Ausgabe 
3.2.1913
 
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Von Frühling ;u Frühling.

Roman von Erich Ebenstein.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Lächerlich. Ich denke gar nicht daran!" Er trat dicht ttn Meta h ran.Du muht unter allen Umständen ein- lenken, hörst du? Wir brauchen Reinsperg heute mehr denn je. Diese ungarische Gastfreundschaft hier, dex ncan sich nicht 'entziehen kann, kostet ein Heidengeld . . . und in Jmcit. . . . doch lieber nichts darüber! Kurz, ich bin mit dem Rest meines Vermögens fertig und daß lvir mit Deinen lumpigen 6000 Gulden standesgemäß leben können, wirst dir dir selbst Nicht einbilden. Die Stelle ist eine Brotfraqe geworden."

Meta stand starr toie eine Bildsäule und sah ihren Mann unverwandt an.

Endlich murmelte sie:Eine Brotfrage? Fertig mit Deinem Vermögen? Wie ist das möglich?"

Montelli ging hastig auf und nieder.

Ra, jetzt bist du wieder böse! Natürlich!"

. Er blieb vor ihr stehen und klopfte ihr überlegen auf die Wange:Geldangelegenheiten und" Weiberverstand sind eben unvereinbare Dinge, darum hast du dich meinen An­ordnungen zu fügen. Und nun mach ein freundliches Ge­sicht, gehe hinab zu unseren Gästen und spiele die liebens­würdige Wirtiir die Rolle liegt dir viel vorteilhafter als die der grollenden Gattin.

Er hauchte einen Kuß auf ihre Wange und verließ das Gemach.

Mit weitgeöffneten Augen blickte ihn Meta nach. So standen die Dinge also! llnb was nun? Eine namenlose Angst packte sie. Was tat er nur mit all dem Gelde?

Aber das Leben hatte sie durch eine harte Schule gehen lassen, in der man lernt, sich zu beherrschen. \

Als sie eine Viertelstunde später unter ihre Gäste trat, merkte keiner ihr an, was sie durchmachte. Sie war wirklich eine strahlende, liebenswürdige Hansfran und man huldigte ihr von allen Seiten.

Montelli aber übertraf sich selbst in sprudelnd guter Laune.

Sie hatten, ihn alle gern, aber heute faszinierte er ge­radezu. Er brachte einen ganzen Sack voll Neuigkeiten und Bonmots aus Wien mit, machte die älteren Herrschaften bis zu Tränen lachen und schnitt den jungen Damen die Cour, daß sie aus dein Erröten kaum herauskamen.

Nach dem Souper, welches glänzend verlief, wurde ge­tanzt. Es ist dort Sitte, daß die Zigeunerkapelle für jeden Danz extra von den Gästen abwechselnd bezahlt wird.

.Heute ließ Montelli dies nicht zu. Er allein bestellte die Tänze, und Banknote auf Banknote flog dem Zigeuner­primas zrr. Dazu floß der Champagner in Strömen.

Einmal bemerkte Meta, daß Montelli dem Primas sogar eine Hundertguldennote zuwarf. Sie blickte ihn vor­wurfsvoll an. Er aber flüsterte ihr lächelnd ins Ohr: Laß nur, es geht- unter einem hin . . ."

War es möglich, daß er wirklich in Goldnöten war?

Am anderen Morgen reiste Montelli nach Pest. Vor­her gab es Noch eine kurze Auseinandersetzung. Meta wollte einen klaren Einblick in ihre pekuniären Verhältnisse haben. Vom ersten Tage ihrer Verheiratung an hatte Montelli die monatlichen Raten aus G. in Empfang genommen, auch" die Gelder für das Kind von der Vormundschaft.

Er zahlte ihr aus, was sie brauchte, imb' plagte sich nie mit der Rechnungslegung.Es ist so eklig "kleinlich," meinte er einmal lachend.

Meta brauchte besonders seit sie in Dopolanyi waren, wenig für sich und das Kind. Nach ihrer'Rechnung mußten beträchtliche Summen übrig bleiben. Dazu noch die 10000 Fl. des Prinzen. Wohin kam das alles?

Endlich entschloß sie sich, nun doch zu fragen. Mon­telli nahm es furchtbar übel, wurde gereizt und zuletzt beinahe grob.

Ob sie denn kein Vertrauen mehr habe zu ihm? Ob er ein Dieb sei? Ob sie nicht fühle, welche Beleidigung in ihren Worten liege kurz, sie hatte Mühe, ihn zu be­ruhigen und fühlte zu vornehm, um auf einer Beantwor­tung ihrer Frage zn bestehen.

Desto unerschütterlicher blieb sie dabei, nicht zum Derby nach Pest zu gehen und Dopolanyi so bald wie möglich zu verlassen.

Endlich versprach Montelli, nach dem Derby diese Frage noch einmal in Erwägung zu ziehen. Bis dahin "könne er sich zu gar nichts verpflichten.

Vom Derby das heißt von dem SiegeArams" hinge alles ab.

Meta begriff dies nicht ganz, schwieg aber.

Verstimmt trennte man sich.

Montelli blieb länger in Pest, als er angekündigt hatte. Erst acht Tage vor dem Derby kehrte er nach Dopolanyi zurück.

Diesmal in brillanter Stimmung. Er hatte gleich die Ankunft der Rennpferde ans Wien abgewartet und sie samt Trainer und Jokey in Pest untergebracht.

Aram" war in bester Kondition. Diesmal würde er gewiß Sieger sein. Auch aufKitty" undHolda" wurde bereits gewettet.

Vom Prinzen brachte er Grüße mit.Uebrigens war er sehr kühl gegen mich," schloß Montelli seinen Bericht, was ich eiirzig Dir verdanke!"

Meta schüttelte den Kopf.

Ich glaube kaum, daß Prins Reinsperg unedel genug wäre, Dich entgelten zu lassen . . ."

Ma, überhaupt die großen Herren!" fiel Montelli ärgerlich ein.Ich sage Dir, ich habe es satt, mich da gängeln und belehren zu lassen. Wenn alles geht, wie ich