Ausgabe 
1.12.1913
 
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bar macht. Prof. Boas fiettie ferner fest, daß die Unterschiede zwischen eingeivanderten und eittgeborcnen i'lngehorigen derselben Rasse immer größer werden, je längere Zett zw^chen der E n° Wanderung der Eltern und der Geburt ihrer Kinder verstrichen rst.

Beachtenswert ist bei diesen Untersuchungen, daß die HanNgkett langer Köpfe bei den Südeuropäern und bte Häufigkeit breiter Kopse bei den Mittel- uud Osteuropäern sowohl bet Emgewauderten wie bei Eingeborenen mit der Zeit abnehmen. Je langer dre EIn­wohner sich in den neuen BerhaUnllien befinden, "insoinehr gleichen sich die früher vorhandenen Rgssenunterschiede a>w. Em untrügliches Zeichen, daß hier vor unfern Augen eme neue Menschenrasse entstehk. .

Vermischtes.

bk. Edison und seine Frau. Es gibt in der ganzen Welt nur einen einzigen Menschen, dem Thomas Alv^ Edison, der König der Erfinder, sich unterordnet, nämlich ferne P'ml- B'hne diese - das wissen alle,'die in West Orange, dein Wohnsitze Edtsoiw, wohnen, wäre Edison hilflos, denn sie sehen täglich nut eigenen Augen, wie deralte Mann" (wie sie Edison nennen), von siiner Fraugemanagert" wird. In der deutschen »»rache gibt eS nichts das dieses amerikanischeuianagS restlos wiedergibt. Thomas Alva Edison ist nämlich, ivie eine amerikanische Jour­nalistin jüngst bei einem Besuche festgestellt hat, wohl der un­bestrittene König im Reiche der Technik und Ersindnng, 'n allen weltlichen Dingen aber ein großes Kind, und ohne seine ,,raii würde er schwerlich mit dem Leben fertig werden. Tie e seine Frail schildert die amerikanische Journalistin, ent gratilem Izola Forrester, in dein in New York erscheinendenWorld Magazine als mittelgroße, durchaus nicht schlanke Daitte mit ausfallend reiner, rosiger GesichtS-arbe, die für hanfigen Aufenthalt mt Freien spricht: ihr brannes Haar ist gewestt tmd weht ihr ums Gelicht, wie einem Mädchen: ihr Kinn ist sanft gerundet, ihre Angen sind haselnnßbraun und sie lächelt gern. Fräulein Forrester hat mit eigenen Augen gesehen, wie Edisongernauaged" werden muß, und dazu hat ihr Frau Edison einiges darüber erzählt. -vaS eilte Lebensbedürfnis EdisonS (wenn er nicht in semen Werkstätten tätig ist), ist die Ruhe. Er muß gegen jedes Geräusch, gegen jebe Störung und gegen jede Unterbrechuna geschützt werden. Er arbeitet zuweilen in seinen Werkstätten 20 Stunden oder langer hintereinander, dann kommt er und) Hause, fällt sowrt »> Schlat, wie ein vom Spiel ermüdeies Kind und schläit daun 20 Stunden oder mehr hintereinander. Eine regelmäßige Tageseinteilung gibt es natürlich nicht- Edison steht au?, roie es sich bei ferner Arbeit ergibt, ebenso hält er eS mit den Alnhlzeitcn und dem Schluß des Arbeitstages. Er ist nicht, wie manchmal angegeben tvird, Bege- tarier, sondern ißt Fletsch und besonders gern Wild und Geflügel. Gemüse und Früchte nimmt er niemals in rohem Zustande zu sich, vielmehr muß alles auf den Siedepnnkl erhitzt werden, damit alle Krankheitserreger abgetötet werden. Wenn Fran Edison ihren Gatten nicht aus den Werkstätten abholle, würde er vermutlich mehrere Tage hintereinander arbeiten, ohne überhaupt zu be­merken, daß" die Zeit vergeht, und Frau Edison holt ihn deswegen täglich im Automobil ab und macht vor Tische eine längere Anto­ni obiliahrt mit ihm gemeinsam. Dieses Automobilsahren ist nämlich Edisons einzige Erholung; eine andere Art von Sport oder körperlicher llebmig verwirft er für sich nnb tatsächlich hat er sie wohl auch nicht nötig, weil er während seines Ausenthal es in den Werkstätten stundenlang auf den Beinen ist. Maulen, Forrester hat auch Gelegenheit gehabt, zu sehen, wie Frait Edison ihren Gatten abholte. Thomas Alva Edison kam nach ihrem Be­richte seiner Frau entgegen wie eilt Schuljunge, der von seiuer Mutter abgeholt wird und er sah auch so aus, ivenu nicht noch schlimmer: es ist dringend nötig, daß man ihm einen remen Kragen umbindet, er muß rasiert werden, Kämmen und Bm-sten sind äußerst nötig geworden und all dies läßt der ölte, weiß­haarige, blauäugige, 66jährige Junge lächelnd nut sich geschehen,

* D e r P r e i s.Ra, Jungens, was macht Ihr denn hier mit dem Taler?"Den haben wir eben gefunden, und wer am besten aufschneiden kann, soll ihn kriegen."Aber Kinder! Wie ich in Eurem Alter war, habe ich niemals aufgiischnttten.

* Vorstellung. Der Spitalskommandant nimmt die An- trittsmeldung des der Spitalskanzlei neu zugeteilten Rechnungs- führer-Stellvertreters entgegen.Wie heißen Sie?"Gallen­stein, meld' gehorsamst, Herr Oberstabsarzt."Hao ich Sie denn gefragt, was Ihnen fehlt?"

* Der arme Hausbesitzer.Glauben Sie nur, ich habe bessere Tage gesehen!" --Wann war denn das?"Als ich meine zehn Häuser noch nicht hatte!"

* Aha!Gestern haben wir gearbeitet, bis wir umgefallen sind!"Oho! Was habt Ihr denn gemacht?"Wem ab­abgezogen!"

* Der Herzenswunsch des Schülers. Lehrer gibt so viele Dinge im Leben, für die wir dankbar sein müsien. Tommy, kannst Du mir etwas sagen, wofür Du so recht oanibar sein müßtest?" Tommy:Ja, Herr Lehrer. Dankbar wäre ich

wenn Sie bett Arm brächen, mtd besonders den rechten. Datm gäb's 14 Tage keine Keile in der Klasse."

' -Auch'eine Kritik.Nun, was sagen Sie zu memeint neuen Anzug?"Ach, ich wollte, ich wäre ein so guter Ge­schäftsmann, wie der Mann, der Ihnen diesen Anzug verkaufte.

Büchertisch.

E v a n g elis che I u g en dpfl e g e. Soeben ist im Ber­lage von Alfred TöpelMann in Gießen ein Handbuch fiir cvan- gelische Gemeindejugendarbeit, Evangelische Jugend­pflege, von Otto Page, erschienen (IV u. 260 Seiten. Gebunden Mk. 4,60). Auf Grund einer bei allen evangelischen Pfarrämtern Hessens veranstalteten Umfrage gibt der .Verfasser zunächst einen' Ueberblick über die Zahl und die innere und äußere Lage der Jugend Hessens sowie über die Geschichte Und den gegen­wärtigen Bestand der, evangelischen Jugendarbeit, um sodann eine systematische Darstellung der Jugendpflege zu geben, wie sie int evangelischen Sinne getrieben werden soll. Das Buch, das sich nicht nur an die Geistlichen sondern an alle wendet, denen das Wohl der Jugend am Hcrzr.t liegt, wird besonders für unser engeres Vaterland nicht nur alle», die au der Jugend arbeiten, wertvolle Winke geben können, sondern auch dazu bei- tragen, daß man bei aller Wertschätzung der auf äußere, körper­liche, intellektuelle uitb soziale Hebung der Jugend gerichteten Bestrebungen besser als bisher erkennen (ernt, daß der Not der Jugend nur dadurch gesteuert i»erben kann, daß sie zu religiös- sittlichen Charakteren erzogen wird.

R o ko ko. Das galante Z e i t al te r i» B rie f e n, Memoiren, Tagebüchern. Gesammelt von Rudolf Pechel, eiu- geleitet von Felix Poppenberg. Buchschmuck von Willy Belliug. Bongs Schön-Bücherei. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Ber­lin. ----- Das Zaübermittel, durch das diese Toten beschworen tver­den, sind zeitgenössische Dokumente, Briefe, Tagebücher, Memoiren usw., welche von Rudolf Pechel mit großer Sachkenntnis zusam- meugetragen und von Felix Poppenberg amüsant und aufschluß- reich eingeleitet worden sind. Frankreich, das klassische Land des Rokoko, spielt die Hauptrolle. Wir lernen den Hof kettneu, be­suchen !ihn iu Versailles, machen die Torheiten der Erziehungi und Mode mit, begleiten die Dante durch den geschäftigen Müßig­gang eines Tages, nehmen an den geselligen Vergnügungen teil und durchkosten den eigentlichen Mqiz des galanten Zeitalters, das Spiel der Liebe, in all seinen Nuancen, während von fern das dumpfe Getöse der Revolution drohend, herüberdriugt. Wev auch das deutsche Rokoko wacht auf: Sanssouci, Dresden, Rymphen- burg, Würzburg und Wien bevölkern sich mit ihren Fürsten, Damen- und Abenteurern. Die neun vorzüglich reproduzierten Bilderbetlagen geben dem Buche einen netten Reiz.

D i e O-tt elle", Zeitschrift für Literatur, Kunst und Theater. Herausgeber Dr. Rob. Reinhard. Verlag, C. W. Manisch u. Co., Leipzig. (Jährlich 24 Hefte 5 Mark, Einzelnummer 25 Pfg.) Das erste Heft des 7. Jahrgangs ist Ludwig A uzen - gruber gewidmet und bringt außer dessen Erzählung.Mutter­sorge" einen längeren -Aufsatz, von Prof. Dr. SauerAnz-en- gruber als Volksdichter", sowie Erinnerungen an Ludw. Auzen- grüber von Prof. Bendel und eine Novelle von dem Sohne des Dichters. Im zweiten, Gustav Frensseu gewidmeten Heft wird dessen dichterischer Werdegang von Hauns H. Kamm unter netten Gesichtspunkten gewürdigt, während Frensseu selbst mit einer seiner schönsten Dorspredigten zu Wort kommt. Besonderes In­teresse verdient das dritte Heft, in dem! Gerhart Haupt­manns Dichtertum von Leo Schidrowitz ohne alle Polemik feinsinnig dargelegt tvird, während charakteristische Proben aus! Hauptmanns Werken mit Federzeichnungen von Friedrich Prensj zu demFestspiel" abwechseln.

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Auslösung in nächster Nummer..

Asmgspromenade.

Man dar! die einzelnen Wörter und Silben nur in der^Weife miteinander verbinden, daß man wie der König ans dem Schach- bvelt stets von einem Feld ans auf ein benachbartes übergeht.

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Auslösung des Zitatenrätsels in voriger Nitmiuer: Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und VKkdq der Brübl'fch-n Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lauge, Gieße«.