Ausgabe 
22.1.1912
 
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few AchMWL » 8*5 1777:

»tfa/ÄK?**. W I»d--. ** Aster ist dem König die wunderbare, kristallklare scharfe des Mikes die stets den Nagel auf den Kopf traf, treu geblieben Un- ermüd'lich tätig bis zuletzt hatte er sich redlich Um alles bemüht, was in feinem Lande vorging. Freilich, und das kann man ihm Nicht übelnehmem wurde es ihm auch manchmal zu viel, was uber- eiiriae Beamte ihm alles zu berichten für nötig fanden, und em Geheimrat der eine ganz gleichgültige Neuigkeit mitteilte, bekam das Papier zurück mit der Note:Er schreibet dem lTeufel em Ohr ab! Er soll nicht schreiben, als wenn es der Mühe wert ist.

Eine Vortragswoche.

Eine lustige Skizze von Fritz Müller-Zürich.

In unserer Gesellschaft wurde von allerhand Dingen ge­sprochen, die unmöglich seien. Möglich sei alles, meinte em angehender Doktor der Philosophie, mit Ausnahme einer ein­zigen Sache. Und die sei: Alle Borträge, die tn Zurich wahrend einer Winterwoche gehalten werden, anzuhoren. Mein Freund opponierte. Ein hitziges Gefecht ward daraus. Und am Ende kam eine Wette zustande. Mein Freund verpflichtete sich, m der kommenden Woche alle durch das Tagblatt angezeigten Bor- träge zu besuchen. Ich sollte ihn kontrollieren und begleiten.

Mutig nahmen wir am Sonntag unser Unternehmen in Angriff. Da war zunächst am Bormittag von zehn bis zwölf ein Vortrag desGenossen" Schweizer in der Eintracht: die Parteiprogramme der bürgerlichen Parteien. Wir ^ernten manches, was traut sonst nicht hört. Mein Freund pnes fernen guten Stern. Ohne den gelinden Zwang der Wette hatte er sicher zwei Drittel des Sonntagmorgens verschlafen

Am Nachmittage gab es m der Großmunsterkirche eine Swft- rezitation. Das war schon der Mühe wert. Und die Wette kam Uä Der MenEführte'"nns zu Professor Forel, der im großen Saal des Schwurgerichtes dem Alkohol zu Letbe ging,. Es ist ja richtig: der dritte Vortrag an dem Sonntag war em wenig viel. Es gab da und dort eine blinde Stelle m unserem Kopf, wo die Aufnahmefveudigkeit ein wenig zu versagen schien. Den- noch hielten wir uns wacker. .

Am Montag mußten wir unsere Zeit gut eiiiteilen Um acht Uhr gab es im Saale des Seidenhofes:Die drei haupt­sächlichsten Verfahrungen der Kneipp'schen Hydrotherapie . So hatten wir in der Zeitung angezeigt gelesen. Wir konnten nur bis zur zweitenVerfahrung" bleiben, selbst wenn uns am Schlüsse einige unentgeltliche Wassergüsse verabfolgt worden waren. Daim gings in die Sihlstraße zum Vereinshaus. 8 Uhr jOMi- uuten- Dort wurde über die Getreideversorgung der Schwerz gesprochen. Wie uns schien, ein außerordentlich wichtiges und zeitgemäßes Thema. Der Redner führte soeben aus, wie die Schweiz ein Land sei, das unbedingt auf die Einfuhr von Ge­treide angewiesen wäre. Daß es gelte, dieses Getreide ourch den Staat ankaufen und verteilen zu lassen. Lange konnten wir auch hier nicht derweilen, denn auf uns wartete noch der5. Vor­trag des 49. Zyklus" der Akademischen Rathauvvortrage. Der Ausdruck der Persönlichkeit in der modernen Frauenlyrik. Ich sank erschöpft in einen Stuhl in der Ecke und bewunderte meinen Freund, der mit heroischem Mute der Frauenstimme lauschte, die uns mit dem Ausdruck der Persönlichkeit in der ^raueiilyrik bekannt zu machen versuchte. Was -half das alles? Vor meiner Seele stand nichts als die drei Themen für heute abend: Pro . Bredig: Einwirkung von Oxymtrilen auf Alkaleide. Privat­dozent Grün: Zur Synthese der Fette. Dr. Jantsch: Ucber die Doppelnitrate der seltenen Erden. , . ,

Mit diesen Themen hatte mich ment Freund eben beim Eintritt in den Saal bekannt gemacht. Hmterlistigerweiie, muß ich sagen, denn da ich Chemiker bin, fürchtete er, ich wurde ihm zugunsten dieser Stoffe den ganzen Wend untreu geworden Jem.

Aber auch dies wurde noch überwunden, und nach einem Stärkungsschoppen suchte ich mein friedliches Zimmer auf. Im Traume verfolgte mich das Problem, wie die moderne Frauen­lyrik durch den Anbau von Getreide in der Schweiz befördert werden könnte. Von Zeit zur Zeit erwachte ich schweißgebadet und besann mich mühsam darauf, daß das alles i-etzt nicht so nötig sei, wenigstens nicht für mich, wie ein ruhiger Schlaf, der mzr neue Kräfte gab für den Dienstag. .

Am Morgen traf ich meinen Freund in der Hochschule. Ich forderte kategorisch ein genaues Verzeichnis der Unternehmungen für heute abend. Er zog ganz vergnügt einen Zettel ans der

Tasche und sagte, es sei dieses Mäl nicht so viel und gut tut* ^E'uhr: Die Melodien des Troubadours in Tronvöres" itrt Saale des Konservatoriums. 7 Uhr: --Pause zum Abendessen. 8,30:Weltnaturschutz von Dr. Sarasin, Basel- 8,al) in der Thalysia:Die Küche als Urheberin der Krankheiten -9,15 tron einem psychologischen Schriftsteller:Das Leben der seele nach *3eTtlD^siehst also, daß du schon um zehn Uhr zu Hause feilt und noch bis 12 Uhr arbeiten kannst." z .

Beim Tageslicht kam mir alles nicht mehr o fd)fanni tior; und so sah mich der Wend wieder an der Arbeit. Es wurde dieses Mal wirklich mir 11 Uhr, und ich vermochte am Schlüsse auch noch ohne Mühe zusamnienhangende «atze ziu sp,cechen Auf dem Tische sand ich einen Bne meiner Mutter vorDa ich Dich persönlich nicht mehr zu sehen bekomme,, so, lade 'ck Dich hiermit schriftlich zu Deiner Geburtstagsfeier mn. Richtig, drei' Tage lang hatte ich die Meinigen kaum fluchtig gefeh-en. Morgen konnte ich mein Wort nicht halten, denn bei^uns- wurde streng an alten Familiensitten festgehalten Clgentttch spurte ich eine kleine Erleichterung und schlief, trotz des Konglomerate - " LV to* ***

tia0G8O^a6nDnur noch Hier Nummern zn orlodigen, und MMN Freund sagte am Donnerstag triumphierend,Siehst du, dl° Wette ist fast schon gewonnen. Ich habe zwar heute noch reine Tagesordnung aufgestellt, aber ich werde es wahrend des Mittag- b^^Am^Abend holte er mich ab, anscheinend etwas mißgestimmt.

Jm^KasinoEttingeti:^Referat gegen den Gotthardvertrag^ <Yin Rathaus Prof. Bleuler:Etwas vom gesunden und kranken G^nüt" ^n der FAedenskirche:Hefter Rosalie oder em Wick hinter^ die Kulissen". In der Augenklinik:Die Behandlung der Spirillosen mit Dioxyiamitdoarsenebenzol , ,

Mensch halt ein," schrie ich mit. ps°b-lich erwachmMi. Energie weil ich noch verschiedenes auf fernem Zettel sah. -<®u Srft £ Ä Komm, schreib einen Br es und erkläre dick für besiegt. Dann bleib bei mir und laß uns eine Partie Schach ^ÄtÄ*«** « «s m»«° «» -iamii» " niges' Gesicht, was ich schon von Kind ans bei ihm kannte.Heute ist ja schon^Donnerstag^r ^e^er unterstützen, ich, ivürde mich'den ganzen Abend vor dem einen langen Wort fürchten,- an dein man sich die Zunge zerbricht. . , ;f

So ging er allein. Am folgenden sage sah ich ihu nicht. Fck kaufte mir Idas Tagblatt und fand wieder eine ganze Bluten- . cj'ar opleitete Massenangriff".Die Bedeutung der Handels angestLfE Handel und ihre Lage".Das rechte Umdenken, od-er die ganze Wendung zum Glück". Und so weiter.

Wenn der arme Junge sich doch abratenfließe. Ich suchte t&n A..e |rrtc :f1Tt nicbt AU Ööufe. äulttllt, CTUC ttCll

licrs-ige Münchenerin, die ihn schon als Schüler gekannt batte,, klagte,er fei recht unsolide geworden und schlecht ausseyett ^^Am°Sonutag morgen fragte ich telephonisch an, ob er einen Ausflug mit uns machen wolle? , . , . , ,

Ta berichtete mit die Wirtin, er fet schwer krank geworden, habe sich in Iber Nacht nimmer helmsinden können, babe Namen und Wohnung vergessen und rede nur em unverständliches Zeug wie: Diox damisches Benzol."

humoristisches.

* Hygiene.Aber, Siesel, wie ost hab ich Euch schvn gesagt, Ihr sollt die Schweine nicht in die Stube lassen das ift ungesund'"-O, mei, Herr Pfarrer, dos Schwoin is scho Über ein Joahr - aber ganz g'snnd!"

* Der arme Ehemann. Mann (spat nachts berauscht nach Sause kommend):Hör' doch nur «uf zu keifen, Alte, e§ ist doch gerade Strafe genug für mich, daß ich dich in meinem Rausch doppelt sehe!"

Logogriph.

Künstlich Gewebe mitG", auch manchmal zuuiPredweii" nötig Setzen statt G wir ein wird es ein schmackhaiter siijch.

Auslösung in nächster Nummer i

Auflösung des Tiamanträtsels in voriger Nummer r

Eos Palme Holbein Stern C i s n

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lang«, Die-en.