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tot kommen, -r Gruß vom gnädigen Erbjnnker, und Sie würden von sthin hören!"

Weiter, weiter!" drängte der Alte.

Der Bote, der erst die Absicht hatte, feinem Herrn Ii'pit der kalten, unfreundlichen Art zu berichten, mit der »ex Erbjnnker de^ Freiherrn Botschaft ausgenommen hatte, chwieg jedoch, als er die gebrochene Gestalt des alten Herrn ah, und so sagte er bloß:Weiter nichts!"

Der Freiehrr sah entgeistert vom Boden zu John, dssnn der war der andre Diener in der beschmutzten Livree, iittb wiederholte entsetzt:Weiter nichts?"

Pein!"

Jg, hat er beim nichts geschrieben mir zur Antwort, bat er Henn nicht gesagt, daß er völlig! eines Sinnes mit uns, mit mir und Werner und Gisela sei, daß er un­verzüglich zum Schwert greifen wolle gleich den andern deutschen Männern?"

Nein, Herr, aber ich denke . . ich- denke . . ."

Dxn Boten packte jetzt Mitleid mit seinem alten Herrn, und er war eben im Begriff, einige Trostlügen zu gebrauchen, als der Freiherr abwinkte:Es ist gut, Heinrich, sch mag nicht wissen, was du denkst. Ich danke dir für deine Mühen und deinem Reisegenossen dazu. Mehr kann sich Euch nicht bieten, nicht einmal dcks Pferd, das Euch getragen hat, kann ich als Lohn Euch schenken, denn es gehört denen droben im Schloß., Es ist gut, und nun mßt mich, bitte, allein!"

Gisela beugte sich über den Vater und küßte ihn, und (ie sah, wie es in des Alten zerfuchtem Antlitz zuckte. Da schritt sie schnell hinaus, und sie sah noch in der Tür, tote oer Baler die Hände vor das Antlitz schlug.und jam­mernd gufstöhute:Mein Junge, mein Linthardt!"

Währenddessen war per Notar zu den Wagen der fran­zösischen Herrschaft zurückgekehrt, bebend vor Wut und Zpvst, dgzu hungrig und abgespannt, und vorn Waten ffn Kot über und über beschmutzt.

jgun, Herr Doktör, keinen Vorspann?"

,Machen Sie sich, keine Hoffnung, Madame. Man hilft ünö nicht, man 'hat mich und- Sie und Ihre ganze aroM Nation verlästert und- beschimpft, aber ich werbe fstr Rache sorgen. Diesen Rohling von Schultheiß! und D$n Pflock von Pfarrer will ich Sitten lehren!" Tie Damen Bären sehr bestürzt, ntch Frau von Bourgee fragte:Ja, Waren Sie denn nicht bei meinem Schwäger, dem alten Freiherrn von Altenlohe?"

Nein, der Pfarrer Tempel hielt mich davon ab. Der alte Freiherr sei schwer krank und empfange niemand, tim allerwenigsten Leute, bei deren Anblick der gnädige. Herr schon Gallenfieber bekommen müsse. 'Ich will auf dem Schloß Hilfe suchen!"

Das ist ja schrecklich! Was nun? Raten, helfen Sie, bester Notar!"

Ich kar,m Sie nur dringend bitten, auszusteigen und die Viertelstunde zu Kuß zu gehen/ damit Sie erst wenig­stens einmal unter Dach und"Fcich sind. Tas Gepäck kann ja mit dem Wagen unter dem Schutze des Dieners und der Kutscher zurückbleiben, bis wir vom Schloß Pferde schicken, Vorspann zu leisten!"

Da bequemten sich die beiden Damen, ächzend und stöhnend aus dem Wagen zu steigen, nähmen nur eine Kassette mit ihren Wertsachen mit, die der Notar tragen durfte, und schritten nun mit hochgehobenen Röcken und über Pfützen und Tümpel steigend, mühsam am Straßni- saurn entlang. Endlich, nad), fast einer halben Stunde Weges kamen sie ganz erschöpft im Schloßhof an. Still war es da überall, unheimlich still.

Als sie die Freitreppe des Schlosses einporstiegen, trat oben ein ehrwürdiger Mann in die Tür und ging ihnen entgegen.Ich bin der ehemalige Haus- und Rentmeister von Schloß und Gut Heidehorst und habe nur des Augen­blicks geharrt, um Ihnen den Herrschaftssitz übergeben zu dürfen. Ich entledige mich hiermit meiner Pflicht!"

Ohne Gruß schritt er an den Damen vorüber, aber der Notar hielt ihn zurück.Was wollen Sie, Mann? Bleiben Sie doch da. Ich glaube, Ihnen nicht viel zu versprechen, wenn ich Ihnen sage, daß Sie es in Diensten Bei Frau von Bourgee nicht schlechter haben sollen, als bei dem frühem Besitzer dis Gutes. Behalten Sie Ihre Stelle, ich bitte Sie darum."

Ja, bitte, bleiben Sie da," sagte nun auch Frau von Bourgee, aber französisch, doch der Haushofmeister achtete

nicht darauf, sondern woudte sich zu' dem Notar und tone ihn nun plötzlich au:Herr, ich verbitte mir solch Aner­bieten. Ich bin kein Schuft!"

Daun schritt er würdevoll die Treppe hinab und ging erhobenen .Hauptes quer über den Hof und drüben zu einem kleinen Tore hinaus. Und die drei standen stumm und sahen ihm nach, und sahen, wie er über eine sumpfige Wiese watete uud dann int Dorfe verschwand. Da schauerte Toinette zusammen und sagte mit leisem Weinen:'Mutter, ich fürchte mich so sehr!"

4. Teil.

Etliche Tage waren seitdem Vergangen, die neue Schloßs- Herrschaft lebte ein trauriges, ein ödes Leben, Die großen Ställe des Gutes waren leer, nur zwei Pferde waren zurückgehalten worden, alles andre Getier hatte Krau von Bourgee durch den Notar so schnell als möglich in Wessel an die Kriegsverpflegungsdepots verkaufen müssen, um es nicht verhungern zu lassen. Der Kammerdiener Jules war zwar im Dorfe von Haus zu .Hans, von Kate AU Kate ge­gangen und hatte- gegen hohen Lohn Leute gesucht, die auf dem Gute arbeiten sollten, aber überall war er, teils ruhig und bestimmt, teils mit Hohnlachen und Achrlt- worten abgewiesen worden. 'So halte der Notar den Diener nach der Stadt geschickt und Leute kommen lassen, die sämtliches Vieh forttrieben und es tu Wessel dem fran­zösischen Kommissar übergaben. Ta wurde manches Auge feucht, und manche Faust derer, die dem langen Zugs stattlichen Viehs nachschauten, ballte sich.

Dem alten Freiherrn hatte mau nichts davon gesagt, weil man so große Erregung befürchtete, daß sie ihm ernst­lich schaden könnte. Im Dorfe ging sonst alles still seinen Gang. Von den in das Feld gezogenen Truppen waren erst wenige Nachrichten eingelaufen, ebensowenig hatte Herr von Altenlohe eine neue Nachricht von seinem So-hN Linthardt empfangen.

Eines Spätabends, im Torfe war schon alles still und finster, fuhr im Gutshof ein geschlossener Reisewagen ein. Ein Diener .sprang vom Bocke der Kutsche und eilte die Freitreppe empor, und Jules, der Kammerdiener der Fa­milie von Bourgee trat durch die große Glastür ans bett Altan, eine Windleuchte in der Hand. Die Damen hatten ihn hinausgeschickt, zu sehen, wer iu so später Stunde noch angekommen wäre.

Jules, der ziemlich geläufig Deutsch sprach, da er in den Zeiten Deutschlands größter Demütigung in Napoleons Armee gedient und mehrere Jahre in Magdeburg gelegen hatte, fragte den entgegenkommenden Diener nach seinem Begehr und nach Namen und Herkunft der ankommenden Herrschaft.Wer sind Sie und was wollen Sie hier in in diesem Schlosse?" antwortete kurz Anatole, der andre Diener.Sie scheinen nicht zu wissen, daß eben der Herr, dieses Schlosses angenommen und durch mich fragen läßt, wer sich erlaubt hat, sich ohne "feine Erlaubnis hier breit zu machen?"

Sie scheinen irre zu reden, bester Freund," sagte Jules höhnisch.Der Herr des Schlosses ist Emile von Bourgee, Leutnant im Kaiserlichen Regiment der Leibhart- schier'e und steht augenblicklich im Felde. Er kann also nicht cmgelömmen sein. Und Frau von Bourgee, die Mutter, und Fräulein Toinette, die Schwester des jungen gnädigen Schloßherrn, verwalten bis auf weiteres- das Schloß. Und wer ist Ihr Herr, den Sie so anmaßend den Besitzer des Schlosses nennen?"

Zürn Kuckuck! Der Erbjunker von Altenlohe, der recht­mäßige Besitzer von Heidehorst ist es, Mann. Melden Sie das Ihrer sauberen französischen Herrschaft, die sich mit edler Dreistigkeit in das warme Nest gesetzt hat. Sagen Sie den Tarnen, sie sollen schleunigst ihre Koffer packen und sich in die Büsche schlagen. Mein gnädiger junger Herr ist nämlich nicht gerade bei bester Laune und könnte mit einigen deutschen Grobheiten aufwarten, die den fran­zösischen -Oehrchen Ihrer Tanten nicht gerade als Engels- musik erscheinen dürften!" lind als ihn der Diener darob ganz- verblüfft anftarrte, rief er noch:Ja, ja, das kann er nämlich aus dem ff, der Junker!"

(Fortsetzung folgt.)