sfrsurnlirbe.
Roman von Horst Bodemer, (Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Hans-Wilhelm rechnete in seinem Arbeitszimmer Mit Drewel; aber es kam nichts Gescheites dabei heraus'; er Mar zerstreut und sagte nur immer, wenn ihn der alte Mann etwas fragte: „Ja doch — ja!"
Eine Zeit lang sah das! der Oberinspektor ruhig mit an, dann rieb er seinem Herrn ohne Umstande die Wahrheit ünter die Nase. /
„Herr Oberleutnant, die Uebung scheint Geld gekostet M haben. Rechnen wir lieber ein anders Mal, heute klappt's doch nicht."
Hans-Wilhelm wollte ihm erst grob kommen, aber er Unterließ es doch lieber; der alte Drewel hatte ja schon Mit Eva unter einer Decke gesteckt, wie er noch nicht einmal verlobt war. Er tat gleichgültig.
„Billig war das Vergnügen nicht Sie können's sich denken!"
Ruhig sah der alte treue Mann seinen Herrn an.
„Es fragt sich bloU Was der Herr Oberleutnant „nicht billig" nennen!"
Da sprang Hans-Wilhelm auf.
„Machen wir einen Gang durch die Ställe, Drewel!"
Schweigend nahm der Hut und Micher.
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Hans-Wilhelm konnte sich nicht entschließen, den Schwiegervater zu begrüßen.
Eva, die fürchtete, ihr Vater könnte Verdacht schöpfen, sagte eines' Tages nach Tisch:
I„Wie wäre es) wenn wir heute mittag zu Papa führen?"
Ihm war das unangenehm and- er suchte nach einer Ausrede.
„Er hätte selbst mal 'rüberkoinMeu können; er weiß doch, daß ich durch meine lange Abwesenheit hier meine Hände voll zu tun habe!"
„Papa war während deiner Abwesenheit 'oft hier." h-
„Das kann ich mir denken," erwiderte Hans-Wilhelm' bitter!" —
Aus der Fahrt ivurde nichts.
„Ein anderes Mal, liebe Eva."
Da wußte sie, daß sie Hans-Wilhelm überschätzt hatte.
Sechzehntes Kapitel.
Hans-Wilhelm sprach sich mit seinem Weibe aus. Er War nervös geworden und- und brauste oft heftig aus) Mit Drewel geriet er so hart hintereinander, daß er kündigen Wollte. Es bedurfte der ganzen Ueberredungskünst der beiden Frauen, ihn zum Werben zu bewegen.
„Lange sehe ich mir aber die Wirtschaft nicht MeW mit an," hatte er zum Schluß brummend erwidert.
Eva war es unmöglich, ihren Mann bei der Heimkehr von der Arbeit mit der alten Herzlichkeit zu empfangend sie wurde stiller und stiller. Und Hans-Mlhelm fühlte sich bedrückt. Das' war ja nicht zum Aushalten — Wend fM Abend tote ein Oelgötze bei ferner Frau sitzen und kaurn ein gutes Wort zu hören! Immer noch suchte er die Fehler bei anderen und nicht bet sich. Wäre er offen und ehrlich gewesen, diese Verstimmung würde bald gewichen sein.
Graf Relendorff hatte ihU, als er endlich den Weg nach Glossow gefunden, fehr von oben herab behandelt
„Du hättest auch schort früher zu mir kommen können/' empfing er ihn. 1 । '
;„Jch hatte viel zu tun." I
>,Nicht soviel, daß du deinem Schwiegervater nicht hättest guten Tag sagen können —, dein Fernbleiben witch eben andere Gründe haben!"
Unwillig zuckte Hans-Mlhelm die Schultern und empfahl sich sobald als möglich wieder. Ja, wußte dentt der Graf etwas von seinen Verlusten? Hatte er spioniere» lassen? Einen Moment dachte er an Beerenbürg, absß dern war ja das meiste doch gar nicht bekannt. Der wurd« immer als Adjutant mit dem Obersten zusammen einquar-« tiert, und too der Kommandeur lag, mied man das Spiel, Beerenburg schrieb ihn: auch öfters und erwähnte das. Spiel nie mit einer Silbe. ।
Wer die Zeit verstrich-. Noch! ein reichlicher Monat- dann mußte er dem Wucherer einige zwanzigtausend Mar? schicken, und vorläufig hatte er von der Summe noch feinett Dreier in der Tasche. i
Die Jagden begannen, in der Kreisstadt die Markts: es war die höchste Zeit an die Arbeit zu gehen, destn lieber hätte er sich aufgehängt, als Eva gebeichtet. Dev Frieden war längst weg, jeder lebte für sich; saßen st« zusammen, so redeten sie nur wenige Worte miteinander einige Wirtschastsfragen wurden aufs Tapet gebracht und! erledigt, oder man beschäftigte sich mit dem Kinde, dass prächtig gedieh.
Eva hoffte immer, die kleine Edith würde den Friede»! vermitteln; aber sie war sehr unruhig und schrie viel- das machte Hans-Wilhelm nur noch nervöser.
-/Herrgott, was brüllt der Wurtn nur immer!" '
„Tu Weißt doch, es bekommt Zähne." !-
„Na jg, aber zum Aushalten ist das nicht; gib sitz dem Kindermädchen!" »
Dann verließ Eva immer sofort das Zimmer ugdj blieb bei dem Kinde. Hans-Wilhelm war es das liebste, 66 konnte er ungestört feinen Gedanken nachhängen. Und je mehr er das tat, um so unruhiger wurde er.
©eine Mutter sah er fast nur bei den Mahlzeiten; sie blieb gleichmäßig freundlich zu ihm, mied aber au.chs jetzt noch ängstlich, außer der Zeit mit ihm zusam'menfi zutreffen. Was sie einst Eva gesagt: „Ich bin jetzt auf


