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Roftoptschin Hat über diese Untat lebenslang Gewissensbisse gehabt; damals aber erfüllte ihn ein wilder Stolz über fern Zerstörungswerk, und als er am 14. urrt Mittag Moskau verließ, blickte er noch einmal über die golden leuchtenden Kuppeln und Türme und sagte zu seinem ältesten Sohne sergrus: „Gruße Moskau zum letzten Male; bald wird e§' ein Flammenmeer fein . Der General-Gouverneur begab sich nach Woronowa, wo eine große Menge von Gästen Zuflucht gefunden hatte. Doch als die Kunde vom Herannahen der Franzosen kam, erklärte Rostoptschin Len Versammelten, daß er auch fein liebstes Besitztum den Flammen übergeben werde. Er ermunterte die andern, Feuer anzulegen; er selbst ging, von dem englischen Gesandten Sir Robert Wilson' begleitet, in sein Schlafzimmer und warf eine brennende Fackel in die Betten. Als dann überall die Flammen aufloderten, stand er kalt und ruhig und rief: „Nun bin ich 'zufrieden!"
Auf den rauchenden Trümmern brachte er mit eigener Hand folgende Inschrift an: „Acht Jahre habe ich darauf verwandt, dieses Haus zu verschönern, und habe darin glücklich gelebt im Schoße meiner Familie. Nun lege ich Feuer daran, damit es nicht besudelt werde durch Eure Gegenwart. Franzosen, ich hübe euch mein Haus in Moskau überlassen mit einer Einrichtung für eine halbe Million Rubel. Hier werdet ihr nur Asche finden". Die heroische und doch auch wieder herostratische Tat Rostoptschins hat ihm selbst, so nützlich sie auch dem Vaterland war, kein Glück gebracht. Der Zar wagte nicht die Handlung, die ohne einen Befehl geschehen war, gut zu'heißen. Roftoptschin siel in Ungnade und ging freiwillig in die Verbannung. Acht Jahre irrte er in Europa umher, und als er 1823, ein alter, müder und! kranker Mann, in die Heimat zurückkehrte, um dort zu sterben, schrieb er jene Broschüre „Die Wahrheit über den Brand von Moskau", in der er die Tat völlig ableugnete und sie dem Zufall und der Unachtsamkeit zuschrieb. Dadurch hat er die Welt eine Zeitlang über seinen eigenen Heroismus getäuscht, aber heute steht es durch sichere Dokumente außer Zweifel, daß Roftoptschin der Brandstifter von Moskau war.
Die Zimmerpflanzen und ihre Pflege.
Eine allgemeine Tabelle wird nufere Leser am besten und schnellsten über die Anforderungen unterrichten, welche die Topfpflanzen während des Winters an Wärme-, Licht- und Feuchtigkeits-Verhältnisse stellen. Nicht berücksichtigt sind in der folgenden Liste nur die Treibsträucher, Palmen, Farne und einige zur Winterblüte künstlich vorbereitete Blumen, deren Kultur an anderer Stelle angegeben wurde. Bei der Einräumung in die Winterquartiere oder in§ Zimmer wird es als selbstverständlich erscheinen, daß die Pflanzen Et dem größten Wärmebedürfnis zuerst der rauheren Außenluft entzogen werden.
Ueberwinterungs'liste.
Ueberwintert werden von den nicht im Winter blühenden Gewächsen: Warm (10—20 Grad C.): Alo 8 (kann auch kühl stehen; sparsam gießen; nicht benetzen); As kl epi as (Porzellanblume, Hoya), hell; Äspidistra (Schildblume), kann auch kühl und kalt stehen, hell oder dunkel, je wärmer, um so feuchter; Azaleen, sobald die Knospen Farbe zeigen (feucht, hell und viel spritzen). — Blattbegonien (auch kühler); Jmmerblühende Begonien (nicht zu feucht, auch kühler); Bougainvillea, hell; — Drehfrucht: s. Streptocarpus; Efeupelargonien: s. Pelargonien; Euphorbia (Wolfsmilch); Fiens (GummibauM); Geranium: s. Pelargonium; Hoya: f. Asklepios; von den Kakteen nur die Phyllokak- teen und Epiphyllum, die Echinopsis bei 8—12 Grad, die übrigen noch kühler. Ferner das Nidnlarium (Nestrosette) bei 8—20 Grad. Ophiopogon (Schlangenbart) kann Schatten, Kalte und Wärme vertragen; am besten kühl; das buntblattrige ist etwas empfindlicher. Pandanus (Schraubenbaum): hell; von den Passiflora (Passionsblumen) nut die Hybriden, die übrigen auch kühler. Von den Pelargonien: Englische Pel., Efeu-Pelargonien und Geranien nur die Stecklinge Sell und nicht trocken); die älteren Pflanzen, außer den winter- ühenden, kühl bis kalt. Ferner Peperonia, Philodendron (Baumlieb, Zehrwurzel), Rivinia, Ruellia und R'ns- felia (letztere ziemlich trocken und hell); Saint paulia (Usambaraveilchen); Schiefblatt s. Begonie; Schlangenbart !|. Ophiopogon; Schrauben bäum s. Pandanus; Strep- rocarpus (Drehsruchtt warm bis lauwarm, mäßig feucht; winterblühendes T e t r a n e m a (Vierfaden) hell; Tradescantie warm, kühl oder kalt, je wärmer, desto feuchter und Heller; Usambaraveilchen s. Saintpaulia; Vierfaden s. Tetranema; Vinca rosea (Sinngrün) warm und hell, die übrigen Vinca kälter; Wolfsmilchs. Euphorbia; Z ehr wurzel f. P hilode n d r o n.
Kühl (bei 5 bis' 10 Grad C., und nur ausnahmsweise mit höherer Wärme; also etwa int Nebenzimmer) wird die Mehrzahl aller Topfblumen überwintert; und zwar (die Zahlen bezeichnen die Wärmegrade in Celsius): Acacia hell; A ch i m e n e s (Schiefteller) trocken, einziehen lassen; Aloö; Alpenveilchen s. Cyclamen; A r a l i a; A r a u c a r i a (Schmucktanne) 3—10; Asparagus (Zierspargel) 5—15, heN; Äspidistra (Schild
blume) warm, kühl oder kalt; Azalea bis zur Knospenbildung 2—8, hell, nicht trocken; dann wärmer und feuchter; Knollenbegonien: Knollen kühl, dunkel, trocken aufbewahren; Bill- bergien 8—12, trocken, auch dunkler nach der Blüte; Bau- vardia während bet Blüte wärmer, nachher ca. 7, trocken; Calceolaria (Pantoffelblume) 2—10, Calla: hell, mäßig feucht, wenn Knospen wärmer und feuchter; Cornelia 5—10, wenn Knospen Farbe zeigen: wärmer und feucht; Einer ar ia (Senecio cruentus, Greiskraut) 2—8, hell, luftig, nicht trocken; nach Knospenansatz hell, feucht, luftig, spritzen; Cissns (Klimme) ziemlich trocken; Clerodendron (Loosbaum) 5—12; Clivia 5—12, ziemlich trocken; Coronilla (Kronwicke) hell; Correa; Cothledon (Echeveria, Nabelkraut) trocken und hell; Crassula (Dickblatt) warm und kühl; Cnphea (Höckerkelch) 5—12, auch während der Blüte; Cyclamen (Alpenveilchen) bis zur Knospenbildung nicht über 10; Datura (Stechapfel); Dracäna; Echeveria s. Cotyledon; Eis kr aut s. Mesem- brianthemum); Efeu, Erica (Heide) hell, nicht austrocknen; Fuchsien-Stecklinge, hell, nicht trocken; Gloxinia: Knollen in den Töpfen, dunkel, trocken, lustig; Heide s. Erika; Heliotrop; Hermannia hell, ziemlich'trocken;, HibiscnS (Rosen-Eibisch) während der Bküte wärmer; Hirse gras f. Panicum; Jmantophyllum s. Clivia; Iris ungui- cularis; Justitia ziemlich trocken, ca 12; Kapuzinerkresse s. Tropäolum; Klimme s. Cissus; Libertia hell; L i b o n i a: kann für Januarblüte auch angetrieben werden; L o b e- l i a: Erinus und-Stauden; L o o sboum; Lotus (Hornklee) hell, luftig; Maurandia; Med colo 5—15; Eiskrant (Me- fembrianthemum) hell, ziemlich trocken; Mimosa, Myrte; alle Nelken: hell, ziemlich trocken; Ophiopogon (Schlangenbart); O x al is (Sauerkleei hell, luftig, nach der Blüte: Zwiebeln trocken auf bewahr en; Pantoffelblume; Pernettya; Poinfettia (WeihnachtssterM nach der Blüte trocken; Primulä chinensis und obconica: 8—15, hell, gleichmäßig feucht; Rochea hell, luftig; Sommersämlinge von Salvia patens (blauer Salbei); Salvia fplendens (roter Salbei) für Winterblüte 8—12; Schief teilet (Achimenes); Schildblu me (Aspi- distta); Schmuckmalve (Abutilon), auch kühler; Schmucktanne (Araucaria); Sedum hell, ziemlich trocken; ebenso Sempervivum; Sonnenwende (Heliotrop); Spar- mannia (Zimmerlinde) hell, lustig; Stechapfel (Datura); Tigridia (Tigerblume^ bis Febr. auch dunkel; Torenia; Tropäolum lobbianum: SteMnge hell, mäßig feucht; Tydää nicht trocken; Vallota purpurea ziemlich trocken; Vero- nica (Ehrenpreis) hell, nicht zu feucht; Weihnachtsstern (Poinfettia); Wikströmia^hell, wenn Blüte (Februar) auch wärmer, Zimmerlinde (Sparmannia).
Kalt (0—6 Grad C.) überwintern die härteren Gewächse: Abutilon (Schmuckmalve) 2—10; Agapanthus (Schmucklilie) fast trocken, auch im Keller; Andromeda; Arumpa- l ä st i n u m (schwarze Calla); Aucuba nicht ganz trocken; Cal- listemon (Schönfaden) lustig, mäßig feucht; Campanula (Glockenblume); C h o r y z e m a (Kreisfahne); C e r a s u s (Kirsch- lorbeer); Citrus (Zitrone usw.); C o r d y l i n e (auch trn Hellen Keller); Cytisus (Gaißklee); Dios ma (Götterduft) luftig,- mäßig feucht; Duchesnea; Erythrina Crista-galli (Korallenbaum) trocken, auch im Keller eingeschlagen; Evony- mus (SpindelbauM); Fuchsia fast trocken (auch int Keller); Ginster; Goldlack (später anzutreiben); G t an a t b aum, s. Punica; Helichrysum (Strohblume); Heliotrop, luftig, auch im Keller; Immergrün (Vinca minor und major); Kal- mia, Kirschlotbeer (Cerasus) und Lorbeer (Laurus): nicht ganz trocken; Nachtkerze (Oenottzera missouriensis) fast trocken, Freiland-Primel; Punica (Granatbaum) luftig, fast trocken, auch Keller; Rhododendron: auch Keller, aber sehr hell, treibend wärmer; Rosen-Stecklinge, nicht austrocknen taffen; Rosmarin hell, luftig; Salvia patens (blauer Salbei) ziemlich trocken, auch eingeschlagen im Keller; Schlinge (Viburnum); Schmucklilie (Agapanthus); SkiMmia hell; Spindelbaum (Evonhmus); Strohblume (Helichrysum); ViburnumTinus (Lorbeer-Schlinge); Vinca (Immergrün) außer Vinca rosea; Pucca ziemlich trocken.
Zitatenräisel.
Ans jedem der folgenden Zitate ist ein Wort zu nehmen, so daß sich ein neues Zitat ergibt:
1. Bescheidenheit ohne Maß ist verkappter Stolz.
2. Arbeit gewinnt Feuer aus den Steinen.
3. Schaffen und Streben allein nur ist Leben.
4. Es ist der Krieg ein roh gewaltsam Handwerk.
5. Lerne leiden, ohne zu klagen.
6. Leiden und sterben, jeder muß erben.
7. Wer Sorge hat, der hat nicht, was er hat.
8. Nur der ist froh, der geben mag.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Roda, Dora.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brlihl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


