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Lommerleutnsnts.
Roman von Walter Bloem.
Copyright 1910 by Qrethlein & Co.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Aha — grinste Oberleutnant Menshausen in sich hinein, Kls die Gastgeberin sich plötzlich aus der Schar der Zuschauer des Feuerwerks zurückzog — aha, also wirklich!
Er gönnte ihr einen kleinen Borsprung, zog sich dann gleich falls langsam aus der Gruppe heraus, die am Staube der Gartenbastton stand, und schob sich am Saum der Bosketts entlang hinter Frau Cäcilie her...
Er stockte, als in diesem Augenblick von der Treppe hier, die aus dem Schloßgarteu zu den dunkeln Gehegen des Parks hinanführte, ein Mar herniederstieg...
Schau, schau... der Landwchrfritze — und das ältere Majorsmädel — und--zag sich nicht in diesem Augen
blick langsam ihr Arm aus dem seinen...? Sah sie nicht empor zu ihm mit einem Blick, ordentlich butterweich?
Und sieh — aus der Tür, die zum Seitenflügel führte, schlich sich da zu gleicher Zeit das jüngere Fräulein heraus und gesellte sich ganz harnrlos zu den Zuschauern des Feuerwerks — woher kam denn die —?! Na, selbstver-, Wndlich auch von einem Rendezvous! —
War denn das ganze Schloß des Teufels —?!
Keine Zeit, weiter zu beobachten... er durfte die Fährte nicht verlieren... er trat in die Veranda, ging zu dem Tisch, auf dem Zigarren mtb Zigaretten aufgestapelt waren, zündete auch wirklich ein Papyros an... beobachtete, wie Frau Cäcilie drinnen Befehle erteilte...
Im Augenblick, als sie auf die Diele hinaustrat, schlenderte er harmlos, nachlässigen Ganges durch den Speisesaal, gab seinem Burschen, der eben mit einem Brett voll Biergläser aus der Küche kam, einen Auftrag wegen des Sattelns für andern Morgen... und folgte der Hausfrau.
Er hörte ihre müden, unsichern Schritte sich die Treppe hinaufschleppen... horchte, wie sie eine Tür öffnete und schloß... und wollte eben hinterhersteigen, als plötzlich mit hastigen Schritten der Leutnant Quincke aus dem Küchen- flur schoß. . Er erblickte den Kameraden und stürzte auf ihn zu: 1
„Menshausen, Sie müssen mir einen Rat geben —!
„Gern — nachher! Erst müssen Sie mich einen Augenblick entschuldigen... ich muß schleunigst auf mein Zimmer... der Oberst, wissen Sie... ich soll... ich soll die Briaadebcfehle für morgen früh holen... big. im Moment wieder da!" ' ' ,,
„Aber so hören Sie doch nur eine Sekunde — rch hab eben einen schauderhaften Auftritt mit der kleinen Molly. Sassenbach gehabt! — Bitte, sagen Sie mir doch bloß, Wie ich mich verhalten soll... Sie haben mich doch jn
diese Schweinerei hineingebracht, haben mir doch den Auftrag gegeben, die Damen ein wenig zu beobachten
Teufel — dachte Menshausen... sollte der dämliche Geselle eine Taperet gemacht haben und nun die Beraub« Wortung auf mich selber abwälzen wollen —?!
„Na — so erzählen Sie schon schnell!"
Quincke berichtete.
Menshausen platzte hell heraus: „Sie sind eine Kraft, Quincke — allerhand Hochachtung! Sie verdienen, Obereunuch beim Padischah zu werden! — Ich hatte Sie gebeten, ein wenig zu beobachten — Und Sie platzen bcw zwischen, ehe überhaupt was passiert ist! Na, weiter rein Unglück —'?
„Aber die Kleine hat mich tödlich beleidigt! Ich werde mich bei ihrem Vater beschweren!"
„Sie sind komplett wahnsinnig, Herr! — Danken Sie Ihrem Schöpfer, wenn die Kleine nicht anfängt! — Sich beschweren — hahaha! Das Gesicht von Sassenbach!! Ne, mein Lieber, die kleine Gardinenpredigt, die stecken Sie man ruhig ein! Die haben Sie rechts und links 'rum verdient! — Und nun lassen Sie mich nach oben! — f-s Donnerwetter, da ist der Hauptmann!"
Munter summend kam Herr von Brandeis aus dem Küchenkorridor: „Na meine Herren, wie hat Ihnen das Feuerwerk gefallen? — pompöse Sache, was?"
„Glänzend, Herr Hauptmann — ganz pyramidal!"
„So — und Sie stehn hier auf der Diele 'rum und machen offizielle Gesichter? — Marsch in den Garten jetzt gibt's Münchener! — Uebrigens weiß einer von Ihnen, wo meine Frau steckt?"
So, schöne Frau —! Jetzt kommt die Rache des. Negers! ‘ .
„Die gnädige Frau ist soeben die Trchpe hinaufgegan- gen — ich glaube, sie äußerte, sie wolle sich etwas wärmer anziehen!"
„Oho — wärmer anziehen? — werde mal nach ihr schauen!"
Der Hauptmann schritt die Treppe hinauf. Mit an- gehältenem Atem lauschte Menshausen.
Jetzt also platzte droben die Bombe...!
„Was horchen Sie denn so gespannt? "flüsterte Quincke.
„Halten Sie den Mund !" l- *’ 1
In dem Augenblick, als der Hauptmann die Tür öffnete, war's, als würde diefe von drinnen aufgerissen...
Ein Ton klang... ein dumpfer Naturlaut, wie ein Knurren der lleberraschuug und des Schreckens...
Dann hörten die Lauscher, wie der Hauptmann ein-, trat. Die Tür fiel ins Schloß. Nichts weiter vernehmbar.
Menshausen fühlte, wie seine Hände flogen vor Erregung ... in dieser Sekunde überfiel ihn auf einmal eine jähe Scham... ein angstvolles Grausen...
Herrgott — was geschah jetzt da droben..—? Morgen früh würde Blut fließen !


