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Redaktion: R. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R. Lang», Gieße»

Vermischtes.

* Das Ende einer Liebe. Aus New-Bork wird berichtet: Ein merkwürdiger Anspruch aut Schadenersatz ist von einem New-Yorker gegen eine der beiden großen autertkamschen A.ele- graphengesellschaften in einem Prozeß anhängig gemacht worden. Weil durch einen Fehler in der Uebermtttlung eines Tele- aramms ihm die Liebe seiner Braut abwendig gemacht worden ist verlangt der praktische Yankee ein stattliches Schmerzensgeld. Er hat int Ueberschwang seines Geiübls eines Tages seine Braut durch ein Telegramm beglücken ivolleu:I love you for ever (Ich liebe dich" ewig); aber als das junge Mädchen das Blatt Papier entialtete, das ihr der Telegraphenbote überbrachte,, las sie mit Entsetzen:I leave. yon for ever (Ich verlasse dich fnr immer). Der Fehler des Telegraphisten ivar garmcht groß; er hatte nur statt der drei Striche, die den Buchstabeno" bedeuten, zunächst zwei Punkte und dami einen Strich gemacht, die als Punkt (e) und und Pimkl-Strich (a) alisgeiaßt ivurden. Aber dieses kheme Ver­sehen hatte große Folgen. Die junge Dame saiidte erzürnt dem früheren Geliebten Ring, Gescheirke und Liebesbriefe zuruck und wollte kein Wort ntehr voit ihm hören, als er sich die grogte muhe gab, den Jrrtiun aufziiklären. Der Mann war verzwenelt; aber als er erfuhr, daß seine Bra>lt sich mit einem nnbetn verlobt hatte, so daß ihm jede Hoffnung abgeschnitten war, benutzte er diese Tat­sache zu einer Schadenersatzklage gegen die Telegraphengesellschaft. Die Gerichte werden also zu entscheiden haben, wie weit die Tele­graphengesellschaften für solche unvorhergesehenen Folgen von Ver­sehen ihrer Beamten verantwortlich sind.

' F u r ch t b a r e D r o h u n g. Richter:Zum letzten Male, Zeugin! Geben Sie wahrheitsgetreu Ihr Alter an, sonst lasse ich Sie vom Publikum abschätzen!"

geht es nicht mit rechten Dingen zu; von bösen Geistern must es verzaubert, mit einem Fluch der dürren Unfruchtbarkeit ge­schlagen sein. Bisweilen blitzt es auf durch einen Spalt int Zelt und erscheint wie eine Decke vom flüssigen Glas, trag, dicht, drückend: Nichts Furchtbareres und Beklemmenderes gibt es, als ein unerträgliches Aufglühen im Sonnenfeuer. Dort hinten, fern am Horizont ahnt man weite in Flammen stehende Wüsten, schreckliche Einsamkeiten, in denen es nur Sonne gibt und Feuer. Man dämmert dahin in einer schweren Betäubung, in der das Gehirn ivüst erzittert und einem plötzlichen Aufblitzen der Angst, beim jähen Emporschreckcn und jenen wilden Visionen voll Grauen, die sich der widerstandsunfühigeu Phantasie bemächtigen."

Die Todesfälle, die durch die Hitze während der Fahrt im! Roten Meere hervorgerufen werden, sind zahlreich. Man zählt hier bis zu 50 Grad im Schatten und wie in Amerika ist es die Feuchtigkeit der Luft, die die Hitze noch unerträglicher macht. Aber der heißeste Fleck ist das Rote Meer noch nicht; in der Sahara werden noch ganz andere Temperaturen gemessen;, big größte Wärme, die Henri Duverrier hier feststellte, betrug67,7 Grad Celsius. In den französischen Kolonien von Nordafrika steigt die Wärme häufig bis über 40 Grad und man darf von Glück sagen, wenn man wenigstens von dem glutheißen, giftigen Wüstenwind verschont bleibt.

Eine Vorstellung von der Hitze gibt eine Geschichte, bte der General Quesnoy erzählte. Er fuhr mit der Post von Orlsans- ville nach T6uss, als einer der Reisenden rief:Das wird aber heut eine heiße Fahrt, man kann's schon, jetzt kaum aushalten." So heiß", antwortete der Postillion ruhig,daß Man die Eier an der Sonne kochen kanm" Eine Wette ward abgeschlossen; vier rohe Eier wurden auf den Kutscherbock gelegt, und bevor man die erste Station erreichte, waren sie ganz hart gekocht. Aber nicht nur die Hitze, sondern auch die Külte schafft Höllen auf Erden. Eine solche ist die Stadt Werhvjansk in Sibirien, 67° 33'31" nördlicher Breite. Steinhäuser gibt es hier nicht, sondern man wohnt in tzolzhütten und Erdhöhlen; große Hitze wechselt hier mit noch größerer Kälte. Die Durchschnittstemperatur der heißesten Tage beträgt 30° über Null, die der kältesten 61,9° unter Null. Die Dnrchschnittstemperatur beläuft sich immer­hin auf 16,7° unter Null. Die unglückliche Stadt hat nur 40 Tage im Jahr den Genuß des Sonnenlichtes.

ist es auch ganz beicht ersichtlich, tme nian M b^m^eri bat, wenn man durstig ist: man muß dem Körper Flüssigkeit zufuhren, gbe?wenn es g?°ße Mengen sind, dafür sorgen, daß !sie rrgend- trpTcfip (iiifaelöften Stoffe Zusätze ertyeilten. feilte

Getränke, für die viele Leute im Sommer besonders schwärmen, sind eigentlich nicht nötig, allerdings sehr angenehm, große Mengen eiskalter Flüssigkeiten dagegen^ sind zu verwerfen. Uebriaens rufen Eis und eiskalte , Getränke ,un Munde und tu der Kehle zunächst zwar eine erfrischende Wirkung hervor, aber darauf stellt sich gewöhnlich ein brennendes Gefühl ein, und das Durstgefühl steigert sich noch. Was ober geschaht, wenn der Durst ^^DErs^Durstgefühl unterscheidet sich von dem Hungergefühle erheblich, denn während beim Hungern nach wenigen Tagen das Gefühl der Hirngrigkeit völlig verschwindet, nimmt das Durst- gefühl beim Dursten immer zu, und solange der Durstende bet klarem Bewußtsein ist, steigern sich seine Qualen tmmer mehr. Die Anfänge des Durstes sind wohl ledern, der einmalemen längeren Marsch an einem heißen Tage gemacht, hat, ohne tonten zu können, bekannt. Das trockene, zusammen, chnurende, Gefühl in der Kehle wird äußerst unangenehm, die Zunge fühlt. sich trocken an, das Schlucken fester Nahrungsmittel lost emen kraßem den Schmerz aus, und das Allgemeinbefinden wird schlecht. Län­geres Dursten ruft Qualen hervor, die.Sven Hedin, der, berühmte Forschungsreisende, einmal in klassischer Wesie beschrieben hat. Sven Hedin hat mit wenigen Gefährten auf einer semer Rerfen in Asien einmal tagelang dursten müssen, Proviant und Reis^ gepäck mußten nacheinander aufgegeben werden, und, sclstteßltch hatten die Wanderer nur noch sehr wenig Wasser bet sich, das bald ausgetrunken war. Schon am nächsten Tage begannen bte Qualen des Durstes. Muhammed Schah, der Karawanenführer wurde ohnmächtig und konnte kaum atmen. Sven Hedm erwies sich als der Widerstandsfähigste gegen den Durst. Er ,wußte, daß er, wollte er dem Durste nicht erltegen, der Schläfrigkeit nicht nachgeben durste:Man fällt ra,ch tn schlaf und man schlummert ohne Schmerzen hinüber in einen langen und sckstveren Schlaf, aus dem man nicht erwacht." Der eine der Gefährten Sven Hedins war zu Boden gesunken und redete irre. Seine Augen waren weit offen und der Blick war verwirrt, doch zeigten seine Gesichtszüge den Ausdruck unwandelbarer Ruhe. Sven Hedtn konnte nichts essen. Es waren zwar Mundvorräte vorhanden, aber das Schlucken war unmöglich, so trocken war der, Schlund. Wenn er zu essen versuchte, blieb ihm der Bissen tm Halse stecken. Das machte ihm aber nicht viel aus,denn das Hunger­gefühl verschwindet ganz neben deut des Durstes, der besonders in den ersten Tagen so qualvoll ist, daß man den Verstand zu verlieren glaubt. Wenn das Blut später dicker, wird, hört man auf, Schweiß abzusondern". Schon nach wenigen Tagen war bei den durstenden Wanderern die Haut trocken, wie Pergament; die Zunge war weiß und trocken, die Lippen bläulich, bte Augen matt, von glasartigem Glanze; in der Kehle war ein qualvolles drängendes Gefühl, es war,als ob wir hörten, tote alle Glieder in uns schrien und als ob sie sich warmrieben, und unsere Augen waren so trocken, daß wir sie kaum öffnen und schließen tonnten . Nach mehrtägigem Dursten fand Sven Hedin wieder Wasser In zehn Minuten nahm er drei Liter Flüssigkeit zu sich. Und sogleich fühlte et, wie Leben in ihm wiederkehrte. Der Puls nahm an Geschwindigkeit zu, das Blut floß leichter durch die Adern, bte eingeschrumpften, dürren, holzharten Hände bekamen wieder ihre Fülle, die pergamentartige Haut wurde feucht und weich und der Schweiß perlte wieder auf der Stirn.Ein Tropfen Wasser, dem Durstenden in der Wüste gereicht, löfcht die Sünden von 100 Jahren aus" so sagt ein orientalisches Sprichwort,

Hölle auf Lrden.

Die Hitzwelle, die gegenwärtig wieder in Amerika wütet und ihre Opfer fordert, stellt auch uns das bedrohliche Schreckbild einer Zeit vor Augen, in der die Strahlen der Sonne nicht mehr Seg­nungen und Freunde verbreiten, sondern zu den verderben­bringenden Pfeilen des Phöbus Apollo werden. Doch selbst wenn uns wieder wie im Vorjahr einige Wochen der Schwüle in Aus­sicht stehen sollten, so können sie doch höchstens gleichsam als ein kleines Fegefeuer betrachtet werden, im Vergleich mit den Köllengluten, die in manchen Gegenden unseres Erdballes etwas ganz Alltägliches find.

Unter diesenHöllen auf Erden" ist wohl die schlimmste die des Roten Meeres. Hören wir was uns ein Reisender, der Franzose Chevrillon davon erzählt:Wir sind auf der Höhe von Massaua. Schwere feuchte Hitze, in der sich die Glieder gleichsam aus ihren Gelenken zu lösen scheinen, in der jedes Wesen schmilzt und schwach wird, nasse Schwüle, die Tag und Nacht lastet und entnervt. Manchmal scheinen die Kleider zu Brennen: man möchte sie voM Leibe reißen. Trotz des Doppelzeltes, das auf allen Seiten das Schiff bedeckt und das Meer ebenso wie den Himmel verbirgt, sind die Augen entzündet von dem Ueber- maß der Helligkeit., Kein Luftzug; die feurige Luft steht starr und unbeweglich tote eine brennende Mauer. In diesem Meer

Magisches Quadrat.

In die Felder nebenstehenben Quadrats smb bie Buchstaben A A AAAAMNNNNKSS U U berätst einzutragen, baß bie wagerechteit u. senkrecht.Reihen gleichlautend iolgenbes bebrüten:

1. Niebliches, aber wenig beliebtes Tier, 2. Weiblichen Vornamen.

3. Stabt in Westfalen.

4. Nebenfluß ber Mosel.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Arithmogriphs in voriger NumMer: Gaffern Ungarn Saturn Tanne Auguft Venus Niagara Iran Uiszeit Reis Inster Tiger

SKeifig; Gustav Nie ritz.