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teilen gehabin, so sal He den nemen, so Ije en nicht gehabin kau, wen He den ansprichet von Burgern, die sollen ent dazu Helfen und mit dein halse griffen; und so He en gegriffen,fj-ette, heil Henne Bechtin forter gefaget, wie he sich mit ein haldin sulde? Han wir forter getoifet: nachdem he unserem gnebigert Herren und dem geeichte vorflichtig worden ist, das He und, wer em dazu beholfen ist, een zu dorne und gefangnisse setzen uf fine kost an (ohne Bet' stad schaden." — Hatte ein Schuldner für seine Schuld ein Unterpfand gesetzt, so musste dies bei Nichtzahlung ,gekontert" werden. Dreimal mußte der Gläubiger beit „Konter" einlegen. Tann gab ihm das Gericht auf seine Frage, was er weiter tun solle, die Erlaubnis, bas Pfand an sich zu ziehen.
Neben den Schuldsachen Brachte dem Gericht die Vernehmung von Zeugen zu irgend einem Zweck manche Arbeit. War jemand in irgend ein böses Gerücht gekommen, so konnte er sich vor Gericht davon reinigen. Sv kam 1454, Oft. 4. (sexta post Michaelis) der Scherer und sagt, er sei „heymelichin berichtigt, wie das he solle gelt Haben von eyme bedeler, der vor ziden bie im gewest ist; hait he begert, wie He des sich entledigen solle. Han wir gewisen: he solle di hende uf die heiligen legen und behalden zu den heiligen, das he solichs unschillig sei; bas he bau also getan hait". — Ein ander- inal hat „Peter Koster entledigt und mit liplichen fingern uf bie heyligen behalden und gesworen, das he . . . mit Katherin, Coutzin Fingken tochter, keynerley zu tun gehabt habe, das ir er ere und magetum genemen mochte". 1456, Juli 9. (quarta post Jacobi). Am selbe« Tage legte man dem Pfarrer auf, er „sol oerneynen, das im nicht wissetlich sie, das he die Termen mit den elenbogen gestoßin habe".
Oft waren es schwierigere Rechtsfragen, die die Schöffen zu lösen hatten. So kommt 1455, Nov. 26. (quarta post Katarine) Konrad Sinning und fragt bie Schöffen um Rat, was er tun könne mit einer Scheuer im „Sueppenheyn", die er mit Ganerben in Grünberg gemein hat; er schon schon früher, weil die Scheuer baufällig war, au die Ganerben durch das Gericht schreiben lassen, sie Möchten die Scheuer mit ihm Herstellen. Da bie Ganerben dies nicht taten, gaben bie Schöffen ihm bie Erlaubnis, die Scheuer allein herzustellen. — 1473, Jan. 29. (sexta post conv. Pauli) werden die Schöffen gefragt, ob eine solche Rechtsordnung gültig sei, wie sie ein Vater bei der Hochzeit eines Sohnes traf; er sagte zu dem pingen Paar: „daz alle kyude, bie sie mit eijnanber haben mochten, und ze gerctjbe (gerade) Helte, sollen uyn kyut sein" (also gleiches Erbrecht haben). Eine Antwort barauf ist nicht im Gerichtsbuch; vielleicht wußten bie Schöffen selber keine.
Fest war int alten deutschen Recht das Besitzrecht der Familie verankert, und zumal der Grundbesitz der Verfügung des Einzelnen, besonders der Witwe, entzogen. Darum musste z. B. eine Witwe, die ihre fahrende Habe aufgezehrt hatte, bei Gericht sich erst Erlaubnis holen, ehe ihr gestattet wurde, Grundbesitz zu verkaufen. (1467, Juli 22., „uf senke Marien Magdalen tag"). — Ein andermal fragt eilte Witwe, Katherin Hultzschers, au, ob sie ein Testament machen dürfe „vor ir feie hehle und ir huswirts feie". Ties wird ihr erlaubt, doch nur von der fahrenden Habe, von dem Erbe „nur mit lobe und willen der erben". (1473, Juni 2. feria quarta post Dominica Exaudi.) ,
An Strafsachen kamen vor dies Stadtgericht nur kleine Sachen. Größere, peinliche Fälle kamen vor ein besonders zusammengesetztes Gericht. Daß Alsfeld den Blntbanu hatte, bas zeigt ja der Galgen. Wenn dieser durch häufige Benutzung baufällig geworden war und neu errichtet werben musste, so hatten sich alle Bürger zu beteiligen,, damit nicht an betten, die Hand ans Werk geleat hatten, ein Makel klebe. Tartmt lesen wir 1472, Novbr. 13. (sexta post Martini): „Sale Contze Hosemamt verbussen bie Hoeste buffe unferm Herren und der stab, daz he ungehorsam gewesen ist, zu heben den galgett". — Was sonst an das Gericht kam, waren nächtliche Ruhestörungen, Schlägereien, Beleidigungen und bergt. Dabei war, wieder ein echt' deutscher Zug, das Haus besonders geschlützt. So klagt 1473 (quarta post Invocavit): „Claus Store, daß Koler Henne in (in hus und vier wende gelaufen und eme homudeche Worte getan, daz eme an- gehe er und gelyntp". Ta galt sogar eine kindliche Schlägerei für Ernst. Ter „Kopperfmed" muß es verbüßen, daß sein Sohn des „Tylen Smede khnde so voiglichen in fincn vier wenden ge- worffen hat".
Sehr ernstlich wusste das Gericht feine Würde zu wahren, jpenn einer es wagte, diese anzutasten. So soll 1471, Nov. 20. (quarta ante Katharine) „Henne Wehner der alte" die höchste Buße entrichten, weil er meinte, als er zu seinem ^Rechte nicht kam: „die scheffen, der sind zu wenig, und eme nicht obir syn fache wesen". Ein Glück war es für ihn, daß er sich Herausreben konnte und seinen Worten die Deutung gab: „liebe schulteiß, ich Han faste swere fache zuverzeln; so sh der scheffen eyn teile nicht hye, bie ich gerne auch darbye Bette, den an bissem gerichte Han ich nicht ein genüge"; so ergibt er sich in das Urteil und bittet „um ehn frundlich Milderung". .
Am meisten aber machten von Strafsachen dem Gericht bie nächtlichen Aufläuse zu tun. Es galt schon als straferschwerend, wenn etwas „bi nacht und bi nebel" geschah. So, wenn von „Peder, Aldenhenne Hossgarten sone", das Gerücht geht, er habe des „Sterzen floefter sone bie nacht und bi liebel eyn schände in syner haut mit eyn rnesser entzwey gehauwen". 1473, März 17. (quarta post Reminiscere). Und als sich erfindet, daß „Rubeland by nacht und
bi nebel eyn heilalle geschrey nach nune utoern mechte", mußte er das mit der höchsten Buße verbüßen.
Wie es bei einer folchen Schlägerei zuging, berichtet uns anschaulich „Contze Sickelyn" in einer Zeugenaussage gegen den alten Wehner, der „Heyntzen Kigk uf ebnen arme geflogen" hatte. Er erzählt: „ich Han gesessen in Bertolts hus mnd in syner fftoben gesessen, du horte ich eyn geschrey — (ein anderer sagte „ebnen galp als ebnen frauengeschrey" — und sprach ich: rneyn, bie gesellen Tonten itzuut von dem wyne; als horte ich anbertoerbe ehn heil all e- geschreb mit nanten „burgerrecht", da liff ich lhynußen und suchte in Bertholts hus ezwas yn bie hende. da enkonde ich nichts' synden und liff heyme in mbn hus, da lwosste ich ebnen knottel hyndir der tor stehen, den natne ich zu henben unb liff uff bie gossen, da sprach der Weyner: was geschreis macht ir hie? iuarumb gehet ir nicht heym? daz uch das falobil (FallübelEpilepsie) angehe." (1473, März 10. und Nov. 6. quarta post Invocavit und septima post Omnium sanctorum). >
Vergnügungen.
Wir sind damit schon zu den Vergnügungen des Volkes gekommen, wenigstens zu ihren Folgen. Essen unb Trinken spielte da die Hauptrolle. Bier brauten bie Bürger unb auch die Adligen bie Reihe um, unb wer gebraut hatte, ber schenkte auch aus. So beginnt eine Zeugenaussage 1471, Mai 31. (fritage nach octaven Ascensionis): „es habe sich gemacht, daz Fritze Moller hat hier geschanket; so fbn wir da zu deine shier gewest, also Han sie etzliche fische zu syden". 1
Aber es gab auch besondere Wirtshäuser. Eine Wirtshausszene gibt ein anschaulicher Zeugenbericht (1473, MärzstO. quarta post invocavit): „Coiieze Hoffgarten quante in Barben Clans Stören husfrau hus gegangen, du spräche die fraue: du solt nicht in myn hus gen, du gehest uf keyn gut dir inne, baruf antwort Contze: daz du bas falobel hektest; warumb sale ich nicht in dhn hus gehn? bü hastu doch eyn offen taberne mnd en denzehms, >da gehen huren und buben us und inne, du sprach bie fraue: das fatobef habe dir! daz lugeftu als eyn schall, du sprach Contze: bu lugest als eyn hure, und habe ufgehaben syn haut unb habe sie geflogen in ir niule." — Ob der Ton im städtischen Weinhaus feiner war, darüber sagen uns unsere Urkunden nichts, wohl aber darüber, daß schon im 14. Jahrhundert jeder Kauf, gebe, Arbeitsverdinguug mit Weinkauf geschlossen wurde, unb daß bei jeder Gelegenheit! im Frieden unb im Kriege bie Stadt jan Weinspenden nicht kargte.
Ein besonderes Vergnügen des Mittelalters war das Baden. Schon in der ersten Stadtrechnung erscheinen auch Ausgaben für die Babestube. Eine Bodestubeuszene soll nun auch bas Ende unserer Bilder aus dem mittelalterlichen Volksleben machen. 1457, Nov. 4. (sexta post Omnium sanctorum) führte Wernher Eschen- berg eine Kundschaft vor, bestehend aus Heu Schigkerod, Contze Kesseler unb Henne Foyl, bie folgende Angaben machen: „sie für gewest in ber badestouben, dar habe Wernher gelegen uf der bang unb habe gesprochen widder bie Hepensteyn, daß sie em eyn bat brengc. des brechte sie em kalt wassir; bu spreche he widber siet das dich ehn böse jar angehe, das wofsir ist kalt, breng mir warm wassir. des ging sie unb brechte ebnen (stuntz wassirs, ob ber heyß abir kalt ivere, bas wüsten sie nicht, bau Wernher siege von der! bang und spreche: das dich eyn Hose gar angehe, will du mich ver- burnen ? unb singe sie mit ebnet flachen haut uf ir schulker. das Betten sie gesehen unb nicht mce."
Wir wissen nun zwar noch mehr vom Volksleben unserer! Vorfahren int Mittelalter. Was wir sahen, bas waren mehr die derben Seiten, wie sie uns in Hans Sachsens Fastnachtspielen entgegentreten. Um ein rechtes Bild zu gewinnen, müßten wir vor allem das kirchliche Leben schildern. Hat sich 'doch auch in unserer Stadt ein reiches kirchliches Leben entwickelt. Unb unsere Urkunden, auch die gerichtlichen, lassen uns wohl manchen Blick tun in das innere Leben des Volks. Wir sehen es zum Ablaß nach Trepsa wandern, wir beobachten, wie sie die Sonntagsruhe schützen, und manches andere. Aber das würde zu viel Raum beanspruchen. Ein lebhaftes, arbeitssrohes, kräftiges', wenn auch derbes Volk hat Hier gewohnt, so zeigen es unsere „Bilder aus dem Volksleben des ausgehenden Mittelalters". Dr. B,
Mettwüröige Leckerbissen.
Eine k u l i n a r t f clj e Plauderei.
Es hat zu allen Zeiten, selbst bei zivilisierten Völkern, eine bc’o tere Physiologie des Geschmackes gegeben; sollen doch sogar ui s e Vorfahren, wenn sie nichts Besseres hatten, hin und wieder Eimein gegessen haben, was zmn mindesten recht billig war. Indessen bürden noch heutigen Tages so manche exotischen Leckerbissen viele europäischen Feinschmecker auf den ersten Blick ab« schrecken.
Von allen der Kultur näherstehenden außereuropäischen Völkern kommen wohl bei den Chinesen die eigenartigsten Speisen vor. Eins der Lieblingsgerichte der Chinesen ist das Hundefleisch. Tie jungen Hunde werden gemästet und sollen, wenn sie gut gereinigt und zubereitet sind, selbst von einem Europäer ohne Widerwillen genossen werden können. Auch Katzen sind dort eine vom Feinschmecker sehr gesuchte Speise. Weniger verständlich wird es dem Europäer sein, daß die unteren Volksschichten besondere Vorliebe für Rattenbraten zeigen. Haifischflossen, Suppen aus


