paul Nnbens.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts-Buch- und Steiiidriickerei, R. Lauge, G.ep


