Ausgabe 
18.4.1912
 
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vom Juni an mehr gießen. Die Hortensien werden letzt oder nach der Blüte verpflanzt: aber nicht letzt, sondern nur nach der Blüte beschnitten; Moorerde, dazu Laub- und Misterde und Sand. Auch die Myrte wird jetzt, doch mcht alhahrlrch, verpflanzt und dabei gekürzt; Ballen etwas ausschütteln, wenig größere Töpfe, guter Wasserabzug; Laub- und Mistbeeterde, dazu Sand und Lehm; im Mai auf den Balkon, über Sommer reichlich gießen, düngen und spritzen. Auch der Rhod o den- dron wird jetzt, doch auch nur alle 3 5 Jahre verpflanzt; mit Anschwellen der Knospen Heller, gleichmäßig feucht und etwas wärmer- Moor-, Heide- und Lauberde, dazu Sand; guter Wasser­abzug ist unbedingt nötig. Die treibenden Roscn-Steck- linge vom vorigen Sommer werden einzeln in Töpfe gepflanzt: kräftige, nicht lockere, lehmige Erde: Heller, lustiger und kühler Stand. Aeltere ToPfrosen werden für Sommerblüte stark (auf 23 Augen der vorjährigen Triebe) zurückgeschnitten und in dieselbe Erdmischung (als Zusatz verwendet man Mlstbeet- oder Komposterde), sowie in dieselben Töpfe nach vollständigem Entfernen der alten Erde aus dem Wurzelballen neu eingepflanzt: kühler und sonniger Stand! Die Ruellia, die man am besten als junge Pflanze einkauft und durch Einspritzen buschig zieht, wird alljährlich verpflanzt unb dabei eingestutzt: kräftige Erde, reichlich Wasser urtb Düngung; Stecklinge von ihr tnt Mai und Sommer. A u s s a a t z e i t ist jetzt für: M i mulus (Gauklerblume), die in Töpfen, Kästen und Schalen den Balkon durch die endlos neu erscheinenden buntfarbigen Blumen ziert: Aussaat recht dünn in jederlei nicht zu lockere Erde; bald auslichteii oder einzeln pflaiizen (Abstand 10 Zentimeter). Ferner für die Thunbergien (wir empfehlen: alata auraw- tiaca oder eineMischung") in 15 Zentimeter-Töpfe in kräftige sandige Mistbeeterde, dünn säen und allmählich bis auf 35 Stück auslichten: abhärten durch kühlen, sonnigen Stand; Ende Mai als schöne Kletterpflanze auf den Balkon. Ebenso auss- gesät und behandelt werden die Strohblumen (Helichrysum), deren reiches Farbenspiel und dauerhafte Blumen bekannt smd. Schließlich vergesse man auch nicht, die herrlichePyramrden- Glockenblume (Campanula pyramidalis), die in großen Töpfen bis ein Meter hoch wird, sich jetzt durch Saat heranzuziehen: lehmige Misterde, dazu Sand und später beim jedesmaligen Ver­pflanzen, das während des Sommers mehrmals vorgenommen werden sollte, auch etwas Kalk; Ueberlvinterung bei 15 Grad C. Noch einmal empfehlen wir von den Tropäolum (Kapu­zinerkresse) außer den einjährigen gewöhnlichen Sorten die ausdauernden:Peter Rosenkränzer", pentaphyllum, speciosum usw.; für die Sommerblüte wird jetzt ausgesät: mehrere Körner in einen 15 Zentimeter-Topf; im Sommer sonnig und reichlich Wasser; kräftige Erde mit Zusatz von Misterde.

Die Knollenbegonien -Sämlinge vom Februar werden noch einmal verstopft auf fünf Zentimeter Abstand. Die weiße Calla erhält nach der Blüte ihre Ruhezeit für mehrere Wochen durch weniger Wasser und kühleren Stand. Stecklinge schneidet man vom Feigenbaum (Ficus elastica); man steckt sie auf Flaschen wie die Oleander-Stecklinge. Triebe mit fünf Blättern; als Wasser: Regenwasser; warmer Stand; wenn bewurzelt: einpflanzen und hell stellen: grobe Lauberde, Mist­erde, Sand und Lehm. Junge Granat- Bäumchen (Punica granatum) werden umgepflanzt: lehmige Misterde, dazu Laub- erde und Sand; doch lasse man den Wurzelhals frei. Ter Rosmarin kommt, ehe er treibt, ins Freie; wenn er aber schon getrieben hat von Natur oder durch warmen Stand, oder wenn man ihn mit Absicht angetrieben hatte, so dürfen seine Blätter keinen Frost haben; er bleibt also dann bis Mitte Mai im kühlen Zimmer. Ter Schraubenbaum (Pandanus) wünscht ziemlich schattig, aber hell zu stehen: wenn man ihn alle paar Jahre um diese Zeit verpflanzt, so gebe man ihm ge­räumige Gefäße und grobe Lauberde mit Lehmerde und Sand, doch schone man dabei seine Wurzeln; wir empfehlen als gs- eignetste SortenBeitchii" undutilis". Möchte man nicht versuchen, sich den altmodischen würzigen Duft des Thymian's für die sonnigen Tage des Sommers auf den Balkon zu vev- schaffen? Man kann ihn ja freilich draußen ausheben, aber leicht und besser zieht man ihn sich jetzt aus Samen, der freilich erst wochenlang in der Erde liegen kann, ohne zu keimen: für die Ueberwinterung schützt man ihn durch Zweige oder man nimmt ihn mit den Kästen oder Töpfen in den frostfreien Keller. Tie Zwiebeln der Balloto purpurea, auch fälschlich Amaryllis genannt, bekommen beim Einpflanzen, das jetzt geschieht, kräftige lehmige Lauberde mit Sand: der Zwiebelhals bleibt frei von Erde und die etwa vorhandenen Brutzwiebeln werden abgetrennt und für sich kultiviert, indem man sie ein paar mal in immer nur etwas größere Töpfe verpflanzt: alle Ballota werden immer, so lange die Blätter grün sind, gleichmäßig feucht gehalten, destnegeu muß für guten Wasserabzug Sorge getragen werden; fie sollen sonnig und lustig stehen und bisweilen gedüngt werden. Tie Sämlinge der Alpenveilchen werden so tief eingripslanzt, daß die kleinen Knollen eben mit Erde bedeckt sind! Wenn man das Nidularium '(die merkwürdige Nest- pflanze) verpflanzt, was jetzt geschehen kann, so nimmt man

grobe Lauberde mit Sand und schüttelt den Wurzelballen tüch­tig aus: nachher stellt man sie ins warme Zimmer. Tie Kakteen, welche Knospen zeigen, werden hell gestellt und feuchter als vorher gehalten. Tie Stecklingspflanzen, die man etwa von Fuchsien, Chrysanthemum u. a. machte, werden, wenn die Wurzeln an der Topfwandung sich ausgebreitet haben, was man seicht sehen kann,, wenn man durch sanftes Aufklopfen des uml- gekehrten Töpfchens auf die Tischkante den Ballen vorsichtig herausnimmt, in etwas größere Töpfe verpflanzt, damit das Wachstum nicht stockt.

vermischtes.

kl Löcher in der Luit. Was sind Löcher in der Stiftl Der gewöhnliche Sterbliche weiß davon nichts, aber der Flugzeug­führer kennt sie als seine gefährlichsten Feinde. Biele Flugzeug­unfälle, für die man vergeblich nach einer Erklärung gesucht hat, gehen auf solche »Löcher in der Luft" zurück. Eigentlich mutzte man, wie ein französischer Techniker vorschlägt, »Löcher im Winde" dafür sagen, denn was dem Flieger als plötzliches Verschwinden in der Luft, in der er sich bewegt, erscheint, ist eigentlich nichts als ein plötzliches Äufhören der Abflauen des Windes. T er Widerstand der Lust, durch den die Fluginaschine getragen wird, hängt von dem Verhältnis zwischen derLustgeschwindigkeit und der Eigengefchwindig- keit des Flugzeiiges ab. Fliegt ein Flugzeug in einem gleichmäßigen Winde, der von hinten weht, und läßt der Wind nun plötzlich nach, so steigt das Flugzeug in die Höhe. Nimmt der Wind dagegen plötzlich zu, so glaubt der Flieger, in ein gefährliches »Loch in der Luit" geraten zu sein, denn das Flugzeug senkt sich alsbald. So lange der Flieger in großen Höben schwebt, ist ein solches »Loch in der Lust" nicht allzu bedenklich, denn wenn das Flugzeug sich auch senkt, so kommt es doch bald wieder in eine Schicht, ivo ge­nügend starke Lustbewegung vorhanden ist, um getragen zu werden. Am gefährlichsten aber sindLöcher in der Luft", wenn der Flieger sie in der Nähe des Erdbodens oder gar bei der Landung trifft. Landet er nicht aus freiem Gelände, so kann ihm durch Bamn- gnippen, Häuser oder Hügel plötzlich der Wind abgeschnitlen werden und er ist genau in der Lage wie ein Segelschiff, das aus gutem Winde plötzlichunter Land" gerät, nur mit dem Unterschiede, daß das Schiff schwimmt und das Flugzeug jetzt keinen Halt mehr hat. Tie Folge kann ein Ueberstürzen des Flugzeuges sein, gegen daS der Flieger machtlos ist Vorsichtsmaßregeln, die er dagegen treffen kann, gibt es wenige. Er kann nichtfreies Gelände zur Landung vermeiden und mit verminderter Geschwindigkeit niedergehen, doch so, daß er jederzeit den Motor wieder in Betrieb fetzen kann. ES gibt übrigens in der Lust noch andereLöcher", die noch aus der Windvermehrung oder Windverminderuug erklärt werden, nämlich solche, die aus auf- oder absteigenden Luftströmungen hervorgehen. Ueber trockenem, besonntem Gelände steigt die Lust aufwärts und wirkt also auf das Flugzeug tragend; über Wäldern, Teichen und Seen dagegen sind oft abwärtsgehende Luftströmungen vorhanden, die die Tragkraft des Flugzeuges vermindern. Beim Uebergange aus einer solchen Strömung in eine andere, die unbemerkt erfolgt, kann der Flieger auch wieder scheinbar ein »Loch in der Lust" antreffen, und, wenn er nicht die Gefahr rechtzeitig bemerkt, abslürzen. . ~ c

* Entrüstet. Einbrecher (der ernen Wrrt beiTaufe" des Nordhäusers überrascht):Donnerwetter, der Kerl wäre weich, daß man ihn ins Zuchthaus brächte!"

Viamanträtsel.

In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben a a a a, d, e e e, 1 f, h h, i, k k, n n n, p p, r r r r t derart einzutragen, daß die wagerechten Reihen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Teil eines Wagens.

3. Sächsische Stadt.

4. Einen Edelfisch.

5. Getreideart.

6. Flinkes Tier.

7. Einen Buchstaben.

Die senkrechte und wagerechte Mittel­reihe ergeben das Gleiche.

in nächster Nummer.

Auflösung des Geographischen Berschiebrätsels in voriger NumnreLI Hamburg

Leipzig

Berlin

Budapest

Wien

Detmold

Eisleben

Breslau

Preßburg

Riga;

HU delber

Auflösung

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UmversitStS-Buch» und Steindruck»--!, R. Lang«, Gieße»