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Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Ra 6, Patz.
Aus Richard Wagners letzten Tagen. I \ Zum 30. Todestage, 13. Februar. '
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MMWMMW UZ-MMMM vmEeln und als er einmal etwas aus dem „Lohengun horte, eilt7 er rasch, sich die Ohren zuhaltend, in einen Laden. Bum Fasching im Februar mischte er sich tmtten uMer das Oe Maskenaewühl „Man sah ihm an, daß er sich wohl suhlteGunter dieser iübelnden Schar, gleichsam mitteilnahm an dem ^ascheuü^ schwang der Unmaskierte unter dieser vermummten kindischen N.tenge'. plötzliche, das Ende bringende Anfall eigentlich aan; überraschend^^ Noch am Vorabend des verhängnisvollen 13. "Februar war er im Familienkreise müch ruhig, frmrch^h, und wollte sich gar nicht von den Seinen trennen „Kirchers bleibt dock Nock," sagte er immer wieder. Gegen 11 Uhr svielte er den Schluß des „Rheingold", die Klage der Rheintochter mit ibren Falsch und feig ist, was dort oben sich freut . »Wie gut, s?ra.k> 4,s.Äfc* trmtfirh und treu nur in der Tiefe ist . An diesem leisten eroeuo seines Lebens legte er sich spät zur ^he, war aber am 13. Februar kckmi früh mir ..Deut muß ich Mich in Acht nehmen, sagte er ahnungsvoll zu seinem Timer Georg, ^aH bem Frühstück gmg tx auf sein Zimmer, um an seiner Abhandlung „lieber das Wew liehe im Menschlichen" zu arbeiten. Als der intime Freund des H^ses Joukofsky, dessen Aufzeichnungen eine genaue ^ch'cherung des Sterbetages enthalten, gegen 2 Uhr zum Diittageisen !am, fand er alles wie gewöhnlich.. Man wartete noch ^f Wagner, der schließlich sagen ließ, er suhle sich nicht ganz wohl. Frau Wagner eilte hinauf und kam mit der Nachricht Aruck: „Mem Mann bat feinen KraMpf, und zwar ent wenig stark. AVer es war besser, als ich ihn allein ließ." Der Meister war unterdeisen ruhig im Zimmer auf und ab gegangen, um seiner Gewochlheit tzemüß die Sätze auszudenken, die er dann uiÄmschrieb. Dabei hatte ihn der Anfall überwältigt, bei dem er stets allem geles en Zn werden wünschte. Eine treue Dienerm horte ledoch sein sich steigerndes heftiges Aufstoßm uiid Stöhnen; sie fand ihn an Lincm Schreibtisch sitzend, wo er den Ausgang, wie so oft, ruhry abwarten wollte. Plötzlich zog er heftig ^ Klingel und vor Schmerzen kaum zum Sprechen fähig: „Meine Frau und der «Doktori" Ter Krampf wurde immer starker und konnte auch durch das Einnehmm eines, scharfm Medikamentes nicht unterdrückt werden. Ermattet ließ er sich ttt seinem Ankleideraum auf ein kleines'Bänkchen nieder.. Währenddessen muß wohl In seinem Derzen ein Blutgefäß gesprungen fern, wodurch der Tod herber veführt wurde. Sein Diener befreite ihn von emigm letzten Kleidungsstücken: dabei fiel die schöne, ihm von seiner Gattin a-^ schenkte Taschenuhr auf dm Teppich. „Meine Uhr! riet er, es waren seine letzten Worte. Die Augen schlossen sich zum tiefen ewigen Schlummer. Der Diener wollte noch wahrgenommen haben, daß er zweimal mit den Schultern aufgezuckt habe. Ms Mt.
Keppler eintrat, war der Meister tot.
Rasch flog die Trauernachricht durch die Lande. König Ludwig von Bayern schickte einen Abgeordneten, der die Lerche auf deutschen Bodm geleiten sollte. Am 16. Februar, einem strah.endlichten, sonnenerfHllten Tage, trugen acht der Getreum den Sarg c te Treppe des Palastes hinab in die schwarze Gondel. Fernher erklang Glockengeläut, und so glitt der schweigende Zug hm durch den Kanal, wo in .Hunderten von Gondeln die Venezianer oas Trauergeleit gaben, bis zum Bahnhof, wo die Abordnung der Stadt Venedig dem Toten die letzte Ehre erwies. Die weitere Fahrt gestaltete sich zu einer Trauerfeier des ganzen Landes. ^Auf alten Bahnhöfen hatten sich Verehrer eingefunden, UM ihm dm. letzten Gruß darzubringen. Die feierliche Beisetziurg erfolgte am Sonntag den 18. Februar in Bayreuth. Der unter Kränzen verschwindende Sarg ward nach der Villa Wahnfried geführt, und von dort trugen ihn Niemann, Hans Richter, Porges, Anton Seidl
j -i vüchertisch.
___Hessische Chronik", Monatsschrift für Familien- und Ortsgeschichte, begründet und herausgegebm von Dr. Hermann Bräuning-Oktavio und 0. Dr. Wilhelm Diehl im Verlag dm L. C. Wittich'schm tzofbuchdruckerei Darmstadt. 2. Jahrgang 1913, Heft 1- Inhalt: Oberlehrer und Stadtarchwar Ferdinand Dreher, Deutsche Kaiser und Könige in Friedberg t. d. Wetterau. Paul Th. Falck: Der Dichter Heinrich v, Ende. Em Gedenk blatt. — Dr. Hermann Bräuning-Oktavio: Neue Bilder der Großen Landgräfin. Mit drei Mbildungen. — Stadtpfarrer 0. Dr. Wilhelm Diehl: Die Selbstbiographie von Christian Rudolph Reinhard Pfnor (1748—1831). — Aus .Nebel s Jocoso- Seria. Beiträge zur Geschichte und Charakteristik, Gießener Pro- essoren. Mit einer Wbildung — M. Ploch: Gießen vor shuiidert Jahren. — Archivar Dr. C. Kiietsch: Noch, „einiges über bte Nellenburg — Pfarrer Hermann Knott: Beitrage zur Hesstick>en „Wappenkunde". Mit drei Abbildungen. — Klemme Mitteilungen. «schweizer im Odenwald. — Carl Magnus von Frankenberg urck Proschlitz. — Tilmrann Schnabels Nachkommen.
derungm aus Reinheim uiid Ueberau nach Preußen und Ruß. land. — Bücherschau. — Aus Zeitschriften. Umfragen. Austausch, — Auskünfte. Familientage. — Nachrichten.
beffe* ^OTiTfi 0- Peter: „Vergrößert dein Augenglas, Groß^ mama?" - Großmama: „Gewiß, mein Kmd. " Peter. „Dann sei doch so lieb und nimm's ab, wenn du mir Kuchm abschneidest.
und einige andere Jünger nach der Gruft, die an derjW?tinÄ gegenüber dem Arbeitszimmer Wagners, gegraben war, Em« einfache Marmorplatte deckt die Grabstätte.
vermachter.
' Korso. Nachdem so viel iranzöseli und geengländert worden ist, ivar es natürlich allerhöchste Zeit, nun auch einmal zu Italienern. Zu Berlin hat man beichlossen, sechs Straßen aui dem Tempel wstr Felde .Korso" zu nennen und zwar „m Lerbmdung mit deutschen Fürstengescklechterii". Hei, wie stolz das klingt: Hohenzoilernkorso, Wittelsbacherkorso usw.! Wirklich höchst ersteulich unb nnntudfll Was würde man lagen, wenn nun der Bürgermeister Roms des bimdesgenössischen Taktes wegen flugs eine Via tn eine stresse Ferrari und eine Piazza in einen Platz Savoja umtau te r Italienisches corso heißt Lau!, dann Rennbahn und bezeichnet schließlich eine breite Straße, die eine festliche Wageimnssahrt ge stattet. Solche Auffahrt selbst neunen wir Toren ,a schon langst Korso, und nun erhalt die Reichshauptstadt auch Ltraßeu nut diesem Namen, liniere deutsche Sprache ist einmal wieder zu arm,. oa muß denn zu irgend einer iremben gegriffen weroenl Außeroem nibt es aus obbemelbctem Tempel Haler Felde nächstens auch eine Achenbachpromenade — ach! Waren ivir dies Fremdivort nickt eigentlich schon glücklich los? ober lebte es nicht höchstens noch. in den Promenadenkonzerten, die man dock so gut Wandelkonzerte nennen könnte? Und nun kommt die Berliner L-tadibeyoide und nagelt es uns Mr - wenn nickt ewige, so doch Jur lange jenen sest in der Achenbachpromenade. Wäre nicht „Achenbachanlage
wollte
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gott
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Uömgszug
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bricht
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dich
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dich
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dem
gottes
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Auflösung in nächster Nummer.
denk' ! grab
Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brüll',chen Universitäts-Buch-mb Steindruckerei. R. Lange, Gieße».


