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Di« btt Holze Md vor olttirt ttt Set Rinde der Stämme undWveige reichlich vorhandenen Harzkanäle und bejoitbere Harzdrüseu^ubcr- rieselten die entstandenen Wunden rmt rh-rem klebrigen Inhalt und schlossen Tic so luftdicht gegen dre schaÄrchen Einflüsseder Nasse und sonst leicht sich dort ansetzenden Pike und Flechten ab, so dast eine baldige ungestörte Heilung der Wunde eintreten konnte. Im wesentlichen waren sowohl die Harzorgane wie der Verlauf der Harnausscheidungen ganz ähnlich wie bet den^heutigen Nadelhölzern. Nur war infolge der größeren Beschädigungen die gesamte aebildete Harzmenge in den Bernsteinwaldern cme größere Uls i/ einem gleichgroßen kiiltivierten heutigen Fichtenbestand. Ungewöhnlich großen Harnausscheidungen ber einzelnen Baumen, bie zur Bildung von Bernsteinstücken bis KU 9 Kg. führten, lassen sich mich bei unseren Fichten Gegenstücke gegenuberstellen. Zu größeren geschichteten Stücken, den sogenannten Schlauben, fcnt es vor allein, wenn der Harzfluß .sich öfter an derselben Stelle Nnederholte. Ferner bildeten sich laicht größere Zapfen dadurch, daß das dünnflüssige Harz von Zweig zu Zweig tropfte und sich mit der Zeit durch Ueberlagerung immer neuer Schichten immer mehr verdickte. Auf der klebrigen Masse singen sich leicht darüberkriechende oder vorbeifliegende Insekten, deren Larven und Spinnen. Die wehrlosen Opfer wurden meist noch lebend von den nachtropfenden Massen überdeckt und ttt der Stellung ihres Todeskampses eingeschlossen. Beim Verwesen der abgestorbenen Pflanzen zersetzten sich die übrigen Pflanzenbestandteile schnell und ließen das weniger verwesliche Harz zuruck. Brachen Meeresslnten oder sonstige in der Nahe befindliche Geivafler m das Land ein, so itmrbnt neben den Resten abgestorbener Pflanzen Und dem schon angereicherten Harzmaterial oft ganze .Walder von der Strömung entwurzelt und fortgeschwemtnt.
In denr Wasser ging die Verwesung der übrigen organischen Substanz natürlich weit schneller vor sich. An ruhigen stellen lagerten die Wellen die übrigbleibenden Harzstücke m größeren Mengen ab imb vergruben sie unter den darübergeschwemmten Saud- und Schuttmassen. So etttstand die „Blaue Erdes des Samlandes, die neben .Holzstücken und Resten von Meerestieren, wie Muscheln und Haifischen, den Bernstein in großen Mengen enthält. Außer auf der Hauptfundstclle int Samland tn Ostpreußen erstrecken sich derartige Schichten mit Bernstein über ganz Nord- dcutschland, Polen, die russischen Ostseeprovinzen, Finnland, Schiveden, Dänemark, England und Hollattd. Gerät die „Blaue Erde" in jüngerer Zeit wieder unter den Meeresspiegel, tote dieses z. B. in der Ostsee der Fall ist, wo sie auf weite Strecken die Küste nnb den Meeresgrund bildet, so löst der Wellenschlag den Bernstein wieder los und wirft ihn an das Land zurück. Hierbei spielt besonders der Umstand eine wichtige Rolle, dag der Bernstein fast dasselbe spezifische Gewicht wie das Meerwasser besitzt. Man begnügt sich aber nicht damit, das besonders nach Stürmen in größeren Mettgen an den Strand geworfene Material aufzusuchen, sondern pflegt es auch mit Steckhaken oder durch Bagger direkt vom Meeresgrund heraufzuholen. Stellenweise gewinnt man Bernstein auch auf bergmännischem Wege mittels in der Mauert Erde des festen Landes heruntergebrachter Schächte.
vom Reisegepäck in alter Zeit.
Der moderne Sommerreisende, der in dem mächtiges Bauche eines Rieseitkoffers mühelos eine Unmenge von Kleidungsstücken und Gebrauchsgegenstättden unterbringt, vergißt leicht, daß nur eine Jahrhundert lange Entwicklung des Reifewefens das Gepäck zu der Bequemlichkeit unserer Tage führen konnte.
Die Reisenden vergangener Jahrhttnderte mttßten die Fahrt tn die Ferne buchstäblich mit Kisten und Kasteit mitteten und aus Raumgründen auf manchen Gegenstand verzichten, den wir, heute bei der Fahrt in die Sommerfrische nicht mehr entbehren möchten. Einen zeitgemäßen Ueberblick über den Entwicklungsgang des Gepäck- wesens gibt ein interessantes Werk, das Louis Buitten in Paris veröffentlicht hat: e8 führt uns zurück bis in jene barbarischen Zeiten, da der -Reisende" auf seinen Streiizügen sein „Gepäck" noch in eine Tierhaut gehüllt und mit Bast verschnürt auf seinem Rücken durch die Wälder trug. Aber schon den Phöniziern, dem Reisevolk des Altertums, waren Koffer und Reisekisten wohl bekannt, während die Griechen erst zu Zeiten der persischen Invasion besondere Gerätschaften entwickeln. Man verfertigte schwere Kästen aus massivem Holz, die in späterer Zeit noch mit Bronzeplatten und eisernen Beschlägen verstärkt und mit kunstvollen Riegeln und Schlössern verschlossen wurden. Die Schlösser gehen auf dicAeit des Perikles zurück. Aber freilich waren diese Kästen ursprünglich nicht zur Reise bestimmt und versahen im Hause den Dienst von Truhen oder Schränken, die dann den Besitzer aus keinen Fahrten als „Gepäck" begleiteten. Die praktische Anpassungsfähigkeit der Römer läßt, sie dann diese von den Phöniziern und Griechen vorgebildeten Reisekisten übernehmen und vervollkommnen, und sie bereichern das Arsenal der Gepäckstücke um den „Safe", der eine römische Erfindung ist und zuerst als eine Art mit Eisenplatten beschlagener Holzkoffer austaucht. Aber schon zu Neros Zeiten ist mit dem Llixus der Reisegefährte auch der Luxus der Neisekasten hoch entwickelt, reiche Leute schmücken ihre „Koffer" sogar mit Edelsteinen und
kostbaren Goldbeschlägen oder Elfenbeinschnitzereien. Den Sklaven fiel dann die ivenig beneidenswerte Ausgabe zu, diese kostbaren und empfindlichen Reisekästen von Stadt zu Stadt zu schleppen.
In Mitteleuropa taucht der Reisekofser erst zur Zeit Karls des Großen aui, um bann im raschen Entwicklungsgänge Formen an- zunehmen, die bisweilen schon sehr stark an manche moderne Gepäck- stücke gemahnen. Noch sind die Koffer aus Holz gearbeitet, aber sie werden zum Schutze gegen die Witterung bereits mit Leder überzogen, und zugleich entsteht ein kleiner Koffer, ein Vorläufer unserer Handtasche, der von den vornehmen Reisenden, insbesondere von den Damen, selbst getragen wird, weil in diesen kleinen Behältern Juwelen, Geld, Urkunden und manche kleinen Toiletten- geheimnisse verwahrt werden. Uns interessiert von diesen Reisegeräten besonders das sogenannte „Reiseiäßchen" der Renaissancei wir glauben eine ganz moderne elegante Hutklste vor uns zu sehen. Freilich, au der Stärke des verwandten Holzes und an den schweren, kunstvollen Schmiedearbeiten der Verschlüsse erkennen wir den Geist einer fernen kunstsinnigen Zeit, die es noch nicht gelernt hat, die Reiseausrüstung nüchterner Zweckdienlichkeit unterzuordnen. Aber schon beginnt sich in diesen noch oft mit Holzschnitzereien geschmückten Reisesäßchcn die Form unseres modernen Koffers anzukündigen, die scharsen Kanten werden abgerundet, die Teckel wölbeit sich und mit der Zeit der Postkutschen und der ersten Eisenbahnen setzt sich dann das Prinzip durch, die Retseuteusilien bei möglichst großer Widerstandsfähigkeit leichter zu gestalten. Die Bretter der Kisten iverden biinner, man beginnt sie mit schweren Leinenstofsen zu überziehen, und bann taucht auch bie uns aus vielen Stichen vertraute Reisetasche aus Großmutters Zeiten auf, die aus Stoff gefertigt ist imb in leuchtenden Farben ein kühn gestreiftes ober verwegen geblümtes Muster aufweist. Freundliche Hände finden sich bereit, diese uns so altmodisch anmutende Tasche mit einer Wollslickerei zu schmücken, die fromm und schlicht „Glückliche Reise" wünscht. Die Zeit der Eisenbahnen hat begonnen und in ihr wird der Schritt von Großmutters Reisetasche und ihrem noch unförmigen Koffer bis zu unserer modernen Lebertasche und dem leichten Rohrplattenkoffer rasch zurückgelegt.
vermischtes.
kf. Die verräterische Uhr. Als der verstorbene Dänenkönig aufgcbahrt war, hatte die königliche Familie verboten, irgendwelche photographische Ausnahmen zu machen. Trotzdem sind im Handel Postkarten erschienen, die die Aufbahrung tn der Photographie zeigten. Natürlich ist eine Untersuchung angestellt worden, um festMstellen, wer von den Personen, die die Leichenwache hielten, Photographen eingelassen hätte Die Photographie selbst hat hierüber Aufschluß gegeben. Auf dem Kamine des Zimmers stand nämlich während der Aufnahme eine Weckuhr. Ihre Zeiger zeigten 21/2. Es ließ sich leicht sest- stellen, daß um Vs3 ein Pionierleutnant den Befehl rm Zimmel hatte, und als man ihn befragte, gab er auch zu, er habe au^ Gutmütigkeit einen Photographen eingeladen.
kf. Das „Konzert der Mächte". Tas „Konzert del Mächte" ist heutigen Tags ein ganz bekanntes politisches Schlagwort Es soll auf eilte Karrikatur im Punch zurückgehen, der eines Tages die Herrscher der verschiedenen Staaten Europas mit Musikinstrumenten ausgerüstet in einem drolligen Bilde darstellte. Tatsächlich ist aber wirklich „alles schon dagewesen 4 wie die „Coltnra Moderna" erzählt, gibt es in der ägyptischen Sammlung des Turiner Museums einen Papyrus mit eiiter Zeichnung, die man ohne weiteres als Karrikatur erkennt. Sie stellt ein „Konzert der Mächte" dar. Es ist eine marschierende Kapelle (gerade wie 4000 Jahre später im Punch): voran schreitet ein Esel, Bamsis darstellend, der die Harfe spielt. Es folgt der Löwe als Vertreter Aetiopiens, die Zither schlagend. ,Ober- ügypten, als Krokodil versinnbildlicht, bläst die Schalmei, und den Schluß im ..Konzert der Mächte" bildet Unterägypten, dargestellt als märchenhaftes (unerkennbares) Tier, die Flöte blasend/
Arithmogriph.
1 2 5 7 11 weiblicher Vornamen.
2 8 1 9 12 3 deutscher Dichter.
3 9 2 13 österreichischer Feldherr.
4 9 10 12 11 1 ein Gebäck.
5 12 12 Nebenfluß der Donau.
6 2 1 3 11 12 eine Münze.
7 2 9 8 11 1 5 Volksstamm in Ostafrika.
8 9 1 9 7 Stadt in Ungarn.
9 12 625119 eine Insel.
10 11 5 1 11 Werkzeug.
11 2 1 11 ein Vogel.
12 11 2 12 9 2 6 11 schmackhafter Fisch.
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 Stadt am Rhein.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung der Schach-Aufgabe in voriger Nummetj Weiß. Schwarz.
1. T a 2 — a 7 L f 5 n. g 6 am besten.
2. T a 7 — e 7 -J- und Matt.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, ©ieSetfc


