Ausgabe 
22.4.1912
 
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gegen bte Ehen mit Geishas und schließt mitt der Aufforderung, einenAnti-Geisha-Bund" zu gründen und dazu die Unter- stützung der japanischen Frauen zu erlangen.

»Eine a v e n t e u e r l, ch e FI u ch t. Von der abenteuer­lichen und atisregenden Flucht des irüberen montenegrinischen Bluristers des Ausivärtigen, Jmvanoivilich, und seiner Gelahrten aus dem Kerker der Festung Jusiuwalscha in Aiontenegro gibt der Konstantinopeler Mitarbeiter derPall '31 aH Gazelle" eine in­teressante Schilderung. Vier Jahre lang hat der Minister mit seinen Freunden im Kerker schmachten müssen; man hatte ihn an­geklagt, gegen König Nikita, der damals noch Fürst war, konsviriert zu haben. Tie Gelangenen waren die ganzen Jahre über mit schweren Ketten an Händen und Füßen geiesselt und mußten furcht­bare Qualen und Entbehrungen erdulden. Schon unmittelbar nach ihrer Einkerkerung faßten sie den Plan, einen Fluchtversuch zu wagen. Wieder einmal sollte die Wirklichkeit die Phantasie der Romanschreiber in den Schalten stellen. Man wollte einen unter- irdischen Gang zur Außenwelt graben. Die Gelangenen ivaren in einander benachbarten Zellen untergebracht, und es gelang ihnen nach langer Blühe, sich durch Klovlngnale zu verständigen und die Einzelheiten des Planer zu vereinbaren. Nacht um Nacht gruben sie nun ohne Werkzeuge an dein unterirdischen Gange, der sie dem Leben zurücklühien sollte; die Qeffnnng wurde anr Tage geschielt mit Stroh und mit der Matratze bedeckt, die den Eingekerkerten als Ruhestätte diente. Nach sechsmonatlicher Arbeit war es den Gefangenen möglich, zusammenzukommen; zwei iveitere Monate nahm die Arbeit in Anspruch, die Handschellen und die Fußsesseln zu lockern und zu durchschneiden. Ein Eidesschiour verpflichtete alle Teilnehmer des Planes iür den Fall der Entdeckung zum sofortigen Selvsimord. Aber sie wurden im Laufe der Jahre nicht entdeckt; mit übermenschlicher Zähigkeit arbeitete« sie Nacht um Nacht an der Vorbereitiing zu der Flucht, bis endlich, vor wenigen Tagen, alles bereit war. Einer der Gefährten starb noch ivährend der Flucht tind wiirde von den Kerkergenosjen beerdigt. Fast wäre eS an der türkischen Grenze den montenegrinischen Zollsoldaten ge- ltmgen, die Flüchtlinge zu fangen, es gab em verzwenelter Kamps, in dem die Soldaten unterlagen. Juwanowtlsch wohnt jetzt in Konstantinopel in einem Hotel, er ist ein Mann von umfassender Bildung und guter Erziehung. Die türktsche Regierung aber be­findet sich in einer schwierigen Lage, da Montenegro die 3lnS- liefenmg des früheren Ministers verlaitgt; es scheint jedoch, als ob die Plorte dieses Verlangen abschlägig bescheiden ivird.

kf. Die Vier in Tails Leben. Wild wogt der Prä- sidentenkampf in Amerika und erbittert ringen die Lager um die Siegespalme. Roosevelt und Tast sind die beiden Hauvtgegner Ter wohlbeleibte Tait schaut ethig nach einem guten Cmeit aus. Er ist nämlich sehr, sehr abergläubtsch. Und besonders die Vier­zahl hat es ihm angetan. Stets hat die Zahl vier in se.neni Leben eine bedeutende Rolle gespielt, und ausnahmslos hat sie ihm nur Glück gebracht. Sein Raine besteht aus vier Buchstaben, und auch die Provinz, in der er geboren mürbe, zeigt nur vier Buchstaben in ihrem Namen: es ist Ohio. Sein Vater hatte vier Söhne. Sein Examen bestaild er im Jahre 1874; er studierte in Pale, welches gleichfalls vier Buchstaben hat. und zum ersten Male hat er Mrs. Tast in der Pike Street in Cincinnati getroffen. Selbstverständlich wurde die Ehe unter diesen Umständen eine glückliche - der Straßennamen hatte vier Buchstaben I - und übrigens wurden die beiden durch einen Pfarrer Hoge getraut, deffen Ölame gleichialls aus vier Buchstaben besteht. Als Tast zum ersten Blate das un­gekrönte Haupt der Vereinigten Staaten wurde, da schrieb er leinen Erfolg dem Umstande zu, daß sein Wahlleldzug von Leuten geleitet wurde, deren Namen sämtlich vier Buchstaben auiwiesen: Blun, Hart, Hill. Luna, Ward, Code, Todd, Hale und Lyon.

* Siamesische Elefanten. Roch vor einigen Jahren wurde die Zahl der zahmen Elefanten in Siam auf 3000 geschätzt. Sie hat sich seitdem vermindert eine Tatsache, die in einer be­deutenden Preissteigerung Ausdruck fand. Ein ausgewachsener männlicher Eleiant kostet in Siam ungefähr so viel ivie bei uns ein bescheidenes Automobil: etwa 12 000 Mark. Ein weiblicher wird dagegen mit nur 7800« Mark bezahlt. Im Norden des Königreichs könnte man ohne diese zahmen Elefanten überhaupt nicht reisen. Der siamesische Eleiant ist mit 25 Jahren aus­gewachsen ; mit 35 Jahren erreicht er seine größte Stärke. Seine Lebensdauer schwankt zwischen 80 und 150 Jahren; ein noch höheres Alter ist selten. Das Normalgeivicht eines cui§- gewachsenen Tieres beträgt 3000 Kilogramm. Weit größer als die Zahl der zahmen Elesanten ist die der wilden, die i» den Dschungeln leben oft in Rudeln von 2u0 Stück. Selbstverständ­lich ist die Jagd darauf nicht freigegeben; man braucht die Er­laubnis der Regierung und hat an sie iür jeden erlegten oder ge­fangenen Elesanten 600 Mark zu bezahlen. 1050 Kilogramm Elfen­bein wurden im letzten Jahre aus Siam ausgeführt; das ist nicht wenig, weiin man bedenkt, rote lange die Tiere leben.

* Das Heilmittel. Herr Sonstig ist krank und läßt den Arzt rufen. Nachdem dieser den Patienten gesehen und ge­sprochen hat, wendet er sich an dessen Ehefrau:Ihr Mann muß Unbedingte Rahe und sehr viel Schlaf haben. Ich werde aus der Apotheke ein Schlafpulver herüberschicken, das aber ganz genau nach der darauf angegebenen Vorschrift genommen werden muß.

Kann ich mich fest daraUs verlassen, daß es sofaeschieht?"Selbst­verständlich, Herr Doktor!" erwidert die Frau, verwundert über! die Frage. Ihre Bedeutung wird ihr erst klar, als sie das Heil­mittel in Händen hält, dessen Etikette die Aufschrift trägt:Schlaf­pulver, Einzunehmen von Frau Sanftig."

Die Zimmerpflanzen und ihre pflege.

Woche vom 23. bis 29. April.

Für den Einkauf englischer Pelargonien empfehlen wir die Sorten, welche niedrigen Wuchs haben, z. B. Martha Bürger, Schneewittchen, Leuchtkäfer, Jtza, Meta usw. Beim Einkauf von Palmen empfehlen wir Rücksicht zu nehmen auf die bei den verschiedenen Arten sehr verschiedenen Ansprüche an die Wärme ihres Standortes (besonders im Winter); jeder Händler wird dar­über Auskunft geben können. Eine Uebersicht der empfehlenswerten Arten bringen wir später. Tie Palmen soll man stets gleich­mäßig feucht halten, oft spritzen und waschen. Tie, welche im Winter kühl gestanden haben oder stehen müssen, bringt man nach Aufhören der Nachtfröste ins Freie. Der Wurzelballen der Palmen darf niemals austrocknen; wenn dies doch einmal geschehen, so wird er mit dem Topf mehrere Stunden in ein Gefäß mit Wasser eingetaucht, damit er sich wieder vollsaugt. Das Umpflanzen der Palmen soll man nicht jedes Jahr, sondern nur wenn es sich als nötig erweist, vornehmen (alle 34 Jahre). Die Zeit dazu ist jetzt; eine geeignete Erdmjischung: Laub- und Mistbeet-Erde und etwas alter Baulehm.

Für den Einkauf von Passionsblumen (Passiflora) emp­fehlen wir cörulea und racemvsa für kühle Räume resp. für den sonnigen, geschützten Balkon; die Hybriden dagegen (z. B. Eugenie) für die geheizte Wohnstube. Von der Passionsblume und von der Bougainvillea macht man jetzt oder im Sommer Stecklinge (gedrungene Seitensprose). Als Erdmischung empfehlen wir für beide Pflanzen lehmig-kalkhaltige Lauberde; dabei nicht zu große Töpfe mit gutem Wasserabzug (durch reichliche Scherben­einlage); viel lüften und zuweilen düngen. Nach der Blüts werden sie trockener und kühler gehalten und ihre abgeblnhteyj Ranken gekürzt.

Ter B u x b a u m (Buxus arborescens) ist vorzüglich zur Schmückung dunklerer Korridore usw. geeignet, da sein Lichtb»- dürfnis im Winter außerordentlich gering ist. Man pflanzt ihn jetzt ein und hält ihn im Sommer im Freien. Die Schwanz- blume (Anthurium Scherzerianum) gilt als empfindlich; sie gedeiht aber im Zimmer sehr gut, wenn man ausgewachsene, womöglich blühende Pflanzen kauft, sie jährlich um diese Zeit verpflanzt, und zwar in Heide-Erde mit Sphagnum-Moos, und sie immer warm und feucht hält.

Tie Zierspargel (Asparagus) müssen, wenn es nicht schon geschehen, schleunigst verpflanzt werden (wenig größere Töpfe; Lauberde mit Lehm). Auch die Kakteen pflanzt man jetzt um, aber auch nur alle 35 Jahre. Man nimmt dazu Laubt- und Mistbeeterde, reinen Sand und etwas alten Lehm. Tie Wurzeln werden nicht beschnitten; anfangs wird wenig, nach der Bewurzelung mehr gegossen. Im Sommer nicht zu trocken, im Winter nicht zu feucht, und stets sonnig! Billbergieni werden ebenfalls jetzt verpflanzt (lockere grobe Lauberde, dazu Sand und getrockneten Kuhdünger). Tie Wurzeln werden vorher gesäubert, dann stellt man sie warm und entfernt die abgeblühten Triebe. Tie Billbergien kann man auch wie die Orchideen art Klötzen ziehen.

Für den Winterslor sät man jetzt den Höcker kelch (Cuphea) aus (wir empfehlen: platycentra).

Alle Stecklinge vom vorigen Jahre werden abgehärtet, damit sie Sonne und Außenluft ertragen lernen. Die, welche man buschig wünscht, z. Bc auch bei den Topfrosen, werden entspitzt ober beschnitten. 1

Skat-Aufgabe.

Vorhand läßt sich bis Null ouvert reizen, weshalb Mittelhand

Wie müssen die Karten sitzen und wie muß gespielt roerdettz damit der Spieler mit Schneider verliert?

Auflösung in nächster Nummer.

Treff-Solos

mit wißenden

anstatt des anfangs beabsichtigten Karten Grand anfagt:

Auflösung des Buchstabenrätsels in vorig« Nummert

Sense, Senf.

Redaktion! K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lang», ®iei«i>