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Bestimmungen zu erlassen, wie solche in Deutschland schon jetzt vereinzelt bestehen: . ,
b)kß bei neu anzulegenden Starkstroinleltungen dec lieber- landzentralen die parallel lausenden Drähte als Kabel unter- irdisch geführt werden: , r,„
c) daß, solange die Drosseln noch zunt Jagdgeflugel gehören, nur eine ganz kurze Jagdzeit gewährt wird, tmd die erlegten Drosseln (Krammetsvögel) nur dann in den Handel gebracht werden dürfen, ivenn mittelst festgeknoteter Schnur immer eine gewisse Anzahl, 3, 5 oder 10 Stück, verbunden und wie ein anderes Wild, mit einem UrsprungszeugniK (Wild- schein) versehen sind, dantit sich leicht feststellen laßt, wo und wann die Vögel getötet wurden. Die>es ist notwendig, weil heute die Wildhändler erklären, die Krammetsvögel seien aus dem Ausland, wenn man ihnen nachweist, daß die Tiere, entgegen dein .Gesetz, in Schlingen gefangen ivorden sind. <?■ Kraenr er.
Englischer Parlamenishumor.
Die ernste Politik hat aiich ihre helleren Seiten, und diese werden besonders im englischen Parlament gepflegt, wo man für jede komische Situation den rechteii Sinn hat. -las beweist eme Blütenlese von Geschichten und Witzen ans dem llnierhanse, die Joseph Heighton im „Strand Magazine" zusammenfleflt. Selten haben sich die Vertreter des englischen Volkes besser amüsiert oIj damals, da der jetzige Hiinifter Winston Churchill es wagte, wahrend einer Nachtsitzung in einem Schlafanzug, einem^Paar Pantoffeln und einem iveichen Umlegekragen diwch den Litziuigchaal zu schlüpfen. „Er ist in Pyjamas!" schrie es von allen werten, und andere Ricke: „Ausziehen, Churchill!" antivortelen. sogar fein Kollege Lloyd George wandle sich mit einer vorwurfsvollen Bewegung gegen den ersten Lord der Admiralität, ivoraui jener sich schnell zur Flucht anschickle, unter dem Jubel des Hauses. „Und dazu noch ganz in Rosal" mit diesen Worten sah Lloyd George kopfschüttelnd dem Enteilenden nach.
Ein Minister im Schlafanziig ist aber noch nichts gegen einen M i n i st e r ohne Hosen. Das ist Sydney Buxton passiert und zwar während einer Eisenbahnfahrt. Er hatte sich an! der Station vorher auf eine Bank gesetzt und dabei halten Ameisen in seinem Rock und Weste ihr Heim auigeschlagen. Im Kupee merkte er das unangenehme Jucken und zieht die Kleidimgsstücke aus, um sie ordentlich auszuschütteln. Aber die Tiere haben sich nun m die Beinkleider gerettet und er mu6 auch biete von sich tun. Er halt sie zu dem Fenster seines Knpees erster Klaffe heraus: da — ein neckischer Windstoß entführt die Unaussprechlichen. Auf der nächsten Station teilt er dem Schaffner sein llngtück nut. Was bleibt übrig? Ein Telegramm geht nach Kings Croß ab: „Hier ein Kabinetts- ininister im Zuge, der seine Hosen anS dem Fenster geworfen hat. Bitten um ein anderes Paar für ihn." 211s Sydney Buxton im Zylinder und Gehrock, aber ohne Beinkleider in London ankam, wußte er sich mit einem Paar grünen Hosen, wie sie die Schaffner tragen, begnügen, und nahnr jo an der Kabinettssitzung teil, ein Gegenstand unendlichen Gelächters für die Herren Kollegen.
Das Privatleben der Minister muß nicht selten für eine komische Anspielung herhalten. Reginald Mc Kenna >var jung verheiratet, als er das Alterspensionsgesetz vor Bem Hause verteidigte. „Es ist verhältnismäßig billiger, wenn zivei Perjonen zusammen leben, als eine allein", äußerte er dabei. „Das müssen Sie ja jetzt ganz genau wissen!" rief darauf der witzige Will Crooks von der Arbeiterpartei. Mc Kenna errötete und antivortete dann lächelnd: „Gewiß, ich hoffe, bei mir wirds jetzt auch billiger sein," worüber man mit Beifall quittierte. Will Crooks erzählte eine lustige Gesilncbte davon, ivie stolz sich die Abgeordneten füllten, wenn sie zum ersten Male die Ihrigen im Abgeordnetenhaus herumführen. „Aber als ich zuerst gewählt ivurde und meine Tochter mit in den Sitzungssaal nahm, da meinte sie nachdenklich: „Bei uns in der Küche bist du doch ein ganz stattlicher Mann, Papa. Aber hier ist nicht viel mit dir los."
Großes Gelächter rufen sprachliche Entgleisungen hervor, so wenn z. B. Sir William Hart Dyke sagte: Mr. Lowther „hat einen großen Fisch in sein Netz gefangen und ist deswegen bis auf die Spitze des Baumes geklettert." Ein Finanzminister versicherte: „Die Schritte der Regierung gehen Hand in Hand mit den Interessen der Fabrikanten." Und ein anderer warnte davor, daß „die konstitutionellen Rechte des Volkes nicht von gepanzerten Fäusten niedergetranwelt würden". Zahlreich sind die komischen Wabl- geschichten. So erzählt der Hauptredner der Tarifreformpartei, Sic George Dougbty, wie er eines Tages in Hüll auf offener Straße eine Ansprache hielt, der Tisch, auf dem er stand, nmkippte und er sich gerade noch an einen Laternenpfahl klammern konnie Er bemerkte nun, daß Laternenpfähle sehr nützlich wären, um etwas daran zu hängen, und erhielt die Antwort eines Gegner? aus der Menge: „Ja, und Sie sind nicht der einzige, der das beraus- gefnnbeit hat!" Mehr tragikomisch ist auch das Wahlgespräch, das der Abgeordnete Hörne belauschte. Ein Wähler studierte die Gesichter der beiden Kandidaien, und als er gefragt ivurde, wen er wählen würde, meinte er achselzuckend: „Ich weiß von keinem ivas. Aber nach dem, ivas ich von ihnen sehe, danke ich dem Himmel, daß nur einer von ihnen gewählt iverden kann."
vermischter.
— Einpompeja irische r M a rnro rb ru nn e n — eiika Kopie nach Dürer. Einen recht erweiternden Fall von Kn* tikensälschung führte Dr. Harry David, der Berliner KunMstorirek, in der letzten Sitzung der Berliner Kunstgeschichtlichen Gesellschaft vor. Es 'handelt sich da nicht etwa um eine der längst bekannten mittelbaren Anregungen, die Dürer von der Antike empfangen Hat, sondern um eine Kopie nach Dürer, die ein angeblich antiker, aus Kompeji starnniender Marmorbrunnen zeigt. Im Nationalmuseum zu Neapel, das bekanntlich die kostbarsten Ausgrabungen aus Pompeji stammender Marmorbrunnen zeigt. .Im National- sam'mengehörige weiße Marmorreliefs, von denen inan anninnnt, daß sie dereinst in Pompeji einen der zierlichen Brunnen umkleidet haben, wie sie dort vor 2000 Jahren das Atrium der vornehmen Häuser schmückten. Auf den Seitenwänden sieht man je eilt Dromedar und die synibolische Darstellung einer Quelle oder eines Flusses. Besonders interessant ist aber die Mittel- platte, das Profilbild eines Nashorns. In der Darstellung dieses absonderlichen Tieres wollte man schon eine Illustration zu den Erzählungen der alten Schriftsteller sehen, daß die rgnnschcn Kaiser sogar diese äußerst schwer zu erlangenden Dickhäuter zu ihren blutigen Tierhetzen verwendeten. _ Da das Relief überdies nicht das gewöhnliche, afrikanische, zweihörnige Rhinozeros, sondern das einhörnige, indische zeigt, hatte mut auch einen interessanten Hinweis auf die Beziehungen znnschen Indien und Rom. Merkwürdigerweise stimmt nun dieses Relief genau mit dem bekannten Holzschnitt eines Rhinozeros überem, den Dürer im Jahre 1515 nach einer ihm aus Lissabon zugesandten kleinen Skizze geschaffen hat. Dürers Zeichnung nach dieser Skizze wird heute im Britischen Museum bewahrt und tragt von seiner eigenen Hand die Notiz, daß das dargestellte Tier am 8. Mai 1513 für den König von Portugal in Lissabon ans Land gebracht worden sei. Die Ucberemstimmung mit dem Marmorrelief ist uni so einwandfreier festzustellen, weil es sich keineswegs um eine naturalistische Darstellung, sondern um eine ziemlich phantastische Stilisierung des Tieres handelt. Sie ist aiich tn den Einzelheiten beide Male die gleiche. Da uns nun Durer bet seinem Holzschnitt ausnahmsweise eine genaue Quellenangabe, macht, bleibt für die Marmorreliefs nur der Schluß übrig, daß sie gefälscht sind. Wahrscheinlich hatte der Fälscher felbst keine Ahnung, daß er Dürer kopiere uD benutzte als Vorlage die tlbbip duna irgend eines naturwissenschaftlichen Werkes. Daber wußte er nicht, daß diese Illustration des Rhinozeros nach Vorgang der berühmten Geßnerschen Naturbuches bis weit ins 18. Jahrhundert hinein fast stets Nachbildungen von Dürers oeruhmtem Holzschnitt sind. Eine „Ausgrabung" mögen die Reliefs demwch sein, es fragt sich nur, wer sie vorher eiugegraben hat.
* Getrennte Behandlung. Arzt: „Ihr Fieber muß Ihnen ja einen schrecklichen Durst machen; ich iverde dem ab- Helfen" Patient: „Bringen Sie mir nur mein Fieber fort, lieber Doktor: was den Durst anbetrifft, dem' werde ich schon ganz allein abhelfen."
Schachaufgabe.
Schwarz.
a b c d e t g h
abcdefgh
8
8
6
6
5
6
3
3
2
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Weiß.
Weiß setzt mit dem dritten Zuge Matt. Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Imttid), Orleans, Hmmu, Krmrt, Nmimburg, Grnubcnä, Rrtti6or, Ingolüadt, Ä'euroteö;
Lobengri n.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Universitäts-Buch» und Stemdruckerei, R. Lauge, Gießen,


