560

felb gruppieren sich in diesem Mosaik acht quadrattscheFel-- der, von denen vier symbolische Darstellungen der Wmo- götter und vier solche von jenen römischen Provinzen ent­halten, die zu Ostia lebhafte Handelsbeziehungen unterhiel­ten und die Hauptstadt mit Korn und anderen Nahrungs­mitteln versorgten. Ganz nahe nördlich von den Thermen liegt die bereits durch frühere Ausgrabungen berührte, aber erst jetzt ganz freigelegte Kaserne der Feuerwehr, em Rechteck von zirka 45:60 Meter mit festungsartig geschlos­senem Erdgeschoß, dessen Wände nur von schmalen schretz- schartenähnlichen Fenstern durchbrochen werden. Vor dem Portal standen zwei kleine Häuschen, nach der Dekoration mit Trinkgefäßen zu schließen Marketenderbuden. Der statt­liche Säulenhof ist an drei Seiten von Wachtlokalen, Maga­zinen und dergl. umgeben; an der vierten befindet sich eme große schön geschmückte Kapelle für den Kaiserkult., Unter den sonstigen Räumen fällt eine luxuriös und geräumig aus­gestattete Latrinenanlage auf, in welcher sonderbarenweise eine kleine Kapelle der Fortuna mit entern Marmoraltar eingebaut ist. Sie war laut der Unterschrift von einem Un­teroffizier des Feuerwehrkorps gestiftet und bestätigt das Wort des Kirchenvaters Clemens von Alexandrien, der die Heiden verhöhnt, weil sie der Glücksgöttin sogar auf dem Abtritt Altäre errichteten. Nicht weit von dem schon früher erforschten Theater ist ein interessantes christliches Denkmal ans Licht getreten, ein kleiner Bau mit mehreren Apsiden, wahrscheinlich ein zum Andenken an mehrere Märtyrer er­richtetes Oratorium. Bei Freilegung des Platzes hinter dem Bühnengebäude wurden wichtige Mosaiken und Inschriften gefunden, die über die große Ausdehnung des von Ostia aus betriebenen Handels orientieren. Außerdem wurden große wohlerhaltene Speicher und Magazine freigelegt, so neben einer Bäckerei ein Magazinraum mit 35 kugelförmigen Ton­gefäßen, in denen Mehl bewahrt wurde. Die Häuser, die man in der Umgegend dieser großen Speicher ausgrub, ha­ben Läden im Erdgeschoß, sind teilweise bis zum zweiten Stockwerk erhalten und lassen darauf schließen, daß noch ein drittes, vielleicht sogar noch mehrere Stockwerke vorhanden waren. Die großartigste aller Ruinen von Ostia, die Cella des großen Tempels, die Jahrhunderte lang als ein­ziger Bau über die Schutthülle hervorragte, ist nunmehr näher durchforscht worden. Der prächtige Ziegel­bau ist im Anfang des zweiten christlichen Jahrhunderts errichtet worden und war wohl, wie man einer Ehreninschrift entnehmen kann, der Roma und dem Augustus geweiht. Die lange umstrittene Stätte des F o- r u m s ist nun ebenfalls durch einen vor kurzem gemachten Fund sicher gestellt. Man fand in unmittelbarer Nähe des großen Tempels eine Marmorbasis mit Inschrift, die be­wies, daß hier das Forum liegt, das in der nächsten Aus- grabungscampagne ans Licht gehoben werden soll.

Ein zweites Pompeji vor den Toren Roms, so darf man das wiedererstandene Ostia nennen, das seine einzigartige Bedeutung gerade als Ergänzung der in Pom­peji gewonnenen Eindrücke besitzt. Während die Reste des zur Zeit der Republik entstandenen Ostia nicht sehr bedeutend sind und auch die älteste Anlage nicht über das Jahr 300 v. Ehr. hinauszugehen scheint, zeigt die obere Gebäudeschicht, das Ostia der Kaiserzeit, eine Stadtanlage, die zum großen Teil um die Wende des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. ent­standen ist, also gerade da beginnt, wo Pompeji aufhört. Ne­ben das mehr idyllische Bild der eampanischen Villenstadt tritt hier der imposante Eindruck einer römischen Han- de l s st ad t, die mit ihren vielstöckigen Häusern und ihren Bauten für Hafen und Handelszwecke ein reiches, bisher un­bekanntes Material zum Studium der römischen Bautechnik und der Wanddekoration der Kaiserzeit darbietet.

Vermischtes.

kf. D i e T o t e n l i st e des Meeres. Nach einer amtlichen Ausstellung sind in den fünf Jahren von 1907 bis 1911 zusammen 1431 Schiffe aus dem Meere in Verlust gegangen, wobei jedoch nur Fahrzeuge von mehr als 100 Tonnen berücksichtigt worden sind. Die Tonnage der in Berlllst geratenen Seeschiffe zeigt die Neigung zu beständiger Zunahme: während im Jahre 1907 273 Schiffe von zusammen 408 328 Tonnen den Wogen zum Opfer getanen sind, waren es im Jahre 1911 305 Schiffe mit nahezu 450 000 Tonnen Gehalt. Interessant ist der Tribut, den die Flotte der verschiedenen Länder zu dieser Totenliste des Meeres zahlen

mutz. Im Jahre 1911 führt Großbritannien die traurige Listen dessen Flotte in dem gedachten Jahre 112 Schiffe verloren hat. In weitem Abstande folgen Norwegen, Deutschland und Japan, die 23, 20 20 Schiffe eingebüßt haben. Ganz anders aber stellt sich das Verhältnis, wenn man die Schiffsverlttste der verschiedenen Länder im Verhältnisse zum Gesamtumsange ihrer Handelsflotte berechnet. Da schneidet am ungünstigsten Japan ab, welches 2,32 v. H. seiner Flotte im Jahre 1911 eingebüßt hat. Es folgen Nor­wegen mit 1,67, Großbritannien mit 1,32, Italien mit 1,25, Frank­reich mit 1,24 v. H. und erst an sechster Stelle in dieser Liste stoßen wir auf unser Vaterland, das nur 1,08 v. H. seiner Flotte verloren hat. Diese Ausstellung berechtigt daher zu der Annahme, daß die deutschen Seeschiffe sich im allgemeinen durch große See­tüchtigkeit auszeichnen und von unseren Seeleuten vorsichtig und besonnen gesührt werden.

" Die Ratte im Kampf gegen die schlagenden Wetter. In einer Parker Fachzeitschrift für Bergbau und Hütten­kunde macht ein phantasiereicher Amerikaner einen eigenartigen Vorschlag zur Verwendung der Ratte im Kamps gegen die schlagen­den Wetter. Dieser Vierstißler ist, wie so mancher andere, gegen gistige Gase sehr empfindlich und kann als ein sicherer Verkünder des Auftretens dieser gefährlichen Erscheinungen gelten. Daran knüpft die neue Idee an. Es wird eine kräftige Ratte ausgesucht und in einen Trahtkäfig gesetzt, der eine sich drehende Fläche ent­hält. Diese Fläche setzt durch einen Riemen einen kleinen Elektri­zitätserzeuger in Tätigkeit, der wieder eine kleine elektrische Lampe speist. Die Ratte aber dreht die Fläche, indem sie sich vergeblich bemüht, ein Stück stark riechenden Käse zu erreichen, das in deut­licher Geruchs- und Sehweite, aber für das Tier nicht erreichbar, angebracht ist. Der Apparat funktioniert also derartig, daß die Ratte den Käse riecht, ihn erlangen will und durch ihre An­strengungen das Leuchten der Lampe hervorbringt. Füllt sich die Luft des Bergwerks mit giftigen Gasen, dann verliert die Ratte ihre Kräite und die Lampe erlischt. Der Beobachter des Apparates erkennt daraus die nahe Gefahr und schlägt Alarm. Die Ratte ist natürlich nicht immerwährend im Dienst; sie hat ihre Arbeils- und Ruhestunden; sie darf aber nicht zu viel zu essen bekommen, damit sie mager bleibt und ihr Verlangen nach dem Käse sowie ihre eifrige Bewegung nicht nachlassen. (?)

* Der böse Blick von Ambroise Thomas. In der Pariser Schauspielerwelt war, wie dieComödia" erzählt, Ambroise Thomas, der Komponist der entzückendenMignon", als derMann mit dein bösen Blick" gefürchtet lind gehaßt. Tie stets aber­gläubischen Künstler schrieben ihm mehrere unheimliche, Eigen­schaften zu. Dieser Glaube ivurde noch durch zivei Ereignisse ver­stärkt. Die beiden größten Theaterbrände, die Paris erlebt hat, stehen mit dein Namen Ambroise Thonias in Verbindung. In der Nacht vorn 28. ans den 29. Oktober 1873, nach einer Probe der Jeaiine d'Arc" von Mernet, brach in der Oper Feuer aus. An den Aiischlagsäulen war bereits die zehnte VorstellungHamlets" von Thouras angeschlagen. Thomas und Dientet waren aber Feinde und so bemächtigte sich bald der Aberglaiibe der Schauspieler lebhast dieses Stoffes und brachte die beiden Namen in Zusammen- hang. Die Partitur derJeanne d'Arc" konnte nur mit Mühe gerettet werden. 14 Jahre später, am 25. Mai 1887, brach im Theater Favart in Paris ebentalls Feuer aus, das mehrere Opier forderte. Es ivar dies während einer Vorstellung derMignon". Hier konnte ebenfalls nur mit Mühe das Textbuch desKönigs wider Willen" von Chabrie, mit dein Thomas ebenfalls verfeindet war, gerettet werden.

Rösselsprung.

Auflösung in nächster Nummer.

sein

iviß

unter

er

hat

eine

ge

ließ

al

ver

der

der

jeder

les

jeder

gang

den

was

les

al

ge

was

le

ganz

sieht

be

tan

et

and

ein ,

an

nes

was

re

reut

er

Auflösung des Diamant-Rätsels, in voriger Nummerr

A p t

Blake Spanien Fries Lea n

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Nmversitäts-Buch- und Steindrnckerei. R. Lange. Gießen»