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, Hier bleib' ich — ich geh' nicht von der Stelle — iLmgel- bcrt, tonfiu — wir ivollen Mfammen sterben
, Na, dann wünsch' W allerseits Viel Vergnügest' sagte Eduard gefühllos, nahm die nur schwach widerstrebende Lrsa beim Äriii und trabte schleunigst mit ihr bciVöit. ,
Eben als die ersten Tropfen fielen, erreichten sie die Försterei, und das war gut, denn im nächsten Augenblick schon setzte ein geradezu fürchterliches Unwetter ein. Zii fahlen -Blitzen brüllte der Donner; der Sturm pfiff, und es goß vom Himmel wie
E" Aides^schuell wieder legte sich die Wut der Elemente zu Drau Lisas großer -Erleichterung, die sich int postratlichen Interesse sein: erregte, während Eduard der Höchst respertwidrigen^Ansicht war, die „duntme Bagage" hatte es nicht um ent Haar besser verdient Trotzdem stimmte er in emer Antvandlnng von Mitleid su, als Lisa vorschlug, den beiden entgegen zu gehen, die doch nun Wahrscheinlich and), die Försterei aufsuchen wurden. Uitd richtig — schon an der nächsten Wegbiegung erblickten sie Äoei Gestalten, die aus dem' Walde auf die Lichtung hinan-- traten und langsam' näherkamen — es waren Vorpahls — — aber, -Grundgütiger, wie sähen fie aus! Auf dem Filzhut des Rates. war ■ das schwarze Band ausgelaufen und tropfte auf den taubengrauen 'Cutaway herab, während die hellgelben Schuhe eine merkwürdige rotbraune Farbe angenommen hatten die Rätin aber gleich einem waiidernden Waschlappen.
Ter Anblick war fürchterlich, dabei aber doch von geradezu überwältigender Komik, und obwohl Schillings iMten, daß Heiterkeit unter diesen Umständen ein zynischer Scherz war — sie konnten einfach nicht anders! Sie fingen an zch lachen glucksend, unaufhaltsäM — sie hörten gar nicht wieder auf — Lisa liefen die Hellen Tränen tzerimter, und -Eduard heulte förmlich ititb ächzte dazwischen: „O Gott, o Gott — ich kann nicht Nl-eh'r — ich kann ja nicht mehr!"
Eine Minute lang standen die beiden Triefenden ganz erstarrt da, -dann trat der Postrat, zitternd und bebend vor Wut, dicht an -Eduard heran, der noch immer seine Gesichtsnkuskcln nicht zu beherrschen vermochte, und r sagte in einem geradezu vernichtenden Ton: „Herr Oberpostsekretär —---"
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Dies war das letzte Wort, das der Postr-at mit Eduard wechselte. Dann erreichte ihn -nur noch nach sechs Wochen ein mut» liches Schreiben, worin seine Versetzung nach Malennppen in Ostpreußen zu lesen war.
Brunnen- und Mmnensefte zu Pfingsten.
Unter den mannigfachen -Feiern, mit denen in deutschen. Landen das liebliche Pfingstfest begangen wird, spielen an verschiedenen Orten die Brunnenfeste und die Blumenfeste eine besondere Rolle. In Thüringen versammeln sich z. B. in Ilmenau die Schulfinder -zu Pfingsten bei dem Brunnen ihres- Bezirkes, winden Kränze und Girlanden von den Blumen, die sie auf den Wiesen gesucht -haben, und am Pfingstabend holen Knaben Birken oder auch -Erlen, die nm den Brunnen in die Erde gesteckt werden; dann werden die Bäume ringsum durch die Girlanden verbunden, um die Ausgußrö-Hre wird ein Kranz ans Vergißmeinnicht gelegt, und auf die Spitze der senkrechten Brunnenröhre kommt als Mschluß eine Tulpenkrone. -Ferner ist das Brunnensest bekannt, das von der Schuljugend von Mühlhausen an der benachbarten Wopperöder Quelle gefeiert wird. Die Schüler ziehen unter Glockenklang, mit Musik und Gesang hinaus, wobei sie längliche Blumensträuße, die um Holzstäbe gewunden sind,, tragen. _ Bor dem historischen Brunnenhaus werden auf dem Festplatz, auf dem sich die Angehörigen und die Landbevölkerung der Nähe schon zahlreich versammelt haben, die Sträuße mit Steinen beschwert und in die Quelle hinabgeworfen, so das; das Becken schließlich nur noch wie ein einziger großer Blütenstrauß ist, der von den schimmernden 'Fluten umspült wird. Eine sehr fröhliche Form der Brunnenfeier findet auch in Backleben bei Arterni am dritten Pfingsttage statt, der sogenannte „Aschensack". Nahe beim Dorfe liegt'die Quelle, -die alle mit Wasser versorgt und die an diesem Tage von den Burschen gefegt wird. Schon am frühen Morgen ziehen sie, ein Tambour voran, mit Schaufeln versehen, zur Quelle und nehmen die Reinigung vor. Für diese Leistung erhalten sie aus der Gemeindetässe eine bestimmte Summe, und von den -Einwohnern holen sich die Burschen am Nachmittage selbst Gaben, indem sie in Kostümen mit einem Mu'sikkorps durch beit Ort ziehen und überall einsammeln. Bei diesen Umzügen hat immer eine Anzahl von ihnen Sackstücke und Lappen an Stangen befestigt, die. man die Aschensäcke nennt. Diese werden an- gefenckt und dann mit Asche bestäubt, und jeder, der etwa eine Gabe verweigern wollte, bekommt eins mit diesem Aschen sack, der überhaupt dazu dient, die Zuschauer zu necken und allerlei Scherz zn treiben. Auch in manchen Gegenden des Mittelrheins sind noch heute solche Bi unneufeste in Uebnng. Die Mädchen des Dorfes winden, wie Reichardt in seinem hübschen Buch über
die Bräuche und Feste erzählt, Mooskränze, während die BnrscheW Birkenbäumchen Und Maienz'Weige aus dem Walde holen. Dann ziehen -alle zum Brunnen, die Mädchen schöpfen ihn aus und reinigen ihn, und die Burschen Pflanzen die Bänmch-en um beit Quell -und legen ringsherum die Kränze. Nun ziehen die Mädchen von Hans zu Häus Und fordern als' Lohn Eier, wobei sie fingen;
„Bonne, Bonne is gefüch! Gatt os Eier, bat üs rächt." _ Nach solchen Brunnen-festen kommen tut Siegkveis abends di« Burschen allein z-Usam-men Und bereiten für die Mädchen eine „Bescherung" vor, die ihnen vor das Fenster gestellt wird. Darin bekom-m'en sie recht unz-w-eide-utig den -Ausdruck der Meinung, die das Volk im Dorfe von ihnen hat. Dem Mädchen, an dessen Wandel man etwas ausz'usetzen hat, wird Häcksel vor die Tür gestreut. Auch wenn es einen Kirschbaumzweig vor seiner Tür findet, kann es sich durch dieses Urteil nicht gerade geschmeichelk fühlen. Der eitlen Schönen. aber, die die jungen Burschen an sich lockt, um sie ba'nn zu narren, setzt man einen Hagedornzweig; denn „au dem Hagedorn bleibt . jeder hangen". Ganz -anders -aber ist es, wenn das Mädchen einen grünen Maibaum vor dem 'Fenster findet; damit wollte der Bursche, der ihn brachte, seine tiefe ernstliche Neigung ausdrücken. Statt beS, Maibaumes biente früher auch die „Mägdapalme", eine Art Preißelbeere, als Liebeszeichen; ein solcher Strauß wurde an bas Fenster des Mädchens gestellt, wenn die Liebe des Burschen unglücklich war. Im badischen Oberland bekränzen die Mädchen von Auggen die Brunnen in der Nacht auf Pfingsten, und sie erklären ihr Tun ausdrücklich damit, daß das Wasser nicht ausbleiben solle. In solcher Begründung tritt der eigentliche Sinn dieser alten Qnellen- opfer noch klar hervor.
Vermischtes.
** Das I d e afi der Dienstmädchen. Eine ungewöhn» kiche Szene, die sich in einem Londoner Vermittluugsbureau für Dienstboten in diesen Tagen zngetragen haben sott, wird in der „Pall Mall Gazette" berichtet. Eine Dame, die treulos von ihrem dienstbaren Geiste verlassen morden mar, kam tu jenes Bureau und begann Verhandlungen mit jener Maid, die ihr unter den anwesenden Zofen und Küchenfeen den besten Eindruck machte. Man stelle sich die Freude der Hausfrau vor, als sich foigender Dialog entspann: „Würden Sie gern eine Stellung auf dem Lande annehmen?" „Jawohl, gnädige Frau." „Aber ich habe mehrere Kinder." „Um so besser, ich liebe die Kleinen." „Sie müssen das Kochen übernehmen, Sonntags backen und mir zur Hand gehen." „Um so besser, wenn Sie es münschen, masche ich auch." „Ater ich kann Ihnen nur einmal in der Woche Ausgang gemähten." „Ach, ich verzichte überhaupt aus den Ausgang.", Tie Dame konnte nicht länger an sich halten. „Aber Sie sind ja ein Ideal eines Dienstmädchens," rief sie begeistert. In diesem SUigcnblict eilte hastig ein uniformierter Herr in daS Bureau und unterbrach das Gespräch. „Verzeihen Sie," sagte er zu der Dame, und faßte das Mädchen am Arm, „aber ich muß dieses Mädchen in die Irrenanstalt zurückführen, sie ist uns gestern davongelawen." Und mit militärischem Gruße entfernte er sich, das Mädchen mit sich führend. Tie Hausfrau aber stand einen Augenblick starr, ihre Augen füllten sich mit Tränen, dann fiel sie begreiflicherweise in Ohnmacht. Es mar zu viel. . .
* Ausrede. Kunde: „Wie, Sie sind jetzt schon 20 Jahre Heiratsvermittler und iwch immer selbst Junggeselle?" — Heiratsvermittler : „Ja, sehen Sie, das Geschäft ist immer so flott gegangen, baß niemals eine Brant für mich übriggeblieben ist."
* Radikalkur. „Alter Junge, kannst du mir nicht ein Mittel gegen Schlaflosigkeit geben? Ich habe fünf Nächte lang kein Auge zugetan!" — „Da kann ich dir nur raten, boxe dich mal mit Max! Ms ich es das erste Mal versuchte, kriegte ich die Augen eine Woche laug nicht auf!"
Ureuzrcttsel.
In die Felder nebenstehender —---— Figur sind die Buchstaben
____ aaaaaaccddddeeee gg-hhiill m m 11 n n n n ■““““"T’“ nnoorrssssttuu
—---------derart einzutragen, daß die
__senkrechten und magerechten
Reihen gleichlautend folgendes ______________J ergeben:
___ 1. Frauenaestalt aus der griechischen Sage.
___ 2. Römischen Kaiser.
3. Ein Mineral.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Buchstaben-Nösselsprungs in voriger Nummer: Pfingsten, das liebliche Fest, mar gekommen.
Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steiudruckerei, R. Lange, GießeiL


