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„Meinst', ich finde das GeW auf der Straße, sauer verdienen muß es der Vater." ...
Das war mir zuviel, meine Herren!. Der Franzel ist schließlich mein einziger Sohn und alleiniger Erbe. Es brannte mir in der Seele.
„Daher kommst du, Franzel, sofort!" Er erschien. „Na, Franzel," redete ich mit dem sanftesten Baterton auf ihn ein, „die Sache ist ja nicht so schlimm. Die Mutter meint's nicht so bös'. Sieh, du hättest es halt eingestehen sollen!"
Ich konnte doch unmöglich mich selber beschuldigen.
„Wenn ich's aber nicht getan hab' ?" beharrte der ,Franzi hartnäckig.
„Nun, niein Sohn — Unrecht leiden ist besser als Unrecht tun!" Was konnte es helfen — die Prügel hatte er einmal weg.
„Ich hab's doch nicht getan!" sagte er patzig.
Es zuckte mir in den Fingerspitzen, aber ich beherrschte mich. „So ein verdammter Bub!" Aber das dachte ich nur; irr Wirklichkeit griff ich in die Tasche und holte einen Fünfziger hervor.
„Da, geh' hin, kauf' dir was! Und denk', daß du einen guten Vater hast!"
Da schaut er mich plötzlich so sonderbar an . . . und dann guckt er auf die Flöte und den neuen Flötenputzer...
„Und dein' Fünfziger, den mag i net!" ruft er und wirft mir einen unsagbar verächtlichen Mick zu. Und fort ist er.
Wissen Sie, was er gemacht hat, der Malefizbub ? In die Küch'n ist er 'gangen zu der Mutter, die ihn eben noch geschlagen hatte — und da haben sie zusammen über die Verderbtheit der heutigen Väter gesprochen!
Meine Frau sagt: „.Ich soll das Flötenspielen nur auf- gebm — und wenn ich fo fortmache, so kann sie nicht dafür einstehen, daß der Franzel ein anständiger Mensch wird! Flötenspielen und Kinder erziehen, das vertrüge sich nicht!"
I da soll doch gleich! — - Seppl, eine neue Runde! Nun bitt ich Sie, soll ich flöten —, oder soll ich nicht flöten?" ___________
wenn die wände Ghren haben.
Gerade ein Jahr ist verflossen, seit die breite Oesfentiichkeit zum ersten Male von dem unheimliche» „Diktographen" hörte. Und seitdem hat der Diktograph eine» Siegeszug angetreten, wie ihn wenige moderne Einrickstungen gehabt haben. Ten Gipsetpunkt seines Ruhmes erklomm er in dem wohl noch allbekannten Dynamitardenprozeffe, in dein der amerikanische Detektive Burns die Angeklagten aus Grund der Auszeichnungen des Diktographs überführe» konnte. Welcher Popularität sich der Diktograph augenblicklich, wenn mid) nicht in den Kreis«,, die häufig mit dem Gesetz in Konflikt kommen, erfreut, beweist die Tatsache, daß heute zu den beliebtesten Ainerican Drinks — der „dietograph cooktail“ gehört. Das neueste heft der „Populär Eleetricity" enthält ein Interview mit dem Erfinder dieses unheimlichen Gesellen, K. M. Turner. Das erste Wort, das Turner an den Journalisten richtete, war: „Sind Sie schon diktographiert worden?" Höchst erstaunt verneinte der Journalist diese seltsame Begrüßungsfrage, und geradezu erschrocken wurde er, als von dem Schreibtische aus einmal gleich einem Echo seine Antwort zum zweiten Male laut und deutlich erscholl. Lächelnd wies der Erfinder aus eine kleine Uhr und er verriet dem Ueberraschten, daß die Uhr einen Diktographe» entfalte. Turner unterscheidet zwischen dem „Diktographen für Geschäfts- zwecke" und dem „Diktographen für den Kriminalisten". Wie viele Erfinder, so bezeichnet auch Turner sein Meisterstück als „unglaub- l,ch einsach". Der Diktograph besteht im wesentlichen aus einer UebertragungSscheibe, bezw. einem Schallsammler, und einem Schalltrichter, der die Antwort des am anderen Drahtende befind- llchen Menschen wiedergibt. Dieser Schalltrichter sehlt selbstverständlich bet dem „Diktographe» für kriminalistische Zwecke", da natürlich .dort der Sprecher wohl kaum an eine Antwort des Hörers denken mag. Der GeschäftSdiktograph weist aus einer Schalltasel eme Reche von Stöpseln auf, die einfach niedergedrückt werden, um so eine diktographische Verbindung mit einem beliebigen der angefchloffenen Räume herzustellen. Man braucht also bloß am Schreibtische zu sitzen, in den Raum hineinzusprechen, und in einem vielleicht einige Stockwerke höher liegenden Zimmer ist em Stenograph imstande, das ganze Diktat wortgetreu auszunehmen, ja, ec kann sogar, falls er etwas nicht genau verstanden Hatz ein lautes „Stop l" dazwischen rufen, ohne im Schreiben auszuhören. ES gibt wohl kaum einen Geschäftszweig im alltäglichen - *,n, dem der Tiktograph nicht Umwälzungen Hervorrusen
Aus wie sinnreiche Weise er angebracht werden kann, ent- buute der Erfinder dem Interviewer, indem er ihm mitteilte, daß em Liankler seinen Diktographen in einer winzigen Schreibtischuhr *a;- Hat er eme Unterredung mit einer Person, die er wort- "ulrunehmen wünscht, fo tritt er aus einen unter dem Schreibtische aus den, Boden befindlichen, durch eine Matte ver
deckten Knops, wodurch der im Nebenraum befindliche Stenograph benachrichtigt wird. Dieser braucht dann bloß seinen Diktographen in Tätigkeit zu setzen. Zunr Handwerkszeug des Detektivs gehört der Diktograph schon-längst und der schon oben erwähnte Bums ist so „verliebt" in ihn, daß er ständig einen kleinen, rote einen Taschenkodak aussehenden Diktographe», der kaum ein halbes Pfund wiegt, bei sich trägt. Er besteht aus einem Schallsammler bezw. Uebertrager, einer Empsangsscheibe und einem Paar Trockenelementen, kurz, er ähnelt dem gewöhnlichen Taschenteleson außerordentlich.
Vermischtes.
kf. Welches ist das s ch ö u st e V o l k? Jedes Volk hält sich selbst für das schönste: dem Eskimo schwebt als Schönheitsideal eine Eskimogestalt mit platter Nase vor, denr Chinesen ein schlitzäugiger Chinese und so fort. Daß es von dieser Regel doch Ausnahmen gibt, hat eine Abstimmung gezeigt, die die bekannte Monatsschrift „Strand" jüngst hat ausführen lassen. Danach hak z. B. ein deutscher Gelehrter die Eingeborenen von Samoa für die schönsten Menschen erklärt. Ter Engländer Landow sucht die Schönheit im eigenen Lande und erklärt die Engländer für das schönste Volk; merkwürdigerweise setzt er jedoch cm die zweite Stelle in der Rangordnung der Schönheit die — Japaner! Shackleton, der berühmte Südpolforscher, hat auf seinen vielen Reise» nirgends schönere Frauen angetroffen als unter den angelsächsischen Völkern, den Engländern und Amerikanern. Ein anderer berühmter Forschungsreisender dagegen, Sven Hedi», nimmt für Skandinavien, insbesondere für Schweden und Norwegen, die Palme der Schönheit in Anspruch. Tie meisten Stimmen der Abstimmung haben die Italiener erhalten. Der Engländer Markus Stene' erklärt sogar den Italiener für den „typischen Menschen". Ein englischer Maler, Sir William Goseombe John, ist völlig seiner Meinung, Ebenso denkt Arthur Giesy; seiner Ansicht nach "haben, was die Schönheit angeht, die Italiener die Erbschaft des klassische» Griechenlandes «»getreten. Allerdings fügt er zu diesem Urteil hinzu, daß sich die schönsten Männer unter den indischen Bergstämmen, den Sikhs und Palputs, finden, während die schönsten Frauen in Irland und die schönsten Mädchen in Samos zu finden find. Nach Ansicht des „Strand" lautet das Endurteil so : die schönsten Männer sind die Italiener, während die schönsten Frauen die Engländerinnen sind. Hinzuzufüge» ist, daß man sich vor der Abstimmung darüber hätte einigen müssen, ob unter Schönheit die Schönheit der Gesichtszüge, der harmonische Wuchs oder beides gleichzeitig verstanden werden soll. ______________
Gerlikon.
1. V. cK
2. M. carS
3. V. CD
M. tfA H. carK
M. trZ
Diamantrötsel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a, e e e e e, i i i, 1 1 1, o o o, r r r, s 8 s 3 s, t derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten:
1. Einen Buchstaben.
L. Griechische Göttin.
3. Italienischer Dichter.
4. Weiblichen Vornamen.
b. Fluß in Bayern.
6, Beliebte Speise.
7. Einen Buchstaben.
Die senkrechte und ivagerechte Mittelreihe ergeben das Gleiche.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: **. Abkürzungen: tr — Treff, p = Pique, c — Coeur, car — Carreau trB == Treff-Bube, pA ----- Pique-Aß, cD Coeur-Dame uff. Im L>kat liegen pZ und oarA, Vorhand hat tr8, tr7, cK, yl>- c9, c8, c7, carZ, carD, cai9; Rest für Mittelhand. Verlauf des Spieles;
Berfomrene Weife.
Viel liebe Wunder birgt der Wald, Doch keins, das mich so hold betört Wie eines Vögleins Schlummerlied, Dem nichts den Abendsrieden stört.
Schon ist ihm wie ein Traum entrückt
Der laute Tag mit Glück und Not, ___ Leis zittert um sein Laubversteck Der Sonne letztes, blasses Rot.
Und reiner, süßer quillt der Sang, Indes gemach das Gold zerrinnt, Die fleine Seele lauscht verzückt Dem Märchen, das sie selber spinnt.
Alfred Huggenberger.
25.
14.
24.
68 Äugen.
H. eZ V. carZ
H. cA
Sa.
Webftttion; f. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitSts.Buch- und Steindruckerei, R. Lang», GieZe»


