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Meine Mutter," Lestätigte der Staatsanwalt.Be greifen Sie nun, daß von einem Ausgleich picht mehr di Rede sein kann? Ich- Litte Sie, seien Sie wem Zeuge

KeWche Truppen unter Napoleons Fahnen im Jahre M3.

Von Dr. H, Vergor- Gießen.

VI. Der Kampf vor den Toren von Leipzig und die Gefangennahme der Hessen. (19, Oktober 1813.) Die Nacht vom 18. aus 19, Oktober brachte die hessische Brigade auf dem Schlachtfelde hei Sttztteritz zu. In der Frühe des 1^ fetjU sie sich mit der DWsion Marchand in Marsch nach den Toren

Werden morgen früh nach Giesdorf fahren und von meinem Gegner Genugtuung für mich verlangen."

Der Maler zögerte:Das ist ja eine verteufelte ®er schichte! Der Herr von Tollen, der Sekundant des Frei-- herrn, läßt Ihnen sagen, daß er morgen früh 8 Uhr zu gleichem Zwecke hier bei Ihnen erscheinen werd."

Also eine Doppelforderung? Ha, ha, ha, sehr gut! Nun, ich, bin der zuerst Beleidigte; erst habe ich Satisfak- Hoit zu verlangen, ehe ich daran denke, sie einem anderen! zu geben." ,

Lieber Herr Staatsanwalt," hob Volker nach einer Weile an, während der er sinnend und mit laugen Schrrtten das Zimmer durchmessen hatte,vielleicht gebt es doch auch hier einen Ausweg. Als Herr von Braui seinen VomaU mit jener Dame hatte, waren Sie tatsächlich noch gar nicht auf der Welt. Frau Viktorine war also damals nicht Wrs Mutter, sie ist es erst später geworden."

Eine vortreffliche Logik!" unterbrach ihn ungeduldig der andere.Was soll damit bewiesen werden?"

Daß Sie gar keine Verpflichtung haben, sich um Dinge zu kümmern, die vor Ihrer Geburt passiert Wo."

Herr Professor!" fuhr der Staatsanwalt heftig aus. Sie reden doch nicht irrt Ernste? Ob jene unglückliche Frau damals schon meine Mutter war oder nicht, kommt hiep gar nicht in Betracht; für mich handelt es sich um die! Züchtigung eines gewissenlosen Wüstlings, der eine Frau, die später meine Mutter wurde, dauernd elend gemacht hat.

Eines gewissenlosen Wüstlings? Sie erheben da Be­schuldigungen, für die Sie vorerst gar keine Beweise zu erbringen vermögen." r , «.

Ist das eigene Geständnis des Verbrechers Nicht Be­weis genug?" _. o .

Des Verbrechers! Ich bitte Sie, lassen Sie uns ohne! Uebertreibung sprechen. Herr von Brank ist. Sie wißen das so gut wie ich, durchaus kein Wüstling; er ist keiner jener lasterhaften Hohlköpfe, welche durch ihr Adelsdiplom

, ein Vorrecht zu besitzen glauben, daß sie sich über Pie Moral der bürgerlichen Welt dreist hinwegsetzen dürfen. Was er uns von seinen Beziehungen zu jener Frau erzählt hat, gibt Ihnen noch keinen Grund, ihn der Gervissenlosig- keit oder gar eines Verbrechens zu zechen, ^ch habe nur soviel herausgehört, daß er Frau Viktorine leidenschasH lich geliebt hat und daß er von ihr eoenso leidenschaftlich wiedergeliebt worden ist; bis wohin diese Leidenschaft ge­führt hat, das wissen wir beide nicht, das hat der Frei­herr auch mit keiner Silbe angedeutet; er ist doch wohl zu gut erzogen und viel zu geschmackvoll, als daß er sich nach Art eines liederlichen Gesellen mit unerlaubten Triumphen brüsten könnte." ...

Und da soll ich ihn wohl noch um Entfchuldigung bitten und mich bei ihm bedanken, daß er die Gnade gehabt hat, seine hochadlige Gunst -einer Frau zuzuwendeu, dw | einige Jahre später meine Mutter wurde? Liebster Pro­fessor, Sie meinen es gewiß gut, aber sparen Sie sedes wettere Wort und überbringen Sie morgen früh meine Forderung nach Giesdorf."

Der Freiherr wohnt imKaiserhof" bis zur Erledv- I gütig der Sache." .

Um so besser, dann mache ich Ihnen geringere Muhe Jeder Versuch Völkers, den Freund umzustimmen, blieb | erfolglos; er rang ihm nur noch die Erlaubnis ab-, dem' Freiherrn gegenüber das Verhältnis des Staatsanwalts zu Viktorine wenigstens and-euten zu dürfen, nachdem er den Freiherrn durch Abnahme des Ehrenwortes zu streng­stem Stillschweigen gegen jeden anderen, selbst gegen seinen Zeugen, Herrn von Tollen, verpflichtet haben wurde Mit dem Versprechen, den solcherweise, bestimmten Auftrag I morgen früh auszuführen, zog er sich endlich zuruck und begab sich, da es schon nachtschlafende Zeit war, in seins Wohnung int Künstlerhause in der Fasanenstraße.

(Fortsetzung folgt.)

schüchtern, Herr von Brank? Ich muß Ihr damaliges Wer- , halten gegen jene Frau als nicht ehrenhaft bezeichnen!

H?rr StLsanwalt!" stieß der Ueberrafchte in auf- flammendem Zorne hervor. Er war emporgeschnellt und stand nun ebenfalls kerzengerade vor seinem GegnewAus Ihnen scheint der Wein zu sprechen. Sie werden von mir 5Öl'e"£e von mir auch!" gab Dell wutschnaubend zurück. Dann wandte er sich jäh der Tür zu und verließ mit heftig I

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in Ordnung, sobald er nur ausgenüchtert sein wird.

Herr von Brank dankte dem Rittmeister.

Gut Tollen; besorgen Sie, was notig ist. Wenn er | nicht Vernunft annimmt, dann verlangen Sie Genugtuung, blutige Genugtuung; ich überlasse Ihnen die Feststellung alles weiteren." lind sich mit der Hand über die Stirn fahrend fügte.er, noch immer verständnislos, hinzu: ,,W) begreife den Mann nicht; ist er denn so ein Tugendspiegel, van ihn mein unschuldiger Roman so aus dem Häuschen I bringen konnte? Oder wollte er Händel mit tmr anfangen? Warum aber? Was habe ich ihm getan?"

Herr von Brank," nahm der Maler d-ao Wort,ich bin I der Ansicht des Herrn Rittmeisters. Der gute Staatsanwalt muß schwer betrunken sein, sonst ist fern Benehmen absolut Ö; zu erklären." Und sich an Tollen wendend:Er- I en Sie, daß ich ihm Nacheile und Sorge trage, das;-er glücklich nach Hause kommt. Ich hoffe und wünsche, daß sich alles zu gegenseitiger Befriedigung wird ordnen lassen. 1Tun Sie das, Professor, Professor," ver etzte Tollen. Selbstverständlich bleibt das Vorgefallene streng unter uns Teilen Sie dem Herrn Staatsanwalt mit, daß ich morgen früh 8 Uhr pünktlich bei ihm sein werde."

Als der Maler gegangen war, sagte Gotenberg zu den beiden anderen, die mit ihm noch im Zimmer weilten: Dieser Rechtsverdreher hat uns wahrhaftig das ganze Programm verdorben! Wenn er nicht Raisou annimmt, dann stehe ich als Unparteiischer zu Diensten." |

Angenommen, mein lieber Gotenberg," erwiderte Herr j von Brank, der sich nun auch zum Aufbruch rüstete.

Sie fahren nach Giesdorf zurück?" fragte Tollen den Landedelmann. t , ...,

Dieser überlegte einen Augenblick, daun sagte er, sich kurz entscheidend:Ich bleibe hier; derKaiserHof" wird ja wohl noch ein Bett für mich übrig haben. Bis zum Aim- Srag der Sache meide ich mein Haus es ist besser ; meiner , fr du werde ich telegraphieren, daß mich Geschäfte hier I ürückhätten."

Der Maler Völker hatte den Staatsanwalt schon m her Leipziger Straße eingeholt. Beide stiegen in eine iDroschke und fuhren nach der Genthinerstraße.

Was haben Sie da für eine Geschichte angerichtet! brach Völker vorwurfsvoll los, als er mit Teil in dessen Arbeitszimmer eingetreten war.Wie soll sich denn das wieder ins Geleise bringen lassen?"

Hier gibt es keinen Ausgleich mehr," versetzte scharf der andere, indem er mit der leicht bebenden Hand pjie Lampe anzündete und dann dem Maler schweigend em Blechkistchen mit Zigaretten hinschob.

Aber ich bitte Sie, warum denn so blutdürstig? Herr von Brank ist Ihnen doch mit keiner Silbe zu nahe getreten; ich verstehe Sie heute überhaupt nicht."

Sie werden mich bald vollkommen verstehen. Wollen Sie mir Ihr Ehrenwort geben, daß das, was ich Ihnen mitteilen werde, für ewige Zeiten unter uns bleiben soll? Daß Sie es keiner Menschenseele jemals weiter sagen werden?"

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Nein, nein!" hob Tell wieder an,das genügt mir nicht. Ich verlange ein feierliches Versprechen."

Nun gut. Ich gelobe Ihnen, Herr Staatsanwalt, ewiges Stillschweigien, bei meiner Ehre."

So hören Sie: Jene Viktorine, die spätere Mrs. Dell, mit deren Gunst sich der adelige Wüstling brüstete, war meine Mutter."

Völker prallte zurück.Ihre Mutter?"