218
ist das ein schöner Kranz!
,Der geht nach Berlin," erwiderte!
r
Redaktion: K. N e u r a t h. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»
Schlvarz. Shl - f2. K e 4 n. f 3.
humoristisches.
* Teilnahme. Frau Huber mit Anhang berührt änf einer Reise auch Potsdam. Man befindet sich in einem großen! Blumenladen, wo ein Rosenstrauß gekauft wirb. Dabei fällt ihr! Blick auf einen zur Absendung bereitliegenden großen Kranz: „Ach,
Weiß.
1. D d 2 - c 3
2. D c 3 — e 5 f
3. Tg2 — g3 seht Matt.
Frische Eier für den Vinter.
Ein praktischer Wink für die Hausfrau von Dr. phil. Webe r.
Um in den Wintermonaten ohne größeren Kostenaufwand gute Eier genießen zu können, soll eine praktische Hausfrau in der Zeit der billigen Preise für die Herbst- und Wintermonate Vorsorge treffen. Wie für den Winter Gemüse, Obst usw. eingemacht wird, lohnt cs sich, auch eine größere Menge Eier zn konservieren. Zur Haltbarmachung von Eiern eignet sich vorzüglich Wasserglas, eine syrnpartige Flüssigkeit, die in der Erstarrung ivie Glas atlssieht. Für etwa hundert Eier vermischt inan ein halbes Kilo Wasserglas, das für 15 Pfg. in jedem Drogen- oder besseren Kolouialwaren- geschäft äit haben ist, mit fünf Litern vorher gekochten: und wieder erkaltetem Wasser. Um das eingekaufte Wasserglas ain seine Gebrauchsiähiakeit zu prüfen, verrührt inan drei Teile Wasser mit einem Teil Wasserglas. Schwimmen in dieser Mischung die Eier noch, so ivar das Wasserglas unverdünnt und zweckentsprechend, d. h. von brauchbarer Qualität gewesen^ Die Eier iverden mit der Spitze nach unten in einen irdeirei: Topf oder ein verzinntes eisernes Gefäß gelegt. Man gießt die Mischling über die Eier, bis sie etwa zivei Finger breit über diesen steht. Das Gefäß muß gut — am besten mit Leinen — gegen die Luft abgeschlossen werden. Nach einiger Zeit wird die Lösung zu einer >nilchigschleiinigcn Flüssigkeit. Hieran erkennt mau, daß das Wasserglas seine Tätigkeit alisgeübt hat. Die Kaltschale des EieS ist nämlich mit feinsten Blüschen versehen, die dem Luftaustausch für das beim Brüten anf- keiinende Leben bienen. Liegen nun die Eier längere Zeit, so dringen zersetzende Keime der Luft in das Ei ein nnd bewirkci: den Fäulnisprozeß, wodurch das Ei znm Gewiß untauglich ivird. Das Wasserglas schließt nun diese Poren der Kaltschale luftdicht ab und bewirkt so, daß die Eier in demselben Zustande, wie sie zur Zeit des Konservierens waren, inonatetang erhalteii bleiben. Die für das Einlegen bestimmten Eier müssen gairz frisch sein. Ain besten nimmt man solche, die rein aus den: Nest kommen. Auf verschiedene Weise lassen sich die Eier auf ihre Frische hin untersuchen. Legt mm: sie z. B. in Wasser, so sinkt das frische Ei, weit es schwerer als Wasser ist, unter, während das ii: Zersetzung übergehende Ei, in den: sich Luft angesammelt hat, obe>: schwimmt. Faule Eier schivappern auch beim Schütteln.
Ein weiteres Verfahrei: zur Feststellung, ob Eier frisch sind, ist folgendes: Man schneidet in ein Stück schwarzer Pappe ein Loch, welches ungefähr die Größe eines Eies hat, und hält das Ei zwischen
sollten, was wir Maschiiienkunst und weiterhin! „Qüalitätsärbeit" genannt haben.
Es ist nur zn begreiflich, daß die große Menge (einem Schaffen vom' Anfang an bis jetzt kühl und zurückhaltend gegenüber-- gestanben hat. Er war gänzlich frei voni allen spielerischen Sentt- Mentalitäten, denen die Modernsten der Moderne!: scheinbar doch nicht ganz entraten möchten. Er hätte gar nichts mehr von: gefälligen Dekorateur an sich und wär bist iznm Nerv Künstler. Mit der Aaren und bestimmten Logik des Ingenieurs schuf er Hauser und Hausgerät. Wie die Automobile, die Luftschiffe, d:e Maschinen, deren Schönheit er nicht weniger bewunderte als die Akropolis, schuf er Dinge, in denen eine Funktion ganz Form unb ganz große Form geworden Ivar. Jede Kurve ivar herausgeboren aus einer innerliche!: Notwendigkeit, und jede Linie war eine Kraft. Die Kraft einer genialen Persönlichkeit. Wie ein Dichter suchte- er seine Zuhörer mitzureißen zu der uralten _ Erkenntnis von der in jeder Linie lebendig wirkenden Ausdruckskraft. Mit keinem anderen Erfolge, als daß die .Ohnmacht sich der Lime bemächtigte, als daß ein vielgeschäftiges Trabantengeschlecht der Welt weißzumachen suchte, das Wesen des neuen Kunstgewerbes fei eine schauerliche Sezessionslinie. Man kann es begreifen, daß einen Mann wie van de Velde der Ekel packen mußte vor einer Unfähigkeit, die sich auf ihn als einen Führer zu berufen wagtt. Als der Großherzog von Weimar ihm die Leitung einer Kunstgeiverbe-Schule in der Goethestadt übertrug, da folgte er diesem Ruf, der für ihn gewiß ehrenvoll war, der ihn aber doch ausschalten mußte von den ganz großen, ganz lebendige,: Aufgaben der Zeit, die da gestellt werden, wo aufstrebende Industrien ihre gigantischen Taten vollbringen.
Tic ganze Entwicklung, die das Moderne Kunstgewerbe gerade in Deutschland genommen hat, jene Durchgeistigung der gesamten Produktion, ist scheinbar die beste Bestätigung dieses idealistischen Vorkämpfers. Scheinbar, was er aus unseren Gewerben ausgefegt haben wollte, ist ja zum größten Teil aus der Produktion getilgt. Von dem wirklich modernen, wirklich aus der Zeit herausge- börenen, durch und durch qualitativen Kunstgewerbe sind wir irr unseren Tagen, da fast allenthalben Mit unzulänglichem Können das Biedermeier unb das schlechte Rokoko der 60er Jahre nachgeahmt werden, weiter denn je entfernt. Van de Velde hat wiederholt dagegen Protest eingelegt, daß das die Erfüllung der voi: Ruskin unb Morris gegebenen Lehren sein könnte. Zweifellos ist es unsere Pflicht, diese großen Ideen rein zu erhalten gegenüber einem ebenso ohnmächtigen wie geschäftigen Eklektikertnm. Für diese Ideen wird die Zeit sicherlich noch kommen. Eine neue, eine tatendurstige Jugend wirb sich ihnen verschreiben und Vai: be de Velde wird bann Antrieb unb Ahnherr fein.
Silbenrätsel.
an, be, bi, bürg, den, der, ei, sra, fit, fen, le, men, mi, nk, ol, ne, o, pan, ra, rt, fmn, sa, so, to.
Aus vorstehende!: Silben und Buchstaben sollen acht Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen den Titel und Namen eines Gelehrten bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter der Reihe nach folgendes:
1. Besondere Art theatralischer Vorstellungen.
2. Einen Vogel.
3. Deutsches Land.
4. Name mehrerer Städte.
5. Sagenhafte Wesen.
6, Dänische Insel.
7. Altstcilisches Volk.
8. Eine Zierpflanze.
Auslösung in nächster Nummer:
Auflösung der Schach-Aufgabe in vorigör Nummer:
der Ladeninhaber. — „Ach, ist da jemand gestorben?" fragt teil- nahmsvoll Frau Huber.
* Dame: Du ungezogener Bengel, seit dem Tage, an dem ich geboren wurde, habe ich nicht solche Redensarten gehört." —< Junge: „Ja, das kann ich mir denken, daß an hem Tage, wo Sie geboren wurden, mächtig geflucht worden ist."
* Eine gute Seele. -,So geht's, Frau Müller: neulich habe ich Ihnen den Schirm geliehen und heute habe ich nun selbst keinen." — „Ach, ich hätte ihn ja schon langst wiedergebracht —■ wenn es nur nicht alle Tage geregnet hätte."
* Die ökonomische Hausfrau. „Schweizerkäse kaufe ich nicht, der ist zu unökonomisch." — „Wieso?" — „Nun, da muß man doch bei jedem Pfund die Löcher mitbezahlen."
* Kindermund. Ter kleine Karl: „Ach, Onkel, schneide mir doch ein Stückchen Schinken ab!" — Onkel: „Weshalb denn ich? Lasse ihn dir doch von deiner Mama abschneiden." —< Der kleine Karl: „Ach nein, Onkel, Mama sagt immer, dst schneidest so sehr dick auf!"
Büchertisch.
— Das literarische E cho. Halbmonatsschrift für Lite- raturfreunbe (Begründet von Dr. Josef Ettlinger. Herausgegeben von Dr. Ernst Heilbvrn. Verlag: Egon Fleischet u. Co., Berlin W. 9). Däs 1. Aprilheft ist soebei: mit folgendem Inhalt erschienen: Ed. Hehck: Begriffe und Form'en der Bibliothek. C. Ch. Bry: Heinrich Federer. Heinrich Federer: Autobiographisches Skizze. Wolfgang Schumann: 1813. Ernst Lissauer: 'Drei Gedichte. Rudolf Pechel: Künstler-Novellen. Georg Minde-Ponetk Neue Kleistliteratur 1. Arthur Eloesser: „Bürger Schippel"« Georg Witkowski: Von der Leipziger Bühne. Echo der BühneM Echo der Zeitungen unb Zeitschriften. Echo des. Auslands. Kurz« Anzeigen. Notizen. Nachrichten. Bühnenmärkt.
Zeigefinger unb Daumen jtt dieser Oeffnung vor eine Lamps. Schimmert das Ei hell durch, ist es frisch und geeignet zum Konservieren. Die auf die oben beschriebene Art eingelegten Eier haben bis in das neue Jahr hinein den ivohlschmeckenden und nahrungs- krästigen Inhalt wie frische Eier, und übertreffen die in: Handel befindlichen ausländischen Eier, die vielfach in großen Kühlräumen mangelhaft konserviert sind, bedeutend an Wohlgeschmack und Bekömmlichkeit. Sie eignen sich nicht nur zum Backen, sondern auch zun: Kochen. Roh genoffeil mit einem Zusatz von Kognak odeS Portwein wirb auch ein verwöhnter Geschmack nichts daran auszusetzen haben.
Bein: Kochen konservierter Eier muß jedoch eine besondere Vorschrift beachtet werden. Unter der Kalkschale des Eies befindet sich eine sogenannte Schalenhaut. Diese spaltet sich am stumpfen Ende des Eies und bildet, wie jeder weiß, eine Luftblase. Bein: Kochen des Eies dehnt sich die Luft in der Blase aus unb bahnt sich durch die Poren einen Ausweg. Da aber bei eingelegten Eien: das Wasserglas die von der Natur vorgesehene!: Luftöffnungen dicht verschlossen hat, kam: die überschüssige Luft nur durch Sprengung entweichen. Um dies zu vermeiden, bringt man mit einer Stecknadel in die Luftblase eine kleine Oeffnung unb verschafft dadurch der Luft einen Ausgang. Die gekochten Eier sind in: Geschmack von Stempeleiern nicht zu unterscheiden.


