Ausgabe 
28.3.1912
 
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schalen aus Holz oder Thon von etwa 610 cm Hohe auf fol­gende Weise her: über die unbedingt notwendigen großen Wasser­abzugs-Löcher legt man Scherben in reichlicher Menge: darauf kommt eine dicke Lage grobe, faserige Laub- oder Heideerde mit Sand gemischt, und auf diese eine etwa Vs bis 1 cm dicke Schicht feingesiebter, ebenfalls kräftig mit Sand vermischter Laub­und Heideerde: diese wird ganz glatt und eben gestrichen sie soll in lockerem Zustand bis an den Rand des Gefäßes reichen, dann wird sie mit einem Brettcheü oder dergl. sanft angedruckt, so daß die Oberfläche um 1 cm sinkt; das ganze muß indessen immer noch so locker und nachgiebig bleiben wre ein Polster. Tann wird mit ganz feinem Strahl vorsichtig, aber durchdringend ge- g-offeit die grobe Heideerde wird am besten schon vorher durchdringend eingeweicht und man kann mit der Aussaat beginnen. Ter feine Samen wird ganz dünn ausgestreut, mit einem sauberen glatten Brettchen sanft angedrückt und nicht mit Erde oder Sand bedeckt! Eine über das Gefäß passende Glasscheibe wird zum Zwecke düs Luftabschlusses aufgelegt, das SchwiKwasser, das sich an ihrer Unterseits bildet, bei Gelegen­heit abgeputzt, auch durch Zwischensteckeu eines Hölzchens für etwas Luft-Zirkulation gesorgt, das ganze dauernd in die warme Stube gestellt und bei Bedarf, der sich aber bei vorheriger ge­höriger Befeuchtung erst nach mehreren Tagen einstellen wird, ganz vorsichtig mit einer Bürste oder Haarwisch besprengt, so daß die ganze Masse, vorzüglich aber die Oberfläche mit dem keimenden Samen immer gleichmäßig feucht bleibt. Nach ein paar Wochen werden dann die winzigen Sämlinge! in Menge erscheinen. Statt der erwähnten Lauberde kann auch als Ersatz Torfmüll verwendet werden. Der Sonne darf man die Saatschalen vor Entwicklung der Sämlinge keinesfalls ohne Schutz aussetzen.

Bei allen Aussaaten spielt dasVerstopfen" (Pikieren) der Sämlinge eine sehr wichtige Rolle; wir werden es zur Zeit genau beschreiben und wir empfehlen, schon jetzt sich eine Anzahl kleiner Töpfe (sog. SteMngstöpfe) bereit zu stellen und sich einen ge­nügenden Vorrat von Laub-Erde, Heideerde, Mistbeet- und Lehm­erde sowie Sand tzu beschaffen.

Tie Balsaminen (Jmpatiens Sultani uitb Holstii) werden ausgesät und im Laufe ihres Wachstums mehrmals in jedesmal nur wenig größere Töpfe ohne Ballenstörung umwgepslanzt; auch durch Stecklinge lassen sie sich leicht vermehren. Tie aus­dauernden Tropäolum-Ärten (Kapuzinerkresse) wer­den für die Blüte im kommenden Winter jetzt ausgesät, und zwar werden mehrere Körner in einen Topf (kräftige Erde mit Misterde!) gelegt; den Sommer über werden die Pflanzen draußen aufgestellt, doch wird ihnen nicht allzu viel Wasser gegeben; im Gegensatz zu den einjährigen gewöhnlichen Tropäolum-Arten, die auf dem Balkon ein solches Wasserbedürfnis zeigen, daß man nur durch ständiges ausgiebiges Gießen das häßliche Gilben und Abfallen der unteren Blätter bekämpfen kann. Die Tydäa, eine der schönsten Gesneriaceen, zieht nicht, ganz ein, muß also auch im Winter hie und da ein wenig Wasser haben; man ver­stopft die winzigen Sämlinge der Februar-Saat möglichst bald tn lockere Lauberde und Sand. Den reizenden Knollen- Steinbrech (Saxifraga granulata) zieht man sich letzt aus den von der Mutterpflanze abgetrennten oder neugekauften Brut­knöllchen heran, indem man diese Knöllchen in 12 ern-Töpfe pflanzt (kräftige Erde ohne Misterde), sie kühl, sonnig und luftig hält und sie anfangs wenig, später mehr gießt. Die Aussaat des Tetranema (Vierfaden) empfehlen wir sehr: es ist ein entzückendes kleines Pflänzchen mit blauen Blüten; jetzt ausgesät, ergibt sich Sommer-Herbst-Blüte mit darauf fol­gender Ruhezeit im Winter; doch läßt sich auch durch spätere Aussaat Winterblüte erreichen. Die Sämlinge werden bald ver­stopft in Lauberde mit etwas Lehm und Sand. Man hält siü praktisch während des Sommers ich Zimmer, wo sie ununter­brochen blühen werden. ;

Die Frühjahrsarbeit.

Beim V e r p f l a n z e n der Topfblumdn, das jetzt, wenn nötig, überall durchgeführt werden muß, herrscht meist die irrtümliche Ansicht, daß man unter allen Umständen bedeutend größere Töpfe !»erweichen müsse, als die, in welchen die Pflanzen bis dahin landen. Dieses Verfahren ist immer falsch. Wo viel Bedürfnis? nach neuer Nahrung herrscht, nämlich bei allen krautigen und schnellwachsenden Blumen, engt. Pelargonien, Geranien, Fuchsien, Begonien, Balsaminen usw. erfüllt man diese Lebensbedingung viel besser dadurch, daß man oft verpflanzt, aber jedesmal in nur wenig größere Töpfe, wobei man mit einem Stäbchen den kleinen Raum zwischen dem bisherigen Ballen (der Ballen darf bei diesen Pflanzen nicht gestört werden!) und der neuen Topfwandung voll frischer Erde stopft; denn die Saugwurzeiln wachsen sofort an den Topfrand und verzweigen sich erst hier. Kränkelnde und zurückzuschneidende Pflanzen müssen aber immer in einen klei­neren oder höchstens gleich großen Topf gesetzt werden. Auch Muß man bei ihnen reichlich Sand 'zusetzün Und unbedingt für ganz zuverlässigen Wasserabzug sorgen (so z. B. Evonhmus, Myrten usw.).. Mit dem Pikieren (Verstopfen) der Sämlinge aus den bislang gemachten Aussaaten wird fortgefahren; man rechne

bei der Bestimmung der Anzahl auf mindestens die Hälfte Bep« lust. Von den überwinterten niedrigen Lobelien schneidet man zur Vermehrung Stecklinge (wobei es auf kunstgerechtes Ab­schneiden nicht ankommt), steckt sie ziemlich tief in sandige Erde und hält sie warm; später werden sie entspitzt. Auch von den Chrysanthemum (Herbst- und Winter-Ästern) schneidet man die Wurzelschößlinge zu Stecklingen ab, steckt sie in sandige Erde, hält sie warm und unter Glas, entspitzt sie nach der Bewurzelung, wenn man die Pflanzen buschig wünscht, härtet man sie all­mählich ab und läßt sie an luftigem, hellem, kühlem Platze wachsen; im Laufe des Sommers mehrmals ohne Ballenstörung verpflanzen. Von den Calceolarien (Pantoffelblumen), deren Sämlinge und Stecklinge jetzt einzeln in 12 ern-Töpfe ge­pflanzt werden (Mistbeet- und Laub- oder Heideerde) stellt matt die krautigen Arten (Hybrida) schattig, die strauchigen (rugofa) sonnig, alle aber luftig und gleichmäßig feucht (sonst Läuse!)- Die Cinerarien (Senecio, Greiskraut) pflanzt man, wenn eben möglich, noch einmal um (1215 ern-Töpfe), hält sie vor und während der Blüte gleichmäßig feucht, hell, doch nicht zu soni- nig, und sehr luftig (sonst Läuse!) und entspitzt, sie. Dre Nrerembergia wird zur Sommerblüte ausgesät, warnt ge­halten, dann einzeln in kleine Töpfe gesetzt (Heide- und Lehm­erde, dazu Sand). Die Petunien für die Sommerblute werden ausgesät, und zwar praktisch gleich in dis Töpfe uni> Kästen, mit denen sie im Freien aufgestellt werden sollen (Mlstbe^-. Laub- und Lehmerde) sie werden lauwarm gehalten und möglichst früh ausgelichtet bis auf wenige starke Pflänzchen: sonniger, auch halbschattiger Stand '. Reseda (Sorten für Topfkultur!): Aus­saat von März bis Mai; wo Erdflöhe hausen, möglichst früh! Dünn und gleich an Ort und Stelle; später auslichten (34 Stück in einem 12crn-Topf); guter Wasserabzug, kräftige, leh­mige Mistbeeterde mit Hornspänen vermischt. Die Usam­baraveilchen erhalten nach der Haüptblüte eine kurze Ruhe­zeit von 23 Monaten durch kühleren Stand und gerrngevq Wassergaben. Huflattich, Pestilenzwurz, nach der Blüte hell und kalt; nach 14 Tagen ins Freie, auch wenn es noch friert. ________________

Vüchertlsch.

Das Favorit-Moden-Album für das Frühjahr und den Sommer 1912 ist diesmal als 25. Jubiläums-Ausgabe erschienen. Das vorzüglich ausgestattete Album, das un Verlag der Internationalen Schnittmanufaktur in Dresden erscheint, ist diesmal besonders reichhaltig und als Jubiläumsgabe widmet der rührige Verlag den Verbrauchern von Favorit-Schnittmustertt als besondere Vergünstigung eine Anzahl von Prämien, die t» 10 Serien eingeteilt sind. Alles Nähere darüber enthalt das Album.

Osterpostkarten-Malbuch von Arpad Schmidham- mer. 16 zum Abtrennen hergerichtete Postkarten mit Äasen- und anderen Osterbildern (achtfarbige Vorlagen und 8 Karten mit vorgedruckten Konturzeichmmgen zum Ausmalem zu einem Heft vereinigt. Verlag Jos. Scholz. Etwas Wunderhübsches füjr Knaben und Mädchen. Für dis Osterzeit besonders reizvoll Jeder­mann ist mit Hilfe dieser beliebten, leicht nachzumalenden ent­zückenden Künstlev-Borlagen sein eigner Postkartenmaler.

viamantrStsel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a, b, c, d, e e s, f f, h h, i i i, k, 1 1, n n n, o o, r, 6 derart einzutragen, daß die ivagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Fluß in Rußland.

3. Einen Raubvogel.

4. Bekannte Malersamilie.

5. Germanische Gottheit.

6. Musikalische Bezeichnung.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und wagerechte Mittel» reihe ergeben das Gleiche.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer: Abkürzungen: tr Treff, p Pique, c Coeur, car Carreau trB Treff-Bube, pA Pique-, cD Coeur-Dame uff.

Im Skat lagen c7 und car8. Mittelhand erhielt: cB, oarB, trD, tr7, pK, p9, cZ, cK, carZ, carK, Hinterhand die übrigen. Spielgang:

M. tr7 H. trK = 15.

M. p9 H. pD = 14.

M. cK H. cD. = 18.

M. carK H. car7 15.

Sa. 62 Augen.

1. V. trA

2. V. pA

3. P. cA

4. D, carA

Redaktion: K. Neuratw «MationJbtuÄ und Verlag der Brühl'schen UntversttätS-Buch- und Steindruckerei, R. Lava«, Gie-e»