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besetzt wirt, alse dicke sal he geb in eyn phnnd pheninge und zwei phitnd wassis.
3um drittin male, wer der brudirschaf nicht enhat, wu der eyn kynt zü dem hantwerke setzin, so sal he gebin in oiö brudirschaf eyne marg pheninge zü knappin rechte und eyn Phund wassis.
Zum virditt male, wer tot! eyn metfttr werdin an dem Handwerke, der sal gebin eyne inarg pheninge und zwelf phund wassis.
Zum sunftin male, daz kehu kemirsche sal kämmen tznianne andirs dan den meistirn, dte in der brudirschaf syn, unde wilch-e dar ane breche, alse dicke alse sie breche und dez besetzt tooibe, alse dicke sal sie gebin fünf schillinge pheninge.
Zum sestin male, wilch kemirsche ginge uf daz- land kämmen, die sal kehn meiftir an syne erbeit nemen bynnen eyntc ganzin jare . were abir, daz sie eyn meistit neme an syne erbeit, der soldiz virbüßin mit fünf schillingin unde die kemirschin mit. fünfin.
Zum shbindin male, daz niman sal gewant verwin, toilchir- ley die varwe sie, bynnen adir bußiu der stad, he enverwiz dan den meistirn, die in der brridirschaf syn. unde wer dar ane vir- brichit, alse dicke alse he brichit -und dez besetzt wirt, alse bitte sal he gebin eyne marg pheninge und eyn phund wassis . ouch sal niman geselleschaf Han an lo werke bynnen adir bußin unsir vorgcnaut stad . und wer dar ane breche, der soldiz vorbußin mit eyner marg pheninge, alse dicke, alse he brochaft fündin wirt, und sal dar zü syn Handwerg iridir legin eynen mand, und sal iz dan, abe he iz widdir habin Wil, Wan der wand erganginl rst, von nüwem widdir keufin.
Sunt achtin male, daz niman sal keufin adir vorerbehdin phlockin, sie engefallin eme dan von shme eigin gewande, un.de wer dar ane brichit, als dicke alse he brichit unde dez besetzt wirt, so sal he von iglicheme gewande gebin ses schillinge pheninge unde eyn phnnd wassis.
Zum nünden male, daz niman sal machin ketznerley geswerzid Werg uffe wyz, toy man daz erdenkin mag, iz enwere dan, daz eyner hette swarze lanrpwollin, der solde eyne werdin, dar zü swerzin adir verwin . und wer dar ane verbrichit, alse dicke alse he vorbrichit und dez besetzt tont, alse dicke sal he gebin zwey phünd pheninge und zwey phund wassis.
Zuw zendin male, daz niman sal webin distilsat . unde wer der ane brichit, als dicke alse he brichit unde dez beseht wirt, alse dicke sal he gebin fünf schillinge pheninge unb eyn phnnd wassis.
Zum elstin male, wer dorch syner besserunge willin uz unsir vorgenant stad verd und lesit sich andirswo vor etznen borgir verkünden, kumit der widdir, der sal syne brrtdirschaf widdir von nüwent keufin, glhchirwyz als syne borgirschaf . were auch daz eyner müste wychin dorch armüdis wegin adir andier-y nod, die nicht widdir erin were, toanne der widdir queme, der solde syne brudirschaf Han alse vor. -
Zum zwelfin male, daz niman sal machin valsch geivand, toedir von lynem, von tvandilberin h-arin -adir von andirn stuckin die gewand geshen (?) mügin . unde wie daz besehin wirt, daz sal man verburnen, alse auch recht ist in andirn stedin.
Wir heißin -ouch unde wullin iz' ernstliche, waz da geildis gefellit von brudirschaf, daz sal gefallin den buvmeistirn und der stad daselbis zü erme nütze, und waz da von büße gefellit, als vor geschribin sied, daz sal daz zwehteil gefallin an der stad büs und daz derte teil den meistirn, daz sie eret kerzin gebessirn . und waz gefellit von knappingeilde und von wasse, daz sal den meistirn gefallin in ere brudirschaf^ü erin kerzin . wir erleuben ouch sundirliche, daz die, die uLir die brudirschesfe gesast shn mügin phendin ume irgliche büße ane unsir unb unsir antptlude hindirsal, iz enwere dan, daz en die phandünge entwuße, so solde en unsir amptman beholfin shn. wer ouch vor eyne büße hiddit, der sal gebin alse vile, alse Hiner, der da büßit . wir heißen ouch ernstliche dorch eynen gemehnen nutz, uffe daz man schadin unde ung-elymph, die da von müchtin erstehin, beware, daz man alle diss-e vorgeschribin stucke ftebe und beste Halde, unde sie besehe, alse dicke als iz nod sie.
hir ubir zü eyme stedin erkunde -so Han wir unse uffinbavel ingesigil an disin brif gehangin, der ist gebin, dü man zalte noch godis geburd tusint jar driehundirt jar in dem fünf unde funfzigistin jare uf sente laurencii tag des Heilgin merterers.
(Schluß folgt.)
Mainz in seiner neuen Entwickelung.
„Was Hände bauten, können Hände stürzen."
In den letzten Jahren ging in Mainz eine Veränderung des Stadtbildes vor sich, die jeden, -der früher einmal in seinen Mauern weilte, nicht wenig -erstaunen wird. Die wuchtigen Tore fielen größtenteils, so in jüngster Zeit das Binger Dor, -das gar manchen Trauerzug durch seine hoch- wölbigen Bogen ziehen sah, seit man es 1876 zum Schutze der Stadt aufführen ließ. Unter dem Donner der Sprengschüsse sanken die schweren Steinmassen zusammen und die
Wälle brachen nach unter den Hacken unb Spaten hunderter Arbeiterhände. Wo früher Posten standen und die Trommeln und Pfeifen der übenden Truppen ertönten, werden heute Wege aufgeschüttet und r-e-ges Leben wechselt in tausend Formen auf den gestürzten Befestigungen, die jetzt weit ins Land hinaus vorgeschoben werden. Ans den Wällen hervor quillt die Stadt, wie frisches Grün aus .den Spalten und Sprüngen bröckelnder Ruinen. Landhäuser entstehen, neue Straßen, Arbeitsstellen und anderes mehr. So -entfaltete sich an der Stelle, wo-noch vor wenigen Jahren der Rheintorwall die Ingelheimer Aue von der Stadt trennte, ein Fabrikviertel, das sich mit dem aus der Aue selbst immer mehr zu einem kleinen Industriegebiet! auswächst. Auf freier, luftiger Höhe, über dem Rauch und Getriebe der Stadt, erhebt sich das neue städtische Krankenhaus; freundliche, Helle Zimmer -erwarten dereinst den Kranken und geschmackvolle Anlagen den Genesenden. Nicht allzuweit davon liegen die neuen Kasernen, bei denen man mit gutem Gelingen dte alten, steifen Kastenformen vermied-, die man früher bei Kasernen für unbedingt erforderlich zu halten schien.
Am Albanusbevge -erwuchs in kurzer Zeit fast ein neuer Stadtteil. Liebliche Häuschen, von hübschen Gärten umrahmt, lehnen sich an den sanften Abhang und ragen in schlanken Formen empor. Im früheren Gartenfelde erbaute man das neue jüdische Gotteshaus, das in seinen feinen, vornehmen Linien einen Schmuck der g!anz.en Neustadt bildet. Leider wird die Gesaintwirtüng durch die Häuserumgebung, die nicht auf allen Seiten gerade geschmackvoll ist, ein wenig beeinträchtigt. Auch -das Justizgebäude, in dessen Nähe man soeben mit dem Neubau eines Realgymnasiums beschäftigt ist, macht einen prächtigen Eindruck, und wenn erst.die Ziergärten, die man auf dem Schloßplatz anlegeu will, vollendet find, wird sich der Anblick noch um vieles verschönern.
Die alte Schlossergasse, in die wegen ihrer „fürch-ter-, lichen Eng.e" kaum ein Sonnenstrahl fiel, ist schon großenteils niedergelegt, und bald werden nur noch- die Ansichten, die man rasch vor dem Abbruche aufnahm, die einzigen Ueberreste von diesem Schmutzwink-el sein.
So geh-t -ein ständiges Werden und Vergehen Hand in Hand, und -wenn auch der Sturz d-es Morschen und- Alten für die Stadt nur von Vorteil sein kann, so versinkt doch mit den Wällen und Toren, mit den alten Winkeln unb Gäßchen manche schöne Erinnerung an frohe, sonnige Jugendjahre.
on.
Büchertisch.
— Der Winter, die amtliche Zeitschrift des Deutschen und des Oesterreichischen Schiverband-es, beginnt feilt en 7. Jahrgang in einem vollständig neuen, sehr ansprechenden Gewände, und in ganz neuer Ausstattung, wodurch ihm zu der großen Zahl von alten Freunden wohl auch eine ansehnliche Reihe von neuen erwachsen wird. Format, Umschlag, Satzanordnung, Druck und Bildschmuck haben gegen früher sehr gewonnen und können allen Ansprüchen, die man an eine gute Zeitschrift stellen darf, vollkommen genügen. Als Schrift ist eine schöne und klare Antiqua- thpe gewählt worden und anstelle des ehemaligen Kunstdruckpapieres hat man jetzt ein feinkörniges Werkdruckpapier gewählt; für den Bildschmuck, der z. T. ganz hervorragend ist, sind besondere Einschalttafeln verwendet. Auch der Text ist erweitert worden. Außer den amtlichen Bekanntmachungen der Verbände und Vereine — darunter der Jahresbericht des Gießener Schiklubs— enthalt die Nummer. L. I. Luther: Der Gelände- sprung. A. Fendrich: Das Büebli. H. W. Zentzigky: Deutscher Äeletonsport. Dr. L. Richard: Erbaut Kunsteisbahnen! E. Feldhaus: Essen 1912. G. Lammers: Die Karwendelbahn und der Wintersport. Druck und Verlag der Zeitschrift ist die Deutsche Alpenzeitung G. m. b. H., München.
WA
Auflösung in nächster Nummer^
Auflösung der altägyptischen Hieroglyphen in voriger Nummer, Unser Leben ist ein Schatten auf Erden.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lanae. Gießen,


