in der Giebelstube." „Und auf der anderen Seite des Hauses," fiel Fritz ein, , o......- — v-~ --- . ,
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ein alter Diener; die Inspektoren und Wirtschaftsbeamten sind alle in den Gebäuden des Oekouomiehofes untere gebracht. Daraufhin habe ich nun folgenden Plan enfc worfen: Zwei von uns steigen vom Garten her bequem in das Herrenzimmer ein und suchen das Geld zu bekommen; währenddessen hält der dritte Wacht vor den beiden Schlafstuben fenstern des Erdgeschosses. Solange sich dort nichts rührt, gibt es keine Gefahr, wird es aber in der Schlaft stube hell und lebendig, dann muß der Baron abgehalteu werden, nach seinem Zimmer zu gehen, ich denke, sicherste ist dann, wenn der, der die Wache hält, eine Fensterscheibe zertrümmert und laut in die Stube schreit: „Herr Baron! Herr Baron! Kommen Sie schnell! Der große Speicher brennt!" Während der Erschreckte sich au- kleiden und über den Korridor nach dem Hofe eilen Wirch haben die beiden von uns, die eingestiegen find, volle Muße, das Weite zu suchen." ..
„Einverstanden," entschied nach kurzem Nachfinnen der Brasilier. „Peter und ich werden das Nest mit den goldenen Eiern ausnehmen, und du, Fritz, wirst die Wache halten."
Fritz nickte zum Zeichen seiner Zustimmung, dann sagte er bedenklich.: „Bleibt nur die Frage wegen des großen Hundes, der frei umher patrouilliert."
„Sie meinen den Neufundländer?" fiel Peter ein, „das ist Tyras, mein alter Freund, den übernehme ich, er wird mich sicher noch kennen."
„Mer andern gegenüber vielleicht laut werden/ ergänzte Carvalho, indem er in die Brusttasche griff und ein kleines Paketcheu hervorzog; „bitte, nehmen Sie dies, locken Sie den Hund an sich und reichen Sie es ihm, es wird ihn sofort stumm machen."
Wieder wollte fich in Peter der Geist des Widers i spruchs regen: warum sollte der schöne brave Hund getötet werden, der wahrscheinlich weit besser war tote die meisten Menschen, die er kannte? Doch Carvalho mochte recht haben, wer konnte wissen, ob der Hund nicht Lärm machen und das Gelingen des Unternehmens stören würde?
Peter steckte den vergifteten Bissen zu sich, und alle drei, die bisher stillstehend verhandelt hatten, setzten sich
I wieder in Bewegung. Das Gehölz dehnte sich bis zum See aus, zu dem der Fußpfad führte, dem die gerau schlich
I Dahinwandelnden folgten. Am See bog der Pfad recht-- ab und lief parallel mit dem Ufer weiter, bis man an eine kleine Brücke gelangte, die über einen Graben gewölbt war der in den See mündete. Dieser Graben bildete feite Grenze des Schloßgartens. Auf der Brücke war ein hohes, eisernes Gitter, das während der Nacht abgesperrt wurde.
„Steigen wir über oder waten wir durch den Graben? Er hat nur eine Hand hoch Wasser", fragte Peter leise.
„Wir schließen der Bequemlichkeit halber auf", versetzte I gut gelaunt der Brasilier.
Er holte einen eisernen Ning, an dem zahlreiche Dietriche der verschiedensten Größen hingen, nebst einer kleinen Blendlaterne aus seiner, wie es schien, unerschöpflichen Paletotrasche, zündete die Laterne im Innern seines abge- nommenen Hutes an und ließ einen nur schmalen Licht- ftreifen auf das Schloß des Gitters fallen.
„Das soll gleich besorgt sein," fuhr er fort; „da Fritz, halte die Laterne! Blende sie wieder ab, ich bedarf des Lichtes nicht mehr." _
| Nach kaum einer Minute hatte der Brasilier das Schloß geöffnet. Peter erstaunte über die Geschicklichkeit Carvalhos, der, obgleich er fast nur die Linke gebrauchte, da ihm zwei Finger der Rechten fehlten, doch ebenso schnell und sicher
I arbeitete wie ein gelernter Schlosser mit zehn Fingern.
Die drei Männer überschritten die Brücke und befanden sich im Garten des Giesdorfer Schlosses.
Ein Geräusch, wie wenn ein Wild durch die Busche I bräche, kam näher. Sofort standen die drei still, und Peter flüsterte: „Das wird Tyras fein."
„Gehen Sie-ihm entgegen," raunte Carvalho, „sprechen Sie mit ihm, das wird ihn beruhigen!"
„Tyras, mein aller guter Kerl! Was machst du denn?" schmeichelte Peter dem Hunde, der ihn knurrend gestellt
Wäre es heller gewesen,, würde er gesehen haben, wie ge- । riiigschätzig der Brasilier grinste. I
Das würde ihnen schlecht bekommen, auch ich habe meinen sechsschüssigen Revolver in der Tasche und ich kalkuliere, I Sie werden ebenfalls so etwas wie einen Freund m der Not zu sich gesteckt haben. Uebrigens," fuhr er nach kurzer Pause fort, „wollen wir, wenn irgend möglich, die Sache ohne jeoes Aufsehen abniaüien; ich liebe reinliche Geschäfte. Abenteuer, bei denen es knallt, sind nicht nach meinem Geschmack; für unsere Sicherheit habe ich auf andere Weise gesorgt."
„Aus welche?"
„Sie werden's, denke ich, gleich erfahren."
Man war aus dem Gehölz herausgetreten und hatte nun ein größeres Feld vor sich, an dessen.jenseitigen Rande sich ein dunkles, langgestrecktes Gebäude erhob
„Ist das dort nicht die Schäferei?" fragte Carvalho.
„Jawohl. Woher wissen Sie das?"
„Habe heute früh hier eine kleine Rekognoszierung gemacht. Wir werden hinter der Schäferei einen dritten Genossen treffen; er wird uns den Kriegsplan feststellen helfen. I
Peter erschrak, bei dem geplanten Unternehmen hätte er vorgezogen, von keinem dritten gesehen zu werden; doch bald tröstete er fich, daß jener dritte int Bunde Itct) ja ebenfalls auf verbotenen Wegen befand und immerhin ein willkommener Beistand bei einer etwa plötzlich eintreteuden Gefahr fein konnte.
„Nicht dorthin," sagte er zu Carvalho, der sich rechts, wenden und der neben der Schäferei vorbeiführenden Landstraße zustreben wollte, „wir könnten dort unerwünschte Begegnungen haben; folgen Sie mir auf dieser Seite, wir nähern uns so dem Schlosse durch den Park."
Er hielt sich links, umging in weitem Bogen die Schäferei und tauchte jenseits derselben mit seinem Gefährten wieder in ein Laubgehölz ein.
Der Schrei eines Käuzchens ertönte, als der Sturm gerade auf einmal den Atem verlor.
Carvalho blieb stehen, horchte gespannt, und als sich der Schrei wiederholte, antwortete er auf gleiche Weife. Nun hörte man Schritte am Rande des Gehölzes näher kommen, und endlich gewahrte Peter, die Gestalt eines schlanken Menschen, der etwas größer als er selber war, dessen Gesichts- züge aber in der herrschenden Dunkelheit ziemlich unerkennbar blieben. L c
„Die Herren kennen einander noch nicht, jagte der Pseudo-Marquis, der stets auf eine gewisse Würde hielt und auch die Geschäfte des Anarchismus mit der Haltung des Gentleman betreiben zu wollen schien, „darf ich eie miteinander bekannt machen? Herr Fritz — Herr Peter — die Vornamen genügen einstweilen; die Herren sind Mitarbeiter an einer großen Sache. — Nun, Fritz," wandte er sich an den neuen Ankömmling, „haft Du etwas ermittelt?"
„Ja," versetzte dieser mit heller, klangvoller Stimme, die auf eine gewisse Jugend des Sprechenden schließen ließ. „Ich bin heute vormittag als Hausierer im Schloß gewesen Und habe auch dem Baron in feinem Zimmer meine Bernsteinsachen vorweisen dürfen. Das Bild, hinter welchem sich das Türchen zum Wandspinde befindet, hängt, wenn man vom Korridor her das Zimmer betritt, zur Rechten, genau in der Mitte der Wand; unterhalb des Bildes kann man noch einen Teil des Türchens erkennen, das mit seinen Rändern das Tapeteiimnster fein dnrchfchneidet. Vom Fenster ans gesehen, durch das wir wohl werden eindringen müssen, hängt es also links." ~
„Wo schläft der Baron und jenie Familie?
„Das Braulsche Ehepaar schläft im Erdgeschoß," versetzte Peter, „die zweite Stube neben dem Herrenzimmer." _
„Ganz recht," bestätigte der als Fritz Vorgestellte, „wir wollen einmal die Fenster zählen: in der Mitte der dreft fenstrige Gaiiteusaal — das mittlere Fenster bildet zugleich die Gartentür — links daneben das zweifenstrige Herren- Minmer mit dem Geldschrank, das ich betreten habe, dann weiter links die zweifenstrige Bibliothek, in die ich hinein- seheu konnte, und dann wahrscheinlich das Schlafzimmer; von der Tür des Gartensaales ab gerechnet also ein, zwei, drei, vier, fünf, das sechste und das siebente Fenster sind Me Schlafziminerfenster."
„Hinter denen aber nur das Ehepaar schläft", nahm f$®«r wieder das Wort; „die Töchter schläft über den Eltern
Tyras spitzte die Ohren und tzog mit beweglichen Nüstern die Luft ein. Stimme und Witterung des Fremden kamen ihm bekannt vor. Prüfend näherte er sich dem Eindringling, der freundlich begütigend mit der Zunge schnalzte, und beschnüffelte dessen Kleider. Sofort erkannte er feinen alten Freund aus der Zeit des Dreibhausbaues; hocherfreut


