Ausgabe 
9.4.1913
 
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M3 Nr. 55

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Montan von Horst B o d em er.

(Nachdruck oerboten.)

(Fortsetzung.)

Und als Hans-Wilhelm die drei Taillen durchgespielt halbe, saß er bedeutend tut Gewinn.

Wer hält die Bank nun?" fragte er und schob die Karten vor sich.

Na, höre mal," sagte Püchlöw,das geht doch nicht, bn hast uns doch gehörig ausgeräubert!"

Ich setze lieber tnid biete dann und wann Banko. Henle Mill ich mal jenen, daß die Schwarte knackt!"

Röpke hatte in seiner Brieftasche noch ein paar Hun­derter entdeckt! mit deneit war er so geschickt umgegangen, daß er, trotzdem Moreth im Glück saß, so gut wie nichts verloren hatte. Er wollte sich sein Geld schon wieder holen, jetzt ivar's noch zu früh. Hans-Wilhelm sollte sich erst tioch ein bißchenfestbeißen", deshalb redete er dem Gast­geber gut zu.

Herr von Düsedau, übernehmen Sie doch die Bank!" Ich hab' 'nen ganzen Hut voll verloren."

Aber so können Sie den Verlust doch am besten wie­der 'reinbringen. Sollte ich mich nur etwas erholen, über­nehme ich die Bank sofort wieder."

Die anderen bestürmten Jochen auch, da ließ er sich breitschlagen. Aber seine zweite Taille war noch nicht zu Ende, da hatten ihn Röpke und Hans-Wilhelmausge- mistet".

Püchkow meinte, nun fei seine Stunde gekommen; bis jetzt war er stark tm Verlust. |

Herrschaften, wird gepumpt am dreimal vierundzwau- zig Stunden?"

Natürlich!"

Schön, ich übernehme die Bank mit fünftausend Mark!"

Das war endlich mal ein Manneswort", meinte Herr Röpke sehr befriedigt.

Und als es früh fünf Uhr wär, ging die Bank vol- le>tds flöten.

Der Amtsgerichtsrat hatte annähernd zweitausend Mark vor sich 'liegen in Geld und Scheinen.

Aufbrechen is nich," sagte er,ich übernehme die Bank wieder!"

Er 'gewann, die Karten schienen verhext zu sein; bald sagen fünftausend Mark vor ihm. Immer hitziger würde das Spiel, der Bleistift flog und malte immer höhere Zahl- len. Hans Wilhelm setzte die Ehrenscheine, die er von den anderen erhalten hatte: bet ihm und Röpke saß das ganze Bargeld) das int Umlauf war.

Da rief er plötzlich dem Amtsgerichtsrat zu:Banko!" und zählte fünftausend Mark auf den Tisch.

Alles sprang auf.

Röpke drehte feine Karten um.

Großer Schlag!"

Hastig schob ihm Haus-Wilhelm das Geld hin und ries wieder:

Banko!" 1

Man bestürmte ihn, nicht so leichtsinnig zu sein, bei Dicke säße ja unheimlich im Dusel. Aber ruhig kramts Moreth zehntausend Mark bar auf den Tisch aus. Das ivai ja unheimlich, so toll war noch nie gespielt worden.

Hans-Wilhelm sah auch dieses Geld zu Röpke wandern.

Die Besinnung verließ ihn nun vollends. Unter taiW send Taler setzte er überhaupt nicht mehr, zuletzt artetet das ganze Spiel in ein Duell zwischen ihm und RöPkÄ aus. Ehrettscheine, Papiergeld, Gold, wechselten herübev und hinüber, aber nach titid nach wurde der Berg vor denk Amtsgerichtsrat größer und größer.

Düsedau und Püchkow legten sich ins Mittel.

Junge, hör' auf, wir haben ja unfern Lebtag feines ruhige Stunde mehr, ioentt die Leute hören, lvie hter ge«i stempelt worden ist!" ;

Aber sie predigten tauben Ohren. Gerade mußte Röpkö fünftausend Mark auszahlen. '

Na, seht ihr," meinte Moreth mit rotem Kopf,nur hübsch friedlich, zehne ist es noch lange nicht!"

Aber noch, nicht 8 Uhr hatte es geschlagen, da ivar? Hans-Wilhelm seinen ganzen Gewinn samt dem mitgebrach-« ten Gelbe los. Er wollte anfangen, unbar zu spielen, abev das verhinderte der Gastgeber.

Für heute ist Schluß. So 'ne Jeuerei kann auf die Dauer kein Pferd mit ausehen."

Röpke ivar's zufrieden; er packte iit aller Gemütsruhe das viele Geld und die Ehrenscheine ein.

Natürlich gebe ich jederzeit Revanche, Herr von Mo­reth", sagte er.

Die Reaktion trat ein, Hans-Wilhelms Nerven klappten; zusammen, sein Gesicht würde bleich wie eine Kalkwand: Seine Spielleidenschaft war wieder einmal toll mit ihm durchgegatigeit. Mühsam ordnete er feine Gedanken.

Eva wartete auf ihn, die Gutskaffe war leer, ob Röpke auch noch einige Ehrenscheine von ihm hatte, wüßte er überhaupt nicht, jedenfalls hatte er einen Verlust erlitten ohnegleichen. Er, der starke, große, breitschultrige rett)/ wurde nicht einmal mit zwei Spielen Whistkärteu fertig.

Da stieg ihm wieder der Ekel vor sich selber hoch.

Wenn er den nur bekommen hätte, ehe er die- ver> sülchten Karten angerührt. Aber vor dieseil glatten Recht-? ecken kapitulierte er wie ein Feigling, der eine feindliche Muskete auf sich gerichtet sieht. Mit seiner großen §anb' fuhr er sich über die Stirn, auf der kalter Schweiß staild. Jetzt, nach dem Spiele, waren ihm dieser Püchkow, dieser Düsedau und der dicke Röpke widerlich geworden, vor zwÄf Stunden war er allerdings anderer Meinung gewesen. NM