WZ - Nr. Z
Montag, den |5. Januar
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^on Frühling ?u Frühling.
Roman von Erich Eb en st ein.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
,'!®lete' begann der alte Petermann unsicher, „Pro- Burger hat uns heute eine freubige Nachricht mit» L wohl nicht erst zu sagen, daß diese p^ryaltms zu uns ändert. ■ Ich weiß, du orst nicht glücklich. Du wolltest fort von uns und ich gebe gern zu, daß Niki dir Grund zur Unzufriedenheit ivahr, du hast nun Pflichten, snrd als die welche der Mensch gegen sich selbst hat. Meta, du siehst dies ein, nicht wahr?"
„Ja Papa!" ’
bu dies eiusichst, weißt du auch, daß Lu Um deines Kindes Nullen Opfer bringen mußt!"
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„^av Schicksal stellt die Willenskraft des Menschen uU! r,aEte Proben. Du wirst vielleicht deine ganze Kraft brauchen, um das, was ich dir initteiten muß, um des Kindes willen ruhig zu ertragen."
«sh,JK? leiteten sich angstvoll und suchten die
Dunkelheit zu durchdringen. Ein Zittern durchlief ihren Leib; ihr war, als drücke eine Hand ihr die Kehle zusammen, daß sie kaum atmen ionnte.
PruJ0*“ ' i /,Jto-nnteIt,S^ ** 'tilter schrecklichen Ahnung ^faßt - > - „was ist geschehen? Ist Mama..."
., Er legte den Arm wie schützend um sie und drückte ihren Kopf an ferne Brust. Er wußte, das, was er ihr zu sagen hatte, würde sie mitten ins Herz treffen.
„Meta, deine Mutter ist soeben einem unerwartet eingetretenen Schwacheanfall erlegen und dein Vater —"
Mit einem Schrei fuhr Meta in die Höhe.
. -„Mein Vater? So rede doch — noch mehr? Was ist Uiit meinem Vater?"
„Er hat sich aii der Leiche deiner Mutter erschossen " Ein dumpfer, ächzeiider Saut — Meta lag schwer in deil Armen ihres Schwiegervaters. Behutsam bettete er sie auf die Chaiselongue, machte Licht und klingelte.
Niki war der erste, welcher eintrat. Er hatte draußen schon auf seines Vaters Ruf gewartet. Jetzt warf er einen scheuen, heißen Blick auf Metas regiingsgose Gestalt.
Wie schön sie war! Nichts war in ihm als der Drang, dieses weiße, stolze, schöne Gesicht mit glühenden Küssen zu bedecken. Aber er wagte es nicht.
Seiii Vater stand daneben und sagte, ihn mit einem eindringlichen Blick ansehend: „Sie ist ohnmächtig, und das ist für den Moment wohl das beste. Wenn sie erwacht, behandle sie zart und rücksichtsvoll, sie hat viel Schweres durchzumachen... vergiß nicht, daß man mit seiner Frau
in anderem Tone verkehrt als mit irgend einer Theater»! Prinzessin!"
„Papa!"
Aber der Alte ließ sich nicht irre machen.
„Ich würde es nicht sagen, wenn du mir nicht Veran- lß|sung dazu gegeben hättest. Ich habe deiner Mutter keine stürmische Leidenschaft eutgegeugebracht — unsere Heirat bur Geschäftsvertrag, aber ich hatte stets Achtung und Mitgefühl für sie, und ich kann sagen, daß wir beide nie bereut haben. In den fünfnuddreißig Jahren unserer Ehe hat es nie eine Szene, nie einen Streit zwischen uns gegeben, heute sind wir einander unentbehrlich. Die Ehe ist ein mühsames Werk, an beut beide Teile unablässig arbeiten müssen, bas verliere nie aus ben Augen!"
Niki warf spöttisch bie Augen auf und schwieg. Die „Moralpauke" seines „Alten" in diesem Augenblick kam ihm unsäglich abgeschmackt vor. Der würbe wohl auch nicht zeitlebens ein Heiliger gewesen sein...
Die Zofe Metas trat ein.
„Telephonieren Sie sofort um Professor Burger!" befahl Koitrab Petermann. „Dann gehen Sie hinüber zu meiner Frau —, ich lasse sie herüberbitten."
Als Meta die Augen aiifschlug, lag sie in ihrem Bett. Frau Bettina saß neben ihr unb hielt ihre Hand fest in der ihren. Am Fußende des Bettes stand Professor Burger und lieben ihm Niki.
Nikis Gesicht war blasser als sonst und seine Augen hingen unverwandt an Meta, deren Blick verwirrt von einem zum andern glitt.
Dann fuhr sie plötzlich entsetzt in die Höhe.
„Papa ... Papa... o laß mich zu ihm!" rief sie jammervoll. Da beugte sich Frau Bettina beruhigend über sie.
„Mein liebes, armes Kind," sagte sie leise und mit einer ihrer sonstigen Gemessenheit ganz fremden Weichheit, „für heute ist es zu spät. Um des Wesens willen, das Gott dir als Ersatz für das Verlorene gab, mußt du trachten, ruhig zu, sein. Morgen wollen wir beide hinausgehen ... bis dahin vergiß nicht, daß du bei denen bist, die dich innig lieb haben. Nun erst recht und ganz ist deine Heimat in Herminenruhe."
Sie stand auf und Winkte Niki, der ihren Platz ein» nahm. Dann verließ sie mit dem Professor das Zimmer.
Meta lag regungslos mit weit geöffneten Singen in den Kissen. Immer noch hörte sie den feierlichen Ton ihrer Schwiegermutter, mit welchem sie sagte: Nun erst ganz ist deine Heimat in Herminenruhe.
Verlegen streichelte Niki Metas Hand. Seine schmalen Lippen beugten sich darauf nieder.
„Meta — Liebste," murmelte er, „sieh nicht so starr an mir vorüber. Bin ich nicht dein Mann? Vergiß, was uns trennte, und... vergib! Wir wollen ein neues Leben beginnen."
Es wurde ihm schwer, so zu sprechen, ihm, dem Gefühl


