Ausgabe 
12.8.1912
 
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aus dem Ebsdörfer (^funbe eine führende Rolle. Durch die Nachricht von dem Erfolg der Franzosen bei Homberg und Ziegen­hain entmutigt, gaben bie Aufständischen ihre Erfolge Meder auf. Bei Bellnhausen steckten die zur Hilfeleistung Marburgs entbotenen Italiener in Mainz als Schreckenszeichen Lunten und Zündruten an. , c ,

An dem Zuge Napoleons nach Rußland und an den BefreiP ungSkriegen nahmen auch viele Männer ans dem Ebsdörfer Grunde teil. Das Jahr 1850 beglückte unsere Orte mit Strafbayern, die zum Schrecken der Bewohner den Kaffee mit Butter würzten und ein Gericht von grünen Bohnen als Laub bezeichneten. 1870/71 halfen auch des Ebsdörfer Grundes Söhne dfe deutsche Einheit schmieden.

(Fortsetzung folgt.)

VermiHehtes.

r * Das Kostüm der Alpinistin. Unliebsames Aufsehen erregte dieser Tage ein ebenso kühner wie leichtsinniger Bergsteiger, der mit einem Regenschirm den Groß-Glockner erklomm und dem man eine Hilfsexpedition nachsandte/ weil man ihn verloren glaubte. Ein großer Teil der Unglücksfälle, die auch in diesem Jahr wieder so zahlreich aus den Bergen gemeldet werden, wird durch unsach­gemäße Kleidung verursacht, und besonders die Frauen, die ja einen so großen Prozentsatz unter den Opfern der Berge ausmachen, begeben sich in den elegantesten und ungeeignetsten Kostümen auf Hochtouren. Darum ist die Frage nach dem geeigneten Äergkostüm der Dame besonders brennend, denn die Alpinistin ist naturgemäß durch ihre gewöhnliche Tracht mehr am Steigen gehindert als der Mann. Ter Londoner Tamen-Alpenklub hat sich der Sache angenommen und in großen Linien die Toilette der Hochtouristin festgestellt, über- die eine bekannte Alpinistin Mrs. Julian Grande auf Grund ihrer reichen Erfahrungen alles Nötige mitteilt. Sie Frauen, die sich bereits in den Anfängen des alten Sports hervor­getan haben und bedeutende Leistungen aufweisen können, traten zunächst ihre Touren in Röcken an und wurden dadurch furchtbar gehindert. _ Ihre Sachen wurden zerfetzt durch die Felsspitzen, über die sie kletterten, und sie kehrten meist in einem Kleidungs­stück zurück, das nur noch ein zerrissener Lappen war und mit einem Rock keine Aehnlichkeit mehr hatte. Seitdem sind die Röcke immer kürzer und kürzer geworden und schließlich hat man sie zu Gunsten von Pumphosen ganz aufgegeben. Aber auch die Pumphosen! müssen schwere Bedenken erregen in der Form, in der sie zumeist getragen werden. Sie sind viel zu weit; der Wind verfängt sich in ihnen, so daß sie die freie Bewegung hindern. Mit diesen großen aufgeblähten Stoffmassen ist es ganz unmöglich, das Gleich­gewicht zu bewahren, das für die Hochtouristin auf scharfen Graten so notwendig ist. Die Beinkleider müssen also möglichst eng und ziemlich kurz fein; nur uin die Taille herum können sie breit werden. Der Oberkörper der Alpinistin soll von einem möglichst dünnen Sweater umschlossen sein, der bis über die Hüften reicht und eng anliegt. Darüber wird ein Mantel oder ein dicker Sweater getragen. Sehr praktisch ist ein Cape, das vorn zugeknüpft wird und zugleich als Rock getragen werden kann, wenn die Touristin aus den luftigen Höhen der Berge wieder hinabsteigt unter die Menschen und sich neugierigen Augen nicht in ihrem Kletterkostüm aussetzen will. Handgestrickte Strümpfe sind den gewöhnlichen Strümpfen vorzuziehen; über leichten Wollstrümpfen trägt man ern paar dicker Socken. Ter Hut darf keine große Krempe haben und muß sich fest !um den Kopf legen. Ein blauer Gazeschleier ist sehr angenehm und gewährt dem Gesicht Schutz gegen Sonnen­brand und Windstöße. Tie Arme müssen sorgfältig geschützt werden. Sehr lange Pulswärmer, die bis zu den Ellenbogen reichen, halten warm und hindern nicht. Sehr viel gesündigt wird von Alpi- mftinnen durch das Tragen von Korsetts. Manche Damen be- haupten, daß das Anseilen ohne ein Korsett zu schmerzhaft sei; doch lregt das an der schlechten Art des Anseilens, da bei der §?me,. das Seil tiefer als beim Mann angebracht werden muß. Wie höchste Aufmerksamkeit muß auf die Schuhe verwendet werden. Kleinheit unb Eleganz ist weniger zu beachten als Bequemlichkeit und Festigkeit. Beim Maßnehnten lege man zwei Paar dicker Strümpfe an; das Leder muß weich, schmiegsam und von bester Qualität sein, aber Möglichst leicht, da die Bergschuhe gewöhnlich viel zu schwer sind. Einen richtigen, allen Anforderungen genügen­den Bergschuh wird am besten ein einfacher Gebirgsschuster ver­fertigen.

ff. Was Stierfechter verdienen. In Spanien gibt es im ganzen höchstens 23 Toreadore von Ruf, und diese kleine Schar kostet das, Land im Jahre ungefähr fünf Millionen Franken. Der Löwenanteil hiervon fällt dem berühmten Guerrita zu, der rn einem Jahre 306 000 Franken verdiente. Revertemachte" m 38 Stiergefechten 143 500 Franken, der ältere Mazzantini in 29 Gefechten 137 000 Franken. Bombita brachte es an fünfzehn Nachmittagen auf 150 000 Franken und Algabeno trugen 42 Degenstiche 225000 Franken ein.

_ * In der ländlichen Volksschule. Lehrer:Hans, sag bu, wann ist die beste Zeit, um das Obst von den Bäumen zu pflücken?" Hans:Wenn der Hund angebunden is."

Die Zimmerpflanzen und ihre Pflege.

Woche vorn 13. bis 19. August.

Noch einmal die Stecklingsvermehrung: Für Trabest an <» tien, Judenbart, (Saxifraga sarmentosa), Pelargonien, Fuchsien, Hirse gras (Panicum), für die ständige Kapu­zinerkresse (Tropäolum), für Gazanien, Efeu (1 Zenti­meter unter dem Blattansatz schneiden!), Strohblumen (Heli- chrhsum), roten Salbei (Salvia splendens) für die Sommerblüte, ist es immer noch Zeit. Tie meisten steckt man zu 3 bis 5 in einen 1012-Zentimeter-Topf, in welchent sie Wer Winksv bleiben, hält sie feucht, schattig und warm, entspitzt nach guter Bewurzelung diejenigen, die man buschig zu ziehen wünscht, und hält sie später kühl und hell. Von den früheren Stecklingen ver­gißt man nicht, diejenigen, die ihren Topf völlig durchwurzeltj haben, umzupflanzen in etwas größere Töpfe, ohne ihre Ballen zu stören. Ausgenommen sind hiervon die Rosen, die über Winter die ursprünglichen Gefäße behalten.

DieZimmerblumen-Treiberei" beginnt jetzt. Man pflanzt die Zwiebeln jetzt ein und fährt damit nach je 23 wöchigÄ Pausen fort bis in den Herbst. Durch solche FolgepflanzUngest erhält man Blüten von Weihnachten bis zum Vorfrühling. Auch topft man die Veilchen zum Treiben jetzt ein und legt die Treibrosen, wenn sie besonders früh blühen sollen, schon jetzt mit ihren Töpfen um und gießt sie nicht mehr, damit Ruhezeit eintritt, die sie vor dem Trieb nötig haben.

Die großblumige H änge-Glo ckenblum e (Campä- nula Mayi) wird nach der Blüte sehr stark zurückgeschnitten (Zweig­spitzen gleich zu Stecklingen verwenden), kühl unb ziemlich trocken unb währenb bes ganzen Winters nicht wärmer als 510 Grad Celsius gehalten.

Die Aussaatzeit bes Alpenveilchens (Cyclamen) ist jetzt. Man verwendet Heibe- oder Lauberde und streut den feinen Samen sehr dünn. Bald verstopfen und die Sämlinge in denselben Gefäßen hell und kühl überwintern. Die vorjährigen Pflanzen soll man vor der Blüte noch einmal umtopfen Laub erde mit Sand und etwas Mistbeeterde, doch darf der Ballen nicht ge­stört werden.

Wenn nötig, pflanzt man auch den Efeu nut (Lehstterde mit etwas Lauberde und Kalk). Auch stutzt man ihn, um ihn in Form; zu bringen oder zu halten, und macht dabei gleich Stecklings, um mit ihsten etwaige Lücken in denEfeu-Wänden" auszufüllen^

Büchertisch.

Vom köstlichen Humor. Eine Auslese ans bet humoristischen Literatur alter und neuer Zeit. Herausgegeben von Ludwig Fürstenwerth. Bd. 1. Hesse u. Becker Verlag in Leipzig. Die hier im ersten Bande vorgelegte Sammlung steckt sich ein hohes Ziel: Eine Auswahl des Besten aller Spielarten des Humors alter Nnd neuer Zeit des Inlandes mtb auch des Aus­landes, wobei der Begriff Humor möglichst weit gefaßt wird. Die anerkannten Klassiker des Humors dürfen nicht fehlen, wenn sie auch nur in kleinen Proben vertreten sind, in der Hauptsache soll gutes Neues, das wenig oder noch nicht bekannt ist, unb zu Unrecht Vergessenes ben Leser erfreuen. Freude am Leben ist das Leitmotiv der Sammlung, das in ben ersten Bänden in feinerem! unb künstlerischem Humor neuerer unb neuester Zeit zum Aus- bruck gelangt; im ersten Bande sind Beiträge von Hans Arnold, Albert Roderich, Max. Schmidt, L. Thoma unb Äug. Trinius enthalten, spätere Bänbe sollen auch leichtere unb kräftigere Schwankkost bringen, das Gemeine unb Seichte aber stets aus­schließen. In ben nächsten Bänden werben vertreten sein Ludwig Anzengruber, Emil Ertl, Th. Fontane, Rud. Greinz, F. Himmel- baur, Karl Krobath, Wilh. Raabe, Peter Rosegger, V. von Scheffel, Frhr. von Schlicht, Heinr. Seidel, Joh. Trojan u. a. Jeder Band ist in sich abgeschlossen und einzeln zu beziehen.

Rösselsprung.

Auflösung in nächster Nummer.

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Auflösung des Ergänzungsrätsels in voriger Nummerr Ein Kamvfplatz ist die Welt;

Das Kränzlein und die Kron' Trägt Keiner, der nicht kämpft, Mit Ruhm und Ehr' davon.

Redaktion: I. V.: E. Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindrtlckerei, R, Lange, Gießen«