Ausgabe 
8.12.1913
 
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Vüchertisch.

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(Fortsetzung folgt.)

Volke.

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burtstage Richard Dehmels ist als ftvohlfeile Volksausgabe in drei Bänden eine Sammlung seiner Werke erschienen. Tehmcl ist wohl der einzige Lyriker unserer Zeit, bet .dem eme .solche Ausgabe ihren Namen im wörtlichen Sinne trägt; nicht bloß, datz eine wohlfeile Ausgabe gemeint ist, sondern wirklich eme, die dem Volke gehören ins Volk dringen und wirken will. Vom ersten Auftreten an ist er wachsend, ganz derselbe geblieben, und die neue Aus­gabe seiner Werke stellt ihn vor uns hin als einen der bewußten, verantwortungsvollen Arbeiter und Verkünder der Humanität, der Menschwerdung. Er hat nicht nur schöne Gedichte gemacht - viele schöne Gedichte voll Glut und Lebensrhythmus -- sondern er ist ein Dichter, edelstes Blut der Zeit, und als solcher gehört er nicht bloß dcni Einzelnen, Kenner und Amateur, sondern dem

Der Hinterwäldler. Silas, im Store seines Hinter- wäldlerdorses:Ich fahre aus einen Moment nacst New York und brauche zwei Kragen." Der Verkäufer, zweifelnd:Werden zwei auch für einen ganzen Monat ausretchen?' Silas, groß­zügig:Also schön, sagen wir drei!"

* D es Kutschers Rache. Die Autodroschke hat eine Panne, und der Chauffeur müht sich aus Leibeskräften, den Motor wieder in Gang zu bringen. Ein Kollege von derPserde- branche" steht breitlächelnd daneben und guckt gemütlich zu.Na, hilf mir doch etwas!" ruft der Chauffeur, und der andere streckt

Magisches Dreieck.

In die Felder nebenstehender Figur Imb die Buchstaben a a b b i_i 1 1 n n n r r u n derart einzutragen, daß die einander ent­sprechenden ivagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:

1. Farbigen Edelstein.

2. Mächtiges Gebirge.

3. Ungarischen Titel.

4. Teil von Illyrien.

5. Emen Buchstaben.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Gitterrätsels in voriger Nummer:

i g i r k a h a

b u r g h u i

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Von den nun folgenden Septembertagen erinnere ich mich sehr deutlich an den Nachmittag des, letzten der. warmer Sonnenschem, und ich ging nach Tisch mtt «in kleinen Bruder auf das Wiesengelande an der Ohm, wo die große Herbstwäsche gebleicht und getrocknet wurde. - Solche große Wäschefeste sind nun auch nicht mehr üblich.

Dort, auf der Wiese, wurden wir Mit der Nachricht, datz wir ein Brüderchen bekontMen hätten, überrascht.

Gegen Abend, als der Kleine aus dem Schoß der Amme lag und gewaschen wurde, durften wir ihn zum erstenmal sehen. Er war ebenso winzig und nicht anmutiger als andere neuge­borene Wesen seiner Gattung und seinem Bruder siel beim Anblick der Bewegungen, die er mit den Aermchen^ und SSßincn. machte, bet ßtüite ein, t.. ... - -

zimmer der Großeltern im Glas saß und auf einer barm stehen- hpn ff ein en ^eiter' auf- und abstieg.Js das nauvttosch Diese Frage, die er in aller Unschuld stellte, ist ihm bis heute in der Familie noch nicht vergessen worden, ^var selbstver­ständlich, daß dieses Ereignis uns noch, lange bei den W eitern festhielt. Der Vater kam zur Aaufe und spater noch einmal, nm uns heimzuholen, ehe der Winter in semm grim­migsten Gestalt im Vogelsberg emgezogen, war. Gesättigt mtt Herbstfreuden und um ein Familtenglied reicher kehrten ton alle in unser rauhes und doch geliebtes Bergland zurück.

511 Ti^ami folgende, häufig ziemlich aruiselige Dörfer berüh­rende Fahrt, brachte uns erst, als ton dem Ohmtal nahe kämm, Naturschönheiten zu Gesicht, die sich mit den am Borm ttag mittelbaren Reiz! Denn der Wald und der Fluß, da» uns vom Berg herab grüßende Städtchen Homberg und alle ubrtgn ÄS d-s «t(« («W »nm na*

einem langen Reisetag dem zehnten Ziele nahe waren.

Hans Baluschek,Spreeluft", Berliner Geschich­ten Mit Titelzeichnungen und 8 Illustrationen vom Verfasser. Vita, Deutsches Berlagshaus, Berlin-Ch Preis brosch. 3 Mk., geb. 4 Mk. Hans Baluschek hat hier einmal den Pmsel mit der Feder vertauscht und wir haben alle Ursache, uns auch dessen M freuen. Typen aus hem großen Dorf an der Spree der Weltstadt BertM läßt er vor tuns in solcher fabelhaften Lebendigkeit er­stehen, daß wir ihnen beim Lesen zunicken möchten als guten alten Bekannten. Aber auch in die tiefsten Tiefen der Kunstterseele taucht Baluschek, in jene dunklen Gebiete, wo schon der Wahnsinn lauert, und wie er diese Menschen in allen Regungen ihrer ge^ quälten Psyche ßeichnet, das ist kn Wahrheit gemal. Hier ist er Maler und Dichter zugleich, gibt mit wenig Strichen vollkommene Bilder und bewährt in gleich hohem Maße die unübertrefflich:. Feinheit seines geistigen wie seines körperlichen Angus.

Sechzehn Jahre als Quarantänearzt in der Türkei von Dr. med. Lamee Saad. Mtt 16 Tafeln und 1 Karte Preis 8 Mk. Verlag pon Dietrich Reimer (Ernst Vohsen) in Berlin Der Verfasser, ein deutscher Atzt, ivar als Beamter des internationalen Sanitätsconseils nacheinander in den Städten

. zitnnujtn unv , Skhanckin im Irak an der türkisch-persischen Grenze, ili Trapezunt , der im Wohn-- I und Burgas am Schwarzen Meer, tn Erzerum, dem Mittelpiinkt der armenischen Unruhen, in und bet Konstantinopel und schließlich in Jafa im Quarantänedienst angestellt. So oft im ^nnern des Landes die Cholera ausbrach oder von Persien her die dort en­demische Beulenpest eingeschleppt wurde, mußte er unter Mlt stän­diger Lebensgefahr auf langwierigen Reisen beit Herd des Uevels aufspüren, die widerspenstigen Provinzialbehörden zu den notigen sanitären Maßregeln zwingen, Cordons einrichten und mspezieren und sich mit den in Quarantäne zurückgehaltenen eingeborenen Pilgern und Reisenden jeder Art herumschlagen. Als ein mensch­liches Dokument ist das Buch voller Interesse, aber auch von am deren Gesichtspunkten aus wird es sich außerordentlich lehrreich erweisen. Es gewährt einen tiefen Einblick in die Zustande der Türkei vor dem Umsturz.

Richard Dehmel. Gesammelte Werke in drei Bänden I Einbandzeichnung von Professor E. R. Weiß Mit dem^Bild de^ Dichters in Lichtdruck. (S. Fischer, Verlag Berlin.) In Lemen

* «ilmbunkor Die vielerörterte Kinofrage hat sich längst I gebunden 12,50 Mk., tu Halbleder gebunden 16 Mk. Zum 50. Ol­einen großen'Kaum in den Witzblättern erobert und die Berliner 1 S - - - >"

Lustigen Blätter" jetzt sogar zu einer eigenen Ftlmmimmer be­geistert der wir folgende gelungene Scherze entnehmen: Die Familie eines bekannten Schriftstellers ist genial bis hinunter zu dem vier­jährigen Söhnchen. Einmal streichelte der Freund des Hauses liebevoll die Backen dieses Söhnchens und sagte zu dem Papa:

Tun Sie mir beit Gefallen und verderben Sie den Jungen nicht. Vor allen Dingen lassen Sie ihn vorläufig keine Kumdrameu anseben'"Wo denken Sie hin, lieber Freund, solange er mcht schulpflichtig ist, darf er höchstens welche schreiben!! Der Fahnenträger Hesselbarth ist im Anschluß an das Stiftungsfest deS Kriegervereins in einen Kanalisationsschacht geraten. Er tastet ein Weilchen an den Wänden des dunklen Raums herum: Damr fällt sein Blick nach oben. Durch die viereckige Schachtmündung dämmert der Morgen herein, und das erschrEe Gesicht erneS Kanalisationsarbeiters neigt -sich über den Rand. Da macht es sich der Fahnenträger Hesselbarth bequem, und verwundert zwar, aber doch beruhigt, brummt er:Weeß Jott, et is n Kientopp. Di« Siraßeupassanten rennen, um Zeugen einer Filmgroteske m werden Auf der Veranda eines Hauses ist ein schreiender Mann erschienen/ Hinter ihm her stürzt ein vierschrötiges Weib und zerschlägt einen Porzellantopf auf seinem Schädel, Dann gibt fte ihm einen Stoß ins Genick, so daß der Unglückliche über die niedrige Balustrade auf das Straßenpflaster fällt. Kaum ist er unten, so kommt ein schwerer Gartenstuhl von oben, und triftt den Mann ins Kreuz.Sie müssen doch ganz kaput sein nach solclnr Kino- aufnahme!" bemerkt einer der Zuschauer.vys ja jar keene. lautet die wütende Antwort.

.. , , kal)0U empfand I ihm mit ruhiger Ironie die Peitsche hin:Da nimm, treib

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rechts ab und burdjquerten ihn aus einer Sckmech, nn nach I ( üen? Kleines Mädchen:Weil jeden Augenblick Besuch kom- Freienscen zu kommen und die Reise in gernounter urt i fann

Redaktion: K. N ea t h. - Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'-chen Universitätr-Buck- und Steindruckerei. R. Lang«. Dietz».