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dis an jedem der beiden Enden ein Draht eingeschntolzM ift, für gewöhnlich den elektrischen Strom nicht leitet, daß fie aber sofort leitend wird, wenn elektrische Schwingungen darauf treffen. Mit Hilfe dieses kleinen Apparats schloß man von fernher ohne Draht­verbindung, durch das Ausstrahlen von elektrischen Wellen, einen Stromkreis, dessen Quelle sich an der Empfangsstation selbst be­fand, und war dadurch in der Lage, mit Hilfe eines Morseapparates Punkte und Striche auf einen ablausenden Papierstreifm M bringen. Tas ging auch sehr gut und lieferte befriedigende Resultate, so­lange man über eine gewisse Entfernung zwischen der gebenden und der empfangenden Station nicht hinausging. Als man f-edoch das Bedürfnis empfand, über mehrere tausend .KilometerHutweg zu telefunken, da erwiesen sich Fritter und Schrerbhebel des Morse als viel zu schwerfällige Apparate.

Das empfindlichste Instrument, das wir besitzen, um elektrische Stromstöße direkt den menschlichen Sinnen kündbar zu machen, ist die Menrbran des Telephons. Diese läßt sich schon, durch ganz geringe elektrische Energiemengen in Schwingungen verletzen. Auch mit ihrer Hilfe kann man Morsezeichen geben, denn das tele­graphische Alphabet fetzt sich ja bekantlich nur aus längeren und kürzeren Rhythiuen zusanrmen, die auf dem Papier als Punkte und Striche erscheinen, deM Ohr als längere oder kürzere Tone kund werden. Heute werden Funkentelegramme ausschließlich durch das Telephon ausgenommen. Die Stromquelle an der Empfangs­station ist gänzlich verschwunden. Die Zeichen werden direkt durch die Energie hervorgerufen, die an dem Gebeort erzeugt und mit Hilfe von Funkenstrecken als Aethetschwingungen in den Raum ausgestrahlt werden. Au die Stelle des schwerfälligen Fritters ist ein ganz anderer hochemfstindlicher Apparat getreten:

Die Form der Energie, die die Empfangsstation mit Hilfe ihrer durch Türme hoch hinaufgeführten Luftdrähte, der Antenne, entgegennimmt, ist Wechselstrom, das heißt, ein elektrischer Strom, der die Richtung seines Fließens fortwährend, viele tausend Mal in der Sekunde, umkehrt. Dieser Wechselstrom ist für die Be­tätigung einer Telephonmembran unbrauchbar. Er vermag diese nicht so zu erschüttern, daß sie einen für menschliche Ohren hör­baren Ton hervorruft. Hierzu braucht man Gleichstrom, der immer in derselben Richtung fließt. Es war also notwendig, einen Apparat zu erfinden, der in ganz einfacher Form, und ohne daß bei dem Umformen ^Energie verloren geht, den in der Antenne ankommenden Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt. Das tut nun der von bent berühmten englischen Physiker Rutherford kon­struierte Detektor. Er besteht aus einem dünnen Metallstab, der in einer überaus feinen Spitze eine Scheibe aus gleichem Ma­terial berührt. Diese Anordnung wirkt seltsamerweise wie ein Sieb auf den Wechselstrom. Sie läßt nämlich immer nur die eine Fließrichtung hindurch, während die andere gänzlich abge­drosselt wird. Auf diese Weise erhalten die Apparate der Emp­fangsstation Gleichstrom, der in genau denselben, Rhythmen auf­tritt, mit benen bis Funkenstrecken ber Senbestation arbeitens Mit Hilfe dieser Anordnung ist es der deutschen Großstation in Nauen bei Berlin nun schon gelungen, Entfernungen von nahezu sechstausend Kilometern drahtlos zu überbrücken. Man wird bald störungsfrei von Nauen nach New York und Kamerun telegra­phieren können. Doch auch mit dieser Reichweite ist durchaus noch keine endgültige Grenze erreicht. Die modernen Apparate der Funkentelegraphie haben den Menschen zum Sieger über den Weltraum gemacht.

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* Der geheizte K i r cb e n st u h l. Nachdem vor einiger Seit die große Renovierung der Nürnberger Sebalduskirche, deren Lederherstellung eine Arbeit von 19 Jahren beanspruchte und weit über 1 Million Mk. Kosten verursachte, glücklich zum Ab- schluß gelangt war, erwuchs der Nürnberger Kirchenbauverwaltung die schmierige und reizvolle Ausgabe, dem prächtigen alten gothi- kchen Gotteshause eine Heizung zu verschaffen, ohne die alten Formen des Baues anzutasten oder durch Einsügung moderner Heizkörper zu gesährden. Die Anlage einer modernen Heizung hätte die Innenarchitektur gestört. Die-Bauwelt macht interessante Mitteilungen, aus welchen! Wege die Kunst des modernen In­genieurs diese schwierige Ausgabe gelöst hat. Man legte den Haupt- wert auf die Beseitigung der Fußbodenkälte, von dem Grundsätze ausgehend, daß ein warmer Fuß den ganzen Körper warm erhält. Nach langen und eingehenden Versuchen ist man zu einer sehr- sinnreichen Methode gekommen, die alten Kirchenstühle elektrisch zu heizen. Man legte starke, aus kleinen eisernen Böcken ruhende eiserne Röhren von 80 mm Durchmesser in die Kirchenbünke, genauer unter die Fußbänke. Da die Heizungskörper bei voller Einschaltung des Stromes eine Temperatur von 72 Grad Celsius erreichen, wurden sie mit durchlöcherten Abdeckblechen verhüllt. Die Bleche entsprechen in der Tönung genau den hölzernen Bänken, heben sich sür das Auge nicht ab, sind völlig unauffällig und bieten dabei den Füßen eine bessere Stütze. Die Heizung wurde zunächst aus sechs Bänke beschränkt, dann aber, als der Versuch das volle Gelingen des Planes erwies, aus 1200 Sitzplätze ausgedehnt. Die Heizrohre haben eine Länge von 600 m, die Kosten des Betriebes

stellen sich für Sitzvlatz und Stunde Heizung einstweilen au 0,04 Mk., werden sich aber noch verbilligen lassen. Die An­lage, die eine interessante neue Lösung des Kirchenheizunas- problems barstellt, findet bei den Kirchenbesuchern ungeteilte An­erkennung.

* Vom klugen Esel. Ein neues Beispiel dasür, rote un­gerecht die Menschheit ist, wenn sie im Sprachgebrauch den Esel zu einem Sinnbild der Dummheit stempelt, erzählt der Direktor des Pariser Museums, Edmond Perrier, in einem interessanten Aussatz über das Wesen der Tiere, der inJe sais tont" veröffent­licht wird. Im Museum von Patthon hielt man einen Esel, der Lasten des Laboratoriums zu schleppen hatte. Wenn das Tier nicht gerade gebraucht wurde, hielt man es in einem großen um­mauerten Hole. Durch eine Tür konnte man von diesem Hofe in den Garten kommen, wo die schönsten, üppigsten und sastigsten Pflanzen grünen. Der Esel versäumte keine Gelegenheit, um heim­lich in den Garten zu schlüpfen. Und das geschah besonders ost während der Zeit, in der ein Maurer an der Wand des Hoses Ausbesserungen auszusühren hatte. Man empfahl dem Maurer dringend, die Tür zum Garten stets sorgsam geschlossen zu halten, aber man sand den Esel trotz alledem immer wieder in dem Garten. Schließlich beschloß man, den listigen Meister Langohr zu belauschen, und da stellte sich denn heraus, daß der Esel die Türklinke nut den Zähnen öffnete, die Tür ausstieß und dann in den Garten ging. Der Maurer begnügte sich nunmehr nicht mehr damit, die Tur zuzuklinken, er legte auch einen Riegel vor, der am unteren Ende oer Tür angebracht war. Drei Tage lang ging alles gut; dann aber begann der Esel wieder auszubrechen, und inan sand ihn ^.ag um Tag immer wieder im Garten. Es zeigte sich, daß das Lter nach sorgsamer Beobachtung es gelernt hatte, auch den Riegel zu öffnen. Erst schlug es den Riegel zurück, dann klinkte es die Tür ans und inarschierte seelenvergnügt in den Garten. Nun entschloß sich der Maurer endlich, die Tür regelrecht mit dem Lchlichel ab­zuschließen. Diese Maßnahme mußte der Esel, der von dem Maurer ohnehin nicht gerade saust behandelt worden war, als eine beson­ders schwere Beleidigung empfunden haben, um so mehr, als er dagegen nichts tun konnte: jedenfalls ivar er von diesem ^.age an der erklärte Feind des Maurers. Und bald vollzog sich auch des Esels Rache. Jeden Morgen setzte sich der Maurer zt>m Frühstück gemächlich aus den Boden und beseuchtete sein Butterbrot nut einet Flasche Rotwein. Eines Tages kommt der Esel herbei tmd imrst ourch ein Versehen die Flasche um. Man tarnt sich vorstellen, welche Flut von Schimpfreden sich über den Meister Langohr ergoß; das Tier aber sah seinen Feind dabei mit einem so merkwurdtg höhnischen Ausdruck der Augen cm, daß der Maurer überzetigt war, der Esel habe sich betvnßt gerächt. Am, nächsten Tage war der Handiverket so vorsichtig, die Flasche nach jedem Schluck zuzukorken. Der Esel warf die Flasche wiederum um und schien sich über seinen Mißerfolg sehr zu' tvlmdern. Zwei Tage später aber hatte das Tier seine Taktik geändert: es beschränkte sich nicht mehr darauf, die Flasche umzuwersen, sondern zerbrach sie auch, bis der Maurer schließlich das Feld räumte und sich eine andere Stelle suchte, an der er von seinem Feinde ungestört srühstücken konnte.

* Unbestechlich. Rekrut (vom Urlaub zurück):Herr Feldwebel, diese Wurst schickt Ihnen meine Mutter und laßt sagen, Sie möchten sich dieselbe gut schmecken laßen. Feld- webel:Du weißt doch, mein Sohn, daß ich von der Mann­schaft keine Geschenke annehme. Also, was kostet bte Wurst >, Rekrut:Na also zwanzig Pfennig, Herr Feldwebel. Feldwebel:Gut, hier hast du eine,Mark, mein Sohn. Schreibe deiner Mutter, sie soll mir noch vier Würste schicken.

* Voreilig. Stammgast:Zu dumm! Jetzt habe ich schon zwei Salzheringe gegessen, damit ich an' rechten Durst hab', wenn frisch an'zapst wird . . . und getzt kommt ferner, bet die letzten drei Maß trintt, bte -noch in dem alten Faß. bnn sind.

Rätsel

Auflösung itt nächster Nummer.

Auslösung bes Diamant-Rätsels in voriger Nummerr G USD FRIDA

ENGLAND MAIBLUMEN GRILLPARZER ALEXANDER SORRENT BOZEN FEE R

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,