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ifiscnt Minimer Berqe uttb Täler und Seen und Auen, Md nun waren e auch hier droben, sprangen am Kreuz empor und überzogen es mit ihrem goldigen ffckMmeruudstghaft strahlte es nun von dem spttzzackigen Gipfel- Und ob dreies Glanzes wichen Nebel nnd Morgendünste, und der kühne Kletterer der dem geliebten Weibe das Leben mrd das Gluck suchen wollte, hier droben am sonnigen Kreuze, blickte über dre tausend und aber tausend Tanueugipfel und suchte das stetnerne Haus am tosenden Fall, sein Haus- Und letzt M er es!Da drrn liegt sie, seine Inge, der er das Leben sucht und brrugt-
Da ging ein Klingen durch die Berge, still und leise, heimlich sacht. Und bebend schwang sich der Ton zum , Sonnenkranz empor. Und dem Kletterer da oben greift ern Grau,en ans Herz, denn er kennt das leise, sanfte Klingen, es komM vom Kuster- häusel in Enterrottach, wo droben rin Erker em Glöcklern hangt, das gar selten klingt, denn es ist das Totenglocklem und Enterrottach ist ein kleines Kirchspiel und selten strrbt drrn ern Menschenkind-
Und Hjelm Lönbörg greift mit beiden Händen an fern Herz, so hart hat ihn der sanfte Klang vom Dotenglöcklern erschr^t, und er fühlt, wie er in den Kamin zuruckrutscht, wie der rechte Fuß den Halt verliert, und er sinkt und srnkt rind steht das Sonnenkreuz und das blaublütengeschmückte Kräutlein davor und denkt: Ihr solltet nut helfen und ihr tatet es nicht, aber tote er nun sausend fällt, noch vor dem ersten Austchlag, da erleuchtet sich sein Geist und er gedenkt der letzten Worte der Weisen air der Falepp: „Geh ans Sonnenkreuz, ,o rst euch beiden geholfen!"
Die alte Seherin hatte erkannt, daß der armen Inge mcht mehr zu helfen war, und darum nun die Frage: Hast du ste sehr lieb, die schöne Frau? — Und die mttlndtge Alte schickte ihn ihr nach in den Tod.
Ein Besuch bei Gerhart Hauptmann in Agnetendorf.
Wie Gerhart Hauptmann nach Agnetendorf kam, erzählt Paul Werth in einem interessanten Aufsatz der „Dame", m dem, er einen Besuch bei dem Dichter in dessen schönem schlestichen Herme EHilpert. Daß die Agnetendorfer heute den berühmtesten lebens en deutschen Poeten zu ihrem Mitbürger zählen dürfen, verdanken sie im Grunde der Eisenbahn. Es war in den letzten 90er Jahren. Hauptmann saß mit seinem Bruder Karl in Schreiberhau tn einem schönen geräumigen Bauernhause, das man ausgebaut hatte. Und er wäre wohl nie aus diesem idyllischen Heime verzogen, wenn ihm nicht eines Tages quer durch seinen Garten ern Schienenstrang gelegt worden wäre. Damrt war der frtedlrchen Ruhe ein Ende gemacht, der Lärm trieb Gerhart Hauptmann dazu, nach einer neuen Heimat Ausschau zu halten, und das, was ferne Träume ersehnen mochten, fand er auf dem Agnetendorfer Wtesew- stein, jener Felskuppe, wo Jahrhunderte alte Eichen, stolze Ahornbäume und schlanke Birken ragen. Hier siedelte er sich an, hierhin setzte, mitten in das hochragende Gebüsch, der Architekt Griesebach das Hauptmann-Haus, das halb ein Schloß, halb eine Vrlla mit seinem steil aufsteigenden roten Dach und dem in feiner Spitze auflaufenden Turm die ganze Umgebung weit überragt. Die Freunde, denen es .vergönnt war, in diesem Hause zu weilen, werden die Erinnerungen an den klösterlichen Ernst, der fast allen Räumen ihr Gepräge gibt, nicht vergessen. An die Treppenvorhalle alter Dome gemahnt die große halbdunkle Diele mit ihrem massigen Eichengebälk, und das Arbeitszimmer mit seinem hohen Kreuzgewölbe, den tiesen Fensternischen und dem schweren Eichengestühl mutet nach der Schilderung Werths fast an wie der Empfangsraum eines ehrwürdigen Klosterpriors. Herrlich aber ist der Blick aus den mächtigen Bogenfenstern: „Unten tief zu Füßen rauschen und 'gurgeln die Wellen des von kleinen Bauden und dichtem Gebüsch umsäumten Schneegrubenwassers' und unmittelbar dahinter steigt schwarz und düster die gewaltige Mauer des Gebirges bis zu den Felsschründen der Schneegruben auf."
Die Art, wie ein Mensch sein Heim einrichtet und schmückt, ist bis zu einem gewissen Grade immer ein Spiegel seines Wesens und seiner Neigungen. Der Gast, der vielleicht in den Häusern mancher anderen Größen der Kunstwelt überreiche Anhäufungen von prachtvollen Kunstwerken sah, ist bei einem Gange durch Gerhart Hauptmanns Dichterheim im ersten Augenblick überrascht durch die Zurückhaltung, die der Hausherr sich in dieser Beztehung auferlegt hat. Keine Häufung von Einzelheiten und keine Ueber- ladung stört den räumlichen Eindruck. „In der Diele machte mich der Dichter auf eine noch aus der Pariser Zeit Corinths stammende kräftige Kreuzigungsstudie aufmerksam; in den Zimmern bilden einige Bleistift- und Kreidestudien und einige duftige Aquarelle Ludwig von Hofsmanns fast den ganzen Bilderschmuck. Bor dem Lichte des neuen Fensters zeichnen sich als Silhouette die feinen Linien einer Stuckschen Amazone ab; die Wandschränke krönen einige Plastiken und griechische Vasen. Glasbilder aus dem 16. Jahrhundert, ungewöhnlich schöne künstlerische Arbeiten, meist in der Schweiz gesantmelt, schmücken die Fenster." Den Kunst
schätzen aus dem fernen Osten M Hauptmanns besondere Stdfe, mit Stolz zeigt er einen prächtigen realistischen japanischen Akt« eine wundervolle Holzschnitzerei, eine schöne Buddha-Statue NM eine Reihe altchinesischer Ton- und Porzellanwerke, die bet« Bahnbau in Kiautschau ein Ingenieur tn einem Grabe entdeckte-, und deren starke griechische Anklänge besonders auffallen. In dm Schränken verwahrt Hauptmann eine stolze Reihe von altm SttchM und von Stndienblättern moderner Meister,
Heller und lichter als die übrigen Räume wirken das zimmer nnd das zweite Arbeitszimmer des Dichters. Die Decket ist getäfelt, schmale Stoffverkleidungen führen zu dm hohen Eichen^ Paneelen herab, eütgebaute Möbel Und schöne Holzschnitzereien gebest diesem Raume seine eigene Atmosphäre. Sie ist intimer und freund^ sicher als die der anderen Gemächer und dieser Eindruck wird durch den offenen Kamin und den in den breitausladendm Turm eingebauten Erker noch verstärkt. Hier bewahrt Hauptmann auch die Gegenstände einer besonderm kleinen Liebhaberei: eine ganze Reihe von Schiffsinodellen hat er gesammelt, Modelle chinesischer Dschunken, eine alte Nachbildung der Caravelle des Columbus und Modelle von Kriegsbooten aus Kamerun hängen von der Decke herab."
Bei der Betrachtung dieser kleinen Schätze gibt es eine fröhliche Unterbrechung: der kleine Benvenuto, Hauptmanns 13jähr, Sohn, stürmt in das Zimmer zu seinem' Vater. Er kommt gerade vom Turnen. Der Gast erkundigt sich, wie es den Kindern des Dichters geht. „Alles prächtige Kerle geworden," meint der Vater, „bis auf den einen hier, der noch was werden soll." Haupbz manns erster Sohn sitzt, schon verheiratet, als Maler in Blankenese, nachdem er bei Corinth, Ludwig von Hoffmann und in Paris seine Lehrzeit vollbracht hat. „Der zweite," so erklärt Hauptmann lachend, „ist Cowboy in Argentinien," was man aber nicht zu wörtlich nehmen müsse. Der Junge, geradezu ein Athlet, absolvierte die landwirtschaftliche Hochschule, dann aber trieb es ihn hinaus in die weite Welt, und in den Pampas von Argentinien hat er nun die Leitung einer großen Pferdezüchterei übernommen. Der dritte aber habe sich zu einem tüchtigen Kaufmann entwickelt und arbeite bei der AEG in Berlin. Benvenuto, der jüngste, ist noch in Lehrers Händen; der Dorfschullehrer unterwies ihn zuerst in den Anfangsgründen pes Wissens, dann trat ein Hauslehrer in seine Rechte und heute vervollständigen Engländer und Italiener das Lehrpersonal. t _______
Vüchertisch.
— D a s literarische E ch o. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde (Begründet von |£t. Josef Ettlinger. Herausgegeben von «Dr. Ernst Heilborn. Verlag: Egon Fleischet n. Co., Berlin W. 9) Das 1. Septembcrheft ist soeben mit folgendem! Inhalt erschienen: Georg Hirschfcld: Otto Brahm. — Felix Langer: Die Realität der Dichterwelt. — Ed. Heyck: Julius! Havemann. — Carl .Becker: Tas religiöse EMPsinden in der französischen Dichtung. — Georg Witkowski: Goethe-Schriften II. — Echo der Bühnen. — Echo der Zeitungen und Zeitschriften. —: Echo des Auslands. — Kurze Anzeigen. — Notizen — Nachrichten. — Büchermarkt.
— Edelweiß und Alpenrosen, die blauen Glocken des Enzian und die kräuterwürzige Luft des bayerischeu Hochlandes mit ihren starken und naturentsprossenen Menschen gebm den Hintergrund zu dem soeben erschienenen Roman .Julius C. Waldaus „Die Söhne vom Berghof" in Kürschners Bücherschatz Nr. 909 (Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9). Die Reinheit der Berggipfel, die firnenklare, verschwiegene Schönheit der Almen weben sich auch um die Gestalt der beiden Menschen, die im Mittelpunkt dieser innigen und gemütstiefen Erzählung stehen.
Diamanträtse!.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben aaaabeee s fiikllnnnpprssst derart einzutragen, daß die ivagerechten Reihen folgendes bedeuten:
1. Einen Buchstaben.
2. Französische Stadt.
3. Englischen Seehelden.
4. Ein Land.
5. Tuchartiges Gewebe.
6. Biblischen Frauennamen.
7. Einen Buchstaben.
Die senkrechte und wagerechte Mittel- reihe ergeben das Gleiche.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Valindronts in voriger Nummer: R e g e n , 9! e g e r.
Redaklion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'schen Universitäts-Ruch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


