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durch, daß die Freibeuter jämmerlich zerblaut und zerschunden narb allen Windrichtungen auseinander stoben.

Die Revolutionsjahre 1848 rind 1849 gingen ohne starke Erschütterungen vorüber. Man sprach von Frecheit^ und 'Sktdr- fteit besuchte die Volksversammlungen, ärgerte dre Juden, wollte keine Steuern und Abgaben mehr zahlen, fügt- sich aber doch bald wieder in die alte Ordnung. J « '

Im Jahre 1866 gab es aus Sonntag, (1.-^uh, Emguartierung von Hessen und Württembergern; nach dem Friedensschlüsse ckrafmi am 13. September 500 Oldenburger em, wAche auf dem Rück­märsche in ihre Heimat sich befanden. Am.24. ^nni -,867 schlug der Blitz in den Kirchturm zu Echzell ein, ohne grossen ^eyaden auzm richten. Ganz Mitteldeutschland wurde an Fnem Tage von Ge­wittern heimgesucht; sie erstreckten sich von Pirmasens bis Brunn und es schlug über hundertmal ein. 1

Am 31. Ottober, 1., 2. und 3. dcovembcr 1869 wurden leichte Erdbeben verspürt, die in der Gegend von Groß-Gerau, Bensheim und Reichenbach sehr stark auftraten, in größeren Unterbrechungen bis in das Frühjahr 1870 dauerten und tu jenen Gegenden zu­weilen an den Gebäulichkeiten Schaden verursachten. Die Provinz Oberhessen blieb davon verschont. Die herrlichen Taten des wahres 1870, die noch in jedermanns Gedächtnis sind und zu deren An­denken im Jahre 1895 großartige Feierlichkeiten öerahftaltet wur­den, bedürfen keiner weiteren Schilderung. Aus Echzell, Bingen­heim und Gettenau waren viele Krieger mit in Frankreich und alle haben ihre Schuldigkeit getan. 1

Hiermit sind wir bis zur allerneuesten Zett herangeruckt. Wir haben versucht, dem freundlicheil Leser em kleines Bild von Bingenheim, Echzell und Gettenau und deren Geschichte zu zeichnen; es soll uns freuen, wenn der Versuch rasch durch zwei ^ahr- tausende zu eilen einigermaßen gelungen ist.

Traume.

Die neuesten Forschungen über die Psychologie des Traumes stellt der Leiter der psychologischen Abteilung an der Universität London William Brown in einem Aulsatz des Strand Magazins zusammen, wobei er besonders die Theorien der deutschen Ge­lehrten Scherner und Freud berücksichtigt. Das Stoffliche unierer Träume stammt aus Erinnerungen an vergangene Gr Willigen; am häufigsten tauchen Erlebnisse der frühen Kindheit m den dämmernden Visionen des Schlafes auf.

Häufig sind die Ereignisse des Traumes uns ganz fremd, aber genaue Nachforschung kann doch erweisen, daß sie erlebte Dinge widerspiegeln. Ein interessantes Beispiel dafür erz-ahlt Lelboeuf. Im Jahre 1862 träumte er, daß er zwei Eidechsen im Schnee fand, sie aufnahin, wärmte und in einem Loch in einer Mauer verbarg, wobei er ihnen als Nahrung ein bestimmtes Farnkraut hinlegte, das er im Traum deutlich mit dem botanischen kennen Asplenium ruta muralis belegte. Beim Erwachen^konnte er sich nicht erinnern, daß er jemals den Namen des Farnkrauts im Traum gehört hatte. Sechzehn Jahre später jedoch geriet ihm zufällig das Herbarium eines Freundes unter die Hande, in dem unter dem betreffenden Farrenkraut der lateinische Name von seiner Hand geschrieben stand. Er hatte 2 Jahre vor dem Traum einem Freunde das Harbarium eingerichtet. 15 Jahre nach dem Traum entdeckte er die Geschichte von den zwei Eidechsen in einer alten Zeitschrift vom Jahre 1861, so daß et also nun die Er­innerungsbilder aus ihre wahre Ursache zuruckfuhren konnte. Charakteristisch für die Träume ist es, daß Vorfälle durch sie wieder­erweckt werden, die im alltäglichen Leben als völlig unbedeutend erscheinen und daher gar nicht bemerkt werden Auf dieser Ta^ fache beruht die Theorie, daß das Träumen der Weg sei, durch den der Geist die unwichtigen Ereignisse des Tages ausscheidet, die wenn sie in der Erinnerung blieben, ihre normalen Funk­tionen stören könnten. Eine besondere Eigenschaft der, Träume ist die außerordentliche Schnelligkeit, mit der sie ablansen. Der Bruchteil einer Sekunde kann für einen langen und komplizierten Traum genügen. Das klassische Beispiel dafür ist ein Traum, den Maury berichtet. Er träumte, daß er in Paris zur Zeit der Revolution lebte; nach vielen Abenteuern und Bildern, die an ihm vorüberzogen, wurde er verhaftet, vor das Revolutions- tribunal gebracht, vernommen und zum Tode verurteilt. Von einer zahllosen Menge gefolgt, wird er zum Schaffott geführt, der Henker bindet ihn fest, das Beil saust nieder, er suhlt seinen Schlag und wacht auf, in Angstschwein, gebadet: dl- Stange des Bettvorhanges ist ihm aus den Nacken gesallen. Es ist wahrscheinlich, daß der ganze lange Traum durch diesen äußeren Reiz hervorgehoben wurde und sich in dem Augenblick abstuelte, der zwischen dem Niederfallen der Stange und dem Erwachen des Träumenden lag. Andererseits hat man aber auch beobachtet, daß die Vorgänge des Traumes sich in ihrem Verlaut dem Reiz, der das Erwachen hervorruft, anpassen. Hildebrandt gibt damr drei Illustrationen, die zeigen, wie daS Ertönen eines Weckers auf den Träumenden wirkt. Er träumt, daß er am Ostermorgen, in Feiertagskleidung, das Gebetbuch in der Hand, durch eine schöne Frühlingslandschaft wandelt; er gelangt vor eine lieb­liche Dorfkirche, und wie er in den Hof tritt, vernimmt er den leisen Klang der Osterglocken. Auf einmal aber gehen diese

hellen zarten Töne in ein schrilles Gebiistmel über: die Weckuhr mischt sich mit ihrem Lärm darein. Aehnlich ist es mit einer Schlittenfahrt, bei der der Träumende zuerst nur das leise Lauten der Glöckchen hört, das jäh in das grelle Rasseln des Weckers übergeht. In einem dritten TrauM befindet er sich mit der Familie beim Essen, das Dienstmädchen tritt mit einem Berg; von Tellern ein; er ruft ihr zu:Vorsicht, Sie werden hin- sallen!" die Teller stubzen zu Boden, und ihr krachendes Geklirr klingt fort in dem Wecker, der ihn aus dem Schlaf stört

Man hat auf experimentellem Wege untersucht, welche Emp­findungen solch äußere Reize im Traum Hervorrufen. Maury kitzelte mit einer Feder einen Schlafenden an Lippen und ocase; dieser träumte von einer schrecklichen Marter, bei der ihm eine Gipsmaske auf das Gesicht gelegt und fortgerissen ^worden war, so das- die Haut mit abging. Einen anderen Schlaser ließ man Wasser auf die Stirn tropfen. Er träumte, er sei m Italien und schwitze furchtbar; doch schloß sich die angenehmere Vorste.lung daran an, daß er, um seinen Durst zu stillen, weißen Wein von Orvieto trank.

NsVmiscbtsK.

kf. Wie lange w ä ch st der M e lisch? Es ist eine ver­breitete Ansicht, daß der Mensch mit dem 25., höchstens 30. Jahr« ausgewachsen" sei., Soweit es sich um das Längenwackjstnm handelt, stimmt dies ungefähr, denkt man aber an das Körper­gewicht, so ist die Annahme ganz falsch. Nach neueren Arbeiten Friedenthals über dieNaturwissenschaftliche Wochenschrift be­richtet, nimmt der männliche Europäer bis zu seinem v0. ^aljre zu. Die richtige Feststellung der Wachstilinskurve ist sehr schwer. Das Wachstum der Gewichtsvermehrung mit einer täglichen Zu­nahme von 40 Gramm liegt 10 Tage nach der Geburt. Im Alter von 135 Tagen beträgt die Zunahme noch 30 Gramm und im Alter von 1375 Tagen 4 Gramm. Bon da an zeigt die absolute Zunahme unregelmäßige Schwankungen sie wahrt bis zum Alter von 18 530 Tagen (etwa 45^ Jahren) und belauft sich dann noch auf durchschnittlich 1,4 Gramm am Tage. L.as Maximum der prozentischen Zunahme liegt am Lebensanfange, also vor der Geburt, wo es durchschnittlich 1200 Proz. am Tage ausmacht. Von der ersten Zunahme nach der Geburt mit M Isroj. täglich sinkt die Gewichtszunahme mit nur geringen Schwan­kungen. Das Wachstum des Menschen erfolgt nicht gleichmäßige sondern zu ganz verschiedenen Zeiten erleiden die verschiedenen Organsysteme das Maximum ihrer Wachstumsgeschwindigteit. Noch lange nach Beendigung des Gesamtwachstums können gewisse Organe eine erhebliche Zunahme der lebendigen Substanz aus- weisen. Vergleiche zwischen Menschen und Asien haben ergeben, Dinh sicherlich auch die Wachstumskurve) der der der

anthropoiden Affen nach den heute vorliegenden Daten mehr Gewichtskurve des Menschen ähnelt, als der Gewichtskurve niederen Assen.

* D e r b e st e B e w e i s. Der Redner zum Redakteur:Und ich dachte doch, Ihr Blatt sei mir freundlich gesinnt! Ter Re­dakteur:Aber gewiß, was ist denn los?' -xet Redner:Nun, ich hielt doch gestern abend meine Rede und Sie haben nicht eine Zeile darüber gebracht." Der Redakteur:Nun, und sie wollen noch mehr Beweise?" . _ ... ,

Di eschmerzlose" Operation. serRekonvalcs- zeitt, nicht ohne Bitterkeit:Und er sagte mir doch, die Operation würde vollkommen schmerzlos sein." Der Freund: »Nun, war sie es denn nicht?"Nein, er hat 6000 Mk. liquidiert."

Sitaknrätfel.

Aus jedem der solgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, sodaß sich ein neues.Zitat ergibt:

1. Wie schön ist es und herrlich, Hand m Hans

' Mit einem teuren, vielgeliebten Sohn ....

2. Wer int Glück ist, der lerne den Schmerz,

3. Am meisten lieb' ich mir die vollen Eischen Wangen.

4. Aus der Jugendzeit, ans der Jugendzeit

Klingt ein Lied mir immerdar . ,. .

5. Wenn Mädchen sechzehn Jahre zählen, So werben sie schon selber klug.

6. Wer nicht vorwärts gebt, der kommt zurücke.

7. Dein Urteil tarnt sich irren, nicht mein Herz.

8. O, hat der Himmel keine Engel mehr?

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Diamant-Rätsels in voriger Nummer:

R <> in Selma S$ o I i v i a David Cis a

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buck» und Steindruckerei, R. Lange, G>eße«.