Ausgabe 
11.8.1913
 
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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»

L e 2 n. e 4

T f 2 b 2

Schwarz, b 5 n. e 4 am besten. K e 4 ä 5 am besten. K d 5 n. c 4 ob. c 6.

Log'ogriph.

Mit ,9)1" ein Mensch, der nirgends beliebt: Mit ,Z" es dem Leckermaul Freude gibt.

Auflösung in nächster Nummer.

1.

2.

3. D f 1 n. c 4 f ___...

4. 8 4 7 b 6 ob. b 8 f und Matt.

r v , v w i v v iv v u U l c i c [l H II U D ? r

ba§ Krähen austreiben kann. .Die $e[e» erzählt Zwei lustige Geschichten, wie man den Eseln das schreien und den Hahnen das Krähen austreiben könne. Während r®$tna tm ^ahre 1745 konnte der Pater Euaristo Nachte lang.kvegen des ungeheuerlichen Geschreies meh- ier Esel absolut nicht schlafen. Er beklagte sich darüber bei erf^unte er, als in der folgenden Nacht die Esel sich durchaus rnhrg verhielten. Der Missionar erkundigte ' Welchem Mittel diese überraschende Wirkung erzielt wör- a ®e7 e6tnefe 9/tb iljm jur Antwort:Es gibt nichts Echteres, als den Eseln das Schreien auszutrciben. Sie sind gewohnt, beim Schreien stets den Schwanz zu bewegen. So- vatd man ihnen also einen schweren Stein an den Schwanz bmdet, lassen sw das Brüllen von selbst sein." Der Erfolg be- wtf seiner Auffassung Recht hatte. Auf ?l,ne Änderbare Methode, . den Hahnen das Krähen auszutreiben', ist wahrend des Krieges in Algier ein französischer Unteroffizier verfallen. Er führte immer einige Hähne mit sich, die er sowohl kUr Abhaltung der Soldaten, als auch als letzte Reserve für den Kochkessel betrachtete. Aber die Hähne besaßen die Untugend, 'jo shn reden Morgen beim ersten Sonnenstrahl aus dem Schlaf krähten, wahrend seine Kameraden noch gemütlich ein Stünd­chen weiterschlafen konnten. Der Haß gegen die unhöflichen Tiere steigerte sich und schließlich verfiel er auf ein Heilmittel. Er naljm .die Hahne mit sich in sein Schlafzelt und band jedem oine Schnur um den Fuß und zog nun, sobald ein Hahn den Schnabel öffnete, das Tier von der Stange herunter. Das wieder­holte er mehrere Male. Nach drei Tagen hatten die Hähne ihre Stimme vollständig verloren. Sie getrauten sich nicht einmal mehr am hellichten Tage, wenn sie frei herumgehen durften, iu krähen. Ein Mittel, das für die Störungen der Sommerfrische zu empfehlen ist!

vermischter.

kf. Eine Heiratsanzeige und ihre Wirkung. In einer New Yorker Zeitung suchte jüngst eineEinsame" einen Gatten, indem sie sich selbst als schön, nicht fett, unter vierzig und begütert hinstellte, und von ihrem zukünftigen Gatten verlangte er solle selbstlos und anständig sein, es dürfe kein älterer f?err sein und das Liebste sei ihr ein guter, natürlicher Narr. Dieses Schlag­wort zog gewaltig, denn im Handumdrehen liefen in der Expedition der Zeitung 3000 Angebote ein; es kommen noch fortwährend neue hinzu, und der Strom scheint nicht versiegen zu wollen, weil viele andere Zeitungen die merkwürdige Anzeige in ihren Text auf­genommen haben. Bei dem Herausgeber sind auch viele Anfragen eingelaufen, wer die Dame sei, allein er wahrte sein Berufs­geheimnis und verriet mir, die Dame sei wirklich eine gute Partie Daraufhin ist die Flut der Angebote gewaltig gestiegen. Tie Ein­same" wird eine schwere Wahl haben, um aus den vielen Tausenden die sich gemeldet haben, den richtigen Narren herauszufinden.

kf.Warumich Meinen Gatten heiratete." Warum ich meinen Gatten heiratete? Weil ich ihn liebte! Das ist der Kern aller Antworten auf eine Preisfrage, die die englischle MonatsschriftWomen tot Home" ihren Leserinnen vorgelegt hat Die Preisfrage bestand aus einzelnen Unterfragen, auf diese sind aus dem Kreise der Leserinnen viele hunderte von Antworten! «ngegangen, und die Zeitschrift teilt das Ergebnis der Einzel­antworten nun zusammenfassend mit. Die erste Uuterfraqe lautete: Woher wußten Sie, daß es der rechte Mtonn war?" Tie meisten Frauen berufen sich in der Antwort aus ihren Instinkt. Es war zwar nicht die ,Liebe aus den ersten Blick", aber doch etwas Aehn- durchzuckte sie wie ein elektrischer Schlag, sie erkannten plötzlich, daß sie mcht ohne ihn leben könnten usw., ja in einer der Antworten heißt es sogar: woher ich es wußte? Ich wußte f$. damit gut. Seine Krawatte war zwar greulich und

Lieblingshut noch greulicher, aber ich liebte ihn. Welche eniCnQ ®t,annSd T 4j> lautete die zweite Frage

»u!u dm Ausschlag gegeben? Zuverlässigkeit, Aufrichtigkeit, ^/^Eerswerden am häufigsten angeführt, ferner Gute, besonders Gute der Mutter gegenüber und Liebe zu Kindern I

Bei der wirksamen Bekämpfung der Giftschlangen unterscheidet Küttiier 3 Punkte. Das bekannteste Mittel ist die Aussetzung staat­licher Prämie n für die Vertilgung von Giftschlangen. Preußen beispielsweise bezahlt für Kreuzottern 20 Pfennige bis 1 Mark, und im letzten giftschlangenreichen Sommer bezahlten einige schlesische Landratsämter Hunderte von Mark aus. Ebenso gibt es in Frank­reich Prämien für Giftschlangen, ferner in Indien, in Florida und in Brasilien, und in den schlimmsten Giftschlangenländern gibt es berufsmäßige Schlangenjäger, wie z. B. Peter Gruber in Florida, der bereits 50 000 Giftschlangen auf seinem Konto hat und einen bekannten Schlangenfänger an der Goldküste, der seit zwei Jahr­zehnten jährlich im Durchschnitt 1500 Giftschlangen abgeliefert hat. Ein zweites Mittel zur Bekämpfung von Giftschlangen besteht darin, ihnen die Lebensbedingungen zu erschweren, indem man ihre Beute­tiere, z. B. Ratten und Mäuse, in der Nähe menschlicher Wohnungen I das läge "nicht am' Leben" in77177Lt1T71Vut>CIc vernichtet, und ihre Schlupfwinkel, z. B. Stein- und Schutthaufen VorstÄmigihresIdeals und bünae mit d? der faMM zerstört. Hierzu sind die Eingeborenen in Indien freilich nicht zu I lich feien, gar nicht zusammen IWirmpJä Jte

bringen- Das beste Mittel im Kamps gegen Giftschlangen ist aber I rinnen der angeführten Zeitschrift hie ben r

wohl Pflege und Schonung der natürlichen Feinde der Giftschlangen, haben, nur zweidie

In ihren eigenen Reihen haben die Giftschlangen wirksa>ne Feinde. * 1 ungleich verheiratet zu fein.

Die größte aller Giftschlange», die Königshntschlaiige, die41/, Meter | <?, än«1 7- ä.. 177 ba.? Schreien _und den lang wird, lebt ausschließlich von anderen Schlangen, ist aber da­bei so gefährlich, daß sie trotzdem bekämpft iverden muß. Dem Leiter des serotherapeutifchen Institutes zu Butantan (in Brasilien) verdankt man die Kenntnis der brasilianischen Mussurana, einer giftlosen Schlange, die gegen das Gift ihrer Beutetiere immun ist. Die Mussurana läßt sich bei der Schlangenjagd von Giftschlaiigen beißen, was ihr nichts schadet, bricht ihrem Opfer durch kräftige Umschlingung das Genick und verschlingt es dann.

In anderen Gruppen des Tierreiches finden sich ebenso nützliche Schlange«jäger. Unser Igel ist ein großer Kreuzotternvertilger, der giftfest ist, soweit es sich um das Gift der Kreuzottern oder europäischer Vipern handelt. Cobragift dagegen tötet auch ihn. Der größte aller Schlangenjäger, der Mungo, (dessen Lob Kipling in. seinem Dschungelbuche singt), ist nicht gift'est, sondern besiegt die Giftschlangen durch seine außerordentliche Gewandtheit. Unter den Vögeln ist neben Straußen, Störchen und Schlangenstörchen hauptsächlich der Kranichgeier ober Sekretär als Schlangenver­tilger zu erwähnen, der _ mit einer höchst merkwürbigen Technik selbst die größte und ftärkste Giftschlange zu Überwältigen versteht. In den ehemaligen Burenrepubliken, deren Regierungen die Gift­schlangen eifrig verfolgten,wurde der Sekretär geschont, und die Folge war, wie Küttner schreibt, daß er von einer entzückenden Vertrautheit war und inmitten der Steppe, wie ich oft beobachtet habe, selbst den bewaffneten Menschen auf wenige Schritte heran- kommen ließ". Auf der französischen Insel Martinique hatte man nach den Angaben des Grafen Görtz den Sekretär gegen die Gift­schlangen eingeführt, aber die Herren Sportleute machten sich ein Vergnügen daraus, das edle Tier abzuschießen.

Vüchertisch.

^Bibliothek der Aufklärung: Ausgewählte Gedichte von Fried r. v. Soll et, mit einer Einleitung von Max Henning. (Neuer Franffurter Verlag.) Es ist in Reser Zett der Erinnerung an die Zeit vor 100 Jahren ganz interessant, auch einmal den Blick auf eine anders geartete literarische Per­sönlichkeit zu werfen, wie sie etwa Theodor Körner ivar: auf Friedr v. Sallet, dessenLaieuevangelium" noch heute bekannt ist, allerdings wenig gelesen wird. Man braucht Sallets Philo­sophie sich nicht anzueignen, um doch tonzuerkennen, daß in seinen Dichtungen viel Wärme, Begeisterung und ein reiches Form­talent liegt. Eine interessante Auswahl seiner Werke bietet dieses vorliegende 211 Seiten umfassende Buch. -t.-

Griebens Reiseführer, Band 38:Heidel- 9? erfartal". 6. erweiterte Auflage. Mit 3 Karten (1 Mk.) Verlagsbuchhandlung Mert Goldschmidt, Berlin W. 35. 5^7 Heidelberger Führer, dessen Inhalt sich in früheren Jahren bedauerlicherweise mehr oder w'eniger auf die alteStadt an Wen reich" selbst beschränkte, ist biefeS Jahr als ein Neckar- talführer tonzusprechen, und wird sich durch diese Ergänzung zu den alten unzweifelhaft viel neue Freunde erwerben.

und in einer der Antworten heißt es:Kraft, physisch« wiÄ morEsche, vor allem- moralische." Auf die dritte Frage, warum vCnarbat S®.a9,?t§r .ber Eheschließung unternommen habew lautet die Antwort einstimmig: keine hätte darin ein Wagnis gesehen, und ebenso einstimmig ist die Antwort auf die Frager Waren Sie lieber wieder unverheiratet, wenn es möglich wäre ein entschiedenes Nein. Tie heikle Frage, ob nach der Ansicht <^ ^oauen die Liebe des Mannes von Dauer ist, wird allgemein Ä meinen.sogar, die Liebe des Mannes nahm«

noch zu, wenn die Uran ihn richtig zu behandeln verstände. Etwas eigentümlich, ist schließlich die Antwort auf die letzte Frage aus- WEn. Tiesi Frage lautete: Entspricht das Leben in der Ehe ^öbrem Ideal? Einige Frauen behaupten: ja, es überträfe ihre Erwartungen sogar, andere antworten mit nein, fügen aber hinzu,.

Auflösung der Schach-Aufgabe in Vorigtor Nummer r Weiß.