Tie Kvoninsignien bestehen aus der Krone, betrt Reichsapfel/ Zepter, Schwert rind Siegel des Königs und der Krone der Königin. Bei allen ist außerordentliche Kostbarkeit angestrebt —- pures Gold und eine Fülle auserlesener Juwelen verleihen ihnen höchsten Glanz. Die Krone des Königs, nach dem Katalog der bayerischen Schatzkammer, 24 Zentimeter hoch, unten 20 und in der Mitte 28 Zentimeter weit, besitzt ein mit Brillanten, Smaragden, Saphiren und Rubinen besetztes und von orientalischen Perlen besäumtes Goldband mit einem völlig aus Diamanten gebildeten' Reif, dem acht mit Rubinen und Smaragden geschmückte goldene Hauptbügel entwachsen, die an ihrer Wurzel goldene Blätter, je mit einem großen Smaragd im Kranze funkelnder Brillanten tragen und oben vereint den durchbrochen gearbeiteten und nut Brillanten und Rubinen gezierten Reichsapfel stützen. Bei feierlicher Benutzung der Krone wird oben an Stelle eines blauen Glasflusses der blaue Diamant eingesetzt — ein durch Klarheit und Reinheit der Farbe ausgezeichneter Stein von 39,0 Karat Gewicht, der sich vor Mitte des 48. Jahrhunderts int Besitz dep Kaiserin Amalie, Gemahlin Kaiser Karls VII. von Bayern, befand. An der Krone der Königin, die etwas kleiner als dw des Königs ist, wurde die ursprüngliche Fassung von 1807 aus Befehl König Ludwigs II. durch den Hofjuwelier Merk in München umgeändert. Das geschah int Sommer 1867 und läßt darauf schlteßeti, daß sich damals der zweiutidzlvanzigjährige Monarch ernstlich nut Bermählungsabsichten trug. Auch diese Krone ist am Goldblatt, am Reif, an den acht Bügeln und am Reichsapfel reich mit Brillanten, Rubinen, Smaragden und Perlen in fein erdachter koloristischer Zusammenstellung besetzt. Acht Perlen in Birneit- form, die zwischen den Bügeln stehen, sind von besonderer Große und Schönheit^ ßo(benej. RxichsaM, 20 'Zentimeter hoch und 13 Zentimeter breit, besetzt mit Perlen, Brillanten, Smaragde», Saphiren und gekrönt von einem mit Brillanten und drei großen Rubinen geschmückten Kreuz trägt die Majuskel-^nschrlft „m Signum Concordiae Patris Ac Patriae. Anno Dom. MDCCCVI (Zum Zeichen der Eintracht zwischen Baler und Baier land). Das 89 Zentimeter lange Goldzepter, ebenfalls mit Brillanten, «ma- ragden, Saphiren, Rubinen und Perlen besetzt und oben eine kleine, mit Juwelen gezierte Krone tragend, weist die MalEl Inschrift auf: Cui Non Civium Servitus Tradita, Sed lutela (Ihm ist nicht die Unterdrückung, sondern der Schutz der Burger übertragen). Nicht minder kostbar ist das 96 Zentimeter lange Schwertz An seinem goldenen Griff suttkeln Juivelen, insbesondere vorn ein großer Smaragd, dem hinten das bayerische Wappen entspricht. Auf seiner Klinge sind innerhalb einer Goldfasfnug der bayerische Löwe und das bayerische Wappen, fowwie der -oahl- svruch: „Nec Temere, Nec Timtde“ (Weder verwegen, noch furchtsam) eingeätzt. Die Scheide besteht ans goldverziertem ^ani- met mit goldenem Schuh und Edelsteinschmuck. SämtlicheEilschriften siiid vom König Maximilian Joseph I. nach verschiedenen Vorschlägen der historischen Kla^e der Komgl Bayerischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Das Siegel imrd bewahrt m einem achteckigen Kästchen aus vergoldetem Silber, auf besten Deckel zwei Genien einen Lorbeerkranz über dem bayerischen Wappen halten. Ebenso ruht das Schwert in einem mit goldbesticktem rotem Sammet überzogenen, Behälter, dessen beide Schließhaken gleich der mit einem Mednsenhaupte ornamenttertzn Schließe von Gold sind.
Im Verein mit den zahlreichen anderen, bis ins frühe Mittelalter zurückreichenden Kostbarkeiten des bayerischen Königshauses — erinnert sei nur an das Gebetbuch Karls des Kahlen aus der Mitte de?, 9. Jahrhunderts — werden die Kroninsignien in der Schatzkammer der königlichen Residenz zn München aufbenuchrt.
, ..., fr;,, ; .rttdnr frischer Backfisch verlangte angesichts der s»-Eenen^aViko mischen Wölfin den Verbleib der kapitolinischen Gänse zu erfahren und ob sie,am Ende von den Wölfen aufge- sreiien seiend Am neuen Riesenmonument Viktore Emanuels ragten mich meine Landsleute oft, vb die imposante Retter- statue Kaiser Wilhelm darstelle. Derartige Phrasen, wetm sie
» irrmifte t in die Ohren dringen, wirken unterhaltend und schüren die Munterkeit meiner Klienten, ohne daß ich mich dabei sm bemühen brauche. Aber leider besteht nur selten der ganze ttirkel aus so angenehmen Gästen. Einer oder zwei slnd fast £ darunttr die dem Leithammel das harmlose Verhältnis zu seinen ihm anvertrauten Landsleuten versalzen.
o$6r nickt besser" — fragte ich den gesprächigen Fremdenführer —, „Euch aller wissenschaftlichen Erörterungen »u enthalten und dafür deut Fremden praktische Wmke über rweckmäßiaes Verhalten, Gesundheitsregeln usw. zu erteilen, die ihn vor Betrug, Ausbeutung und anderen UngAegenlMten 9/, Weit aefeblt!" rief jener. „Bevor ich Gelegenheit ' hatte das' große Publikum in Masse zu beobachten und zu begleiten, glaubte auch ich, Glück und Unglück hinge au ^Reisen von braktischen Erfahrungen, von Kenntnis der i_audechltien, der Sprache, der gesundheitlichen Zustände, der Teniperatur usw. ab Ich studierte die allgemeinen Winke der Reisebucher, erkundigte mich bei ortsverständigen Freunden nach den kleinsten Einzelheiten. Jetzt weiß ich, daß dies alles uberftust.ig ist. Es aibt unter den Menschen Glückspilze und Pechoogel Der Italiener jedoch hat einen ganz perfiden Instinkt, diese be^en Gruppen mit einem Blick heräuszuerkennen, und weiß besonders den Pechvogel unter einer hundertköpsigen Menge zu finden. Sem vor- tiifitiaes (Sinbcri&iciten, feine ftet§ beni Unglittf b'O’rp’eiiQenbe NKt verrät ihn unmittelbar und erscheint, den leichtsinnig dahinlebenden Kindern des Südens von vornherein verabscheuens- würdiq Er, der im kühlen Norden unangefochten durch alle Verhältnisse gleitet, wird im Süden der Spielball leglicher.Augen- b'lickslaune des Schicksals und des Volkes. Bereits, der Gepäckträger am Bahnhof merkt es ihm an, daß er sich., reichlich mit sroßem Gelde versehen hat und wenig Kupfermünzen m der Dasthe führt. Will er schnell wechseln, so ist in ganz Rom kein einzelner Soldo zu finden, und um sein Gepäck nicht im Stiche zu lasten, zahlt er in der Eile 1 Lire statt 25 Centimes. Dasselbe wiederholt sich mit dem Droschkenkutscher usw. Der Kellner such,, auf sein bloßes Gesicht hin alle seine falschen Münzen zusammen. Niemand vermag ihm zu raten, keine Erfahrungen ihn zu behüten. Denn sämtliche Regeln machen ihre Ausnahmen, sobald er in Szene tritt. Italien ist für diesen Typus „Pechvogel .geradezu Treibhausluft, es züchtet, entwickelt ihn bis m die äußersten Nervenfasern wie kein anderes Land."
Da mein Gewährsmann an dieser Stelle zu einer Führung abbemsen wurde, sei es mir erlaubt, den deutschen Reisenden in Rom vor einem weiteren Typ. zu warnen, nämlich vor. den öffentlichen Fremdenführern. Er kostet. Geld und bringt nichts Reckte?' ein Er hat, wie. wohl aus seinen obigen Erzählungen genugsam hervorgeht, nicht gerade die. idealste Auffassung von seinem Beruf. Die Art, das seiner Leitung anvertraute Puoli- kum zu kritisieren und zu spezisizieren,. ist wenig sympathisch, vor allem viel zu allgemein und vom eigenem Berufsstandpunkt aus betrachtet. Bin ich doch überzeugt, daß sich unter den nach Rom reisenden Deutschen auch viele erfreulichere Typen befinden, zn denen, hoffe ich, ebenfalls der verehrliche Leser gehören wird, falls er seinen Kiel einmal in das sonnige ytahen zu lenken beabsichtigt. .
humoristisches.
* Zarter W i n k. Der erste Tanz ist vorüber, er geleitet sie zu ihrem Platze zurück. „Ach," meint er begeistert, „ich konnte im Tanze sterben. Sie nicht auch?" Sie: „Ach, mir wäre es wirklich kein Vergnügen, zu Tode getrampelt zu werden.
Geographisches Verschiebrätsel. .
Neavel — Bukarest — Loudon — Tobolsk — Turin — Venedig — Eger.
Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben werden, daß eine Bnchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen einer chinesischen Stadt ergibt.
Auflösung tu nächster Nummer.
Auflösung des magischen Quadrats in voriger Nummer:
Die baierischen Uronmsigmen.
Die baierischen Kroninsignien sind noch sehr jung, obwohl das Haus Wittelsbach sehr alt ist, denn ferm Ahnherr ist Markgraf Luitpold, gestorben tm sichre 907. Nachdem Kurfürst Maximilian IV. Joseph durch seine Proklamation vom 1. ^anuar 1806 „den dem vormaligen Beherrscher der bayerischen Nation an- aestammten Titel eines Königs von Bayern" als König Maxi- mitian Joseph I. angenommen hatte, wurde der Hosjuw.elier Borgnis in Frankfurt a. M. beauftragt, sofort die. erforderlichen Kvoninsignien in Arbeit zu geben, und zwar nach Zeichnungen, die in Paris gefertigt und im Stil des Empire gehalten waren Die zum Schmuck der Insignien notwendigen Perlen und Edelsteine wurden teils dem königlichen Schatze entnommen, darunter solche, die von zerbrochenen Schmuckgegenständen de» Pfälzischen Hauv- schatzes und alter Klosterschätze herrührten, teils von dem Hof- bankier E. Seeligmann hinzugekauft. Binnen Jahresfrist war der Auftrag erledigt, so daß die Ablieferung tu München bereits am !■> März 1807 staltsinden konnte. Es scheint, daß Borgms einige Arbeiten'm Paris hat ausführen lasfen, und zwar in berjelben Werkstatt, in der wenige Jahre vorher die Kronmfignien für den am 2. Dezember 1804 in der Pariser Notre-Dame-Kirche gesalbten Kaiser der Franzosen gefertigttwareii. Jedenfalls oekundet sich m der Metalltechnik und in der Fassung der Edelsteine und Perlen
hohe Vollendung. —
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Uuiversitäls-Buch- und Steindruckerei, R. Lauge, ießen,
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