Ausgabe 
27.3.1912
 
Einzelbild herunterladen

196

gereichen wird.

Blumenerde.

Wichtig wie für das Leben des Manschen ist für die Pflanze Nahrung und Klima. Denn nicht jede Pflanze liebt denselben Boden und nicht jede von den vielen, die aus aller Herren, Länder von den Gipfeln der Gebirge und aus den Wäldern! der Tropen zu uns gebracht sind, um in friedlichem, engem Beieinander zu leben, liebt gleiche Wärme, Rässe und Sonne. Aber das wichtigste und gemeinhin am wenigsten bedachte ist die Erdart, in der unsere Pfleglinge wurzeln und Nahrung finden soll. Darum einige Worte über die Erde, womit wir demnächst die Töpfe und Kästen füllen werden. Sie sei das erste, was wir bedenken!

Es gibt mancherlei Erdarten; hier biei Hauptsächlichsten: Walderde (Lauberde), Ackererde (Wiesen- oder Lehm-Erde), Moor- erde und die künstlich gewonnenen: Kompost- und Düngererde. Aus diesen setzen wir all« nötigen Mischungen zusammen, in­dem wir noch nach Bedarf: Kalk, Flustsand, Lehm, Torf (Müll) und andere Bestandteile unserer Erdoberfläche bineinmengen. Doch wie beschafft sich der Liebhaber diese Erden, wenn er sie nicht vom Gärtner kaufen will? Lauberde sammelt er im Buchen- walde, indem er in Rillen und Furchen, wo das Fall-Laub am dicksten liegt, unter der obersten Schicht der Blätter die feuchte, lose, schwammige Masse zusammenhackt, die aus halb und ganz verfaulten Blättern, aus Samenkapseln, kleinen Aestchen und aus den feinen, alles durchziehenden Baumwurzelenden sich bildet. Sie ist leicht und fruchtbar und allen Waldblumen (den sogen. Humus-Wurzlern) willkommen; z. B. den Begonien, den Alpenveilchen und den Farnen. Auch benutzen wir sie in den nächsten Wochen zur Aussaat der Pflanzen, die wir im warmen Zimmer heranziehen werden, z. B. für Begonien, Lobelien u. a. Man siebe sie noch nicht, sondern lasse sie recht grob. Die lehmige Ackererde, die man überall findet, darf nicht zu bindig und zu schmierig sein; sie dient den Pflanzen, die die volle Sonne lieben, z. B. den Geranien. Die Moorerde gewinnt man aus den Torfstichen der Heide-Moore, doch besorgt man sie sich besser beim Gärtner, weil nur abgelagerte Moorerde säurefrei ist. Sie ist gut für viele Sumpf- und Hochgebirgspflanzen, z. B. die Hortensien und die Rhododendron. Die Komposterde dagegen kann nur der erzeugen, der alle Reste der Küche, all« Abfälle und alle Unkräuter (aber ohne ihre Samen!), über- haupt alles, was fähig ist zu faulen, mit Sorgfalt und Geduld auf einen Haufen schlichtet, diesen Haufen pflegt und behütet, ihn tränkt mit Jauche und anderer kräftiger Brühe, .... also für den Städter ist es nichts; er muß sie kaufen, wenn auch teuer, aber haben muß er sie, wenn er schöne Amazhllis und Echeverien ziehen will. Ihr verwandt, aber nicht dasselbe, ist die Mist- erde, welche entsteht, wenn Pferdedünger verwest. Diese ist durch- aus unentbehrlich als Zugabe zu fast jeder Pflanze, ivenn anders diese irgendwie kräftig gedeihen soll. Auch sie kann dem Städter nur der Gärtner liefern oder der Freund äuf dem Lande. Man kennt sie auch alsMistbeeterde"; denn im Mistbeet bildet sie sich am besten, und zwar im Laufe des Jahres aus der Düngerschicht, die zuerst die nötige Wärme durch ihre Zersetzung

immergut unterrichtete Seite" der Reporter und Skandal­jäger Dre Teegesellschaft bei Frau Minister erkannte wieder einmal, daß Fürstenlaunen unberechenbar sstnd.

Ebenso erstaunt wie über Hollens Beförderung war man natürlich auch über seine Verlobung mtt Kathinka von Hämmerling. Das Fräulein wurde allgemein bedauert, bemt es war in der Gesellschaft sehr beliebt, wahrend Hollens üble Eigenschaften zur Genüge bekannt waren.

Und als die Herrschaften das Ministerpalais verließen, mochten wohl viele denken: Dieser Hollen ist mir ja etn widerlicher Mensch, aber er ist Hoftnarschall, also einer der Höchsten des Landes, deshalb muß ich mich ihm möglichst angenehm machen. (Fortsetzung folgt.)

Vie Zimmerpflanzen und ihre pflege.

Eine Anleitung für Liebhaber.

I.

Zum schönsten Schmuck unserer WohMngen gehören gut ge­pflegte, gesunde Pstanzen, die bei einiger Wartung die für sie aufgewandte Mühe reichlich lohnen. Bedauerlicherweise gehen jähr­lich eine ganze Anzahl von schönen wertvollen Gewächsen zu Grunde, weil sie nicht sachgemäß behandelt werden und viele Haus­frauen verzichten deshalb resigniert auf weitere Pflanzenzucht, weil sie doch keinen Erfolg mehr davon erhoffen. Wir geben nun im folgenden eine sachgemäße Anleitung, indem wir zunächst die allgemein iwtwendigen Bedingungen erörtern, um dann von Woche zu Woche die vorzunehmenden Arbeiten anzugeben. Wir hoffen, daß unsere Leser diese Anleitung mit Erfolg benutzen werden, und damit nicht nur eine angenehme, lohnende Unterhaltung finden werden, sondern auch einen schönen, reizvollen Schmuck, der sowohl deur Zimmer, als auch dem Balkon und dem Garten zur Zierde

erzeugte, dann verfaulte und schließlich lose und mürbe iourde; strohige Teile soll die Tilngererde möglichst wenig mehr enthalten. Ter Kalk, den der Blumenfreund verwendet, muß gelöscht und alt-abgelagert sein. Er wird nur in ganz geringen Portionen gegeben, wenn der übrigen Erde der Kalkgehalt mangelt, und nur den kalkliebenden Pflanzen, z. B. den meisten Glockenblumen. Den Flußsand dagegen verwenden wir sehr ausgiebig bei fast jeder Pflanzenart. Er ist ungemein gesund für jede und verhin­dert alle möglichen Krankheiten, allein schon dadurch, daß er einen schnellen Wasser-Durch- und -Abzug in unseren Blumen­töpfen gewährleistet. Für di« Aussaat vollends und für die Stecklingszucht ist er ganz unentbehrlich: nicht den 20. Teil des Erfolges würden wir haben, wenn er fehlte. Aber genau ist auf seine Beschaffenheit zu sehen: er muß frei sein von jeder Beimischung, und darum, wenn er es nicht schon ist, so muß er so lauge gespült werden, bis das Wässer des Eimers, in dem wir ihn umrühren, so rein und klar ist wie ein Bach. Außerdem soll er nicht zu fein, sondern eher grobkörnig sein. Ten Lehm, den wir der Erde in einigen Fällen hinzufügen müssen (z>. B. für Rosen, Veilchen, Nelken und Lorbeer) gewinnt man am einfachsten, indem man die Maulwurfs Haufen auf Rasen­flächen abhebt, sonst auch an alten Fachwerkbauten, wo man dann, wenn solche abgerissen werden, gleich Kall und Lehm in unübertrefflicher Qualität zusammen findest. Ter Lehm soll nicht feingepulvert werden, weil er sonst, wenn angefeuchtet, alt» zuleicht steinhart und undurchlässig wird. Ter Torf endlich ist in allen Gärtnereien billig zu haben; auch ihn zerreibt man nicht allzu fein. Er saugt das Wasser an und hält es lange; darnM wird er immer da angewendet, wo man das Erdreich feucht, locker und leicht wünscht. Man sieht, der Kombinationen sind genug angegeben; doch lohnt sich die Muhe, tu diesem Labyrinth den rechten Weg zu suchen, denn die Hälfte aller oft so unerklärlichen Fehler und Krankheiten unserer Blumen sind nur darauf zurückzusühren, daß man ihren Wurzeln nicht das Erdreich gab, aus dem ihre Vorfahren jahrtausendelang ihren Lebenssaft zogen; denn wie kein Raubtier sich von Pflanzen­kost und kein Wiederkäuer sich von Fleisch ernähren mag, so widersteht der einen Pflanze das, was der anderen ein Lecker­bissen ist.

vermischte».

Eine Blute des Amtsstils lesen wir in Nummer 3955 desDeutschen Fahndungsblattes". Der Untersuchungs­richter beim Landgericht Düsseldorf erläßt folgenden Haftbefehl: Der Fleischtransporteur Jpenrü Maliers ist zur Untersuchungs­haft zu bringen, weil er dringend verdächtig ist, zu Ralingen am 4. 3. 12 gemeinschaftlich mit dem jetzt in Untersuchungs­haft sitzenden Schreiner Theodor Eggert, mit Gewalt gegen eine Person fremde bewegliche Sachen einem anderen in der Absicht weggenommen zu haben, sich dieselben rechtswidrig zuzueignen, und zwar auf einer Straße, indem sie dem Vorarbeiter Johann Sunter, den sie in einer Wirtschaft kennen gelernt, der für sie ter bezahlt und bei dem sie einen größeren Geldbetrag gesehen hatten, von der Wirtschaft Qnerling in Eckamp ein Stück nach feiner Arbeitsstelle an der Vollardey erstraße in Eckamp beglei­teten, indem dann auf diesem Wege in der Nähe des Bahn­überganges auf der Rather Straße in Ralingen Wolters dep Junker plötzlich anpackte und festhielt, während Eggert ihm aus seiner Gesäßtasche seine Barschaft im Gesamtbeträge von utfa gefähr 46 Ml in Zivei-, Drei- und Fünsmarkstückeu herguS- nahm, worauf beide wegliesen Verbrechen gegen §§ 249, 250 Ziff. 3, 256, 47 St.G.B. und weil ein Verbrechen bett Gegenstand der Untersuchung bildet und daher Fluchtverdacht gesetz­lich begründet ist."

+ +

* *

+.+

<p> Q' Q Q Q Q

Skat-Ausgabe.

Vorhand erhält folgende Karten!

Mittel- und Hinterhand passen, worauf Vorhand Grand spielt. Obwohl der Spieler keine Zehn hereinbringen kann, auch im Skat kein Auge findet, gewinnt er dar Spiel. Wie war die Karten- -«rteilung und der Gang des Spieles?

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer.

Weiß Schwarz

1) L e 3 £ 4 + L g 8 n. f 4

2) S d 8 c 6 + K e 5 d 5

3) D g 4 g 8 -ft- und Matt.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, ©tejeife