Ausgabe 
2.1.1913
 
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ist natürlich Unsinn und rote Haare habe ich! gar nicht...

Weil sieh, Meta die Ehe ist nicht immer, leicht, es gehört sehr viel Liebe dazu, um seinen Pflichten immer tuiv.u gerecht zu werden. Und auch du hast Rechte, deren du dir sieben erst später bewußt werden wirst. Du hast vor allem da^ I Recht, die Liebe deines Mannes ganz für dich allein zu

wie sie es getan, da Meta noch ein Kind gewesen war.

Meta," sagte sie und suchte im Dunkeln die Hand.

des Mädchens.Hast du Niki Petermann sehr lieb?" Ja, Mama warum fragst du mich noch einmal

iU ^Morgen, Mama. Morgen Punkt zwölf Uhr, wenn Papa aus der Vorlesung kommt, wird er feierlich erscheinen. Heute hat er eine wichtige Sitzung und muß um sieben Uhr in der Stadt sein." . ,

Ach so dann "- beanspruchen"

Sie gratulierten Meta alle. Schließlich war es jaSelbstverständlich, Mama!"

dock ein großes Glück für alle. Meta war versorgt mehr IUnd Petermann... mißverstehe mich, nicht, ich geb als glänzend versorgt, und daheim hatte sie sich ohnehin gewiß, nichts auf Klatsch., auch Papa Nicht Dennoch nie recht eingefügt mit ihrem rebellischen, unruhigen Sinn, muß ich dich daÄauf aufmerk,am machen, daß du nicht die

Darf ich noch einen Sprung zu Isa und Herta hin- erste Lrebe deines Bräutigams i .

über?" bat Meta.Ich möchte es ihnen so schrecklich gern L sie über Niki 'sagen. Weid) bin

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Lenzendorfs hatten nichts dagegen. Bekamen sie doch mich erwählt hat, daß ich ihm teurer bin als alle... freie Hand, die Sache von ihrem Standpunkt aus zu be- |

Und wenn es nicht immer so bleibt? Es gibt sehr unbeständige Männer... gerade em so reicher, verwöhnten Mann ohne eigentliche Beschäftigung denn die zwei Stunden Fabritinspektion täglich zählen ja nicht fällt sehr leicht einem Vergnügungstaumel in die Arme, der ihn von Sensation zu 'Sensation 'treibt lind, unfähig macht, die Freuden eines ruhigen Heims, das tiefe Glück einer friedlichen Ehe zu erfassen. 'Sie leben nur mit Nerven und Sinnen auf Kosten der Seele. Ein solcher Mann soll Nikolaus Petermann sein." .,

Eine Weile blieb es still. Dann streckte sich Meta stolz ilnter der Decke und legte die Arme unter den Kopf.

Und wenn! Er liebt mich und ich werde ihn zu halten wissen. Glaubst du nicht, Mama, daß ich ihni geistig em wenig über bin?" ,

Gewiß. Indessen spielt der Geist kerne be,ondere Rolle bei dem Glück einer Ehe. Es gehört sehr viel Ver­stand, Liebe, Geduld und Willenskraft dazu, um einen Mann wie Petermann dauernd zu fesseln. Vielleicht ge­hörte dazu am allermeisten: Erfahrung. Du bist so jung ... Papa sagte heute ein seltsames Wort man müsse zur Ehe erst reif werden... Meta, denke darüber nach!"

Ach Gott, Mama, zerbrecht euch doch nicht über nrich so viel den Kopf! Ich hab' doch selber alles bedacht und weiß ganz genau was ich tue!"

Wußte sie es wirklich?

Es kamen in den nächsten Tagen Stunden der Unruhe über Meta, die ihr Herz angstvoll schlagen ließen.

nicht wahr?"

Rotblond!" nickte Otto galant.

Ja übrigens, wären sie auch rot

ist: Niki hat sich in sie verliebt!"

Herr und Frau Professor Lützendorf sahen srch an.

®ClbCSteift bÄfo wieder nur kleinstädtischer Klatsch I tarn die" Mutteren "ihr ^nd'fttzte sich'mlf den BettranS' gewesen... das mit der neuen Heldin, Edith Torloui, am r" ",3 smotn tmrf' pin @wh Gefeit war.

Stadttheater... wenn er Meta liebte und weshalb hätte er sie sonst heiraten wollen?"

Frau Martha hob den Kopf zu ihrer Stieftochter.

Und weshalb ist er so rasch fort? Weshalb kam er nrcht darum?'

ich dich bitten, mit Meta zu sprechen. Sage ihr, was man! über Niki Petermann redet. . . warne sie! Schließlich würden auch noch andere kommen. Meta ist außerge- die Hauptsache wöhnlich schön und erst achtzehn Jahre alt." Frau Martha versprach es.

Spät am Abend, als Meta endlich znr Ruhe gegangen war und mit wachen, glänzenden Augen im Bette, lag,

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Sie schickten Otto und Elfriede ins Haus. Dann klappte der Professor seinen Schmeller zu und blickte seine Frau fragend an.

Was sagst du eigentlich dazu, Martha?"

Hm ich habe es halb und halb kommen sehen. Meta zeichnete Petermann schon im Winter immer aus. Jeden­falls ist es eine so glänzende Partie, wie sie sich nur wünschen kann." .,

Glänzend ja. Aber der Mann als folcher?" Du weißt, Theodor, es wird geklatscht in G . . . ." Aber etwas mutz doch daran sein! Ich gebe ja zu, daß er nicht so schlecht ist, wie man behauptet, immerhin ist es nicht zu leugnen, daß Petermann ein Lebemann ist, mehr als andere in Theaterkreisen verkehrt und keine feste Gesundheit besitzt. Manchmal sieht er geradezu erbärmlich aus mit seiner hageren Gestalt, dem blassen, sommer­sprossigen Gesicht und der schlaffen Haltung. Ich begreife überhaupt nicht, wie sich, ein Mädchen in diesen Mann. . verlieben konnte!".

Nun, es scheint doch!, daß Meta. . ."

Bah was weiß so ein blutjunges Ding von Liebe und Ehe. . . vom Leben überhaupt! Heiraten will sie das ist alles!"

Und ist dies nicht die Bestimmung aller Mädchen?" Der Professor rückte unbehaglich aus seinem Stuhl herum.

Hm ja, man nimmt es wenigstens für gewöhnlich an. Indessen . . . 'ich weiß nicht .... manchmal kommen mir so ketzerische Gedanken in dieser Richtung. Sieh, Martha, fiir jedes Amt auf Erden muß der Mensch reif

werden und erst einen Befähigungsnachweis erbringen . .

braW eT teinien' wdnst | Aus des vergwinters Bilderbuch.

Frau Martha war aufgestanden und zu ihrem Gatten | Von Heinrich ® re ter.

getreten. I Oberwiesenthal, Ende Dezember 1912.

Lächelnd fuhr sie mit ihren weichen, runden Händen Die Himmelsleiter.

über sein Haupthaar. I Nicht jeder findet den Weg zu ihr, mancher will ihn auch

Nun bist du mal wieder ein Träumer, Theo! Und sgwen, schließlich ist es wohl nicht unbedingt nötig, daß er ein komischer dazu! Wie denkst du dir denn dies? Es gefunden werden muß, aber wer Lust hat zu,einem Aufstieg, warte kann doch keiner eine Eheprüfung ablegen! Heiraten ist I einen schönen Wintertag ab. Man frage bei allen herum, dce die eben immer wie ein Los, das. man kauft : es kann vcr- I Leiter bereits erklommen haben, es scnd nicht wemgc; sie werden

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Er blickte noch. immer unruhig zu ihr auf.

Und wenn Elfriede Petermann heiraten wollte würdest du dir gar Feine Sorgen machen?"

Frau Martha wurde blaß.

Theo was willst du damit sagen? . .

Meta kein« gute Mutter gewesen?"

Doch . . . doch. . ." Er stand auf. ,;

belohnt worden.

Die Station Vieren st raße am Fuße des Fichtelber- ges möchte man den Vorhof zum Himmlischen nennen.. Em Sonntag war zu einem Aufstieg glücklich gewählt. Der Himmel , . , leuchtete in einem teilten Blau: etwas wahrhaft seltenes m den

Brn tch langen dunklen Regenzeiten. Im Walde stapften wir durch tiefen

Schnee. Ueberall, auf den Hügeln und in den Tälern schimmerten Dennoch Möchte weiße Flächen, Das dünkte uns fast wunderbar, denn jvann