Ausgabe 
21.12.1912
 
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feit M die Gesetz des Landes und nihiger, vo» parteilicher Ein- mischung entfernter Ergebung ttt die Ereignisse der Zeit anzu rechen". Unter den besuchenden Brüdern waren manche, die eine solche, unter normalen Verhältnissen gewiß berechtigte An- schauung angesichts der gewaltigen nationalen.Bewegung nicht billigten, und einer von ihnen, em D^rr von Haxthausen, nalM die Gelegenheit wahr,ferne entgegenstehende Ansicht über die Mslichten des Maurers in Hinsicht auf die tätige Mitwirkung in gegenwärtigem Augenblick austzusprechen . . »

Blücher, der, wie wohl alle seine Waffengefthrten, die Ueber Beugung hegte, das; die ernste Zelt gerade vom Freimaurertätige Mitwirkung" fordere, bat, vor seinem Abzüge noch einmal einer Logenversammlung beiwohnen zu dürfen. Man veranchaltefi. des­halb am 28. April eine Festloge, an der der greise Feldherr in Gesellschaft Scharnhorsts, Ribbentrops und einer Anzahl Preußischer Offiziere teilnahm. Bei dieser Gelegenheit hielt er eine Wfchieds- redein welcher er nochmals seinen Empfindungen brüderlichen Dankes Ausdruck gab und den Wunsch äußerte, daß man 1 einer mit Bruderliebe aber ohne Zähren gedenken möchte, wenn ihn, den greisen Krieger, auf seinem gefahrvollen Berufswege vielleicht bald der Tod ereilen sollte". Der alte Haudegen, der rm allge­meinen von der Wirkung des Schwertes mehr hielt als von der des gesprochenen und geschriebenen Wortes, wird uns in den Protokollen sämtlicher Logen, in denen er gesprochen hat, als ein glanzender maurerischer Redner gerühmt, der die Fähigkeit besaß, in jedem Augenblick das redete Wort zu finden und durch dw Schwung seines kerndeutschen Geistes die Hörer hinzureißen. Auch durch seine Altenburger Abschiedsredewurden, die Bruder aufs tiefste ergriffen", und die Erinnerung daran prägte, sich tynen nm so dauernder ein, als bereits wenige Tage danach die Schlacht bet Großgörschen geschlagen wurde, in der Scharnhorst die Tobeswunde empfing. Als 10 Wochen danach auf den Leipziger Feldern das Joch der Fremdherrschaft für immer zerbrochen wurde, da durften auch die Altenburger Brüder in den Jubel des befreiten Deutsch­lands einstimmeii. Am 8. September 1814 ernannten fie mit berechtigtem Stolze den Fürsten Blücher zuM Ehrenmitgllede ihrer Loge und stellten am 2. September seine Büste in ihrem Vcrsamm- lungssaale auf. , , , .. ... ,. m ...

In dem Dankschreiben, mit dem der greise Held die Bruder erfreute, heißt es:Es hat nie etwas in meinem Leben mich so als das Gefühl beglückt, vom großen - Baumeister aller Welten dazu mit bestimmt gewesen zu sein, meinem guten deutschen Bater- lande durch Erhaltung seiner Nationalehre tuib seines alten Ruhmes, durch Zersprengung der Fesseln, welche eine fremde Nation dem biederen Volke angelegt hatte, nützlich werden zu tonnen. Jene hohe, mir verliehene Bestimmung war die Ver­anlassung, welche mich im April 1.813 auch in das Heiligtum der dortigen guten Loge führte. Unvergeßlich werden mir stets die frohen Stunden bleiben, in welchem ich an den Arbeiten der Loge Archimedes Au den drei Reißbrettern teiluchmen konnte . .

vermischte».

kf Das haarigste Volk der Welt. Die Ureinwohner Japans, die Ainus, stehen in dem Rufe, das haarigste Volk der Welt zu sein Sowohl bei den Männern als auch bei den .Frauen hängt das Haar lang bis zu den Hüsten herunter, und der Bart der Männer bietet einen patriarchalischen Anblick. Wie bet den meisten halbzivilisierten Völkern tut auch bei den Ainus die Frau den größeren Teil der Arbeit. ES gilt bet den Atnudamen als die höchste Ehre, imstande zu sein, dem Manne ein ausgiebiges und sorgenloses Dasein zu bereiten. Der Ainu ist Polygamtst, aber aus artbereit Gründen als die meisten anderen Völker. Nicht aus geschlechtlichen Ursachen 'huldigt der Ainu der Vielweiberei, sondern der Fran ein Heim zu bereiten, die sonst'.ohne Obdach sein würde. Denn die weibliche Bevölkerung überwiegt bei den Ainus bet weitem Nicht selten kommt es auch vor, daß, wenn eine Ainuwitwe mit Waisen zurückgelassen wird, sie einen männlichen Beschützer findet, der sie heiratet. Tatsächlich gilt der bet den Ainus als der reichste und mächtigste, der die meisten Frauen hat. Dabei leben die Gattinnen einträchtig nebeneinander, allerdings nicht mit- eittanber; beim in der Regel haben sie getrennte Wohnstätten, und der Mann verteilt nicht selten seine Frauen über einen großen Landstrich, so daß er auf seinen Reisen ftetSam Abend im eigenen Heim bei der eigenen Frau eine Unterkunft findet. Trotz der großen Bemühungen der spanischen Regierung, die Ainurasse lebensfähig zu erhalten, schwindet sie mehr und mehr dahin, da die Trunksucht unter ihnen sehr verbreitet ist und, riesige Opfer fordert. Die gegenwärtige Zahl der Bevölkerung !mrd auf 15000 trefdxi&t

"' Napoleons Flucht aus Rußland im Dezember 1812 ließ sich, wie wir derBibliothek der Unterhaltung und des Wissens" entnehmen, der Spott des deutschen Volksliedes nicht ent­gehen. Sein Sturz von der Höbe seiner die Welt beherrschenden Macht, seine Zuflucht zu einem Bauernschlitten, der ihn durch die Schneewüste zur Heimat bringen mußte, sorderte ja die Satire mächtig heraus. DerBauernschlitten" spielt denn auch in einer ganzen Reihe von Liedern jener Tage eine Rolle. Bei einem hat

ein Hinzudichter sogar im Widersinne zum sonstigen Inhalt, der von Napoleons Ankunst in Paris in einem Wagen spricht, einealler­letzte" Strophe hinzugesugt, die da lautet:

Da kommen 'Mamelucken dahergeritten,

Sie bringen den Kaiser aus einem Bauernschlitten.

Ta schauten die Leute zum Fenster heraus: O Himmel, wie sieht unser Kaiser jetzt aus!

Am originellsten aber erscheint ein Lied, das (eine Flucht be­handelt. Da lesen wir:

Gelt, gelt, Bonapartel, jetzt hat sich's gewendt, Wo du hast bei Moskau die Nas'n verbrennt, Die Nas'n verbrennt und die Zähn' erfrört--

Gelt, gelt, Bonapartel, jetzt haft gleich umkehrll

Da ist er gefahren aus Extrapost, Auf einem etauernschlitten, da hat's nit viel kost'; Und wie er ist kommen nach Dresden zurück, So erzählt er dem König von seinem Unglück.

O Bruder und König, mit mir ist's jetzt aus l Wie wird mir's ergehen, wenn ich komm' nach Haus, Da werden die Pariser noch sein voller Zorn, Wann ich muß sagen: hab' alles verlor'nl

O Bruder und König, eins mußt mir gewähr'n: Ich hab' ja kein Kreuzer Geld zum Verzehr'». Leih du mir sechs Taler und ein Hemd aus'n Leib, Ich komm' ja bald wieder und zahl' g'wiß g'scheit l"

Das Gerücht von dem geliehenen Hemd war in den Jahren 1812 und 1813 in Dresden weit verbreitet und sand allgemeinen Glauben.

* Boni lustigen John Bull.Drei Minuteni vom Bahnhof." Arzt: ,Zch habe Ihren Mann untersucht, Mrs. Joyce. Er braucht frische Luft und täglich einen tüchtigen Spaziergang." Mrs. Joyce:Oh Gott! Dazu ist er doch eben nicht zu bringen. Was soll ich tun?"Ziehen Sie m einen Vorort und nehmen Sie ein Haus, auf dem angeschlagen ist: Drei Minuten vom Bahnhof. Dann muß er täglich zweimal 5 Kilometer laufen; da wird er schon abnehmen." Geheim­nisse.Loltie sagte mir, du hättest ihr das Geheimnis gesagt, voii dem ich ihr sagte, sie sollte es dir nicht sagen."Das'dumme Ding! Ich sagte ihr doch, sie sollte es dir nicht sagen." ,,^a, ich sagte ihr, ich würde es dir nicht sagen, wenn sie es mir sagte also bitte sage es ihr nicht, daß ich es dir gesagt habe. » Entfernte Verwandtschaft.Sind Sie mit Barney O'Brien verwandt?" wurde Thomas O'Brien gefragt.Ent­fernt," antwortete er,ich war das erste Kind und Barney das 17." Gut befolgt.Nun, und wie hat Ihre Mutter die letzte Nacht geschlafen? Hat sie Meinen Rat befolgt und ordent­lich gezählt?"Oh ja; sie zählte bis 18 314."Nun, und dann ist fie fest eingeschlafen, nicht wahr?"Nein, dann war es Zeit zum Aufstehen." Ein Hundeleben. ,Jkhr Mann klagt immer, er fülyre ein Hundeleben," sagte die Nachbarin.Ja, das tut er wahrhaftig. Er kommt mit schmutzigen Füßen nach Hause, macht sichs am Feuer beguem und wartet, bis er gefüttert wird." ____________

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Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer!' < Unrecht leiben, schmeichelt großen Seelen.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße«.