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geröstetem Maisgries, uiigariüert imb mit einer Farce gefällt oder auch m»rwereitet gegessen. Als speziell römisches Gericht gilt ihre Zubereitung a la gindea («ns jiidiscke,9ML und auf dein shnvNigen römischen Ghetto befindet sich seil länger denn hundert Jahren eine berühmte Trattoria, die von der Aristokratie und von den Fremden besucht wird, die dort Artischocken ver­zehren. Im Artischockenmonat, boj? ist im April, ist der Car- cioso oder Carciofolo auf dem Campo di fiori und anderen Gemüsemärkten für 1 bis 2 Saldi das Stück zu haben, imb es ist beinahe Tradition bei den Römern aller Stände, sich im April mit Verwandten und Freunden zu einer earciosolata zu .verabreden und mit ihnen zugleich eilte Art intimer Früh!ings- feste zu feiern. Eine solche carciofolata gehört zu dem Originell­sten, Amüsantesten und Volkstümlichsten, was der Fremde _ in Rom erleben kann. Die in Frankreich, England und in Dcutsch- land, namentlich in der Rheingegend, und in Oesterreich in Gärten kultivierten Artischocken sind jedoch weit größer, zarter und saftiger als die italienischen. Die grüne, glatte, französische Artischocke mißt beispielsweise 12 Zentimeter im Durchmesser, indes ist auch die rote, englische Kugelartischocke sehr geschätzt. Ink» Frankreich werden die gesäuberten Artischocken unzubereitet zum Wein genossen. Von der wildwachsenden Art, die viel kleinere und ungenießbare Blütenköpfe hat, werden nur die Blatt­rippen und die zarten Stengel gegessen. Hier wie in Spanien benutzt man die Blütenköpfe dieser Gemüseart, um das Gerimten bet- Milch zu beschleunigen, und bewahrt sie deshalb das ganze Jahr hindurch auf.

Hervorgegangen ist die Artischocke aus der Kardone oder Karde, die auch noch in der Küche Verwendung findet, nicht aber ihre Blütenköpfe, sondern die fleischigen Stengel und Blatt- rippen, die ähnlich wie Spargel zubereitet und manchinal sogar der Artischocke vorgezogen werden. Beim Einkauf der Arti­schocken sehe man darauf, daß man nur rnndblättrige und solche, die gut ausgebildet sind, kauft. Wenn man die Artischocken verwenden will, schneidet man den Stiel und die Spitzen der Schuppen ab und legt sie in mit Zitronensaft gesäuertes Wasser. Inzwischen bringt man in einem zweiten Gefäß Salzwasser mit dem Safte einer Zitrone zum Kochen; in dieses werden die zu- geftutzten Artischocken gelegt und weich gekocht. Rach dem Kochen hebt man von jeder Artischocke am besten mit einem silbernen Löffel die inneren Blätter und den Bart aus, ohne die äußeren Blätter zu verletzen. Nun werden die Artischocken ent­weder gefüllt, gespalten oder beliebig in eine pikante, namentlich eine holländische Sauce oder mit brauner Butter ebenso wie Spargel oder wie Blumenkohl gegeben, auch mit einer Einlage von feingewiegter Petersilie und Sardellen gereicht; wieder andere genießen die Artischocken kalt mit Essig und -Del. Kenner finden ledoch, ohne jade Zutat, nur abgekocht Und in Butter gedünstet, sei die Artischocke am besten, jedenfalls dürfe eine Sauce dazu nicht zu stark gewürzt sein, um ihre zarte Eigenart nicht zu verdecken, lieber Geschmack läßt sich bekanntlich nicht streiten, selbst dann nicht, wenn man sie, wie es in Frankreich wohl geschieht, ganz ungekocht, nur gesäubert, zum Wein verspeist.

Die wohlschmeckenden Artischockenböden lassen sich auch für den Winter konservieren. Man wähle dazu gut entwickelte, nicht, zu junge Artischocken. Die Köpfe müssen einen vollen, runden Blattwuchs zeigen, was auf fleischige Böden schließen läßt. Sie sind am besten frühmorgens zu schneiden, und zwar 10 Zenti­meter unterhalb des Kopfes. Da die Böden sehr rasch schwarz werden, nehme man immer nur 10 große oder 12 kleinere zur Hand, die zusammen in einem Glase Platz haben. Rach dem Verputzen kommen die Artischocken in ein Gesäß mit Wasser, in welchem sie gut abgespült werden. Danach legt man die­selben in einen Kessel mit siedendem Wasser, dem 20 Gramm Salz und Zitronensaft zugesetzt ist. Hierin kochen die Böden 25 Minuten oder länger, bis sie weich sind. Dann hebt man sie, heraus und putzt die Bart- und Staubfäden mit einem' Löffel oder Messer sorgfältig ab, worauf ' sie in Blechbüchsen gefüllt und mit der Brühe übergossen werden. Die Büchsen werden verlötet und' zirka 2 Stunden im Wasserbade gekocht. Die so hergerichteten Artischocken werden beim Gebrauch mit Butter, Satz, Pfeffer und Zitronensaft noch etwas gedünstet und mit holländischer Sauce serviert.

vermischtes.

* S c[; tu eizer Schokolade in französischer u n d englischer Aufmachung für Deutsche. Prost Dr. G. Frerichs in Bonn schreibt uns: Wenn eine Schokoladenfabrik in der französischen Schtoeiz liegt und ihre Besitzer Franzosen ober französische ^Schweizer sind, dann ist nicht viel dagegen zu faaen, wenn die Firma ihre Erzeugnisse in andern Landern in Um- hsillungen mit französischem Aufdruck nbzusetzen sucht. Tie Her­steller mögen denken:Wer imiere Schokolade, so wie wir sie in dcn Verkehr bringen, nicht kaufen will, der läßt eS bleiben."' (Ich 1 nie es bleiben.) Aergernis erregt es aber, wenn Lindt und Svrüngli in Bern und Zürich ihre Schokolade bei uns in Ihn- iniliungen in den Verkehr bringen, auf denen außer den Namen der L>>Naber der Firma und den beiden sehr klein gedruckten Worten

Zürich" undSchweiz" kein deutsches Wort zu finden ist, di« aber in auffälliger Schrift dje Bezeichnung Milk Chocolate tragen und im übrigen nur französischen Aufdruck. Vielleicht ist diese in der Hauptsache französische Aufmachung von der Firma Rod. Lindt Als der Als wegen gewählt worden, und der englische Ausdruck Milk Chocglate,, tueil er doch gar anders klingt als das armselige deutscheMilchschokolade", das sich neben deut Choeolat au leit ausnehmen würde ivie der Bauer auf deut Hösbach Aber das ist noch gar nichts gegen das Verhalten der Firma F. L. Cailler in iöroc. Diese Firma bringt eS wahrhaftig fertig, uns zuztmmlen, ihre Schokolade in Deutschland in rein englischer (!) Aufmachung zu kaufen: Caillers Genniue Swiss Milk Chocolate is warranted to consist solely ok the best unskimmed an sterilized Swiss Milk, Coco and Sugar usw. Tie Firma ist natürlichestablished 1819" und natürlich inSwitzerland. Auf einer anderen Packung derselben Firma findet sich neben der englischen und französischen Lebens- beschreibung der Genuine Swiss Milk Chocolate allerdings auch eine deutsche, und die Bezeichnung Milchfchokolade ist wenigstens auf der Kaule der Umhüllung angebracht, aber der Hauptaufdruck ist Englisch. Eine andere Packung dieser Firma zeigt in der Haupt­sache französischen Aufdruck, auf der Kante und der Rückseite aller­dings auch deutsche Bemerkungen. Nur eine Sorte dieser Firma ist mir in deutscher Aufmachung begegnet, dieBittere Qualität". Was macht mau nun dagegen'? Es gibt ein sehr einfaches Mittel, und das heißt:Deutsche, kaust in Deutschland keine Schweizer Schokolade in französischer oder gar englischer Aufmachung". Und wenn ihr dann noch euren Kindern sagt, es sei beschämend, solche Schokolade zu essen, dann wird der ärgerniserregende Unfug bald aufhören. Am besten aber ist es, man versucht einmal, ob den Kindern gute deutsche Schokolade nicht genau io gut schmeckt, wie die Genuine Swiss Milk Chocolate, oder Choeolat Suiste Extrafin. Meinen Kindern schmeckt die deutsche Schokolade besser, nachdem ich ihnen dies alles erzählt habe, und die Erzeugnisse unserer deutschen Schokadefabriken sind wirklich nicht zu verachten. Ich kaufe von jetzt ab nur noch deutsche Schokolade. Zum Schluß noch eine bescheidene Anfrage an die Firma Cailjer: Haben Sie schon einmal versucht, Ihre Schokolade in deutscher Aufmachung in Frankreich ober in England zu verkaufen?

kf. W i e Sarah Bernhardt den Zollbeamten ein Schnippchen schlug. Von einem drolligen Reiseabenteuer Sarah Bernhardts weiß die Pariser Theater-ZeitschristComödia" zu erzählen: Vor einiger Zeit fuhr Sarah Bernhardt gerade um Mitternacht über die belgische Grenze. Die Zollbeamten machten pflichtgemäß die Runde durch alle Wagen des Eisenbahnzuges; natürlich wurde die Künstlerin aufgeweckt, und als die Zollbeamten sie baten, auszusteigen, erteilte sie ihnen eine ziemlich ungnädige Antwort, weit sie aus dem besten Schlafe gerissen worden war. Die Zollbeamten,. die an dergleichen gewöhnt waren und Sarah Bernhardt nicht kannten, verloren keine weiteren Worte, sondern kuppelten den Sonderwagen der Schauspielerin einfach ab, warfen die Koffer auf die Plattform und begannen mit der Durchsuchung des Gepäckes. Ihre Tätigkeit dauerte sehr, sehr lange, denn Sarah Bernhardt führte eine ganz erkleckliche Anzahl von Koffern mit sich aus Reisen. Sie waren noch lange nicht fertig, als ein Pfiff der Lokomotive ertönte.Ter Zug fährt doch nicht ohne mich ab? fragte Sarah Bernhardt,bitte, kuppeln Sie meinen Wagen sogleich wieder an!"Sobald wir fertig sind," ermiberten die Zoll­beamten, worauf sie weiter die Koffer durchsuchten. Sie hatten aber die Rechnung ohne den Wirt gemacht: Sarah Bernhardt er­griff eine Decke, legte sie unmittelbar vor der Lokomotive auf die Schienen, setzte sich dort nieder und sagte: ,So! Jetzt fahren Sie ab, wenn's gefällig ist!"

D e r H a r t s ch ä d e l.Erschrecken Sie nicht, Frau Krause! Ihrem Manne ist die Tampfrainme auf'n Kopf gefallen." Ach, du lieber Gott jetzt, wo wir das Geld so nötig brauchen! Was kostet denn so'ü Ding?"

___Magisches öahknquadrat.

In die Felder nebenstehenden Quadrats ; sollen die Ziffern

3 11 15 22

r viermal derart eingetragen werden, daß die Summe der Zahlen in jeder der senkrechten, wagerechten und Diagonalreihen stets 51 \____ beträgt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Krenzrätsels in voriger Nummer: A A 8 n n c d t h

Andromeda Antoni n u s Schmirgel eng d u e a s 1

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R.- Lange, Gieß«»