172
kommt.
*
Masern von 1000 Mann 0,62, in Frankreich dagegen 12,31. Bet Scharlach lauten die Zahlen für Frankreich 8,70, für das deutsche Heer 0,68. Für Diphtheritis: Frankreich 1,37, Deutschland 0,64, für Rheumatismus: Frankreich 18,27, Deutschland 7,68, für Ruhr: Frankreich 1,95 und Deutschland 0,12. Mit besonderem Nachdruck aber meist Dr. Binet auf die schlimmen Verwüstungen hin, die die Parotitis, der berüchtigte Ziegenpeter, der Volkskraft Frankreichs zufügt. Bei dem Stillstand der französischen Bevölkerungszunahme gewinnt dieses Leiden eine besondere Bedeutung, „weil fünf von hundert der Kranken dabei die Zeugungskraft einbüßen. Im Jahre 1909 mußte man in der französischen Armee nicht weniger als 11 227 Fälle von Parotitis feststellen; damit scheiden gegen 600 junge Männer von der Fortpflanzung der Rasse entgültig aus. In der Zeit 1903—190? zählte man in der französischen Armee auf je 1000 Soldaten nicht weniger als 18,66 Fälle von Paro- titis, während für die deutsche Armee im gleichen Zeitraum die Zahl 0,83 beträgt. In diesem Zusammenhänge spricht der französische Mediziner von den sanitären Verhältnissen. in Deutschland mit der größten Anerkennung. „Ter Desinfekltonsdienst in Deutschland ist imgleich viel besser organisiert als bei uns. Städte wie Berlin, Köln, Hamburg, Kiel usw. bieten uns hierin em Vorbr d, selbst in den kleinsten Städten fehlen Desinfektionsanstalten nicht, und dadurch erklärt sich auch der ungleich bessere Gesundheitszustand im deutschen Heere. Im Vergleich mit unserer Armee roen noiy iuuä 1 registriert mau im deutschen Heere: zwetinal so wenig Falle von Ja gegen fünf I Diphtheritis, Genickstarre und Influenza, fünfmal o wenig Falle ' ' $ ’ von Scharlach, sechsmal so wenig Typhus, 16mal so wenig Ruhr,
21 mal so wenig Pocken nnb 22 mal so wenig Parotitis wie un französischen Militärdienst. Und dabei," so schließt der französische Mediziner, „will ich gar nicht von der Schwindsucht sprechen, ©U bei unS dreimal so viel Soldaten heimsucht, als in Deutschland,
Der Gesundheitszustand in der französischen und in der deutschen Armee.
„Das Land muß es erfahren, die Nation muß endlich den Gesundheitszustand ihrer Armee ertennen, muß der Tatsache in« Auge sehen, daß Frankreich in pathologischer Beziehung an der Spitze der Nationen marschiert", mit diesen Worten beginnt der Chef der Medizinisch-Statistischen Abteilung der französischen Armee, Dr Binet-Sangle, einen Alarmruf, den er im Journal veröffentlicht und der in der Erkenntnis'gipfelt, daß es so wie bisher in der französischen Armee nicht weiter gehen könne. Auf Grund emeS umfangreichen amtlichen Zahlenmaterials vergleicht Dr. Brnet den Gesundheitszustand der französischen Truppen nut dem der deutschen, italienischen, österreichischen, englischen und russischen Truppen und kommt zii dein Ergebnis, daß auf allen Gebieten Frankreich a m schlechtesten abschneidet. Der französische Militärarzt weist mit besonderem Nachdruck auf die unvergleichlich viel besseren Verhältnisse in der deutschen Armee hin und die Gegenüberstellung der entspreche>rden Zahleii gibt in der Tat sür Frankreich ein geradezu trostloses Bild. .
Die Krankheitszahl erreichte in den Jahren 1903—1907 auf je 1000 Soldaten folgende Ziffern. Im deutschen Heere erkrankten an
Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindrrickerei, R. Lang»,
Du weißt wohl nicht, Was das Men soll, „das Schicksal nimmt seinen Lauf ?" Mama hat es mrr erklärt. Der SchmÄl zug nimmt einen mit, bu fliegst auf ; tw«« wan raiff g , Freund, da kommt man weit. - Uebrigens seitdem man mrr drohte, mich Hinauszuwersen, dachte, ich schon daran, zu -Vielte zu gehen, aber ich weiß nicht, wo sie wohn. _ . einmal
tSnrp rnnf vielleicht komme ich hier nach langer Zett etntmu »nriita Jch'werd groß sein, einen Bart haben und einen alten ^ut tragen Keiner ^rd mich wiederevketmen Von wertem werde K versuchen, Mama zu sehen, und vielleicht werde ich vutcher haben'. Dann mußt du mrr versprechep- es tme Ms re »u mackien. Du sagst zu Mama: „Ich will nur den «troicy lieber weaiagen, er verstopft das Schloß mit Kieselsteinen - Du Lmst zu mir heran - und heimlich steckst du mrr ern Stuck ®“sÄ“ä«ÄÄ ei« MW- W. meta Mn«l im Korridor. Adieu. Behalte sie nicht aus dem Kopse, wenn lemrnd
Rätsel.
Das Erste kommt so leis und sachr In leuchtendem Geflimmer, Bedeckt in blendend reiner Pracht Die Welt mit Hellem Schimmer.
Von den Kindern wird es mit Jubel begrüßt, Weil seinem Kommen inanch' Freude entsprießt.
Wo das Zweite erscheint, Bitt're Tränen man weint, Tein Herzen wird's schwer und beklommen. Noch Keinen ich fand, Dem es nicht wär bekannt, Glück da, wo es nie hingekommen.
Von dem Zweiten die Dritte Wohl viel verbirgt
In ihrer Tiefe Grund,
Tenn ach, wie manchen hat sie erwürgt, Ihm verschlossen sür immer den Mund. Manch banger Seufzer zum Himmel wohl drang Von den Lippen der Aermsten, die int Tod sie bezwang.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer- Auswendig lernen sei, mein Sohn, dir eine Pflrcht; Verfäume nur dabei Jnwendiglernen nicht.
Auswendig ist gelernt, was dir vom Munde streßt, Inwendig, was im Sinn lebendig stch erschließt. Rückert
' Herr Mirvallon: „Also wir wollen ihm nichts sagen?
Frau Mirvallon: „Das macht um so größeren Ern- vruck aus ihn . . Seit einem Augenblick sehe rch die Dinge anders Man sollte von einem Kind nur verlangen, daß es da ist und sich wohl befindet ... ich ertrage es nicht langer . . „
üh muß ihn selber suchen gehen." (Voller Angst steht sre auf.) I tigen. * Herr Mirvallon (ist auch aufgestanden): Du brauchst | JW dich nicht mehr zu beunruhigen. Wir werden gleich wissen, welchen Streich er begangen hat, da kommt der Feldhüter zu unS., Ich habe mir gleich gedacht, daß es sich nm eine .Mauserei handelt.
Frau Mirvallon: „Das schadet mchts .. Dn verleihst ihm, nicht wahr, Papa, wir verzechen ,. . .
5 Herr Mirvallon (macht einige Schritte nach der Treppe M und kehrt leichenblaß zu seiner Frau zuruck)- - - Ar ich . mein Liebling . . . ich verstehe mchts mehr... Der Bahnhofsvorsteher kommt auch. . ."
Es ist sechs Uhr. Frau MirvaNon kommt nach pause
„Nun mein Jungchen, weshalb sitzt du denn hier aus der Stufe. Du mußt nach Hause gehen. Einen Karton hast du her, gebracht? Schön, hier hastdu deine zehn Eentimes, Adieu.^
Die Uhr ist dreiviertel sieben. Herr und Frau Mirvallon sitzen am gedeckten Tisch im Eßzimmer sre haben noch nicht anaefangen zu essen. Herr Mirvallon. „Ja gegen fünf Ubr war er da Ich weiß nicht, was er tat, ich bm gleich wieder sortgkgangen Gräßlicher Bengel! Du glaubst, daß er keine Strafe verdient? Er wird diesmal tüchtige Prügel bekommen. Wir sind noch nicht streng genug Nun Marte? Marte „Er ist nirgends gesehen worden, Herr Mirvallon. Sicher ist er Mts den Wagen des Milchmanns geklettert, der nach dem Schloß fährt Das ist Gallois Manier, die Jungen mitzunehmen, . es hat schon manche Unannehmlichkeit darum gegeben. I VevMtschte».
Herr Mirvallon: „Wir wollen essen Er bekdmmt > y. $a8 dickste Ehepaar der Welt sind unftreihg trockenes Brot." Durch die nach der Treppe geöffnete Balkontür I @Qmue( g^eslep Drew au8 Dover (Amerika) und feine Frau, des Eßzimmers kann man den Garwn und einen ziemlich großen l beren OTäbrf)entmmc in der vorliegenden Meldung verschwiegen Teil der Landstraße sehen. Dl« Eltern blicken leden Moment | roir!). g.r das hochanständige Gewicht von 457 Pfund; feine nach der Gartentür. I bessere Hälfte ist um vieles leichter, sie erfreut sich „nur" einer
Herr Mirvallon: „Nun?" ! Schwere von 278 Pfund. Wohl feiten hat eine Hochzeitsreise unter
Frau Mirvallon: „Nichts Wenn^ich «tme, kieht sich 1 Eigenartigeren Umständen stattgesimden wie die, welche das dicke mir alles zusammen, ich habe das G^uhl, als ob mrr das Herz 1 ^cpaar machte, als es den Bund fürs Leben schloß. @m be- herausgerissen wird, wie pfeift dm Wind! sonders starker Wagen war gebaut worden und das hochherrsckwf -
Herr Mirvallon: „Wind, nein, das ist der Schnellzug | Gespann, das die beiden Gewichtigen durch einen großen Teil sieben Uhr zwanzig." . I Amerikas fuhr, bestand ans zwei Ochsen.
Frau Mirvall on: „Nein, ich kann nichtenen. Hör I „ er . f qn ..$ er f>umor. Die „Boston Post" bringt mal, ich bin dm Ansicht, daß Nicht^swaft wmden sollt^^. hübsche Proben amerikanischen Humors. „Um Gotteswillen",
Wir haben auch Nicht immer recht. Wenn er letzt käme, müßte emigemi „ich habe zuhause mein Portemonnaie
öh ihm einen Kuß geben. . I „„term Kovfkiffen liegen lassen." „Nun, das schadet doch nichts,
9mn uuhts sagen? 1 unterm K°PM!!ni^.egen^wi^ ,r , ^q§ jQ. fie
es meiner Frau geben." - „Mrs. Erz.: „Es ist nicht richtig, daß du aufs Gradewohl Willie beschuldigst, das Geld aus Deiner Tasche genommen zu haben. Ebenso gut könntest du auch mich verdach- ■ ' „Nein," erklärt Mr. Erz., „unmöglich, es ist ja nicht alles
weqgenominen." — „Nein, Jonny, wie kannst Du nur mit so schmutzigen Händen zur Stunde kommen", sagt der Lehrer entrüstet, was würdest du sagen, wenn ich nun auch jo schmutzig zur örtiule kommen wollte?" „Kein Wort würde ich sagen," entgegnet der wohlerzogene Johny, „die Höflichkeit würde eS mir verbieten, darüber zu sprechen."


