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VPerieren. Bei Magdeburg stand General Girard mit 6000 Mann. Mit 36 000 Mann hielt Napoleon in Dresden; im Lager von Pirna stand Marschall St. Cyr mit 15 000 Mann. In Schlesien waren 100 000 Mann unter Ney gegen Blücher ausgestellt; bei Zittau hielten 60 000 Mann unter.Ponjatowsky zur Unterstützung Neys. In Würzburg bildete sich ein Armeekorps unter ßhigetan. 56 000 Mann organisierte der Vizekönig von Italien. Napoleon gebot im ganzen über eine H.eeresmacht von 400 000 Mann, denen 500 000 Mann der Verbündeten gegenüberstanden, ßn Wirklichkeit operierten aber im Felde nur 300 000 Franzosen gegen 400 000 Mann der Verbündeten. Ter Plan der Verbündeten ging dahin, mit der böhmischen 8lrmee Napoleon in seiner rechten Flanke, mit der Nordarmee in seiner linken Flanke zu umfassen, wahrend in der Front Blücher mit der schlesischen Armee vorgehen sollte. Wir können hier den dadurch veranlaßten gegenseitigen Bewegungen im' August und September in der Hauptsache nur soweit folgen, als sie die Verhältnisse der hessischen Truppen berühren.
Tie Vor- und Rückwärtsbewegungen der Armeekorps, denen die hessischen Truppen angehörten, vollziehen sich im August und September innerhalb einer geraden Linie von Osten nach Westen und umgekehrt, von der Oder rückwärts bis zur Elbe. Tabei kommen im besonderen in Betracht die Gebiete von Lieg- nitz an der Katzbach, von Bunzl au am Bober, von Soufian an dein Queis, von Görlitz, an der Neiße, von Bautzen an der Spree, von Dresden an der Elbe.
Arn 15. August firicht die hessische Brigade mit der Division Marchand aus dem Lager von Lüben auf und marschiert zuerst in der Richtuiig Liegnitz, daun nach Bunzlau, wo sie am 20. ankommt. Der Feind geht bei der Annäherung des 3. französischen Korps (Ney) auf das linke Boberufer zurück, hält aber die Stadt Bunzlau besetzt. Etwa 2 Stunden unterhalb der Stadt zerstört das 1. Gardefüsilierbataillon die über den Bober führende Brücke; seine Schützen vertreiben die an dem Ufer schwärmenden Kosaken.. Tas Korps Ney setzt am 20. seinen Rückmarsch nach Görlitz fort, geht aber wieder vor, als Napoleon von Dresden her mit Verstärkungen heranrückt.
Um diese Zeit erhält das 2. Bataillon des Gardesüsilier- regiments Befehl, als Ehrenwache und Bedeckung des Kaiserlichen Hauptquartiers nach Dresden abzumarschieren, wo es bis zum 7. Oktober verbleibt. Damit war das 2. Bataillon des Regiments während des ganzen Feldzuges von seiner Brigade getrennt.
Ilm 23.' August muß das Neysche Korps über Haynau nach Liegnitz Vorgehen. An demselben Tage werfen das 5. und H. französische Korps den General Yorck über die Katzbach nach Sauer zurück. Gleichzeitig sieht sich aber Napoleon veranlaßt, nach Dresden zurückzukehren, da hier die Stellung seiner Hauptmacht von der heranrückenden böhmischen 9trmee bedroht ist.
Arn 25. August war die 39. Division Marchand über Hay- uau nach Liegnitz vorgegangen, wurde aber am 26. wieder nach Haynau zu rückbeordert. Dadurch entgingen die Hessen dem furchtbaren Geschick, das die übrigen Korps an diesem Tage an der K a tz- ha ch traf. Tas 1.Bataillon der Hess.Leibgarde, das am 25. in Haynau zurückgeblieben war, wurde mehrmals alarmiert und zur Uefiergäbe aufgefordert. Ter Bataillonskommandeur Prinz von Wittgenstein, erteilt deut feindlichen Parlamentär die höhnische Antwort: „Ihr Ches mag kommen und das Bataillon abholen." Bei dem Rückmarsch der übrigen Teile der hessischen Brigade nach Haynau wäre beinahe Prinz Emil von schwärmenden Ko- sakeii gefangen genommen worden. Er war nämlich des strömenden Regens wegen seiner Brigade vorausgefahren.
Am 26. August verliert Marschall Maedonald die Schlacht an der Katzbach gegen Blücher. Ter Marschall hatte gleichp- zeilig 'mit dem Feind, ohne es zu wissen, die Offensive ergriffen. Beide Armeen rückten, ohne sich zu sehen, in einem dichten Nebel gegeneinander vor. Blücher beabsichtigte, die Franzosen auf dem linken Ufer der Katzbach anzugreifen; doch ehe das schlesische Heer nachmittags 2 Uhr dem Flusse sich näherte, fand es den 'Feind in vollem Abzug nach dem rechten Ufer, um sich in den Ebenen von Wahlstatt auszubreiten. Ein hartnäckiger Kampf beginnt auf beiden Seiten. Ter ununterbrochene Regen, bet bem alle Gewehre versagen, die Ueberlegenheit der preußischen Reiterei und der Umstand, daß General Sonhäin mit dem ganzen Park in einem1 Dsfilse steckt, aus dem er bei den grundlosen! Wegen nicht herauskommen kann, müssen die Niederlage der Franzosen bewirken. Was' nicht niedergemacht wird, findet in den reißenden Fluten der Katzbach sein Grab. Nur kärglichen Trümmern der französischen Korps gelingt es, die Straße nach Bunzlau zu erreichen.
8km 26. uub 27. August, an dem Tage der Niederlage an der Katzbach, erringt Napoleon einen glänzenden Sieg bei D r c s - ben. Mit 60 000 Mann schlägt der Kaiser 150 000 Mann der böhmischen Armee, die ihm seinen Hauptstützpünkt Dresden entreißen wollten. Als der Kampf bei Dresden tobt, kommt am Abend des 26. um 9 Uhr das 2. B a t ai l l o n des Hess. Gardefüsilier regimeitts an. Es war, wie vorher erwähnt, Hierher abkommandiert totorben. Tie Nacht wartete es auf dem Marktplatz weitere Verhaltungsm'aßregeln ab. Als das Bataillon von der Höhe atp „weißen Hirsch" nach Dresden marschierte, übersieht eZ die feit 4 Uhr begonnene Schlacht. Es siebt noch, wie
nahe an der Stadt tun den Besitz der Verschanzungen gekäinpst wurde, wie immer neue Truppen aus der Stadt defilierten, um die verlorenen Punkte wieder zu nehmen, und wie der Feind sich zum Rückzüge anschickte. Gegen Mitternacht ließ der Truppen- kommandeur des Kaiserlichen Hauptquartiers das Bataillon in die Pirnaer Vorstadt einquarticren und ihm eröffnen, daß es nun- Mehr als Schutzwache der Equipagen des Kaisers dienen solle und btefern, jetzt überall zu folgen habe. Am 27. August greift Napoleon die böhmische Armee, die ihn am Tage zuvor angegriffen, selbst an, und erringt bis zum Abend einen vollständigen Sieg. Er zwingt den Feind nicht nur zum Rückzug nach Böhmen, sonderw macht noch 14 000 Gefangene und erbeutet 26 Kanoiwn und 48 Fahnen.
Kehren wir zur hessischen Brigade zurück, die wir am 26. August in Haynau verlassen haben. Am 27. August bricht die Brigade mit der Division von hier auf, um ihren Marsch rückwärts nach Bunzlau fortzusetzen. Auf deut Wege dahin waren die Straßen dicht mit flüäjtenöeit Franzosen gefüllt, die von der Wahlstatt an der Katzbach kamen und bei dem strömenden. Regen auf grundlosen Wegen sich, abinuhten, Bunzlan zu erreichen. ßn der Stadt Bunzlau wimmelte es von Soldaten, Nur einzelnen Teilen der hessischen Brigade gelingt es, über den reißenden Bober zu kommen, dessen Fluten die Brücken überschwemmten. Tas 1. Bataillon des Gardefüsilierregiments konnte die Brücke nicht passieren und mußte in der Nacht jenseits derselben biwakieren. Ebenso erging es bem Leibregiment, das sich noch in der Nacht jenseits der Boberbrücke in einem: Torfe herumplackte.
‘Slaä'f Wiederherstellung der Brücken über den Bober durch die Hessen marschiert die Tivision am 28. August in der Richtung Soufian weiter. Sie kommt aber nur langsam vorwärts, da das Q n e i s t a l überschwemmt ist. Erst am 29. August ist das Wasser so weit gefallen, daß es durchwatet werden konntL., Ilm Nachmittag kommt die Tivision in Lanban an. Hier nimmt sie die Trümmer der Tivision Puthold auf, die bei Löwenberg: an dem Bober von den nachdrängenden Blücherschen Truppest angegriffen, umringt wurde und sich mit dem Rufe: „Sauve qui pent!" aufgelöst hatte.
Am 31. August setzte die Tivision Marchand ihren Marsch nach Görlitz fort, von wo aus sie sich zunächst nach Süden, nach Reichenbach, wendet, um sich dann hinter die Spree bei Bautzen zurückzuziehen, das am 2. September erreicht wird. Hier kam auch am 4. September Napoleon an, der unmittelbar nach der Schlacht bei Dresden Maedonald zu Hilfe geeilt war unb Blücher wieder über die Neiße und den Queis wieder zurückgedrängt hatte. Tie Niederlage seiner anderen Generale nötigten den französischen Kaiser zur Rückkehr nach Dresden. Am 23. August war nämlich Qndinot bei Großbeeren geschlagen worden: am 29. und 30. August war das 1. Armeekorps des Generals Vandamme bei Kulm gänzlich aufgerieben worden. Am 6. September erlitt Ney, der 'mit ber jungen Garde bei Dresden noch siegreich gekämpft hatte und dann nach Berlin operierte, bei Den n e wi tz eine verhängnisvolle Niederlage. Nachdem die Division Marchand und damit die hessische Brigade am 8. September vom 3. Ney scheu Korps zum 11. deS Marschalls Maedonald gekommen wär, setzte sie mit diesem den Rückmarsch von Bautzen nach Dresden fort und verweilte bei Bischofswerda vom 13. bis 21. September. Am 12. September kehrte das 1. Bataillon des Hess. Gardefüsilierregiments, das einen Transport Kranker unb Verwundeter von Bautzen nach Dresden geleitet hatte, nach Bischofswerda zu seiner Brigade zurück. Aut 23. September versuchte Napoleon zum dritten Male über Bautzen mit bem Maedonaldschen Korps gegen Blücher vorzugehen. Tie hessische Bngade staub als Reserve auf dem Kapellenberg bei Bautzen. Blücher wich einer Schlacht aus, unb Napoleon gab es' jetzt auf, Weitere Vorstöße nach biefer Sette hin gegen ihn zu Unternehmen. Er ließ bas Maedonalbsche Korps nach Dresden zurückkehsten; die hessische Brigade kam' bet deut Torfe W ei ßi g bis zum- 2. Oktober in Biwak. Am 28 September erschien der Kaiser bei der Tivision im Lager und verlieh zwanzig Orden der Ehrenlegion, davon 5 an das Gardefüsilierreglment.
Anfangs Oktober wurde Napoleons Sage immer schwieriger. Blücher näherte sich elbabwärts der Nordaruiee des Kronprinzen pon Schweden, und General Bertrand, der dies verhindern wollte, wurde von Yorck in ber Schlacht bei Warten berg bet Wittenberg geschlagen. Tie Division Marchand brach aut 6. Oktober von Dresden auf und marschierte am linken Ufer ber Elbe abwärts bis Meißen, Oschatz, Dahlen auf Wittenberg los, wo sie am 12 Oktober an kam. In Oschatz war am 8. Oktober da» 2. Bataillon des Gardefüsilierregiments angekommen, das in Vereinigung mit eine französischen Mariitefiataillon, 1 Abteilung Badener Dragoner, 3 Schwadr. französischer Kavallerie, zahlreicher Abteilungen Geusd'armes und mit 6 sechspfundtgen Kanonen unter dem' Kommando des Generals Turier die Eskorte de» kaiserlichen Schatzes und der Equipagen bildete. Am 10 kommt das Bataillon nach Saufigf, am 11. nach Tuben, am 13. nach Ellenburg am rechten Ufer der Mulde, wo tzs bis zum 17. Oktober noch während der Schlacht bei Sechzig verblieb j
Tie hessische Brigade erhalt am 13. Befehl, von Wittenberg nach Seipzig zurückzumarschieren. Sie kommt am 15. tn Taucha , nordöstlich von Leipzig, an. vereinigte Napoleon alle seine Streitkräfte, um, gegen die böhmische Armee


