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altes Gemäuer, von knorrigen Fichte,r durchwachsen, hemmte die Bahn — die Franzosenschanze. Der Zelter stutzte und bäumte sich auf, sie aber gcch mcht nach; sie riß im Zügel und peitschte seine Flanken, — da streg er hoch, und mit einem furchtbaren Satze sprang er über die Kniemauer. Kathinka schrie auf, kurz und gellend, dann ertönte ein polterndes Rollen und Prasseln von Steinen und Aesten und dumpfe Aufschläge, — bann war alles still. . m
Der Herzog hielt auf seinem Tier wie eine Marmorstatue. Alles Blut war aus seinem Antlitz entwichen. Er starrte nach der Kniemauer. Das Geschehene konnte er nicht fassen. Mit fremder, kalter Stimme sagte er endlich: „Kathinka — ist — tot." Ihn schauerte selbst vor seinen eigenen Worten. Mechanisch stieg er aus dem Sattel und kletterte den steilen Abhang hinunter. Etwa hundert Fuß tief lag Kathinka. Vom Pferd war nichts zu sehen.
Er kniete nieder und bettete ihr zerschmettertes Haupt in seinen Schoß, lind ganz leise sagte er: „Sie floh vor der Liebe, — sie war eine Heldin."
Die Zimmerpflanzen und ihre pflege, in.
Die Bouvardia wird, wenn sie neu treibt, verpflanzt, nachdem der Ballen ausgeschüttelt: Laub- und Mistbeeterde mit Sand, gleichzeitig wird sie zurückgeschnitten und lauwarm gestellt. — Die Knollen der gefleckten Calla pflanzt man jetzt neu in die Töpfe und stellt sie kühl: begossen wird erst allmählich mehr. — Die Camellia (Kamelie) liebt keine schroffen Gegensätze in der Tamperatur; man sorgt wie bei der Azalea für feuchte Luft (durch bespritzen), für gleich,näßige Ballenfeuchtigkeit und nicht zu warmen Stand: guter Wasserabzug und keine Störung des Ballens beim etwaigen Verpflanzen! Im Sommer halbschattig, am besten im gut gelüfteten Zimmer. — Wenn der Trieb der Clivia erscheint, so wird die Pflanze wärmer, feuchter und hell gehalten. — Korallen st rauch wird jährlich um diese Zeit verpflauzt: man hält sie in geräumigen Gefäßen mit guter Scherbeneinlage, in Mist-, Lehm-, Laub- erdc und Sand mit reichlicher Wasserzufuhr und häufiger Düngung; sie soll warm stehen, aber sobald sie treibt, kühler, luftig und sonnig: Ende Mai ins Freie. — Die schönen, leuchtenden und graziösen Esch sch oltzien werden ausgesät; sie lieben viel Sand, doch kräftige Erde ohne Misterde und werden ziemlich trocken und recht sonnig gehalten. Fuchsien und Geranien werden geschnitten (wobei man recht brutal verfahren darf — um so schöner treiben sie aus —) und neu eingepflanzt, nachdem mau den Ballen locker gekratzt und etwas gereinigt hat: für Fuchsien in Mistbeeterde mit Lauberde und etivas Lehm vorteilhaft: Geranien sollen kein« Mistbeeterde erhalten; für beide empfehlen wir zunächst kleine Töpfe; mit dem Trieb werden sie hergestellt; schöne Fuchsiensorten sind außer den bekannten: „Schneewittchen" und „Emma Töpfer". — Goldlack (Chei- ranthus) und Winterlevkojen läßt man im mäßig warmen Zimmer blühen und hält sie gleichmäßig feucht. — Den Jasmin (wir empfehlen „nudi florum") setzt man nach einigen Tagen Abhärtung ins Freie; seine Zweige stutzt man ein, wobei man die Spitzen mit 3—4 Knospen als Stecklingsholz benutzen kann. — Von der Justitia, wenn sie schon hinreichend entwickelt ist, macht man Stecklinge; der Rückschnitt ist ihrer volleren Gestalt und reichlichen Blüte sehr bekömmlich. — Einen Kasten Portulack für den Balkon zu ziehen, empfehlen wir sehr: Aussaat Ende März; Saat gleich in den Kasten, warm halten; Sämlinge nicht verstopfen, sondern auslichten; im Sommer trocken und sehr sonnig! Erde jeder Art, ohne Misterde, dazu viel Sand; Pflege: keine; entzückende Blumen und Farben! — Tie vorjährigen August-Stecklinge des roten Salbei (Salvia splendens), die im kommenden Sommer blühen sollen, werden letzt hell und etwas wärmer und feuchter gehalten. Der Rück- schnitt und Form-Schnitt der Kalthauspflanzen: Oleander, Aukuba, Lorbeer, Kir sch l o rb e er, Goldmyrten ufa)., aber nicht Hortensien muß jetzt durchgeführt werden; kranke Pflanzen werden besonders stark zugeschnitten und in kleine Töpfe verpflanzt. Alle abgeblühten Winterblüher, die man! zn erhalten wünscht, (z. B. Tulpen) werden kühler als vorher und trockener gehalten, um eine Ruhezeit für sie herbeizuführen. — Zeit ist es jetzt, wenn die Erde frostfrei, Heide- und Lauberde rinzusammeln, die sich leicht im Rdicksack nach Hause tragen laßt.
Tas Verpflanzen, das so vielen Zimmerpflanzen ein Bedürfnis ist, muß nun energisch durchgeführt und bald beendet werden: sonst schadet es dem neuen Trieb, der sich schon überall einstellen wird. — Die Glocke n-blu men: Campa nula Mayi, isophylla, fragilis usw., die mit ihren schönen großen blauen oder weißen Blumen unter unfern ausdauernden Ampelpflanzen mit die erste Stelle einnehmen, werden jetzt umge
pflanzt in lehmige Misterde und Sand: auch verwendet man btc fingerlangen Sprosse zu Stecklingen, die man dann warm und unter Glas hält bis Mr Bewurzelung. — Umgepflanzt wird auch die Russelia, wenn sich am Wurzelhals frische Triebe, die sehr geschont werden müssen, bilden; kleine Töpfe oder Ampeln; Lauberde mit etwas Lehm und Sand. — Ebenfalls wird der bl a u e S al bei '(Salvia patens) neueingepflanzt (lockere lehmige Lauberde mit Sand und etwas Kalk), wobei man ältere Pflanzen durch Zerteilen der Knollwurzel-Büschel teilen kann, man stellt ihn frühzeitig hell und luftig. — Aussaaten bewerkstelligen wir von der Mimose (Sinnpflanze); Saatschalen wavm halten; nach etwa zwei Wochen die Sämlinge einzeln in allmählich größere Töpfe; Laub-, Mist- und Rasenerde, sonniger Stand, und viel frische Luft.,— Für die größeren Balkonkästen empfehlen wir den Tabak (Ricotiana affinis), der mit großen üppigen Blättern den starken Wohlgeruch seiner Blüten vereinigt; Aussaat jetzt, sehr dünn; Saatschalen warm, später die Pflanzen einzeln in Töpfe. — Die Tropäolum (Kapuzinerkresse) für den Sommerslor werden jetzt gelegt: zu mehreren in die Töpfe oder Kästen, die später auf den Balkon gesetzt werden. Die jungen Pflanzen werden möglichst früh abgehärtet, doch vor Frost geschützt, sonnig gestellt und mit zunehmendem Wachstum immer reichlicher gegossen, auch hie und da gedüngt. Die gewöhnlichen Sorten (majus) sät man, wie gesagt, von jetzt bis in den April hin aus; außer dem allebekannten rankenden Tropäolum majus möchten wir aber auch das buschig-niedrig bleibende TroP. Majus nanunt empfehlen, das in fast noch schöneren Farben leuchtet: auch Trvp. minus sollte wieder zu Ehren kommen! — Dem Verstopfen der Sämlinge aus den Februar-März-Aussaaten muß recht viel Sorgfalt zugewendet werden; wenn man die Pflänzchen zu lange stehen läßt, wachsen sie leicht, besonders wo zu dick gesät wurde, lang und schlaff in die Höhe — ein Fehler, der nicht wieder Mit zu machen ist. — Azaleen, Zierspargel, Camelien, Zehrwurz, Dracänen, Palme und Farne sollen nicht jedes Jahr, sondern nur alle zwei bis drei Jahre verpflanzt werden.
Vermisstes.
kf. Japanische Siegel. Während bei uns bei Privat» feuten der Gebrauch von Siegeln eine Ausnahme ist, ist es iw Japan, wie die „Revue" mitteilt, gesetzliche Bestimmung, daß jeder Privatmann sein Siegel hat und einen Abdruck dieses Siegels (jitsu-in) in den amtlichen Archiven niederlegt, der als Kontrolle benutzt werden kann, falls einmal Streitigkeiten über die Echtheit eines Siegelabdruckes vorfallen solltem' Das Siegel eines Privatmannes hat nur dann amtliche Gültigkeit, wenn vorher der Siegelabdruek amtlich niedergelegt war. Tie Siegel, berat sich die Japaner bedienen, sind kleine, zierliche Werkzeuge aus Holz, Stein oder Metall. Die gewöhnlichsten japanischen Siegel sind außerordentlich wohlfeil und kosten etwa 20 Psg. Sie sind aus Buchsbaum oder Kautschuk hergestellt, Kostbarere bestehen au# Marmor, Schildplatt, Büffel- oder Rhinozeroshorn, Elfenbein oder Achat, und die kostbarsten werden aus Edelmetallen geschnitten!. Ter Form nach sind die Siegel quadratisch, eliptisch oder kreisförmig. Ter .Durchmesser überschreitet selten 2 Zeittimeter.
* Beim Untersuchungsrichter. Richter (zunt Zeugen, der während des Verhörs den Hut aufseht: „Nehmen S' doch den Hut ab!" — Ungar: „Dank' schön, mich geniert er nicht." —■ Richter (streng): „Aber mich geniert es." — Ungar: „Ihnen geniert es? Aber Herr Richter, wie kann das Ihne» »enterett^ Hut ist doch auf main Kopf!"
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Auflösung in nächster Nummer,
Auflösung des Tiamantrfasels in voriger Nummer r
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Redaktion: K. N« » rath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Mieten.


