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Florpapier eittgeschlagenes albumartiges schweres Paket unterm Arme trag. Er wandte sich an uns mit der Frage, ob hier im Hause nicht Herr Dr. Brahms wohne. Brahms, der einen Autographenjäger oder irgend ein anderes, gemeingefährliches Individuum in ihm vermutete, sagte : „Jawohl, gehen Sie nur hinauf. Im dritten Stock linker Hand Der Fremde war eben jener Maler Duysske, von dem Kierschrist und Bilderschmuck der Adresse herrühren, und der Senat hatte ihn nach Wien gesendet, um das Geschenk persönlich zu überreichen. Das Mißverständnis klärte sich erst im Laufe des Tages auf."
Vermisehtes.
kos. Die Tote» uhr. Auch beute noch behauptet der Aberglaube, daß bald einer der Hausbewohner sterben muffe, wbald die „Tatenuhr" ertönt. ES ist ja allerdings auch ein ganz besonderes Geiühl, wenn zur stillen Nachttunde plötzlich anS irgend einer Zimmerecke her ein leises, aber deutlich vernehmbares Tick tick tick ertönt, daS dein rhpthmischeil Schlag einer Wandrihr recht ähnlich ist und mit geringer Unterbrechung ost lange anhält. Sieht inan sich dnraushrn näher im Zimmer um, so wird man meist irgend ein alles Hausgerät entdecken, von den» das Klopien ausgeht, und tuen» man soiort dem Ticken nachgeht u d etivas Glück dabei hat, io wird man auch diesen unheimlichen Störenfried als eiu schwarzbraunes kleines Käierchen (Aitobinm pertluax L>- im Holze antreffen. Tadel ivird man auch noch eine höchst sonderbare lleberrascbnng erleben: Der Kaier ziept nämlich bei der leisesten Berührung die Beine unb Fühler an und stellt sich tot. Er rührt und regt sich nicht mehr und nichts ist imstande, ihn dahin zu bringen, ein Lebenszeichen von sich zu geben; daher heißt er auch Trogkopf. Dieser sonderbare Kauz, der auch Poch- oder Klopikä'er heißt, ist einer unserer .anhänglichsten" Hausgenossen, der mit Vorliebe in alten Blödeln tind Hause,erät bnuit. Gibt man sich die Blühe, das Ticken etwa durch lenes, regelmäßiges Ausstößen eines Schlüsiels aus den Tisch nachzuahmen, so wird das Käfercden soiort durch wiederholtes Klopien antworten. Wir leben schon daraus, daß durch dieses Ticken der Kaier sich irgendwem verständlich machen null. Und so ist es auch. Tas Bürschlein hat nämlich von dem Alleinsein in seinem dunklen Gefängnis genug und sucht nun durch das Klopien eine Geiährtin iiirs weitere Leben anzulocken. Die Stellung, die er zürn Klooien in seiner Zelle entnimmt, ist dabet höchst sonderbar. Er zieht nämltch die Vorderbeine und Fühler ein, seizt sich soznsagen auf seine vier Hinterbeine imd schlägt nun mit seiner Stirn und dem Halsichildrand an das Holz. — Seine Lar re ist als „Holzwurm" hinreichend in ihrer Wirksamkeit bekannt. All die kleinen kreisrunden Löcher in »wurmstichigen" Möbeln und das herausrieselnde seine Holzittehl rühren von solchen Holzwürmern her.
— Vögel als Bahnreiseude. Jetzt, wo die Zugzeit vieler Wandervögel noch in vollem Gange ist, kann nt'an öfters die interessante Beobachtung machen, daß manche der geflügelten Wanderer, wenn sie unterwegs ermüdet sind, ohne S.che.u vor dem Menschen sich der modernen Verkehrsmittel zur Fortsetzung ihrer Reise bedienen. Meist handelt es sich dabei um wenig flugbegabte Vögel, die vielleicht schon von Natur aus keine besondere Scheu vor Menschen haben. Ein bemerkenswertes Vorkommnis dieser Art konnte kürzlich in einer am Fuße des Hardtgebirges gelegenen Stadt der Rheinpfalz beobachtet werden. Ein Passagier der elektrischen Bahn, die die Rheinebene mit dem Gebirge verbindet, bemerkte, daß sich auf dem Dach eines Motorwagens ein ihm unbekannter Vogel befand, der ganz ruhig mitfuhr. Als am Endpunkt der Fahrt der Wagen hielt, versuchte der kleine, blinde Passagier abzufliegen, verletzte sich jedoch dabei an einem Draht und fiel zu Boden, wo er gefangen wurde. Das Tierchen, das nach kurzer Zeit an der Verwundung einging, crlvies sich als der Zwergsteißfnß ambus minor). Es ist kaum zweifelhaft, daß dieser kleine, kecke
jer die Fahrt auf dem elektrischen Wagen aus der Rheinebene her gemacht hat. Das ist wieder ein Beweis, wie sich manche Vögel an moderne Verkehrsmittel gewöhnen. Daß Vögel mit der Bahn reisen, wurde auch schon im Vorjahr gemeldet. In der Rheinpfalz hatte ein Rotschwänzchenpaar sein Nest in mitten Eisenbahngüterwagen gebaut, brütete die Jungen aus und reiste so lange mit dem Wagen herum, bis die Brut ausgcflogen war.
* Englischer W e i hn a cht s h u m v r. Unverzeihliche Vergeßlichkeit. „Ach," sagt Mrs. Brown, „das Weihnachtsgeschenk für Tante Sarah macht mir solche Sorge; es kostet nur 2 Schilling und denken Sie: ich vergaß im Laden zu sagen, man möge die Preisauszeichnung vor der Zusendung entfernen." „Mein Pech ist noch größer," beichtet die Freundin, „ich habe für Onkels Geschenk 200 Mark angelegt und vergessen, im Lade,: zu sagen, man möge die Preisbezeichnung dran lassen....." —
Brüderchens Geschenk. „Nun, kleiner Harry, was wirst du deinem kleinen Brüderchen dieses Jahr schenken?" Der sechsjährige Harry: „Ich weiß nickst, voriges Jahr bekam er von mir die Masern." — DieWe i h uachtspanto m i m e. Mit Pfeifen und Zsichen hat das Publikum die neue Pantominte empfangen. Der Autor ist verzweifelt. „Man weiß wirklich nicht mehr, 'was
die Leute wollen," stöhnt er ratlos, worauf der nüchterne Herr Direktor 'antwortet: „Was sie wollen? Das ist doch klar: sie wollen ihr Eintrittsgeld wieder halten." — Der Plumpud- ding. „Sag, Lieb, stammt dein PluMpudding aus dem Koch« buch?" „Ja, Liebster!" „Ich dachte mir's, er schmeckt so nach Buchdeckel." _____________
Vüchertisch.
—■ „Was die fjrratt von Berlin wissen muß." Herausgegeben von Elrza Jchenhaeuser; Verlag von Hubert S. LoeSdau, Berlin W. 57. Die Herausgeberin hat es verstanden, sowohl einen vertieften, ivie auch gleichzeitig praktischen Führer zu schaffen. Es ist ihr gelungen, eine Reihe von Mitarbeiterinnen zu gewinnen, die auf den Gebieten, über die fie in dem Buchs sprechen, Führerinnen sind. Der praktischen Orientierung der Fremden btcttcn Beiträge über die Berliner Wohnungsverhältnisss und Wohnungskunst, über die Mode in Berliit, die Schaufenster-, dekoration, Gymnassik, Sport, Berliner Verkehrswesen und Berliner Spaziergänge und Ausflüge.
— Im Verlage „Union Deutsche Verlagsgesellschaft Stuttgart" ist der 2. und 3. Band von der BibliothekderUnter- haltung und des Wissens erschienen. Zu Geschenkzwecken sehr geeignet, sind die Bücher nicht nur itnterhaltend, sondern auch äußerst lehrreich und mit zahlreichen Bildern ausgeschmückt. Her- vorragenbe Schriftsteller und Gelehrte zählen zu den Verfassern der einzelnen Originalbeiträge. Der Roman von Horst Bodemer „Die Kupplerinnen" ist von vielen anderen schönen Erzählungen und lehrreichen Schilderungen und Aufsätzen besoitders hervvr- zuheben.
— DerPolizeiagent und andere Kriminalgeschichten von Hans Hyan. Nr. 923 von Kürschners Bücherschatz. Verlag Hillger, Berlin.
— I ch kann handarbetten von Mizi Donner und C. S ch n e b e l. Mit vielen hundert Abbildungen. Verlag Ullstein & Co., Berlin-Wien. Geb. 3 Mk. — In der Serie der Ull- stcinschen Hausbücher ist soeben ein neuer Band unter dem Titel „Ich kann Handarbeiten" erschienen. Der Herausgeberin ist es gelungen, das weite Gebiet in erschöpfender und allgemein verständlicher Weise zu behandeln. Die einzelnen Handfertigkeiten werden neuartig und übersichtlich in Gruppen eingeteilt, _ deren jede in präziser Form, unter Ausschaltung alles Ueberflüssigen, die Anfangs- und Uebungsarbeiten erklärt und in systematischer Steigerung bis zur vollständigen Beherrschung der betreffenden Technik hinüberleitet. Aus verschiedenen Stilperioden sind Vorlagen beigegeben, die meist in Kontureit- oder Typenmustern erhältlich sind, ein Vorteil, der auch Lernenden das Kopieren stilvoller Arbeiten ermöglicht. Neues und Interessantes enthalten die Lehrkurse der Haudarbeiten nach dem Prinzip der Entwicklung durch Maschenoder Knotenbildung und die Tabellen mit Stoff- und Farbenproben, die am meisten für Stickereien in Betracht kommen, und denen die im Handel üblichen Benennungen beigegeben sind. Eine Anleitung zur Selbstherstellnng echter Spitzen, von den ein» fachsten Hohlnäytchen an bis zur künstlerischen Ausführung, gestattet auch Ungeübten, die Schwierigkeiten dieser Technik zu überwinden.
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Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer: F r e u b e u t r ä n e n.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schett Universitätr-Luch- und Steiudruckcrei, R. Lange, Gieße»


