Ausgabe 
4.1.1913
 
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Batten, wurde St. Louis, wo 1845 schon täglich zwei deutsch» Leitungen erschienen. Uttb wenn das Deutschtum trt Nvrd-Amertka noch >yeure m jo hoher Blüte steht, ist dies nicht in teW Lime dem damaligen Wirken derTretener Gesellschaft 8U verdanken. -

Reaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl-schen Universitäts-Buch. und Steindruckerei, R. Lauge, Gießen.

DieGießener Gesellschaft".

Der Name Gießens ist mit einem Unternehmen eng ver- knüvft welches um das Jahr 1830 herum nichts Geringeres anstrebte als die ganze fernere deutsche Auswanderung nach SÄSuS ÄE i MfljfMfcg lidw Gebiet war von den Bereinigten Staaten noch mcyl ms Staat anerkannt und man hoffte demgemäß, dort ein unabhängiges urch glückliches Klein-Deutschland gründen zu können Ter^ Ge­

danke, welcher zur Gründung der sogenanntenGießener Gesell sckait" führte entsprang dem Unternehmungsgeiste äwerer junger EL Lul Snius°und Friedrich m g/gft lastete damals der Druck dumpfer .Hoffnungslofigkett, die ^.age der Begründung eines Verfassungsstaates waren noch mcht ge­kommen. Auch Münch und Follenius, die m rugendlich^^dea s Sn VS Ä U? » biefei Bläue wegen verfolgt. Die Idee, auszuwandern, ging L. »wch -L? erschien dieser «-"---»Eid« eine Lalmmslucht in dem Kamps um die Sache der, Freiheit. Ms er schließlich nachgab, tat er es mit folgender Begründung ). Wir dürfen nicht von lfier gehen, ohne zugleich «neu nationa­len Gedanken zur Ausführung zu bringem Der Grund zu einem neuen und freien Deutschtano in der großen nordamerikanischen Republik mag durch utu gelegt wer^n: nZglichst viele unserer besten Landsleute müssen mit uns hinauszieheu und wir müssen Vorsorge treffen, daß jährlich ein Nachzug folgt So können wir drüben einen feinem Grund- Wesen nach deutschen Staat gründen, den wir schließlich zu einem Mifiterstaat in dem großen Gemeinwesen Nord-Amerikas 4U ^aiit1 Fockenckis?Än Manu von hünenhaftem Wuchs, im- plonierender Persönlichkeit, scharfem Verstand, eifernem Willen, ein^aeboreuer Führer voll Volksbewegungen! Münch, der. nucy- teruer und praktischer veranlagt war, ertannte besser btc mit ber Ausführung eines so großartigen Unternehmens verbundenen Schwierigkeiten. Er fyielt daher an dem Gedanken fest,, nur nut einem Dutzend befreundeten Familien, keine an die andere gebunden, die Wanderung vorzunehmen, und es anderen zu über-

&KW«?«'LA "b«m Änatum Hessen an Der Strom der Auswanderer wurde zu- Itäckft Mach Arkansas, dann aber, als ungünstige Nachrichten über das dortige Land eintrafen, nach Missouri gelenkt. Eine Liste der ersten Ansiedler derGießener Gesellschaft findet man un deutschen Pionier Bd II, S. 230235. Munch und Follenius fiedeltm sich 1834 am nördlichen Ufer des Missouri, nn heutigen Kreise Warren, an. Diese Gegend ist der Mittelpunkt der aus­gedehntesten deutschen Siedelung westlich vom Misnfiippi. ge- siwrdeu und so der Traum von Follenius und Munch in gewisser Weise in Erfüllung gegangen. Am Missouri ist, von seiner Mündung bei St. Louis an, an beiden Ufern 125 Mecken-weit fast rein deutsches Gebiet. Zur Gründung eines eigenen deutschen Staates kam es allerdings nicht mit diesem Gedanken hat man nirgeiids Erfolg. Aber Deutschen gelang, was anderen Ansiedlern nicht gelungen war: für sich und ihre Nachkoinmen und Tausende von Landsleuten eine dauernde Heimat zu be­gründen und hier ihre Eigenart zm bewahren. Ja, fie jefetcn ihren besonderen Stolz darin, daß sich ihre Guter umner wieder sogar in derselben Familie als StammLefitz weitererbten. Fol- lenins starb 1844 in der Blüte seiner Jahre en einem Nerven­fieber, das er sich in Zeiten einer schweren Überschwemmung zugezögen hatte. Seine Witwe hatte mit einer Schar unerwach­sener Kinder einen schweren Kampf ums Dasein zu bestehen. Sie focht ihn durch mit unbeugsamem Mut und seltener Tatkraft, Eigenschaft en, wie wir fie auch an ihrem Manne kennen gelernt haben. Münch war ein langes Leben beschießen. Er, dem tn Deutschland glänzende Lebensaussichten gewinkt hatten, wurde einlateinischer Bauer"?* **)) der mit eigener Hand rodete und pflügte und sich in jeder Beziehung den Lebensbedingungen des neuen Landes anpaßte. Politisch blieb er dabN seinen Freiheits­idealen treu und wurde ein Führer seiner Landsleute, deren Sache er auch immer, als er selbst tn führende Staatsstellungen aus­gerückt war, warm vertrat. In ihm verkörperte sich gewisser­maßen die geistige und sittliche Höhe der deutschen Einwanderung des 19. Jahrhunderts in jenen Gegenden. Seine Nachkommen sind in Amerika noch zahlreich. Bei einem yamtltenfeU auf dem Stammsitz in Warrenton im Jahre 189a waren deren 102 versammelt Das Sammelbecken für die deutsche Einwanderung nach jenen Gegenden, welche Münch und Follenius veranlaßt

*) Nach A. B. Faust,Das Deutschtum in den Vereinigten Staaten". Leipzig, Teubner 1912.

**) Dieser Name war für solche yarMer aufgekommen, welche die deutsche Gymnasialbildung genossen hatten, die. sich aber, tut allgemeinen für die Zwecke der praktischen Kolonlsierung nicht eigneten.

Vermischte».

* Der Mann mit der roten Mütze Aus die unter dieser Ueberschrift veröffentlickste Einsendung erwidere ich. höflichst/ daß mir selbstverständlich bekannt war, daß Fahrdienstleiter- und Au>sichtsbeamtendienst auf vielen Stationen getrennte Funktionen siiid, aber auf vielen anderen Stationen werden sie von. einem Beamten versehen. Wenn der Herr Einsender, der. tn ^lirer Nummer 188 gegen meinen Artikel polemisierte, dieselbe jour- ualistische Erfahrung und Uebung hätte, wie ich, so wurde er wissen, daß man in einem für das große Publikum bestimmten Artikel nicht auf dienstliche Details eingehen kann, die für cas Publikum weder interessant iwch leicht verständlich sind. Vm Übrigen muß ich es aufs enlschiedenste zurückweisen, wenn Der Herr Einsender behauptet, daß meine Darstellungenvielfach tmzutrefieiid" seien. Mein Artikel beruht auf eingehenden In­formationen und hat vor der Veröffentlichung Beamten, die im Betriebe stehen, zur Begutachtung vorgelegen. Dagegen halte ich es nicht für korrekt und geivissenhaft, einen solchen Anbei öffent­lich auszusprechen, ohne die Beweise dafür zu erbringen. ..mit wie wenig Verständnis der Herr Einsender übrigens meinen Artikel gelesen hat, geht aus der Musterung hervor:Die be­züglichen Einrichtungen der preußisch-hessischen Staatsoahnen für die Betriebssicherheit sind anerkannt die besten der Welt", ^ch habe in meinem Artikel auch nicht ein Wort gegen die Betriebs­einrichtungen der Staatseisenbahneu geschrieben, i m G e g e n t e i l, ich habe ausdrücklich erwähnt, daß Deutschland, was die Sicher- Xyeit des reisenden Publikums betrifft, an erster Stelle stehe. Die Tendenz meines Artikels war überhaupt keineswegs die, die Betriebseinrichtungen der Staatsbahnen irgendwie herabzu- setzen, sondern meine Absicht war, das Publikum über den schweren, verantwortungsvollen Dienst des Fahrdienstleiters aufzuklären und so eine beffere Würdigung desselben seitens des Publikums, herbei­zuführen. Das liegt wohl auch im.wohlverstandenen Interesse der Verwaltung und nur bureankratische Ueberfyebung und Vor­eilig enommenheit kann daran Anstoß nehmen. Wenn einzelne höhere Beamte es angesichts dieser Tatsachen immer noch fertig bekamen, die Klagen über Ueberanftrengung mittlerer und unterer Eisenbahnbeamten als unberechtigt hinzustellen, so wird die Ver­waltung sich hoffentlich dadurch nicht abhalten lassen, die not­wendige Verbesserung der Dienst- und Ruhezeiten baldigst ern­teten zu lassen. Uebrigend haben auch die ösfentlicheii Blätter bei Gelegenheit der Verkehrsstockungen im Westen darüber ge­schrieben. Arthur Zapp.

Französischer Witz. Schon dagewesen. Das Dienstmädchen:Gnädige Frau, der Briefträger ist draußen... wegen Neujahr."Aber was will er denn, ich habe es ihm doch schon voriges Jahr gegeben." Ehrlich verdient.Herr Doktor, gestatten Sie mir, Ihnen zum neuen Jahre meine besten Wünsche darzubringen."Aber verzeihen Sie, ich habe nicht die Ehre, Sie zu kennen."Oh. ich war es, der int vergangenen Jahr den Scharlach in ihr Stadtviertel eingeführt Hit." Das Schönste. Der kleine Sohn:Ist es wirklich wahr, Papa, daß Du jetzt zu Neujahr das Kreuz der Ehrenlegion be­kommen hast?" Der Vater gerührt:Jawohl, mein Sohn." Hurra, das ist ja großartig, bann kommen Soldaten, wenn Du stirbst'" Unmöglich. Der kleine Jean, aufgeklärt zu seinem Schwesterchen:Nein, nein, das wfiß ich s.tzr gut, der Weihnachts­mann ist niemand anders als Papa." Die kleine Sclstvester, kopfschüttelnd:Wer, Jean, wie kannst Du nur solches Zeug reden, wie soll denn Papa mit seinem dicken Bauch durch den Schornstein kommen!"

Silbenrätsel.

ber, cu, bur, gen, bim, kam, eu, feit, litt, in, m, nie, ne§, o, ot, re, irtiir, te, to, tu, ivur.

Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen fieben Wörter I gebildet und derart untereinanber gesetzt werden, das; die Anianas- buchstaben von oben nach nuten und die Endbuchstaben von unten itad; oben gelesen, den Namen eines bebeutcnocn Altertums­forschers und Geschichtsschreibers ergeben. ES bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:

1. Ein Heilmittel.

2. Nebenfluß der Weser.

3. Feldberrn Alexanders des Großen.

4. Nützlichen GebrawUsgegenftand.

5. Grafschaft im nördlichen England.

6. Männlichen Vornamen.

7. Ein Tier.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Bersteckrätsels in voriger Nummer: Morgonstimü hat Gold int Mund