Ausgabe 
14.3.1912
 
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legt jai noch." üchtern.

Fünfundzwanzig", antwortete )te. ,

Ich bin dreißig", sagte er und dann fragte er scherzend: !,,Sehe ich nicht aus wie ein alter Mann?" t i . i

Aber nein", meinte sie lächelnd, 1

Stets saß sie an seiner Seite.

; Sie plauderten von allen möglichen Drngen. ,

Einmal fragte er sie:Möchten Sie rncht auch mit hmaus- Dommen in die Welt, Schwester Marie?" ,

Schlicht und einfach entgegnete sre:Ich habe niemand da draußen in der Welt. Ich bin ganz verwaist. Und darum würde ich mich wohl auch nirgends so heimisch fahlen können als hier, wo man meiner stets bedarf. Und wenn man die Schmerzen her anderen Menschen lindern hilft, dann schafft man, sich damit am besten den Balsam für die eigenen Wunden."

-Er nickte nur und schwieg.

Nach zehn Tagen sagte der Arzt zu ihnt, daß er, falls kein Rückfall käme, in vier bis fünf Tagen als geheilt entlassen werden könne^.

W trat kein Rückfall ein, und so konnte er die Klinik verlassen.

Als er von der Wärterin Abschied nahm, fragte er:Darf ich wiederkommen, Sie besuchen, Schwester Marie?"

Sie nickte errötend und gab ihm die Hand, die er wieder und immer wieder küßte. Und als er ging, sah er, daß in ihren Augen die Tränen leuchteten. Ein Hoffnungsstrahl flammte auf in seiner Seele.

Er kam bald wieder, seine treue Pflegerin zu besuchen. Er hatte nur zu bald gemerkt, daß er das brave Mädchen liebte.

Und als er zum drittenmale wiedetkam, da konnte er es nicht länger unterdrücken, er nahm sie an seine Brust und sagte «8 ihr Unter heißen Küssen, daß sie sein Weih werden müsse.

Sie ward sein Weib. i

Es wurde eine ruhige, glückliche Ehe.

Er voll Zartheit und Aufmerksamkeit. Sie voll stiller Liebe. Sie verehrte ihn, weil sie sah, daß alle Welt ihn hochschätzte und mit Anerkennung überhäufte. Und sie liebte ihn, weil er der erste Mann war, der ihr mit so viel Zartheit entgegengekmnmen war und der ihr ein stilles schönes Gliick geschaffen hatte.

So lebten sie beide dahin, zufrieden, wunschlos, glücklich.

Ende September kam die Sängerin wieder in die Stadt. Sie absolvierte ein Gastspiel am Stadttheater.

Als der Kapellmeister sie bei den Proben zum erstenmal wieder- sah, fühlte er sich unruhiger ajls sonst, kaum daß er die Kraft fand, ruhig und sicher zu dirigieren.

Paula war nun eine blühende Schönheit geworden. SiegeWe- Wußt trat sie auf. Sie war ja gewohnt, daß alle Welt ihr huldigend zu Füßen lag. Aber nicht nur schön, auch eine große Künstlerin war sie geworden, die durch ihren Gesang und ihr Spiel wirklich alle Welt bezaubern konnte.

Nach Schluß der Probe begrüßte sie den Kapellmeister. Sie sprachen über alles Mögliche, wie zwei alte Freunde. Die Ver­gangenheit erwähnte sie mit keinem Wort. Einmal nur traf in ihr fragender Blick, der alles von ehedem wieder aufleben machte.

Als sie dann fort war, sah er ihr lange sinnend nach, und da war es ihm, als ob ein verträumter Klang in seiner Seele ertönte, als ob ein schöner seliger Traum von neuem vor seinen trunkenen Augen erstünde, als ob noch einmal der ganze Glanz seiner Jugend ihn umschwebe.

So ging er in den Park und setzte sich auf eine Bank, i Und so saß er lange und sann unb sann, und endlich preßte er die Hände ans Gesicht und meinte bitterlich. . .

In diesen Tagen war er daheim stiller und zurückhaltender als sonst, am liebsten saß er allein in seinem .Arbeitszimmer und studierte Tag und Nacht.

Und die junge Frau ließ ihn gewähren. Mit keiner Frage belästigte sie ihn. Sie kannte ja sein Vorleben und ahnte nun, was in seiner Seele vorging. Mit stiller Liebe und echt frauen- haster Duldung vermied sie alles, was ihn stören könnte, und wachte im Geheimen über ihn.

Acht Tage später reiste die Sängerin dann wieder ab.

Und dann kehrte er wieder zurück in die Arme seiner jungen! Frau, die ihn liebkosend an sich drückte, bis er alles vergaß, was xhdem geschehen war, bis er wieder ganz ihr gehörte.

Und ebenso leise antwortete sie:Mer Sie Werdern Wieder gesund, Herr Weber, und jung sind Sre ia auch Wie alt sind Sie, Schwester Maries fragte er fast sch

Vermischtes.

* W e r sich in 11 der heimischen Flora vertraut machen will, ohne streng wissenschaftliche Studien zu machen und einen Führer durch die Pflanzenwelt wünscht, der ohne Um­ständlichkeiten, ohne viel Nachschlagen und Suchen das Ausfinden der Pflanzenbilder ermöglicht selbst unterwegs auf dem Gang durch Wald und Flur der findet in dem neuen, soeben in zweiter Auflage erschienenen Taschen-Atlas der Frühlingsblumen von H. Schuhmacher (40 Tafeln und Beschreibung. Verlag von Otto Maier in Ravensburgs ein prächtiges Hilfsmittel- Auf eine verblüffend einfache und überraschend praktische Weise ist hier die Lösung der Frage gelungen, rote man in einem Atlas von vielen

Hunderten von Bildern das gesuchte Pflanzenbild schnell finden kann: Die Tafeln des Atlasses sind in praklischer Weise nach den Farben der Blüten angeordnet und so kommt es, daß man mit einem kurzen Griff die leporelloartig aneinander gehängten Tafeln mit den Pflanzen der gesuchten Farbe vor Augen bringen kann und im Nu ist das gesuchte Pflanzenbild gefunden. Wer das müh­same und zeitraubende Aussuchen von Pflanzenbildern in den Folianten der Pflanzen-Atlasse kennt, wird sich über diese Erleichte­rung freuen. Diese Anordnung ist gesetzlich geschützt. Die Aus­führung der Bilder ist kunstvoll und sehr naturgetreu und der be­schreibende Text in einer übersichtlichen kurzen Fassung wissen­schaftlich korrekt.

"Mit derMeute auf derLLwenjagd. Der abenteuer­liche Versuch, bet der Jagd auf Löwen die Hille einer Meute von Hunden in Anspruch zu nehmen, ist bisher ivohl kaum einem er­fahrenen Löwenjäger gekommen; der Waidmann, der in seinem Hunde einen treuen Gehilfen und Freund sieht, würde wahrschein­lich nur ungern seinen vierbeinigen Jagdgenossen dem Schicksal ausfetzen, unter den Pranken des Königs der Raubtiere ein blutiges Ende zu finden. Aber diese Befürchtung ist in der Praxis wider­legt: der amerikanische Millionär und Sportsmann Paul Raine t), der jetzt von einer Löwenjagd in Afrika zurückgekehrt ist, hat seine ungewöhnlichen roaidmäninschen Erfolge im diinklen Erdteil haupt­sächlich seiner prächtigen Bleute von dreißig Sunden zu verdanken, die er von feinem Gute in Mississippi nach Afrika mitnahm. Es zeigte sich bald, daß auch auf der Jagd nach Löwen der Hund dem Jäger ausgezeichnete Dienste leistet. In kurzer Zeit, so berichtet eine amerikanische Zeitschrift, halte Rainey seine dreißig Hunde daran gewöhnt, die Fährte des Löwen aulzunehmen und das Raub­tier zu stellen. Der Jagdbestand in Britisch-Ostasrika ist bekannt­lich sehr groß, aber der Löwe weicht den Jägern aus, tind nicht immer gelingt es, das ausgespürte Raubtier vor die Büchse zu bringen. Es zeigte sich nun, daß die Hunde nicht nur in der Auf­findung des Löwen ivertvolle Hilfe leisten: der aufgescheuchte König der Tiere kroch vor der Meute fast immer in eine Deckung und wurde hier von den Hunden so lange in Schach gehalten, bis der Jäger herangekommen und schußbereit war. Dabei greifen die Hunde den Löiven nicht an, sie halten sich in respektvoller (Ent­fernung, unb dadurch erklärt es sich auch, daß Rainey bei feinen Jagden nur den Verlust eines einzigen Hundes unter dreißig zu beklagen hatte. Der Hund war dem Löwen zu nahe gekommen, hatte einen leichten Tatzenfchlag erhalten, die Wunde war an sich unbebeutenb, aber es zeigte sich, daß die Kralle des Löwen durch die Berührung mit einer verwesten Tierleiche infiziert war: der Hund starb an $lutoergiftimg. Rainey, der bei feiner Jagdfahrt in Ostafrika nur von einem Freunde, Dr. A. V. Johnson, begleitet war, hat während der einen Jagdzeit 74 Löiven zur Strecke ge­bracht. Sein besonderer Glückstag war der 25. Mai; an diesem Tage machten die Hunde eine ganze Reihe sich kreuzender Fährten aus, stellten die Tiere, und fo gelang es Rainey nach seiner An­gabe, in kaum einer Stunde neun Löiven zu erlegen. Der ameri­kanische Jäger hat in Ostafrika dieselben Gebiete durchstreif, wie Roosevelt bei feiner Jagdfahrt. Seine Mente hat er in Nairobi zurückgelaffen, weil er in diesem Frühjahr wieder zur Jagd nach Ostafrika fährt. Dann aber will er die Hunde mit nach Indien nehmen und den Versuch machen, die Bleute auch bei der Tiger­jagd zu benutzen, wovon er sich große Erfolge erhofft.Ohne meine Hunde hätte ich in Afrika kaum ein Dutzend Löwen erlegt. Dutzende von Jägern durchstreifen jene Gegenden, ohne aus einen Löwen zu stoßen- Aber mit guten Hunden bekommt man auch heute noch so viel Raubtiere vor die Büchse, als man nur schießen kamt. Und dabei ist es leicht, die Mente zur Löivenjagd abzurichten, und ihre Pflege bereitet wenig Mühe."

Nönigspromenade.

Man darf die einzelnen Wörter und Silben nur in der Weise miteinander verbinden, daß man wie der König auf dem Schach; breit stets von einem Feld aus auf ein benachbartes übergeh

Auflösung in nächster Nummer.

sich

big

lernen

sohn

mein

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lebend

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wendig

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ver

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Reichstagswahlrecht.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R, Lang«, (Sieben.