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gewahr werden, dak Etienne Gerard nicht bloß aUsreitzen konnte Ich griff nach Meinem Schwert, aber Sw können sich mein Gefühl vorstellen, nies ainis, als ich eine leere Scheide erfaßte. Es war rmräaefatten als das Pferd über das verdammte Schwein gestürzt toar ' Von was für verrückten Kleinigkeiten zuweilen unser Schick­sal ablrängt lauf der einen Seite ein Schwein, auf der anderen Oberst Gerard! lieber die Mauer springen und das SchweA holen? Unmöglich! !Die Preußen waren schon rm Hof ^ch drehte meinen Araber ntm und setzte wieder meine Flucht fort.

Aber für 'n. Moment schien niirs, als ob ich ut einer noch viel schlimmeren -Falle steckte als vorher. Ich War tnt Obstgarten, in der Mitte standen Säume und an den Seiten warm Beete. Der ganze Platz war von einer hohen Mauer emgeschl-ossen. ^ch sagte -mir jedoch, daß er irgendeinen Zugang haben müsse, weil doch nicht anzunehmen war, daß jeder Besucher über den Schweine- stall springen würde. Ich ritt also NM die Mauer ruM und fand, wie ich -erwartet hatte, eine Tür, in der ein Schlussel steckte. Ich sprang ab, schloß -auf und öffnete. Da erblickte ich, fctitm sechs Fuß von mir entfernt, einen preußischen Ulanen. .

' Einen Moment starrten wir einander an. Dann schlug rch die Türe zu und schloß sie wieder ab. Von der anderen Seite des Gartens drang ein Krach und cm Schrei an mein Ohr. Ich merkte, daß einer meiner Feinde bei dem Versuch, über den Schweinestall zu setzen, zu Fall gekommen war und sich Schaden getan hatte. Wie -konnte ich aus diesem eul-de-sae rauskommen? Offenbar waren einige von der Gesellschaft um das Gehöfte ruM geritten, während die übrigen direkt ureiner Spur nach waren. Hätte ich meinen Säbel gehabt, so hätte ich beit Ulanen draußen an der Gartentüre liieder-mächen können, aber so 'uausreiteu, Ware der reine Selbstmord gewesen. Hinwiederum, wenn ich lange zögerte, Würden mir sicher einige zu Huß über den Schweinestall folgen, iinb was wärs daun? Ich mußte auf der Stelle handeln, sonst War ich verloren. In solchen Augenblicken arbeitet mein Gehirn Ungeheuer rasch, und interne Handlungen vollziehen sich am promp­testen. Mein Pferd Mi! Zugel führend, lief ich ungefähr hundert Meter an der Mauer entlang, an der Seite hin, wo der Ulan Wache stand. Ich blieb stehen, riß mit aller Kraft und in aller Geschwindigkeit oben auf der Mauer eine Anzahl der losen Steine weg und rannte in größter Hast mit meinem Pferd zurück nach dem Ausgang. Wie ich mir gedacht hatte, glaubte er, ich wollte an jener Stelle ausbrecheu, und ich hörte wie er draußen hingaloppierte UM mich abzuschiieidcu. An der Türe schaute ich mich um und «erblickte einen Reiter in grüner Uniform, der den Schweinestall -hinter sich hatte und wild mit einem Jubelgeschrei durch den Garten sprengte es war Gras Stein,llebergeben eie sich, Majestät, übergeben Sie sich!" brüllte er mir zu;Wir wollen Ihnen Pardon geben!" Ich sprang durch die Türe, hatte aber feine Zeit, sie von außen zuzuschließen. Stein war mir gerade auf den Fersen, und auch der Ulan hatte bereits sein Pferd wieder Unigedreht. Ein ©afe, und ich saß auf meinem Araber und fauste wieder los, über eine große weite Wiesenfläche hinweg. Stein üiußte absteigen und das Tor aufmachen, sein Pferd durchführen Und wieder aufsitzen, ehe er mir nachjagen konnte. Ihn fürchtete ich mehr als den Ulanen, Weil dessen Pferd- schwerer und müder War. Ich galoppierte über eine Meile weit, ehe ich mich nm- zuseheu wagte; Stein War einen Flintenschuß hinter mir, der Ulan Wohl ebensoweit hinter ihnt, und von den übrigen konnte ich nur drei erblicken. Meine neun Preußen reduzierten sich so allmählich auf eine geringere Anzahl; immerhin war einer noch zuviel für einen; Unbewaffneten.

(Fortsetzung folgt.)'

Vermischter.

* Das freimaurerische -Geheimnis. Ein erheb­licher Teil der Oeffentlichkeit meint noch heute, daß hinter den verschlossenen Türen der Freimaurerlogen irgendwelche geheim­nisvollen Zwecke verfolgt würden, die der Oeffentlichkeit mit Ab­sicht vorenthalten werden. Diese Ansicht ist grundfalsch, schreibt Dr. ISrnft Schultze in einem! Aussatz derWestermannschen Mo­natshefte" über dasFreimaurerische Geheimnis"; der Frei- inaurerbünb ist heute keine geheime Gesellschaft mehr, sondern nur noch eine geschlossene. Bon einem' Geheimbund kann man nur sprechen, wenn seine Existenz- oder Zahl und Namen feiner Mitglieder unbekannt bleiben sollen, oder wenn seine Absich-ten Und Bestrebungen absichtlich in geheimnisvollem Dunkel gehalten wer­den. Beides kann von der Freimaurerei nicht gelten. Sie hält ihreArbeiten" wenn irgend möglich in eigenen Gebäuden ab, die, wie alle Welt weiß, dieser oder jener Loge oder Groß­loge gehören. Sie betrachtet die Zugehörigkeit zu deM Bunde nicht als -ein -Geheimnis, sie legt ihre Absichten und Bestrebungen offen bar. Unb -ebensowenig wie ihre Zwecke versucht sie die Mittel -geheimzuhalten, mit denen -sie ihre Ziele zu erreichen strebt. Alle diese Dinge erörtert sie zUM Teil vor der weitesten Oeffentlichkeit. Wenn fte dennoch gewisse andere -Dinge als Geheimnis behandelt, so teilt sie diese Eigenschaft Mit vielen, ja fast muß man sagen mit allen menschlichen Körperschaften. Das einzige Geheimnis, das sie besitzt, ist ein schönes, auf den Schultern vergangener

Zeiten ruhendes Ritual mit prachtvollen'/ zUM Wjen sprechenden symbolisch-dramatischen Formen. Innerhalb der Freimaurerei' haben viele Erörterungen über Wesen und Wert des freiMaurerisch-cn -Geheimnisses" stattg-efunden. -Fast stets ging man davon aus, daß der großen Mehrzahl der Mitglieder des Bundes das Ge­heimnis, das heißt also das Ritual, überaus lieb geworden war. Gerade weit die ForMen -des Gebrauchtums jedem einzelnen Frei­maurer lieb und wert geworden sind, würde er es als eine Ent­weihung betrachten, wenn über diese Tinge öffentlich hin und her geredet, vielleicht (ober wahrscheinlich) auch gespottet, kurzum, wenn über Dinge diskutiert würbe, die sich einer theoretischen Erörterung entziehen. Denn tatsächlich ist bas freimaurerische Ritual eine Form' des Kultus ohne religiöses Dogma. «Es ist Mit tiefem Gehalt -erfüllt und Wirkt nicht nur auf unsere Sinne Wie auf unser Innenleben beruhigend, stärkend, veredelnd ein, sondern gestattet auch so beziehungsreiche Deutungen, daß daraus für das Nachdenken über Sinn und Wert des Menschendaseins/ über Bedeutung und Notwendigkeit -des Gemeinschaftslebens und ähnliche Fragen die tiefsten Anregungen entspringen können.

* Das Messen der Atome. Manchmal scheint es, als ob die Wissenschaft mit Riesenschritten der Lösung des Unlösbaren zueilte. An der Royal Institution zu London hielt Professor Thompson vor kurzem einen Vortrag über die Forschungsresultate, die über die Beschaffenheit des Atoms erzielt worden sind. Man hat nämlich entdeckt, daß man die Atonie sichtbar machen kann, indem man sie elektrisiert. Folgendes schöne Experiment demon­strierte diese Sichtbarkeit. Man sandte einen negativen Strom durch einen luftleeren Raum, und sogleich war eine stabartige grüne Phosphoreszenz bemerkbar, die durch den Glasbehälter hinzog: der Strom der elektrisierten Atome, die an das Glas prallten. Ein positiver Strom brachte ans dieselbe Art eine stab- ähnliche Erscheinung von roter Farbe zum Vorschein. Der grüne Stab konnte durch einen Magneten abgelenkt werden. So ist eS jetzt möglich, die Atonie zu sehen und ihr Verhalten zn beobachten, und des weiteren können sie sogar nach der Methode Profeffor Perrons gezählt und gemessen werden.

* Bei einer Gelegenheit, als ein Redner int englischen Parla­ment sich ans feinen Hut setzte, erhob sich ein irisches Mitglied des Hauses.Würde es gegen die Ordnung verstoßen," wandte et sich an denSprecher", wenn ich den ehrenwerten Herrn zu der Tatsache beglückwünsche, daß, als er sich auf feinen Hut setzte, sein Kopf nicht darin war?"

* Ein Herr war wegen eines Versehens seines neuen Dieners sehr in Wut geraten.Hören Sie mal," schrie er -in seinem Zorn, ich will die Sachen ordentlich gemacht haben! Halten Sie mich für einen Narren?" Das kann ich noch nicht-sagen, gnädiger Herr," war die Entgegnung,ich bin ja erst seit gestern hier."-

Redakteurs Freuden und Leiden.

Wir lesen in derJugend": Zum Eintritt in diesen hehren Berns wird folgendes Rezept aufgestellt:

Kannst du:

Durch Scheiben springen und sie nicht zerbrechen, Auf Eiern tanzen und sie nicht zerdrücken, Durch Löcher kriechen, ohne dich zu bücken, Fortfliegen mit Gewichten an den Schwingen, Im Jammer tanzen und im Schmerze singen, Vor Aerger lädieln und im Kummer lachen, Jin Gehen schlafen und im Schlafe wachen. Ins Feuer greifen, ohne dich zn brennen, Den Gegner tadeln, ohne ihn zn neunen. Die Feder stets in Rosenbalsam tauchen, Nie bgse werden, wenn auch andere fauchen, Ans jeder Mitteilung die Wahrheit suchen, Mit Dämonen ringen und doch niemals fluchen, Mit Feuilletons erfreuen stets die Weiber

Kann st d u das? Dann bist du Zeitungsschreiber!! I

Logogriph.

Schreibst du's mitb, läuft drüber mancherlei, Wählst du dafür eind", geht's nicht so leicht entzwei, Schreibst du's mitf", bist du es selbst sogar. Des Rätsels Deutung ist dir wohl schon klar?

Nuflösuug in nächster Nummer.

.Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummer: Faß das Leben schnell;

Laß keiner Stunde Zeigerschlag vorüber, Wo du nicht sagst, der Augenblick war mein, Ich habe seine Freuden ausgekostet, Kein Tröpflein Balsam ließ ich in dem Kelch. Die Zeit ist schnell, noch schneller ist das Schicksal. Wer feig des einen Tages Glück versäumt, Er holt's nicht ein, und wenn ihn Bijtze trügen.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R, Lange, Gießen^