176
srs ȊSS
bett Armen am Türpfosten ans — sehen Ste so ®r I?^6 * Säiä.w.'» ^Lws"» ss» « fronte dieser entrüstet. „Der Bizeps tst dte Hmiptmuskel am Obmarm - so eine Art Ämnwade. Scheu. Sie also zu, daß Kie Bttevs kriegen, und dann kämmen Ste wieder.
Mit bangen Zweifeln im Herzen empfahl sich ^.er BrauttM^.
Noch denselben Abend hatte Hammerschmidt etne lange Unter reduna mit seinem Freund, dem Doktor Klehoser.
„Sie werden also einsehen," schloß er setne Mrt^ilung«t>. daß ich ihm meine Tochter nicht so mtr nichts dtr nichts geben kann Ich der Vater — Großvater und Urgroßvater, muß werter denken Der Thorax kommt mir E ganz richt g vor -- e^ kann ia sein daß ich mich irre — aber Vizeps ist gar nicht vor- Händen. Seien Sie also so. freundlich und klopfen Sre ihn gut ab — man kann nicht vorsichtig genug sein. Reich ist er freilich, eure gute Stellung hat er auch - aber was nLht das all^ I Dre Gesundheit ist die Hauptsache. Hab rch da nicht recht i
Klehoser hörte aufmerksam zu, lobte die Erficht und versprüh gewissenhaft über das Resultat seiner Untersuchung Bericht zu ^^Als Herr Steinbrecher am andern Morgm bei Doktor hoser erschien, empfing ihn dessen Tochter Olga sn slegan^r Morgentoilette; der Vater war zusalllg gerade besc^stigt. des. halb leistete sie dem Gaste in liebenswürdigster Werse Gesellschaft. Dann kam Dr. Klehoser. Auch er war dre Liebenswürdigkeit selbst, tat sehr entrüstet über Hammerschmidt und machte kern Hehl daraus, daß er dessen Besorgnisse sür lächerliche Ausgeburten eines verschrobenen Kopses halte, und lud den .iungen Doktor sür den nächsten Abend zu einem kleinen Familienfeste
Am anderen Tage erhielt Hammerschmidt folgenden lakonischen . d „Befürchtungen nur zu gerechtfertigt. Schwindsüchtiger Habitus. Thorax verbildet; sogenannte Hühnerbrust. Brzeps un- sindbar. Anzeichen späterer Glatze. Derzeit zu schwach.
Was nützte alles Jammern der armen, klemen — was half es, daß sie sich die schönen Blauaugen rot weutte. — Der höhere Gesichtspunkt gab hier den Ausschlag. Dem jungen Doktor wurde das Hcms verboten. , .
Sechs Wochen später saß Herr Hammerschmidt mit seiner Familie beim Mittagstisch, da brachte der Briefträger em offenes Kuvert. Eine Verlobungsanzeige. —
Herr Hammerschmidt setzte die Brille auf und las.
„Doktor Johann Klehoser und Frau beehren sich die Verlobung ihrer Tochter„Olga mit Herrn Doctor iuris Steinbrecher erge^enst ^l^ammerschmidt die Verlobungsanzeige aus den Händen, wie seinerzeit dem verflossenen Brautwerber die Hanteln. Dann murmelte er ingrimmig: „Dieser Gauner ! JchEsel.
Seit dieser Zeit schien er Nicht mehr tm Athletenklub. UJt.
Mit dem deutschen Roten Rreuz über die Zelsen- berge von Tripolis.
Mit den Ausdrücken der höchsten Bewunderung berichtet der im türkischen Hauptquartier von Ghurian weilende englische Korrespondent Alan Ostler den Marsch der deutschen Kolonne vom Roten Kreuz durch die wüsten weglosen Feldberge um Ghurian, „Daß die deutschen Aerzte mit ihren Assistenten und ihren Kranken. Wärtern ihre ausgezeichnete Ausrüstung bis zu den Gipfeln dieser Berge hinaufgebracht haben, das ist eine der gewaltigsten und schönsten Leistungen, die ich je erleben konnte. Es wäre der Stoff zu einer Sage — „Wie das Rote Kreuz nach Ghunan kam", ein Heldengedicht, das den Balladensängern vergangener Jahrhunderte Ehre gemacht haben würde, jenen fahrenden Skalden, die uns Eiigländern und Deutschen, die unseren gemeinsamen Vorfahren vor Jahrtausenden von großen Taten der Vorväter sangen und berichteten. Ich mußte unwillkürlich an Hannibals Zug über die Alpen denken und selbst jetzt, wo die Arbett getan ist und ich davon erzählen will, erscheinen mir dre überstandenen Mühen und die besiegten Schwierigkeiten nicht kleiner als die jener Helden der Wissenschaft, die in der Antarktis schwerbeladene Schlitten durch verschneite Wüsten über Eisberge vorwärts treiben. „„„
Als die Deutschen mit ihrer Karawane von 360 schwerbeladenen Kamelen und 14 mit mächtigen Kisten behackten Wagen Azizia erreichten, hielt ich es für vollkommen ausgeschlossen, daß diese Vorräte und Instrumente auch nur bis zu dem ersten Hügel von Ghurian gebracht werden könnten. Sechs Tage später
war das Unmögliche Ereignis geworden, war dSr letzte der schwere« Wagen von Menschen und Tieren über de» letzten unwegsame« Bergpfad emporgeschleppt, ja man möchte sagen, ernporgetragen.^ Von Azizia ab hat Alan Ostler den abenteuerlichen Zug dieser deutschen Karawane begleitet, über steile Fels kuppen,, durch Schluchten, vorbei an gefährlichen Abgründen. „Und rch bm stolz darauf, daß ich Sette au Seite mit diesen deutschen Gelehrten und deutschen Männern in Hemdsärmeln schieben, ziehe« und tragen helfen durfte, bis die ermatteten Muskeln den Dienst! versagten. Die Araber blicken mit scheuer Bewunderung auf diese „Herren", die tiberall selbst Hand anlegten und vor keiner Uw, möglichkett zurückschreckten. „Wullahi", flüsterten sie rühmend/ „das sind die Kinder wahrer Männer."
Am 7. Februar war der Zug von Azizia aufgebrochen, die Maultiere und Pferde der türkischen Artillerie zogen die Wage« über den weichen knirschenden Sand der Wüste. Als dann mit Einbruch der Dunkelheit das Lager aufgeschlagen wurde, ließe« die Männer der türkischen Eskorte ihre seltsamen langgezogenen Weisen ertönen und vom deiitschen Lagerfeuer anttvorteten deutsch« Volkslieder, die Lorelei und schließlich auch die Wacht am Rherm Kaum daß um Mitternacht der erste Schimm«: des. MondA am Horizont heraufstieg: da begann schon tmeber dre Arbeit/ der mühselige erschöpfende Marsch durch dieses wüste, öde Lmld. Noch waren die Wege erträglich. „Nur zwei von diesen 15 deutsche« Männern hatten jemals auf einem Pferde gesessen; alle aber verschmähten den Esel und versuchten sich ohne werteres als Reiter; kleine Zwischerrfälle mit den störrischen arabischen Pferden würzten den Anfang unserer gemeinsamen Reise. Aber dann blieb keine Zeit mehr zu lachender Unterhaltung: letzt kamen die Berge, jetzt wurde es ernst. Mächttge Felsblocke versperrte« den Weg, gefährliche Riss« gähnten, die Pferde mußten rote Stegen klettern, die Wagen buchstäblich über ausgetrocknete Flußlaufe durch Dornen und Büsche getragen werden. Mit Spaten und Hacke wurde Bahn geschafft, mit Hebeln stemmten wir dte Rader Schritt um Schritt wetter. Hier mußten wir Löcher tm Erdreich zugraben, um hinüber zu kommen; dann wurden lang« schwere Seile an den Gefährten befestigt und nebeneinander zogen mtr allen Kräften ihres Körpers Türken und Deutsche, bis dte Haut vom Handballen abgeschürft war und die Glieder schmerzten. Alle Rang- und Klassenunterschiede waren verimscht. Der türkische Offizier und der deutsch« Arzt zerrten neben braune« Arabern und gravitätischen Türken an den Setten, setzten dte Hebebäume an, griffen tn di« Speichen der Wagenräder. Hier rief einer der Deutschen dem türkischen Soldaten etn Scherz, wort zu; der Türke versteht «s natürlich nicht, aber er lächelt würdevoll und dann Hammern sich die Hände schon wieder um die Speichen. So arbeiteten wir uns Schritt um Schritt vorwärts; am Abend war endlich der Fuß der Berge erreicht/ die Stelle, von der zwei wirkliche steile Bergtreppeu nach Ghurtan hinaufführen. Es schien hoffnungslos, die Wagen hier empor zu schleppen. Es schien unmöglich. Aber am nächsten Morgen begannen die Deutschen gelassen das Werk.
Tie Anstrengungen des Tages spotteten einfach reder Beschreibung. Zitternd und erschöpft sanken di« Pferde zu Boden.- Einer der Wagen überschlug sich und wär« nut Mann und Tier in eine 30 Meter tiefe Schlucht gestürzt, wenn nicht et« mächtiger Granitblock zum Glück das fallende Gefährt auf gehalten hätte. Am Abend dieses Tages waren 12 Wagen bis zum Gipfel geschleppt; mit zerbrochenen Rädern, geborstenen Deichseln, tm Grunde nur Trümmer von Wagern Aber bi« Kisten waren gerettet. Und am nächsten Tage wurden die beiden letzten geholt. Als wir endlich oben standen, mit aufgekrempelten Hemdsärmeln, in Schweiß gebadet, keuchend und todmüde, waren wrr froh und stolz. Ich glaube, daß niemand diesen Deutschen diese Leistung nachmacht. Sie haben es vollbracht. Es sind prächtig« Männer, diese Deutschen vom Roten Kreuz."
Kreuirätfel.
In die Felder nebenstehender Figur sind die Buchstaben
a a a a b b cccc d eeee e e h hh h ii 111111 n n nnrrssBSsasttw derart einzutragen, daß die senkrechten und wagerechten Reihen gleichlautend folgendes ergeben:
1. Zugvögel,
2. Italienischer Komponist.
3. Deutsches Land.
Auflösung' in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Sch nee — Weh — See.
Redaktion: K. Neur -> th. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl*fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


