Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'ichen Universitäts-Buch- und Steindruckcrei, R. Lange, Gteßen-
Magisches Dreieck.
In die Felder 'nebenstehender Figur sind die Buchstaben e e e, i i i i, k, mm, r r, s s s derart einzutragen, daß die einander entsprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend solgendes bedeuten:
1. Einen Wirtschaitsgegenstand.
2. Aegyptische Gottheit.
3. Berg in Ungarn.
4. Fürwort.
5. Einen Buchstaben.
(Auflösung in der nächsten Nummer.)'
Auflösung der Dechiffrier-Ausgabe in voriger Nummer: liebe Wohltat an dein Bösen Und du schreibst es auf das Wasser, Uebe Wohltat an dem Guten Und du gräbst es lies in Marmor.
daß manche Frauen glauben, der Fisch lebe noch, und.wegen dieser vermeintlichen Langlebigkeit überhaupt feine Aale w 1W Küche bringen lassen. Man kann aber diesen reflektorischen Zuaum gen sofort ein Ende machen, wenn man dem Aal gleich nad) der Tötung eine lange Nadel, am besten eine Stricknadel der Lange nach in das Rückgrat stößt. Zum Töten und SUiSfd)t achten Fische gibt es jetzt übrigens einen besonders eingerichteten Schlachttisch, der schon vielfach in Gasthöfen und größerm Haushaltungen eingeführt worden ist. Bekanntlich macht das Festhalten der lebenden Fische große Mühe, und daher ist dieser Luch mit einer aus zwei beweglichen Klemmbacken bestehenden Haltevorrichtung versehen, die jeden dazwischengelegten Fisch in solch zuverlässiger Weise festhält, daß Töten und Zubereiten des Fisches ohne Muhe und Anstrengung erfolgen können.
Viel gefehlt wird ferner durch falsches Verfahren beim Töten der Schal- und Krustentiere: der Muscheln, Hummern und Krebse Wenn Krebse oder Muscheln in kleiner Anzahl in kochendes Wasser geworfen werden, so daß sie sofort alle davon bedecrt sind, dann werden sie alle augenblicklich getötet und haben keinerlei Qualent auszustehen. Wenn den armen Krustenträgern aber vorher der Darm ausgezogen wird, wie es früher oft geschah, dann werden allerdings dem Tiere große Schmerzen bereitet. HierIm ubmgens noch auf etwas weniger Bekanntes hingewlesen Wenn ilrwfe längere Zeit beim Transport außerhalb des Wassers gewesen sind, dann ist es eine Grausamkeit, die Tiere wieder ins Master zu Hetzen, wie es leider nicht selten geschieht m der Meinung, ihnen eine Wohltat zu erweisen. Durch den Aufenthalt in der Lust ist nämlich häufig die Oberfläche der Kiemen, mit denen die Tiere atmen, etwas eingetrocknet und, wenn sie spater wieder ms Wasser gesetzt werden, nicht mehr imstande, den Sauerstoff aus dem Wasser aufzunehmen, die Tiere müssen dann alw in ihrem eigentlichen Element ersticken. t „ ,, ,, _ , r. ,
Wenn die Tötung eines Tieres möglichst schnell vor |id) geht, dann ist sie auch möglichst schmerzlos, und dieser humane Grundsatz sollte überall immer mehr zur Geltung.kommen Nicht nur in den Fachschulen der Köche und Köchinnen fall die humane Behandlung gezeigt und gelehrt sonderndie Verbreitung die er Grundsätze soll auch nach Möglichkeit in den Lehrplan der HauS Haltungsschulen und Pensionate aufgenommen werden, aus denen o viele Hausfrauen hervorgehen.
Marie Seebad) als — Echo.
Ter Freiherr Burghard von Er a mm, lEahrrgm Vertreter Braunschweigs bemr Bnichesrate,istasttfngew und fein sinniger Freund des Theaters, das er «ls Jntendan der Hofvuyne L., hrrrTtiMi feinten zu lernen Gelegenheit harre, woyi
ZneAnE Heil e« r Erin n e r UN g e n" mit, die von ebenso viel seiner Beobachtung wie liebenswürdigem Hiimor zeugem
Eines der reizendsten Stücke der Sammlung behandelt die aroste Künstlerin Marie Seebach als — Echo! Marie Seebach hatte sich1 Ende der siebziger Jahre warmherzig dazu bereit erklärt, einen jinigen Künstler dadurch M Unterstützen, daß sie seinen Konzerten durch ihre Mitwirkung eine große Anziehungskraft sickerte So machte sie denn eine Rundreift, burch die thurmgi- scken Höfe und kam auch nach Gera, wo der Fürst nist» die Fürstin, die Fürstiiimutter und die Prinzessin samt dem D^Mcke dem Konzerte beiwohnten. Ter Saal war dicht gefüllt, dm> chiibtimm barrte mit größter Erwartung der Glocke von Schiller und ~eä Erlkönigs von Goethe, deren Vortrag bie Seebach ^^üekundigt hatte. Unter lautloser Stille begann sie Mit ihrem kvünd^ollen alockenreiuen Organe: „Festgemauert in der Erden — da ertönte ®ltVber ersten Reihe mit einer hellen scharfen Stimme gesprochen: ^Steht die Form aus Lehm gebrannt." „Steht die Form aus Kehrn gebrannt", wiederholt Marie Seebach, erschrocken, aber doch gefaßt und fährt fort: „Heute muß die Glocke werden Gesellen, seid zur Hand", klingt es wieder mit der gleiaien scharfen Stimme. Marie Seebach erbleicht, aber bewahrt ihre Muhe, während die Tarnen im Saale sich die Facher, die Herren die Hüte Vorhalten, um Lächeln und Lachen zu verbergen. Und so geht es das ganze lange Gedicht weiter.
Ter lebhafte Beifall am Schluß kann die Miistleriu Nicht darüber täuschen, daß, zum ersten Male in ihrem Leben der Vortrag des herrlichen Schillerschen Gedichtes eindruckslvs geblieben.' Was ivar geschehen?.. Tew Hofmarschal lag esob, der Künstlerin die peinliche Storung.zu erklären Tie Furstin- miitier nämlich war etwas^ schwerhörig und hatte Ahnung davoil, daß ihre Worte im L-aale zu verstehen seien. Als begeisterte Verehrerin von Schiller konnte sie nun die Glocke auswendig und in ihrer Begeisterung hatte sie die herrlichen Verse — tote fre glaubte: vor sich hin — mitgesprochen. Ja, was war da zu tun» Tie fürstliche Dame auf die Störung mifmerham zu machen, ging nicht an. Aber den Erlkönig wurde die Fürstinmutter wohl doch nicht ausweiidig können, und so dürfe inan dem zweiten Teile ihres Programms beruhigt entgegen,ehen Nun kommt die Reihe wieder an Marie Seebach. Mit einigem Zagen beginnt sw: „Wer reitet so spät durch Nacht und Wmd?" - Aber o Schrecken, Wieberum tönt es von itnten zu ihr herauf: „Es ist der Vattr mit seinem Kind". Ergeben in ihr Schicksal, deklamiert die Künstlerin weiter, nur ein Stoßgebet steigt zum Himmel auf, daß doch der Schlußeffekt ihr nicht zerstört werde. Aber, kaum hat sie die Worte gesprochen: „Erreicht den Hof mit Muh und Mt" — als auch wiederum es von unten -ertönt: „In seinen Armen das Kind toar tot''. „In seinen Armen das Kind war tot", schließt nun auch Marie Seebach, selbst mehr tot als lebendig.
Ter wiederholte, rauschende Beisall, prachtvolle Blumensträuße können sie nicht täuschen über das Fiasko, welches sie der Begelste- xung einer Verehrerin verdankte. K-f.
Tierschutz in der Unche.
In älteren Kochbüchern finden wir noch zahlreiche grausame Unweisungen zum Töten der Tiere, die selbstverständlich nicht aus Qm, an diesen Grausamkeiten gegeben sind, sondern aus Unkenntnis und vor allen Dingen wohl aus Gleichgültigkeit. In neuerer Zeit ist ja mit dem Fortschritt der Humaiiitätsbestrebungen mit diesen grausamen Gebräuchen ziemlich aufgeräumt worden; trotzdem werden einige immer noch befolgt. So soll es z. B. heute noch vorkommen, daß zu gewissen Zwecken der Hummer lebend in Scheiben geschnitten wird, ein Tun, das nicht scharf genug verurteilt werden kann. Viele Hausfrauen begehen aber auch unbewußt Grausamkeiten, tueit sie es nicht verstehen, die Tötung in der richtigen Weise vorzunehmen, und aus eben diesem Grunde vermeiden andere Frauen Gerichte, die sie ober ihre Angestellten zum Töten eines Tieres zwingen. Die meiste Sorge machen m dieser Beziehung der Hausfrau die lebend gekauften Fische; in mancher Küche wird die Tötung eines Hechtes ober gar eines zählebigen Aales fast als eine heroische Tat betrachtet und es werden vielfach die unglaublichsten Methoden angewandt, um dem armen Fisch den Garaus zu machen. Und bie Sache ist doch so einfach, denn jedes Tier, so auch jeder Fisch ist unverzüglich tot, wenn man ihm mit einem scharfen, kräftigen Schnitt den Kopf abtrennt ober wenigstens das Rückgrat vollständig burch- schneidet. Die Bewegungen, die bann der Fischkörper noch iimcht, sind lediglich Reflexbewegungen, die selbstverständlich keinerlei Empfindung in dem getöteten Tier Mehr auslösen. Beim Aal find die Reflexbewegungen allerdings ziemlich hestig und andauernd, so
Vermischter.
* London als Mnfikstadt. Das Musikverständnis Londons ist in alter und neuester Zeit vielfach angeziveiselt worden, aber mag man über diese tiefere Be ähiguug zur Musik denken wie man ivist, jedenfalls verfügt die britische Hauptstadt über em gewaltiges Heer von Berufsmusikern, wie eine soeben veröffentlichte Statistik beweist. Danach gibt es in London nicht weniger als 1700 Solosänger von Beruf, nutet denen merkwürdigerweise die Sopranistinnen am zahlreichsten sind. Während 638 Sängerinnen Sopranstimmen haben, sind die Altistinnen viel weniger zahlreich; die Klage über den Mangel an Tenören wirb als uiizutreffend erscheinen, wenn man hört, daß es 255 in London gibt und nur etwa ein Dutzend mehr Baritons. Die Schar der Mnsiklehrer, die die Londoner in den verschiedensten Jnstriiinenten unterridjten, erreicht die stattliche Menge von 6731. NierhunderttDirigenten leiten die Riesenschar der Orchestermitglieder: über 1000 Solo- violonisten wollen mit ihrem Spiel von Berufs wegen entzücken, und es gibt sogar 153 Soloflötisten von Beruf. Die Zahl der Musikgesellschasten und Chorvereinignngen in London beläuft sich aus 73. ,;
* Bauer (zum Pferdehändler): „Nein, ich trage es Ihnen nicht nach. Ich hoffe nur, baß, wenn Sie mal von einem Rubel hungriger Wölfe verfolgt werden sollten. Sie dann das Pferch bas Sie mir verkauft haben, vor Ihrem Wagen haben."


