Ausgabe 
3.5.1913
 
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Kochen eines Probekloßes fest. Tie mittels des Schaumlöffels aus bent Kochwasser genommene« Klöße tvcrden mit den heißen, äbg«- tropften Spargekn vermischt und mit der sertiggeftelltcn Sauce überfüllt.

Daß män von Spargelwasser, welches, aber sehr kühl auf­bewahrt 1 verbeit Wust Spargelsuppe kochen und gewaschene, auf weißen Papierbogen gedörrte Spargelschalen in gut verschlossenen Glasdäsen aüfbewahren kann, um! sie im Winter M Spargelsuppe zu verwenden, ist bekannt.

Da Nkanchen Hausfrauen die nur mit Mchleiitbrenue gebundene Suppe von Spargelwässer nicht kräftig genug ist, so kann man sie auf niedersächsische Art d. h- mit Semmeln bereiten. Man reibt einige allüackime SamIMeln ab, tveicht sie in dem Spargelwasser ein, gibt etwas Weißen Pfeffer, geriebene Muskat­nuß Und ein Wenig Zucker däzN, und läßt alles über schwachem' Neuer durchkochen. Dann rührt Man den Brei durch ein Sieb, verdünnt ihn mit kochender leichter, Heller Brühe, oder mit kochendem Wasser, oder auch mit kochender Milch, gibt noch eilt Stückchen gute Butter däzU, läßt alles aufkochen und ziem die Suppe mit 12 in etwas Milch verrührten Eidottern ab. Inzwischen hat man kleine SemMelschjnitten in etwas Butter, auf der Pfanne gelb geröstet, bestreut sie mit geriebenem Schweizerkäse und reicht sie neben der Suppe. Spinat pflegt im Mai wohl­feil zu werden, ebenso der Kopfsalat und die Radieschen.

Neben dem nun schon dunkler gefärbten Rhabarber treten als erste frische Kompottfrüchte des Jahves die unreifen Stachel­beeren auf. Der intensiven Säure der Beevön, die ihnen in unreifem Zustande selbstverständlich eigen ist, begegnet inan nicht allein Mit der Zugabe von Zucker, sondern man rocht vorteilhaft die Beeren nach deut Säubern und Waschen zimächst mit Wasser, döM man eine Messerspitze doppelkohlensaures Natron znfügt, 1012 Minuten, gießt das Wässer durch ein Sieb ab und gibt Neues heißes Wässer (nicht zuviel) dazu. Bitt etwas Zimt, einem Stückchen Zitronenschale und Zucker wird das Kompott abgeschmeckt. Biele Leute mögen die Stachelbeeren mit den Schalen nicht, und für Kinder und Genesende dürfte sich auf jeden Fall die Breiform Mehr empfehlen; die recht weich gekochten Früchte werden dann durch ein Sieb gerührt und erst danach init Zucker vermischt. Der englischen Küche verdanken wir eine ganze Reihe empsehlens- werter Vorschriften zu Stachelbeerspeisen neben der Stachelbeer- Pastete. Tenn Während leider die Stachelbeerkultur bis vor wenigen Jahren in Deutschland arg vernachlässigt wurde, steht sie in einigen Grafschaften Englands auf staunenswerter Höhe. An heißen VorsomMertagen serviert man drüben oft ein durch ein Sieb gerührtes, gut gesüßtes Stachelbeernkns, das mit dicker süßer SahNe, die nach und nach dazugüfügt wird, verrührt wird. Auf den Brei von 600 bis 750 Gramm Stachelbeeren rechnet man 3/sVa Liter süße SahNe. Die Mischung m! auf Eis erkalten und wird mit kleinen leichten Biskuits gereich!t.

Einen warmen Stachelbeer-Auftauf stellt man her, indem man die Beeren zu Mus kocht, durch ein Sieb streicht und süßt. Dann bereitet Man über kleinem Feuer einen abgebrannten Teig von 1/2 Liter siedender Milch, in die man etwas gute Butter und 180 bis 200 Gramm Mehl rührt, so lange, bis die Masse sich vom Gefäß ablöst. Sie wird zums Erkalten in eine Schüssel getan, nach vollständigem Auskühlen mit 46 Eidottern, 175225 Gramm Zucker, dem StachelbeermNs und dem steifgeschlagenen Schnee der Eiweiße vermischt, dann in einer mit Butter ausge- strichenen, mit geriebener Semmel bestreuten Auflaufform im Ofen eine Stunde gebacken. Der Auftauf mNß sofort serviert werden.

Erdbeeren in Sahne oder Schlagsahne, oder in Sahne und Baiserhülle finb in dieser Zeit der Triumph zahlreicher Haus- fraueii gelegentlich ihrer Nachmittags-Empfänge. Ferner gelten W solchen Zwecken Kirschiörtchen auf Mürbeteig mit oder ohiie Süstagfahnenbelag für sehr fein. Diese Kirschenfüllung besteht im' letzten SomMer dick eingekochten Sauerkirschen (Kirichftepch), die bekanntlich! außerordentlich schmackhaft und des­halb allgemein belicht sind.

Pi an kann erfrischende kalte Speisen auch mit Hilfe von MavMeladen bereiten, welche gerade in dieser Jahreszeit oft zu Mäßigen Preisen angeboten werden; denn die neue Obst-Einkoch- Periode zieht jetzt heran, und Man will Mit den noch vorhandenen Vorräten räumen.

Tiewildlose, die schreckliche Zeit", ist Mit Beginn des Monats beendet; Rehböcke dürfen erlegt werden, aber ihr Wildbret pflegt urt M(g Wernen in dieser Zeit noch recht hoch im Preise zu stehen. Sparsamere Hausfrauen geben oft an Stelle einer echten Rehkeule gebeizte Hammelkeule, die durch die Beize einen dem Wildbret ähnlichen Geschmack erhält. Man legt die von allem Fett befreite Keule entweder in milden, mit Gewürzen an'fgo kochten, wieder erkalteten Essig, oder in saure Milcht wendet sie wahrend der zwei bis drei Tage, die sie darin liegt, täglich einmal urm.wäscht sie,, trocknet sie ab und brüt sie in Bütter untep fleißigem Begießen und Zugabe von saurer Sahne, mit der der Braten auch bestrichen wird. Tie Hammelkeule oder der Rücken' MNß aber recht gut sein und von einem jungen, gilt gemästeten Tier stammen.

. Während Man in denjenigen Gegenden, die schnelle nnd ytee teilhafte Barbindungen mit der Küste haben, als Sqisonfisch dr« gebratene -obey gekochte Maischolle (Flunder) sindet, hat Man ist anderen Provinzen die Men, eine Hertngsart, die int! Mai und' Jüni ans dem Meer in die Flüsse geht und auch besonders chst Rhein gefangen wird. Die Alfen sind klein, selten größer als 60 Zentimeter, werden meist gebäckest oder gebraten und mit' irgend einer pikanten Sauce, SabdelleN-, Senf-, Kapernsauce oder dergleichen, serviert.

Bor vierzig Jähren und früher galt hiejunge Gans" für einen stühsommerlichen Pfingstbraten, sie erschMÄ jetzt aber, dank erhöhten Interesses für künstliche Geflügelzucht und -mast, meist schon zu Ostern.

VermWhteK.

* D i e Maikäserzeit ist wieder gekommen und zu Huudert- tausenden werden diese Tiere in enge Botanisiertrommeln gesperrt, wenn es nicht gar noch kleinere Behälter sind; wir sahen schon als Gefängnis Streichholzschachteln verwendet. Der Maikäfer ist ein für die Menschen schädliches Wesen und kamt nicht die Erhaltung seines Lebens erwarten; aber er ist doch nicht Schuld, daß er als Maikäfer auf die Welt kam, und ein lebendiges, fühlendes Wesen ist er auch. Wenn man möchte, daß unsere Kinder sich ein mit­leidiges Gemüt in die spätere Lebenszeit hinüberretten, so mache man sie darauf aufmerksam, daß auch der Maikäfer Freude und Leid und Schmerz empfindet. Daß es ein Unrecht ist, wenn Kinder aus,bloßer Spielerei die Maikäfer in enge, stinkende, überfüllte Gefängnisse sperren und sie so zum qualvollen Tode verurteilen, daß es vollends ein schweres Unrecht ist, den armen Käfern die Flügel oder die Beine anszureißeit oder sie lebendig verhimgern zu lassen, dies muß von den Eltern ebenfalls betont iverdeu. Wer in dieser Beziehung auf seine Kinder hält, wird ihr Gemüt davor bewahren, in noch andere, größere Tierquälereien zu verfallen, wozu in der Jugendzeit ja oft die Gelegenheit ist.

* Wahrsagerin (zu aufgeputzter Maid):Ihr Gatte wird in Armut geraten, außer wenn." Die Maid (leb­haft):Außer wenn was?" Wahrsagerin:Außer wenn Sie sich in der Ehe sparsamer kleiden als jetzt."

Sprachecke de; Allgemeinen Deutschen Sprachverein;.

Ein Brief, der ihn beinahe nicht erreichte. Bor kurzem ging in einem größeren Orte mit fünf Predigern ein Brief mit der AufschriftAn Herrn Pastor Primarius ein. Da aber den dortigen Briefträgern ein Herr des NamensPrimarius" unbekannt war sie dachten dabei wohl an Familiennamen wie Crusius, Avenarius so wurde der Bries zur weiteren Behand­lung der Postbeamtin übergeben, die derartige Eingänge zu erledigen hat, die aber freilich nicht akademisch gebildet ist. Auch sie hielt natürlichPrimarius für einen Familiennamen; nicht minder ge­schah dies auf dem Polizeiamte, das nun das Stück mit dem Ver­merkIn N. u n b e k a n 11 t, polizeilich nicht gemeldet zurück" dem Postamte wieder zugehen ließ. Da aber fiel im Amtszimmer ganz zufällig der Blick eines lateinkuudigeu Stevhansjüngers auf das verstoßene, geängstete Brieflein. Er ver­merkte darauf mit Rotstift: Oberpsarre r". Selbstverständ­

lich erreichte nunmehr der Brief den Herrn Oberpfarrer sofort. Was aber wäre wohl schuld gewesen, wenn die vielleicht wichtige Mitteilung im Pfarrhause nicht angekommen wäre? Einzig und allein die Fremdwörtersucht des Schreibers!

Vramanträtsel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a, b, e c, d d, e e e e, i i i, 1 1, n, r, s s s s s, u u, y derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

ej 2. Türkischen Titel.

J 3. Schwedischen Dichter.

4. Einen Astronomen.

5. Kostbaren Stoff.

6, Hafenort.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und wagerechte Mittel­reihe ergeben das Gleiche.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummerr Weiß. Schwarz.

1. D d 8 a 5 T a 6 n. e 6 ob, A.)

2. Da5 b 4 f Kd4-e5.

3. 8 g 1 k 3 j- Beliebig.

4. Db4I8ob.Sh2g4f und Matt.

A) 1........ T a 6 n. a 5.

2. Sgle2f Kd4e5ob.c4

3. T e 6 - 0 6 f K c 5 n. b 5.

4. S e 2 c 3 f und Matt.

Redaktion: K Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Siebe»