Ausgabe 
22.7.1912
 
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Rrdaktton: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scherr Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gietze»

Diamanträtsel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a, e e, f, g g, i i j i i, 1, m m m, o, r r, s s s s, t derart einzutragen, daß die ivagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben,

2. Teil eines Baumes.

3. Deutschen Dichter.

4. Name ausReinecke Fuchs',

5. Stadt in Norddeutichland.

6. Nordische Gottheit.

7. Einen Buchstaben.

Die senkreüite imb magerechte Mittel» reihe ergeben das Gleiche.

in nächster Nummer.

Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummert _ Vorderhand hat folgende Karten : Kreuz-Bube, 9, 8, 7, Schippen» Bube, 9, 8, 7, Herz-Bube, Karo-Bube. Diitteihand: Kreuz-König, Schippen-König, Herz»Atz, 10, König, Dame, Karo-, 10, König, Dame.

Hinterhand bekoiumt sämtliche Augen in Kreuz und Schippen; einer, da Mittelhand keine Nieten hat, muß er beim 2. Kreuz« und Schippenstich je eine Dame zugeben. Außerdem hatte Hinter» Hand Kreuz- und Schivpen- gedrückt.

deren Versicherungslokalität, welche m Ansehung der in W- satz 1 bestimmten Haftung des Versicherers an Stelle ihrer int Versicherungsschein bezeichneten Versicherungslokalttäl tritt." WoW dem, der das versteht! Und der Sinn dieses ganzen Schwulstes, der sich in den Satzungen einer großen Versicherungsgesellschaft findet, ist doch nur der:Wenn der Versicherte innerhalb des Deutschen Reiches verzieht, so gilt die neue Wohnung als Ber- sicherungsort des Hausrats." Das sind 17 Wörter statt 50,

Die Zimmerpflanzen und ihre Pflege.

Woche vom 30. Juli bis 5. August.

Bis Mitte August ist es noch Zeit, Stecklinge zu machet« und auf diese Weise besonders liebgewonnene oder sonst ausgc- zeichnete Pflanzen, die vielleicht im nächsten Jahre schon ab­ständig wären, zu verjüngen und zu erhalten. Azaleen, Geranien, Goldlack, Hortensien, Hermannien, Fuchsien, Calceolarieu, Helio­trop, blauer Salbei, Justitia, Heide usw.: bei allen diesen Pflanzen überlege man, ob man nicht statt der alten oder aber auch neben ihnen für jungen Nachlvuchs sorgen will. Die Arbeiten draußen beschränken sich auf Gießen, Düngen, Auflockern der Erde, Ent­fernen der welkenden Blüten und Blätter und andere Heine all­tägliche Handgriffe. Außerdem wird man hier und da einige junge, erstarkte Sämlinge umpflanzen müssen.

Im Zimmer aber ist jetzt nichts geeigneter zum Schmuck des Blumentisches als Farn, die man leider nur in Heiner Auswahl bei den Blumenfreunden antrifft. Wir geben, um eine größere Verbreitung dieser schönen Gewächse zu fördern, eine Auswahl ihrer empfehlenswertesten Sorten. Alle aber bedürfen ausgiebiger Feuchtigkeit und des Schutzes vor starkem Sonnenschein, denn nur so erhalten ihre Wedel und Blätter vollkommenes Wachstum und sattes Grün.

Farne für wariNe Räume (1220 Grad C) sind:

A d i a n t u m (Fraunhaar-Farn) cuneatum, Farlehense, for- mosum, fragantissimum, tenerum scutum. Die Adianten auch niedrigere Temperatur (812 Grad Celsius) und sind mehr trocken als feucht zu halten und bisweilen mit Kuhdung-Wasser zu düngen. As Plenum (Streifenfarn) bülsiferum, lucidum) Nidus avis. Gymuogramme (Silber- oder Gold-Farn> Schriftfarn) alle Arten, besonders Laucheana und Kalomelanns, Lygodium (Kletterfarn) japonicum (scandens). Nephro- lepis: alle Arten, darunter besonders empfehlenswert: Bosto- niensis, exaltata; doch vertragen fast alle Nephrolepis auch kühleren Stand. Anhchium (Klauenfarn) japonicum (auch kühler). Plath cerium (Geweihfarn): alle Arten, besonders Hillii" (schön, aber teuer). Polypodium (Tüpfelfarn): empfehlenswert: aureum, ireoides, Paradiseä, doch auch alle an­deren. Pteris (Flügelfarn): argyräa, doryoptens (pal- mata), Viktoria, Wimsettii.

Für kühlere Räume (Kalthaus; 510 Grad C.):

Adiautum: besonders cuneatum, formosum, scutum. Aspidium (Schildfarn) coriacenm, salcatum, macrophyllum, proliserum, pungens, vestitum. As Plenum: australe, bulbi- fernm (sehr hart), lucidum, Nidus avis. Blechnum (Rippen- farn): australe, brasiliense, Patersonii. Da v allra bullata. Doodha caudata. Gymnogramme japomca. Ly go- dium scandens (japonicum). (Nephroleprs s. o.). --- O n y ch i u m (Klauenfarn) japonicum. Pellaa: falcata, flexuosa, hastata. Pteris: fast alle Arten, besonders emp­fohlen seien: cretica, flabellata, longifoli, serrulata crrstata, tre- mula, umbrosa. Alle Pteris reichlich Wasser!

Dox deutsche Durst. Wir haben in diesem Amwe an Sonnenglut noch keinen Ueberiluß gehabt und der Durst^ha^sich 1911^ Aber°abgesehm"hiervon ^sehen wir doch, wenn wir uns in viel besuchten deutschen Gegenden umschauen, daß sich die Zahl der svQnb nnb doofen schon eine beträchtliche Konrurrenz, eoenw oer Ans/lmost besonders aber Selters und Limonaden. Da es bekannt ist daß der Kaiser seit mehreren Jahren alkoholfreie Getränke be» Jorntot so hat ein Beispiel viel Stachahmung gefunden. Ganz be- foudcrs will der Kaiser die junge Männerwelt vor einem über- mäßigen Alkoholgenuß warnen, und dann hat er recht. Auch bte Ausländer, besonders die Engländer und Amerikaner, Re uns rm Sommer zahlreich besuchen, geben em gutes Beispiel, da sie meist sehr mäßig sind. Ebenso ivirken die verschiedenen Bereme, c,ls Jugendvereine, Automobilisten, Sportvereinigungen, und Tourllten «ir die Sache der Mäßigte t. Freunde eines guten Glases Bier iehen jetzt ost °in leichteres als Lichtenhainer Weißbier usw. den schweren alkoholreichen vor, ein Zeichen, daß diese niuner mehr verdrängt werden. Es kann sonnt wohl behauptet werden, daß der deutsche Durst liachläßt oder doch in geordnete Bahnen em- lenkt, was manchen leidenschaftlichen Ganibrinus-Anhanger entsetzen wird. Immerhin aber kann man dem benschen Bier doch eure große Bedeiltimg nicht absprechen, demr in ,hm haben wir eine heilsame Gegenwehr gegen das viel größere Nebel, den schnap-. Im Gerstensaft, wenn mäßig genossen, liegst doch auch eine An­regung zum Humor und Frohsinn, er ist em Stuck nationaler Eigen- 6eit, das wir doch nicht ganz verbannen wollen. Der deutsche Durst ist im Auslande doch etwas verrufen, obwohl er lange nicht so schlimm ist, wie böswillige Nachbarn annehmen. , kgo.

Bergwerke unter Wasser. Cs durfte wenig be­kannt sein, daß ein beträchtlicher Teil der englischen Bergwerke sich van der Küste aus weit unter denr Boden des Meeres hr^ ziehen und auf diese Weise richtigeunterseeische Minen bilden. Dies ist sz B. der Fall bei den Bergwerken von Cumberland; für die Minen im Morden Englands aber kann man fast als Regel an- snehmen, daß sie sich zum Teil unter Wasser befinden. Nennen wir von diesen z. B. die großen Minen des Lords Lonsdale an Whitehaven. Wie Sicherheit läßt in den genannten.Bergwerken kaum etwas zu wünschen übrig. Die Stollen smd selbstverständlich so tief unter den Meeresboden geführt, daß ein Wasserembruch nicht M befürchten ist. Unglücksfälle, Ivie die Ueberschwemmung und Zerstörung der unterseeischen Wine von Wokington tm ^>ahre 1827, stehen vereinzelt da. Die Ausdehnung des unter dem Meeresboden befindlichen Minengebiets ist in den verschiedenen Teilen Englands keineswegs gleich. Wahrend die Minen von Durham !und Northumberland das Seegelände nur auf kurze Entfernung hiir anbohren, erstrecken sich z. B. die Stollen in Eambois, im Norden (des Blyth, sehr iveit unter Wasser, so daß sie eine Fläche von etwa 220 englischen Ouadratmeilen ern- snehmen. , , ,

Warum Liszt das Rauchen aufgab. _ In einem dem verstorbenen italienischen Musikverleger Ricordi getvidmeten Aufsatze, den E. A. Marescotti in derVarretas veröffentlicht, wird eine reizende Geschichte von Franz Oiszt, dem großen Klaviervirtuosen und -komponisten, erzählt, die Ricordi miterlebt hat. Es handelt sich eigentlich um eine Schmuggel- geschichte. ' Liszt war im Rauchen äußerst mäßig. Er rauchte täglich nur eine einzige Zigarre, und zwar eine Virginia beson­derer Art. Sobald' er nun eine Reise antrat, teilte er seinem Diener mit, wie lange er unterwegs bleiben würde, und darauf packte der Diener für jeden Reisetag eine Virginia-Zigarre ein. Auf der Reise kam Liszt nun durch Chiasfo. Er mußte sein Ge­päck dem Zollbeamten vorlegen, und auf die Frage, ob er irgend etwas zu verzollen habe, antwortete er:Nein". Trotzdem durch­suchte der Zollbeamte das Gepäck Liszts, und dabei stieß er na­türlich auf die Virginia-Zigarren. Die Zigarren wurden be­schlagnahmt, außerdem mußte Liszt 500 Lire Strafe hinterlegen, um nicht gefangen avgeführt zu werden. Nun wendete sich Liszt in seiner Mißlichen Lage an Ricordi. Natürlich hatte er, wie er sagte, durchaus nicht die Absicht gehabt, die Zigarren über die Grenze zu schmuggeln, sondern er hatte sie einfach vergessen, und deswegen bat er Ricordi, er möge dies den Zollbehörden verständlich Machen. Ricordi tat sofort die nötigen Schritte, und der zuständige Finanzintendant gab denn auch. die Zigarren frei, erließ dem Musiker die Strafe von 500 Lire und verlangte dafür nichts als dessen Bild mit eigenhändiger Unterschrift, das Liszt ihm natürlich bereitwillig übersandte. Als Ricordi ihm aber die Zigarren wiedergeben wollte, sagte er:Nein, mein Freund: ich habe geschworen, nie wieder zu rauchen. So bin ich sicher, daß sich solch ein Ereignis nicht wiederholt."

Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.

Schw ulst.Im Falle eines durch Wohnungswechsel veranlaßten Umzuges nach einer anderen Wohnung innerhalb des Deutschen Reiches wird in Ansehung von häuslichem Mo­biliar die andere Wohnung für die dahin verbrachte Sache zu

Auflösung

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