Ausgabe 
24.8.1912
 
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Redaktion; K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Univsrsitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen,

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I zum Teuiel I" Von Geld dagegen war nicht die Rede. Sofort ging Schurmann zu einein New Borker Rechtsanwalt, aber dieser meinte, keine Zeitung werde es wagen, irgend etwas gegen Fr oh man abzndrncken. Der Prozeß werde sich ganz verschwiegen ab spielen rind Schurmann iverde ihn gewiß verlieren. AehnlicheS sagten ein paar andere Rechtsanwälte, und so griff Schurmann zur Selbsthilfe. Unmittelbar vor der Abreise ging er zu Froh­inan, begrüßte ihn aufs liebensivürdigste und bat ihn, ihm aus der Verlegenheit zu helfen: er habe in New Dort auf große Ein» nahmen gerechnet; diese seien ausgebliebeir, er könne nun seine Künstler nicht bezahlen, und auch bei Zuhilfenahme des Tele­graphen bekäme er das Geld erst zrr spät, kurz, er bäte Frohman, ihin 6000 Francs zu leihen. Das tat der gefällige Frohman gerne. Nun schrieb Schurmann sofort einen Bries folgenden Wortlauts: Teurer Freund, ich danke Ihnen bestens für die 6000 Francs. 5000 davon waren Sie mir schuldig als Vergütung der Rückreise­kosten meiner Duncan-Tournee. Der Rest steht Ihnen zur Ver­fügung." Frohman wurde fuchsteufelswild, als er sah, ivie Schur» mann ihir hineingelegt hatte. Allein das half ihm nichts, denn Schurmann ivar schon auf der Rückreise nach Europa, und der Prozeß, den Frohman anstrengte, wurde vor einein fran­zösischen Gerichte verhandelt. Frohman verlor ihn natürlich.

* Statistisches vom Federschmuck der Frau. Wie ge- ivaltig trotz aller Bemühungen der Vogelsreunde die Mode des Federschmuckes an den Damenhüten in den letzten zehn Jahren zu- genommen hat, zeigt Max Dupray in einer interessanten statistischen Zusammenstellung, die er in einer Pariser Zeitiing veröffentlicht. Die Zahlen beziehen sich nur aus Frankreich, das tonaiigebende Modeland Europas; aber sie beweisen, daß gerade der Verbrauch von Reiherfedern, Paradiesvogelsedern und Straußenfedern fort­während wechselt. In: Jahre 1902 führte Frankreich insgesamt 703 300 Kilogramm Federn ein, 1911 dagegen bereits 1039 300. Besonders bemerkenswert aber ist das Verhältnis in dein sich dieser Mehrverbrauch aus die einzelnen Federsorten verteilt. Die gewöhn­licheren Federn, ohne Reiher, Paradiesvogel und Strauß stiegen von 588 900 Kilogramm auf 803 900, also etwa 26°/0, während die Gesamtzunahme 47% beträgt. Die größte Zunahme entsällt damit auf die kostbaren Luxusfedern, auf Reiher, Strauß und Paradies­vogel. Und in der Tat, während von diesen Federarten 1902 114 400 Kilogramm eingestihrt wurden, erreichte 1911 die Einsuhr nicht weniger als 235 400 Kilogramm. Der Verbrauch hat sich also auf dem Gebiete der Luxusfedern mehr als verdoppelt: er ist mit 105% gewachsen. Die gewaltige Zunahme der Nachfrage ist natur­gemäß auf den Preis dieser Federn von starkem Einfluß gewesen und hat eine erhebliche Verteuerung mit sich gebracht. Auch hier­für liefert die Statistik ein lehrreiches Zahlenmaterial, indem sie über den Wert der eingeführten Federn Aufschluß gibt. Die Ge­samteinfuhr von Federn erreichte 1902 in Frankreich die schon statt­liche Summe von 36650000 Frks. die 1911 jedoch aus nicht weniger als 80345 000 Frks. stiegen. Das ist eine Zunahme von 119%. An dieser Zunahme jedoch sind die gewöhnlicheren Federn trotz der ungleich größeren Quantität nur ganz unwesentlich beteiligt; in der Tat stieg der Wert der Einfuhr von 11400 000 nur auf 12 890 000, während die Quantität in der gleichen Zeit um 36% zunahm. Die einfacheren Federn sind also billiger geworden. Tie Straußsedern, die Reiherfedern und die Paradiesvogelbalge dagegen sind im Werte erheblich gestiegen. Noch 1902 belief sich die Einfuhr dieser Luxus- federn auf 25 250 000 Frks.; 1911 wurden jedoch nicht weniger als 67 Millionen Frks. erreicht. Das umschließt eine Zunahme von 168 %. Die Reiherfedern sind daran mit 6 Millionen Frks. be­teiligt, die Paradiesvogelsedern mit 550 000. Und diese Umwälzung in dem kurzen Zeitraum von 10 Jahren! Naturgemäß ist auch die Anssuhr von Federn aus Frankreich ins Ausland im gleichen Zeitraum entsprechend gewachsen: die anderen Länder haben von Paris im Jahre 1911 mehr als doppelt soviel Federn bezogen, als im Jahre 1902. Diese Entwiklung der Federmoden bei den Frauen- hüten kostet alljährlich tausenden von Vögeln das Leben und es scheint, daß dieser Vernichtungskrieg gegen die Vogelwelt trotz al­ler Bestrebungen der Naturfreunde nicht aufzuhalten ist: die Mode und die Freude an einem originellen Hutschmuck triumphieren.

Schwanz, die Kegelrobbe den längsten. Während beim Seehund die Backenzähne sehr stark gebogen stnd, zeichnen sich die der Kegel­robbe durch ihre Länge aus. Außer den erwähnten drei Arten kommt vereinzelt in den Ostseeqewäffern auch noch der Grönländische Seehund vor. Welche von allen Arten den meisten Schaden an­richtet, ist jedoch noch nicht erwiesen. Um nun die Art des erlegten Seehundes festzustellen, soll jeder Seehundjäger, der Anspruch aus eine Prämie erhebt, verpflichtet sein, entweder Schwanz und Nasenhaut, oder Unterkiefer und Nasenhaut, oder Unterkieser und Schwanz des betreffenden Tieres vorzumeisen. Sodann müssen genaue Angaben über die Art der Tötung oder des Fanges ge­macht werden: ob es mit Netzen oder anderen Geräten geschah, ob durch Erschießen oder Erschlagen usw., in weicher Entfernung vom Festlande es vor sich ging und in welcher Wassertiese.

' Neue B a r t m o d e. Der Bartklnb, der schon seit langer Zeit unter der englischen Männerwelt die Bestrebungen verfolgt, sie wieder zu der Ansicht zu bekehren, daß der Bart die Zierde des Mannes ist, scheint endlich Erfolg gehabt zu haben. Wenigstens kommt aus London die Nachricht, daß dieFavoriten" aller­dings bedeutend verkürzt wieder in Mode gekommen sind. Bei zwei vornehmen Trauungen in der jüngsten Zeit, bei denen die Elite des englischen Dandytums sich ein Stelldichein gab, erschienen der Bräutigam sowohl als auch alle übrigen Teilnehmer inFavo­riten". Die Mode derGlattrasierlheit" kam einst aus Amerika und in Europa faßte sie bald festen Fuß. Im ganzen Gesicht wurde auch nicht das geringste Härchen geduldet und letzthin er­ging sogar das Dekret, daß auch der Nacken kahl rasiert und das Kopfhaar hinten einenglatteuAbschlußhaben müßte. Wieman in Eng­land behauptet, soll das Wiederaufleben der gekräuselten Backen­bärte überhaupt ein Vorbote der Rückkehr zur Mode der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts sein. Damals galt es fürsmart", lange, buschige Bärte die Backen herunterwachsen zu lassen, so daß die Enden im Winde umher flatterten. Diesem Extrem huldigt man augenblicklich noch nicht, sondern wie dererste" Haarkünstler für die Londoner Männerwelt, dessen Atelier im Piceadily-Viertel steht, einem Interviewer mitteilte,dürfen die Backenbärte nicht weiter als bis zunt äußersten Punkte des Ohrläppchens reichen. Kein Millimeter mehr ist ihnen erlaubt. Auch darf das Haar des Backenbartes nicht so lang getragen werden, ivie es srüher Brauch war . nur gerade so lang, daß es gekräuselt werden kann. Keineswegs ist es eine Mode, der nur dieBohemiens" huldigen. Tie Ersten der Gesellschaft sind eifrige Anhänger des Backenbartes und zweifellos trägt die neue Mode dazu bei, dem Alaune ein männ­licheres Aussehen zu geben.

* DieLeiden d e r E r f i n d e rs gat t i n. Einen amüsanten Einblick in die Häuslichkeit eines fanatischen Erfinders brachte in diesen Tagen eine Gerichtsverhandlung in Champaign in Illinois. Die Frau des Universitätsprosessors Tuff 21 ndrew, der in den Hörsälen der Universität von Illinois wißbegierige Studenten in die Geheimnisse der theoretischen Mechanik einweiht, war in ihrer Not

zum Polizeikommissar geflüchtet: das glückliche Heim des gelehrten Professors ist seit einiger Zeit für die Familie zur Hölle geworden. Denn Professor Duff Andrew ist zu erfinderisch, um noch ein guter Familienvater zu sein: fortwährend erfindet er neue Apparate, konstruiert Maschinen, die Haushaltsarbett ersparen sollen. Aber das ginge noch, wenn nur der Hausvater die Früchte seiner Ideen nicht fortwährend an Frau und Kind erproben wollte. Die jüngste Erfindung Duff Andrews ist nun, zum Unglück, eine mechanische Prügelmaschine. Der Apparat wiegt 20 Pfund, ist aus Bambus und Aluminium konstruiert und hat sorgsam gepolsterteSchläger", damit Körperverletzungen ausgeschlossen sind. Der Patient wird I festgeschnallt, dann setzt man ein Rad in Bewegung und der Apparat erteilt mit mathematischer Genauigkeit in der Atinute 35 Schläge. Doch kann Tempo und Intensität der Schläge nach Bedarf bei schweren Vergehen verstärkt werden. Als die Tochter des Er­finders unartig war, benutzte der Professor sofort die Gelegen­heit, um seine schöne Erfindung zu erproben. Und als die Frau Einspruch erhob, machte er auch sic, von der wohltätigen Wirkung seines Apparates durchdrungen, zum Gegenstand eingehender Experimente.Ich kann es nicht mehr länger aushalten", erklärte vor Gericht die Frau Professor,wenn er bloß erfinden wollte, wer's ja nicht schlimm, aber daß wir all diese Maschinen immer probieren müssen, das ist schrecklich." Professor Duff Andrew be­kannte sich bekümmert als schuldig, ja, die ganze Familie habe immer bei der Erprobung seiner Erfindung mitwirken müssen. Mit 50 Mk. Geldstrafe entließ ihn, leise lächelnd, der Richter.

* Impresarii untereinander. Josef Schur- m a n n, der bekannte französische Impresario, der erst vor kurzem einen Band Anekdoten von allerlei Vühnensternen veröffentlicht hat, erzählt aus dem schier unerschöpflichen Vorräte seiner Er­innerungen neuerdings eine hübsche Geschichte, die man wohl be­titeln könnte:Wie Schurmann Charles Frohmann übers Ohr haute." Schurmann war gerade Impresario Isadora Duncans. Die Duncan sollte in New Pork in F r o h m a n s Theater auftreten und laut Vertrag hatte Frohmann für fünf Per­sonen die Kosten der Rückreise von New Bork nach Europa zu tragen. Als aber Schurmann die fragliche Summe abheben | wollte, empfing ihn Alfred Hayman, ein besonders liebenswürdiger I Angestellter Frohmans, mit den einladenden Worten:Gehen Sie *

Magisches Dreieck.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben d, e e e e e e, g g g, n n, r r, s derart einzutragen, daß die einander ent­sprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten:

1. Eine Waffe

2. Stadt in Böhmen.

3. Musikalische Bezeichnung.

4, Ein Fürwort.

5. Einen Buchstaben.

(Auflösung in der nächsten Nummer.)

Auflösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummer r Weiß. 1. K c 5 e 3. Schwarz, g 4 n. f 3.